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Bernd Schlueter, Manfred aus ObB, schachtelhalm, Christian s, Twiker76, omitreligion

Neue Atomkraftwerke in Europa

Startbeitrag von Manfred aus ObB am 17.05.2016 08:04

oder warum die Andern ums Varecken nicht am Deutschen Wesen Genesen wollen :rolleyes:

Im Spiegel, also dem Magazin, nicht dem in welchen sich die Superöks betrachten und Selbstgefällig monologsieren
* Es ist Vollbracht * also der Atomaustieg ist da gemeint nicht des Leiden von dem Zimmermann der Sein Kreuz
selbst tragen mußte, ist zu Lesen:

Neue Reaktoren: EU will Atomkraft massiv stärken

( der ganze Artikel unter [www.spiegel.de] )

Eine Leseprobe daraus:

Zitat
Stefan Schultz
Die EU müsse ihre technologische Vorherrschaft im Nuklearsektor verteidigen, heißt es im Entwurf für ein Strategiepapier,
das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Die Mitgliedstaaten sollen demnach bei der Erforschung, Entwicklung, Finanzierung
und beim Bau neuer innovativer Reaktoren stärker kooperieren.


Das Papier soll die Grundlage der künftigen Atompolitik der EU-Kommission sein. Es soll am Mittwoch von den für die Energieunion
zuständigen Kommissaren verabschiedet und dann dem EU-Parlament vorgelegt werden.



In der SZ steht [www.sueddeutsche.de] ( ist sogar Wortgleich mit dem Spiegel ):

Zitat

Auch bei der Entwicklung neuer Reaktortechnologien wolle die Kommission mehr Tempo machen, heißt es weiter.
Vor allem der Bau von flexiblen Mini-Atomreaktoren solle vorangetrieben werden. Spätestens 2030 solle ein solcher Reaktor in Europa im Einsatz sein.
Die EU wolle zudem die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern.


Das haben die Hardcore PVler nun davon immer mehr Grundlastreaktoren, statt hochflexibler KWK
weil diese ja ein böse Brückentechnolgie ( und macht 95% der Speischerträume überflüßig )
[www.sfv.de]
zur strahlenden Zukunft, nur ob die dann Wirklich so ist wie von dem PV Diktator gedacht,
ich befürchte Nicht, den mit einer Nachhaltigen Energiewirtschaft hat eine PV Diktatur nichts zu tun,
PV ist ein Taglöhner ( wenn auch manche meine die würd auch Nachts arbeiten :rolleyes: ) einer Nachhaltigen
Energiewirtschaft, die wie alle Taglöhner nur dann was machen wenn grad Lust und wenn nicht dann
halt nicht, wobei Interessierte Kreise ( also die welche eine Energiewirtschaft der nachhaltigen Geschäftsmodelle
wollen ) das gern anders darstellen und so auch gern das Geschäft mit den Stromspeichern beleben
würden, nur anders als der SVF behauptet, die Zeit das Oma Käthe Solarstromspeicher bezahlt wird
hoffentlich niemals kommen, wenn Wir Glück haben ( man könnt auch Verstand haben, aber ich Fürchte
da derzeit das Glück doch Hilfreicher weil mehr vorhanden ) kommt noch die Wende und der Strom
kommt vom Volk, derzeit sieht es aber schlecht Aus [www.bhkw-infozentrum.de]

Noch ein Bild zu den Interessierten Kreisen und Solarstromspeicher ( also sowas [www.sfv.de] )
die Grundlage zu dem kombinierten Bild ist von dieser Seite [www.agora-energiewende.de]
und wer die Sache mit wachen Auge betrachtet und was versteht von der Sache weiß das da einige Zahlen in dem Bild verkehrt :eek:

/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/
[attachment 1841 AtomenergieundSolarspeicherutopie.png]

Antworten:

Re: Neue Atomkraftwerke in Europa?

Stromerzeugung in Kernkraftwerken ist mit Sicherheit nicht mehr rentabel, wenn wir endlich elektrische Direktheizungen, also vor allem Nachtspeicheröfen, verbieten und stattdessen die Kernenergie für Heizzwecke, zur Einspeisung in verlustarme Heiznetze einsetzen.
Dann sind auch Natururan-Schwerwasserreaktoren sinnvoll, die man sehr sicher und zu niedrigen Preisen bauen kann.
Die erforderlichen 2m³ Schwerwasser erzeugen wir, sozusagen als kostenloses Abfallprodukt bei der Elektrolyse des Wassers zur Versorgung unserer wasserstoffbetriebenen Elektroautos. Gehe ich von 10 Millionen Brennstoffzellenautos aus, von denen jedes 110kg Wasserstoff im Jahr tankt, werden für jedes 1m³ Wasser elektrolytisiert. Aus diesen 10 Millionen m³ entstehen ca 500m³ Schwerwasser, genug für 250 atomare Heizmeiler, jedes Jahr.
Einem guten Kaufmann würde es schwerfallen, auf solch ein zusätzliches Zubrot zu verzichten:
Je 20 Millionen kWh Wärme durch die Kernspaltung werden dann ca 0,9 kg reines Waffenplutonium im Mantel aus abgereichertem Uran oder, je nach Vorliebe, Uran 232 aus Thorium entstehen. In einem durchschnittlichen großen Reaktor von 1,2 GW entstehen damit ca 3kg Pu239 pro Tag.
Sehr begehrte Waren für Entwicklungen in Ländern des Islams. Selbst kleine afrikanische Staaten würden einen dankbaren Markt darstellen.
Wir sollten wissen, was wir tun, und unsere Augen nicht verschließen, vor Folgen, die wir nicht wahrhaben wollen.
Endlich kann man dann Atomkrieg führen. Eine andere Verwendung gibt es nicht. Sowohl Plutonium239 , wie Uran232, sind im Zusammenhang mit dem Neutronen-Moderator Schwerwasser dermaßen brisant, dass vermutlich selbst meine damaligen Freunde davor zurückschrecken würden, so etwas in Reaktoren zu verwenden.
Nach Prüfung der Risiken hatte sich die Bundesregierung von solchen Plänen distanziert.

Netze und Heizkraftwerke in Bürgerhand, dann können wir auf das ganze atomare Gedöns verzichten. Auch, wenn wir uns das Gedöns nur heimlich durch die Hintertür über brennstoffzellenbetriebene Elektroautos ins Haus holen.
Dazu müssen wir aber erst einmal die Strommelkmaschinen in Form unverschämter Umlagen, Steuern und Entgelte abschaffen und auf die Produktion von CO2 umlegen.

Derzeit ist für uns Bürger Heizungswärme viel wertvoller als Strom:
Für unseren Solarstrom und den aus BHKWs bekommen wir ca 3Cent (bis 4 Cent) vergütet, während uns die kWh Gasbrennwert ca 5 Cent kostet (meistens mehr).
Es wäre also sinnvoll, den Strom selbst zu verbrauchen und statt teuren Strom aus Kernkraftwerken zu beziehen, dort die Heizwärme produzieren zu lassen.
Aber wir leben nun einmal in einer verkehrten Welt.
Heizkraftwerke arbeiten bei niedriger Temperatur und damit geringem Druck.

Einen ganz besonderen Vorteil hat der von mir favorisierte homogene Reaktor mit im Schwerwasser gelöstem Uransalz:
Er wird laufend aufbereitet und von den gefährlichen Spaltprodukten befreit. Vor allem kann sich so kein Xenon135-Stau bilden, der Cernobyl verursachte. Man kann den Reaktor blitzschnell abschalten, wieder hochfahren und dem jeweiligen Bedarf anpassen.

Spaltprodukte entstehen jedoch wie in jedem anderen Reaktor. Statt Atomwaffen zu erbrüten, kann man jedoch die Überschussneutronen verwenden, um die isolierten gefährlichsten Isotope in stabile, ungefährlichere verwandeln.

Trotzdem, wir würden glücklicher leben ohne die Atomenergie.
Mir hat der Stand von Norsk Hydro neben dem BSM-Stand zu denken gegeben.
Die Sandia-Laboratorien und andere Atomwaffenhersteller waren dieses Jahr auf der Messe noch nicht vertreten. Sandia baut nicht nur Atomwaffen, sondern betreibt auch ein eigenes maglev-Projekt.

"Securing a peaceful and free world"

Sandia ist hier auch vertreten

Um auch die posiive Seite von Sandia hervorzuheben. Elon Musk lief allen Maglev-Bewerbern den Rang ab. Er hatte die entscheidende Idee zur Swissmetro.

von Bernd Schlueter - am 17.05.2016 15:53
ja das passt.

viele "Kleine" AKWs am Besten noch für jedes Wohnviertel...
gleichzeitig wird Glyphosat wohl verboten

wie krank ist das denn ?

von Twiker76 - am 17.05.2016 19:53
Zitat
Twiker76

gleichzeitig wird Glyphosat wohl verboten



Aber nicht doch :D

Hast Du keine Vertrauen in unsere Europa oder Weltorgansitzionen :confused:


[www.faz.net]

Glyphosat ist nicht krebserregend, verkündete die Weltgesundheitsorganisation.

Also des kommt wie der Klimawandel von der UNO und Du wirst hier doch keine Verschwörungstheorien aufstellen :eek:

Ja des mit dem Unkraut ist eh so ein Sache, rein von der Biomasse gibts kein Unkraut,
ist alles gespeicherte Sonnenenergie ;-)

Noch etwas aus Bayern zu den Thema, als Bayern noch vor den letzten Begräbnis seiner Majestät war

[www.youtube.com]

von Manfred aus ObB - am 17.05.2016 20:54
Es wird viel von Tschernobyl und Fukushima gesprochen.

Nur werden die Ursünden der Atomkraft vergessen: diejenigen Meiler die als erste das spaltbare Material herstellten für die riesigen Mengen an Atomwaffen:

siehe wikipedia Hanford und Majak. Die Sanierung dieser Altlasten kostet järhlich Miliarden!

Das ganze ist nur verständlich vor dem Hintergrund des kalten Krieges und der obersten Priorität Atomwaffen herzustellen, egal zu welchem Preis! Der Preis spielte nie eine Rolle!

Gruß, Dragan

PS: Zur Auflockerung, hatte neulich das hier fotografiert und möchte es, auch wenns nur für Fahrräder ist zum Freuen hier präsentieren:
[picasaweb.google.com]

von omitreligion - am 17.05.2016 22:20
Ein wenig zu atomaren Energiekosten:
Es ist nicht ganz einfach, die Preise zu atomaren Materialien, Anreicherungskosten und die zur Wiederaufbereitung zu bekommen.

Einige Anhaltswerte, die zu korrigieren sind und sich zukünftig extrem nach unten bewegen. Aber darauf kommt es gar nicht an, denn die Brennstoffkosten für atomare Stromerzeugung sind dermaßen gering, dass es nicht auf 100 oder 200% Abweichung ankommt.

Natururan: 33 Euro/kg . Der Uranpreis dürfte als Einziger ansteigen, aber nur mäßig.
Im Moment sitzt er auf einem dicken Bären: er fällt gewaltig (Mai 2016).

Uranbörse

Darin sind 7 Gramm Uran 235 enthalten. Diese erzeugen bei der Spaltung eine Wärmemenge von ca 140.000kWh
Also, Brennstoffkosten von ca 0,25 Cent/kWh. Ein Bruchteil davon im Leichtwasserreaktor, weil durch 20% Schnellspaltrate Uran 238 gespalten wird, das praktisch kostenlos ist und das entstehende Plutonium die Reaktivität auf ein Mehrfaches des U235-Gehalts streckt.
Andererseits wird nicht alles Uran235 gespalten. Trotzdem, Brennstoffkosten spielen bei dem Uranreichtum der Erde praktisch keine Rolle.

Mit unseren zukünftigen Wasserstoffautos finanzieren wir weltweit das Schwerwasser für eine Unzahl kleiner, billiger Heiz-Kernkraftwerke, die vorteilhaft als Plutoniumkonverter verwendet werden. Sie sind dann wesentlich sicherer gegen einen Gau, die Brennstoffkosten sind allerdings höher, wenn man auf 3% U235 anreichert. Dann kommen 5 UTAs dazu, Urananreicherungseinheiten zu je 100 Euro/UTA.
Immer noch ein verschwindend geringer Energiepreis.
Besser, man reichert noch höher an, mit dann ins Gewicht fallenden Anreicherungskosten. Das ist das Bestreben aller Möchtegernatommächte. Damit, und mit bald überall erhältlichem Schwerwasser, kann man sehr saubere, billige und sichere Konversionsreaktoren bauen, die den Heizkostenbedarf der Welt ganz gewaltig reduzieren.
Das Böse daran ist, man wird zu leicht bestrebt sein, den Neutronenüberschuss zum Erbrüten von waffenfähigem Plutonium verwenden, denn dieses wird in kriminellen Kreisen sehr teuer gehandelt. Saudi-Arabien unterstützt derartige Pläne Allahs, die angeblich auch im Koran niedergelegt sind. Der Partner Nordkorea ist längst gefunden. Nordkorea setzt auch auf Energiegewinnung und Elektrifizierung des Landes mit elektrischer Mobilität.
Mit Sicherheit ist die umfassende Versorgung der Bevölkerung mit Elektroautos bereits eingeplant.

China hat sich der friedlichen Nutzung der Kernenergie verschrieben. Atomare Hoffnungen werden geweckt, weil chinesische Wissenschaftler verkündet haben, dass sie künftig auf den Purex-Prozess (Cap de la Hague und bisher weltweit) verzichten können bei einem neuen Verfahren, das nur 1/60 der Kosten des Purex-Prozesses mit ca 900Euro/kg Brennstoff verursacht.
Keine Frage, alle unsere Bemühungen um eine Begrenzung der Kernenergienutzung werden dann verpuffen.
Ich denke, wir können nur noch die Flucht nach vorne versuchen, die Menschen in ihrer Moral verbessern, denn wir werden die atomare Entwicklung nicht mehr aufhalten können.
Ich vermute, dass das chinesische Aufbereitungsverfahren, dass weit weniger Abfallmasse erzeugt als der Purex- Prozess, dem von mir einst geplanten Verfahren entspricht.

Zusammen mit unserer kostenlosen Schwerwassererzeugung durch unsere brennstoffzellenbetriebenen Elektroautos ist die atomare Zukunft nicht mehr aufzuhalten.
Klar, auch Strom gibt es dann im Überfluss. Schon jetzt ist der Schwerwasserpreis auf 300 Dollar/kg gesunken. Die Brennstoffzellen-Wasserstofftechnik wird ihn mit Sicherheit auf wenige Euro pro Liter fallen lassen.
Wirtschaftlichkeit wird immer die Überhand gewinnen, die Kernenergie dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Leider verbunden mit der Produktion von Plutonium, das man nur noch zur Herstellung von Atombomben verwenden kann. Verbrennung in Reaktoren ist wegen der Gaugefahr viel zu gefährlich (positiver Temperaturkoeffizient wie in Cernobyl).
Wird die Masse der radioaktiven Spaltprodukte auch geringer, die Radioaktivität bleibt die Gleiche. Ich denke, das einzig verhältnismäßig sichere Verfahren für eine Endlagerung wird in der Einleitung in die Meere enden. Mit der Einstellung des Fischfangs wegen Radioaktivität. Fukushima erlaubt uns nun genaue Messungen.
Auf jeden Fall, die derzeitigen Klimaziele werden erreicht und übertroffen werden, so meine Diagnose.

Auf lange Sicht wird vermutlich auch auf die gefährliche Stromgewinnung in Reaktoren verzichtet werden, weil sich die Gaus unerträglich häufen werden.
Dann reicht auch die Versorgung mit rein nachwachsenden Rohstoffen, solarer, und Windenergie, auch für unsere Elektroautos.
Ich denke, reine Protestaktionen werden sinnlos werden. Wir müssen aufklären und die gesamte Menschheit ändern. Beginnen wir möglichst bald damit!

Ja, unsere Zukunft wird elektrisch und atomar! Nur, wenn wir alle es wollen, auch friedlicher.

von Bernd Schlueter - am 18.05.2016 04:48

Der Bayernkurier schreibt dazu

Nicht aus den Weiten des WWW sondern aus dem CSU Kampfblatt

[www.bayernkurier.de]
Wie sich jeder HardcorePVler denken kann, wird da schon entsprechendes drin stehen,
um die Anklickhemmschwelle zur CSU zu überwinden, eine Leseprobe draus:


Zitat
Jörg von Rohland
18.05.2016 | 13:53 Uhr
Renaissance der Kernkraft
Geld für französisches Atom-„Monopoly“?
Überlegungen der EU-Kommission, an der Nuklearenergie festzuhalten und sie in Europa sogar auszubauen,
sorgen für Entsetzen bei den Gegnern der umstrittenen Technologie. Es wird vermutet, dass es vor allem darum geht,
die ehrgeizigen Klimaziele umzusetzen und sich von russischem Gas unabhängig zu machen. Doch auch der Vorwurf,
taumelnde Energieriesen auffangen zu wollen, wird laut.


So sieht's derzeit in Europa mit der Kernkraft aus ( da ist Grafenreinfeld schon Geschichte )


Bildquelle ist ebenda der Bayerkurier und um Bern wo doch tektonisch der Boden gern wackelt,
für Mitteleuropäische Verhältnisse stehen doch einige.

Noch ein wenig Text aus dem Bayernkurier weil dieser doch eher selten im ELWEB zitiert :o
( ich laß den Text kein, damit es nicht doch zu allergischen Reaktionen bei einigen kommt )




Zitat

Geld aus Fonds für strategische Investments?

Das neue EU-Papier zur Atomkraft ist Medienberichten zufolge recht vage gehalten und lässt viel Platz für Interpretationen. Von der Entwicklung sogenannter Mini-Reaktoren, die spätestens 2030 zum Einsatz kommen sollen, ist die Rede, und von besseren Rahmenbedingungen für Investitionen. Geld soll unter anderem aus dem Europäischen Fonds für strategische Investments (EFSI) kommen, den Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bekanntlich mit satten 315 Milliarden Euro auffüllen möchte.

Franzosen stecken seit Fukushima in der Klemme

Nicht ungelegen käme das freilich den französischen Energiekonzernen, die nach wie vor am Tropf der Kernenergie hängen: EDF betreibt in Frankreich 58 Atomreaktoren, Areva zählt zu den weltweit führenden Unternehmen der Nuklearbranche. Seit der Katastrophe in Fukushima steckt vor allem der Areva-Konzern, an dem der französische Staat direkt und indirekt mit 87 Prozent beteiligt ist, schwer in der Klemme. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ schlug 2014 ein Verlust von 4,8 Milliarden Euro zu Buche, 2015 lag das Minus bei zwei Milliarden Euro. Präsident François Hollande und seine sozialistische Regierung stellten einen Rettungsplan auf. Der ebenfalls zum Großteil staatliche Stromversorger EDF erklärte sich bereit, die Kraftwerksparte Areva NP für 2,5 Milliarden Euro zu übernehmen, an der auch einmal Siemens beteiligt war. Die Münchner hatten bereits 2011 die Reißleine gezogen. Rund 1,62 Milliarden Euro musste Areva für den 34-Prozent-Anteil der Deutschen hinblättern, die sich bekanntlich in dem Jahr gänzlich aus der Kernenergie verabschiedeten. „Das Kapitel ist für uns abgeschlossen“, sagte der damalige Konzernchef Peter Löscher im September 2011.


von Manfred aus ObB - am 19.05.2016 06:33
Wenn etwas dezentral in Europa betrieben werden kann, dann sind es kraftlose Atomheizwerke, die ihre Wärme frei in der näheren Umgebung verteilen dürfen. Der Preis für Strom ist viel zu weit gefallen, als dass sich dessen Verkauf noch lohnen würde. Wärme ist weit wertvoller geworden.
An den Verkaufspreis des Stromes an den Endverbraucher kommt ein neuer Kernkraftwerkbetreiber nicht heran, das ist per Gesetz verhindert und mit unfassbar hohen Gebühren belegt. Also,wenn sich auf dem deutschen Energiemarkt in Zukunft noch tun sollte, dann sehe ich nur den Weg über mittelgroße atomare Heizwerke. Das Ausland wird Vorreiter sein, bis hier einige Leute beginnen, umzudenken.
Klar, wir werden dann nicht mehr atomar tanken und sind vielleicht die Einzigen, die anderen sinnvollen Technologien die Tür öffnen dürfen. Den Strom per Elektroauto über die Grundstücksgrenze zu bringen, ist zur Zeit noch nicht untersagt, aber auch, wie die Versorgung der unmittelbaren Nachbarn, mit Hürden versehen.
So wird es wohl dahin kommen, dass der meiste Strom weiterhin per fossiler Verbrennung erzeugt wird, ohne Nutzung der enthaltenen Heizenergie. Photovoltaik- und Windstrom wird weiterhin, soweit er nicht auf dem eigenen Grundstück genutzt wird, missbraucht werden, um Wasser und Aluminium zu elektrolytisieren. Denn diese Nutzung ist gebührenfrei. Aber auch diese kosten die Umlagen für die Verbraucher, obwohl sie damit nur die Energieverschwendung befördern.
Kleine, homogen moderierte Atomheizwerke von wenigen hundert kW Wärmeleistung sind vor allem eigensicher und bieten eine überreichliche Differenz zwischen Wärmeerzeuger-und Verkaufspreis. Die wichtigsten Punkte sind meines Erachtens die hohe Betriebssicherheit und die niedrigen Betriebskosten.
Seit Fukushima sollten auch die Bedenken gegenüber radioaktiven Belastungen der Menschheit gesunken sein. Die atomaren Hinterlassenschaften wird man kaum noch beachten, wenn die Verseuchung des Pazifiks folgenlos erscheinen wird.
Es war ein Fehler, die Menschen auf dem Land damit zu traktieren. Fische sind vergleichsweise schweigsam und beschweren sich selten.

von Bernd Schlueter - am 25.05.2016 06:07
Willst Du die Kleinatomkraftwerke ins Meer bauen ?

von Christian s - am 25.05.2016 09:18

Die Mär vom ungefährlichen Thorium-Brutreaktor

Ja, mitten ins Meer. Auf dem Mond sind noch mehrere menschenleere Meere, die ich für geeigneter halte als jedes irdische. Sollte das Leben in unseren Meeren infolge Verseuchung und der bisher nur befürchteten Anreicherung in den Nahrungsketten erlöschen, bietet unser Weltmeer ein schier unbegrenztes Endlager an, denn wenn man das gesamte bisher auf der Erde erzeugte radioaktive Inventar im Pazifik umrührt, bleibt das Meerwasser bis auf den widerlichen Geschmack Trinkwasser.
Ob sich nichts anreichert, hängt sehr von der Sedimentationsgeschwindigkeit an Radioaktivität verendender Lebewesen ab, ein noch unbekanntes Forschungsgebiet.

Die Spaltprodukte landen jedenfalls auf Dauer nicht im Regenwasser, das Land wird stetig saubergespült.

Trotzdem sollten wir uns nicht weismachen lassen, mit Thorium und Uran233 sei alles ungefährlich.
Mag die dauerhafte Verseuchung auch nur die Hälfte betragen, sie beträgt nicht ein Millionstel, wie es sein müsste.
Plutonium entsteht praktisch nicht, das ist schon ein wesentlicher Punkt.
Aber das aus Thorium erbrütete Uran233 hat in einem Punkt ähnliche sicherheitsrelevante Eigenschaften: die Anzahl der wichtigen verzögert freigesetzten Neutronen ist denkbar gering und jeder Reaktor bildet im gewissen Maße eine kleine Atombombe.
Hamm Uentrop wurde stillgelegt und ich habe meine eigene Theorie, warum. Es kam zu Verklemmungen und damit zu ungewollten und unvermeidbaren Spaltstoffdichteänderungen, die schon in die Nähe der Reaktivitätssicherheit durch die verzögerten Neutronen kam.
Es war eigentlich eine unglaubliche Blamage, vergleichbar mit dem, was in Fukushima angestellt wurde (nein, es lag nicht am Erdbeben).
Wenn wir nun in Zukunft damit weichgeklopft werden, Thoriumbrüter seien inhärent sicher, weil sich mit wachsender Temperatur das Reaktorinnere ausdehne und damit die Spaltstoffdichte geringer würde, eine reine Irreführung! Alle Reaktoren unterliegen diesem Effekt, der ist so gering, dass er biher nie berücksichtigt wurde. Nur weil es bei Uran233 pratisch kaum Sicherheitsreserve gibt, kommt man auf solch absurden Behauptungen.
Was wohl wahr ist, bei einer atomaren Explosion dehnt sich der Feuerball so schnell aus, dass die Reaktion bald zum Erliegen kommt und sich nicht fortsetzt, bis aller Kernbrennstoff umgesetzt ist.
Insgesamt sind die Thoriumbrüter gefährlicher als die amerikanischen Leichtwasserreaktoren, auch als die mit einem 50% zu 50% Brennstoffgitter. Also halb Uran, halb normales Wasser.
In denen ist der "Schnellspaltfaktor" ca 20% und damit sind hohe Abbrände möglich, zwar bei weitem nicht so hoch wie beim Thoriumbrüter, aber doch ein Zehntel davon.

Ach so, beim Thoriumkonzept ist ein Vorteil sehr wichtig: Normale Plutoniumreaktoren (unsere) kann man kaum in ihrer Leistung regeln, wegen der Xenon135-Vergiftung. Man legt deshalb die Thoriumbrüter so aus, dass das Xenon entweichen kann und dieses gefährliche Gas, das auch in unseren Schilddrüsen aus dem nach Cernobyl eingeatmeten Jod 135 entstand, an einen sicheren Ort verbracht werden kann. Unsere Schilddrüsen sind dafür denkbar ungeeignet.

Ist kein Xenon mehr enthalten, kann man einen Reaktor minutenschnell hoch- und herunterregeln, sodass wir nicht vor der leeren Tanksäule sitzen, wenn die Sonne mal nicht scheinen sollte.

Nur, Sicherheit? Ich weiß, was ich davon halte.

Mohammed hat das nahe Weltende im Koran vorausgesagt. Die Gläubigen werden helfen, damit sich Allahs Wille erfüllt.

Die saubere Fusion? Ich war mal bei einer wissenschaftspolitischen Erörterung mit Reimar Lüst in Garching anwesend.
Relativ sauber würde die schon sein, aber...

Wenn wir nicht bald anfangen, unsere Energie nicht nur auf dem Papier umweltverträglich einzukaufen und ein zweites, umweltverträgliche Stromnetz aufzubauen, sehe ich schwarz für unsere strahlende elektromobile Zukunft. Was dann strahlt, ist nicht die Sonnenblume. Mit unserer Hilfe, das müssen wir erkennen und entsprechend handeln.
Merke: zeitversetzt zur Sonnenstrahlung tanken heißt Unterstützung der Kernkraftwerksindustrie.
Zeitgleich übrigens auch! Aber nur, weil wir das widerspruchslos hinnehmen.
Der einzige Ausweg: ein eigenes, alternatives Stromnetz.

von Bernd Schlueter - am 02.08.2016 08:07

Ich kann es nicht lassen

Jetzt bin ich wieder dabei, meine verschiedenen Brütertypen zu entwerfen und stelle fest, dass ich seit meinem Ausstieg viel verpasst habe. In der Zwischenzeit hat sich viel getan und ich habe erst einmal viel damit zu tun, nachzuholen, was ich versäumt habe. Versäumt, ist übertrieben. Erst jetzt wird veröffentlicht, was aus militärischen Gründen bisher nicht veröffentlicht wurde und das ist eine ganze Menge sinnvoller und erfolgreicher, bisher nicht veröffentlichter Forschung, oft aus den 50er und 60er Jahren.
Das meiste, was ich mir ausgedacht habe, ist längst erforscht oder wird gerade mit Hochdruck zu einem Ergebnis gebracht. Durchaus nicht immer zu einem negativen, Obwohl die Kernspaltungstechnik eine sehr unsaubere und gewissenlose Geschichte bleiben wird, immer noch steht das Töten mittels Atombomben ganz oben an.
Störungen, insbesondere das Auskristallisieren von Spaltprodukten in Reaktorschmelzen, sind etwas, das mich immer besonders interessiert hat. Insbesondere auch Destillation aus der Schmelze heraus. Bisher wurde meist fraktioniert extrahiert, ein sehr unsauberes Aufbereitungsverfahren.

Ja, an Energie wäre kein Mangel, wenn...
Es geht auch ganz ohne Atomenergie auf der Erde. Sparsamkeit, heißt dann die Devise, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Wo bleibt die Abwärmenutzung bei der Erzeugung unseres Elektromobilitätsstroms aus Atomenergie und Kohle?
Ich denke, wir müssen noch Einiges ändern. Die Politik unserer Regierung läuft immer noch in die falsche Richtung, im Gegensatz zum Gerede von der angeblichen Energiewende.

von Bernd Schlueter - am 03.08.2016 06:46

Weltweit neue neue Atomkraftwerke

Mit Erschrecken stelle ich fest, dass man in Deutschland nicht aus Fukushima gelernt hat. Noch immer wird hier die irrige Ansicht vertreten, die Reaktorkatastrophe sei auf den Tsunami und nicht auf unvorstellbar dummes Verhalten der japanischen Atomspezialisten zurückzuführen. So kann man aus dem Unfall nicht lernen.
Deutschland hat sich eh aus jeder Vernunft herauskatapultiert. Damit stimmte ich bei meinem Besuch des Schnellenbrüterbetreibers Interatom mit dem Leiter überein, bei dem ich mich um Einstellung bewarb. Es war Klaus Traube, der mich gründlich überzeugte, was mich dort in personeller Hinsicht erwartete. Ich nahm meine Bewerbungsunterlagen damals wieder mit nach Hause.
Die unmögliche deutsche Energiepolitik setzte sich in den Folgejahrzehnten fort und wir werden uns noch mächtig umsehen müssen.
Heute ist die Erzeugung von Strom mit solch gewaltigen Steuern und Umlagen versehen, dass sich eine umweltfreundliche Erzeugung überhaupt nicht mehr lohnt. Wenige Prozent Erzeugung werden durch irrwitzig hohe Umlagen überhaupt möglich gemacht, von Wirtschaftlichkeit kann da keine Rede mehr sein.
Was sich heute noch lohnt, ist Wärmeerzeugung, die ist, wenn sie durch abgasreiche Verbrennung erfolgt, immer noch weitgehend steuer- und umlagenfrei.
Wer da noch an Ausnutzung der quasikostenlosen enthaltenen Exergie denkt, dem ist nicht zu helfen und ist Opfer der eigenen Dummheit.Obendrein schädigt er die Allgemeinheit.

Nein, gut bezahlt wird, wegen der weitgehenden Steuer- und Umlagenfreiheit nur die Wärmeerzeugung. Das gilt insbesondere für Kernkraftwerke, die künftig in weit größerer Zahl und mit ganz erheblich verringerter Leistung unterirdisch in der Nähe der Städte gebaut werden. Wenn sie überhaupt Strom erzeugen, dann nur im bescheidenen Umfang, nur die Wärmenutzung macht sie wirtschaftlich. Strom, den wirft man am besten weg angesichts der erdrückenden Verteuerung zu fragwürdigen Zwecken. Der solare Traum in Deutschland ist ausgeträumt und es ist nur noch eine Frage von Monaten, bis auch Kleinstanlagen der vollen Versteuerung unterliegen. Die unfassbaren Gesetze sind nur wegen der Unwissenheut mancher Finanzbeamternoch nicht vollständig umgesetzt worden.

So sieht es heute aus: Ein Großatomkraftwerk erzeugt ca 4 Gigawatt Wärmeleistung, von denen 1,3 GWatt in Strom verwandelt werden, zum Nettopreis von 2 Cent, aber nach Steuern und Umlagen einem Verkaufspreis von 26,5 Cent.
Wärme hat hingegen einen Verkaufserlös von ca 6 Cent pro kWh. An diesen Zahlen sieht jeder, was in Deutschland falsch läuft.
Es wird bald wimmeln von kleinen, unterirdischen Atomreaktoren, rein zu Heizzwecken, ohne gefährlich hohen Innendruck, mit 10 Jahren völliger Wartungsfreiheit und deutlich unter 100 Megawatt Leistung, die unsere Häuser heizen.
Ein großer Vorteil ist die modulare Bauweise und die Produktion in Fabriken, die eine Weiterentwicklung und Erhöhung der Sicherheit erst möglich macht.
Die Energieersparnis ist das Zehnfache der bisherigen Kernkraftwerke, bei ebenfalls zehnfachem Ertrag. Umgerechnet auf den gleichen Anfall radioaktiver Spaltprodukte.

Ihr könnt es wenden, wie Ihr wollt, so sieht unsere, insbesondere deutsche, Zukunft aus und wenn ich die meisten von Euch ansehe, ist kaum einer unter Euch, der in erheblichem Maße alternativen Strom tankt. Das geht in Deutschland nur an wenigen Orten und nur , wenn gleichzeitig die Sonne scheint und der Wind weht. Zeitversetzt tanken, heißt, Braunkohlenstrom, jedenfalls zu allergrößten Teil.
Gut, mein Bäcker Schüren und die Düsseldorfer Stadtwerke, die sogar zu einem nicht geringen Anteil, sind Ausnahmen.

Wir sind nicht alleine auf der Welt, und Ihr werdet eine Flut von kleinen Heiz-Kernraktoren sehen, die nun in unser Land importiert werden. Nein, Stromtanken sind da keine dran. Es ist lukrativer, auch die evtl erzeugte Elektrizität in Wärme zurückzuverwandeln und direkt als Heizwärme steuerfrei zu verkaufen.
Deutschland, das Land der Dummheit im Energiebereich. Vielleicht kommt ja noch jemand auf die Idee und verteuert den Strom noch weiter, um den Strom noch "wertvoller" erscheinen zu lassen?
So sehe ich nämlich die Unlogik, die dahinter steht.

Das ist die Zukunft für unser Land

Wenn ich um eines bitten darf: Rechnet bitte einmal aus, wieviel Euer persönliches Elektrofahrzeug verbraucht, wenn nur 30% der Kraftwerkswärme in Ladestrom an Eurem Typ2-Stecker ankommt.
Oder ist man dann ein Nestbeschmutzer?

von Bernd Schlueter - am 06.08.2016 13:02
Das Problem ist das Portemonaille eines Herrn Gabriel.
Glückliche Fügung ist der Brexit.

Dumm ist nur, dass die englische Atomubootflotte (4 Stück) dringend Atomraketen braucht und die haben fest auf Hinkelpoint C gebaut.

Bleibt zu hoffen, dass es zum Austritt der Schotten aus dem Königreich kommt. Dann säsen die Ubote auf dem Trockenen und hätten ein ganz anderes Problem

von schachtelhalm - am 07.08.2016 18:19
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