Mit einmal Tanken um die ganze Welt (200 kg Wasserstoff)

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 20.05.2016 06:41

Besonderheit von Wasserstoff

Wasserstoff verflüssigt sich erst bei einer relativ niedrigen Temperatur von 20 Grad. Das stellt zunächst ein anscheinend großes Hindernis für die drucklose Speicherung in größeren Mengen dar.
Was mir bisher nie aufgefallen ist, die Besonderheit, dass schon bei -100 Grad fast alle Freiheitsgrade des Wasserstoffmoleküls eingefroren sind und es sich kältetechnisch wie ein Edelgas verhält. Das ist aber extrem wichtig für die Verflüssigung, denn Wasserstoff lässt aus diesem Grund sehr leicht und mit wenig Aufwand verflüssigen. Sogar die Verflüssigung mit wenig Energieaufwand im Fahrzeug ist möglich, sodass man große Mengen Wasserstoff nicht mehr nur eine Woche, sondern künftig auch für Monate im Fahrzeug aufbewahren kann. Dafür kommt allein das Verfahren von Claude (Air Liquide) in Frage, dessen Verflüssigungsapparate auf ein Volumen von nur einem Liter gebracht werden können. Bisher ließ man den Wasserstoff einfach verdampfen, der sich dann innerhalb einer Woche vollständig verflüchtigt hatte. 100kg Wasserstoff in einem leichten, drucklosen Tank enthalten dann 3300kWh, von denen wir weit über 2000kWh in Brennstoffzellen in Strom und damit in direkte Antriebsenergie verwandeln können.
Zusätzlich lässt sich ein guter Teil der Verflüssigungsenergie in einer Wasserstoffdampfmaschine zurückgewinnen bzw. eine Wasserstoffpneumatik einfach betreiben.
Auf der Hannovermesse boten gleich mehrere Firmen Kompressoren für gasförmigen und flüssigen Wasserstoff bis zu Drücken von 900bar an.
Nebenbei erwähnen möchte ich, dass zwar bei der Schwerwasserelektrolyse schon kostenlos reines Schwerwasser gewonnen werden kann, zusätzlich aber ebenso einfach aus verflüssigtem Wasserstoff.

Wir Elektroautofahrer lösen deren Energieproblem

Ich sage heute schon voraus, dass es sich notgedrungen ergeben wird, dass in der ganzen Welt billige , kleinste Kernreaktoren betrieben werden, die dann sicherlich auch alle Energiesorgen beseitigen werden.
Auch, wenn man homogene, in Schwerwasser gelöste Uransalzreaktoren relaltiv eigensicher betreiben kann, der Anfall der gefährlichen Spaltprodukte bleibt unverändert und es wird an den Betreibern liegen, wie sicher sie die Hinterlassenschaften von -zig Tausenden Reaktoren verwahren werden.

Fukushima war insofern ein Glücksfall, weil man nun weiß, wie man das Weltende noch mindestens Jahrzehnte hinausschieben kann, wenn die Meiler nur an Meeresküsten und an Flüssen, die in diese münden, gebaut werden dürfen, damit die völlig unvermeidbaren Unfälle nur weltweit den Fischfang und die Trinkwasserversorgung aus Uferfiltrat unmöglich machen. Einmal im Meer, kommt die Radioaktivität nicht mehr zurück zu uns.

Auch, wenn es in mancher Hinsicht verlockend ist, ich bleibe ein Gegner der Wasserstofftechnik. Zumindest noch ein Jahrzehnt lang, in dem Aussicht besteht, die Menschen zu mehr Verantwortungsbewusstsein zu erziehen oder einen BIGBROTHER-Staat weltweit zu errichten, indem wir vor den Gefahren der radioaktiven Verseuchung hinreichend geschützt werden können.

Dann müssen vielleicht auch alle unsere grünen Träume keine Schäume bleiben, und alle Energie zu 100% solar gewonnen werden.

Für mich eine wichtige neue Erkenntnis ist die, dass Kolbenverdichter auch bei tiefsten Temperaturen betrieben werden können. Ganz gewöhnliches Teflon reicht bis zu den tiefsten Temperaturen sowohl als Dicht- wie auch als Schmiermittel aus. Manche der vielen Firmen behüteten noch dieses Geheimnis wie ihren Augapfel. Mir gelang es jedoch, einen Blick in eine nicht des Teflons beraubte Apparatur zu erhaschen, die bis zu 900bar komprimierte.
George Claude hätte seine reine Freude beim Besuch der diesjährigen Hannovermesse gehabt.

Im übrigen hätte ich keine Bedenken, weltweit Flüssigwasserstofftanks in den Gärten zu vergraben, dezentral, aber trotzdem möglichst große, mit einer Zwangszündung für austretende Gase im Falle eines Unfalls, damit die entstehende große Flamme gefahrlos abgefackelt und nach oben aufsteigen kann. Versagt die sofortige Zündung, würde die drohende Knallgasexplosion große Zerstörungen anrichten. In Fahrzeugen bitte nur kleinere Tanks, möglichst auf dem Dach.

Die Brennstoffzellen sind erstaunlich klein und leicht. Brennstoffzellenautos kann man endlich überaus leicht bauen und fast beliebig hohe Reichweiten erzielen. Unsere geräuschlosen wasserstoffbrennstoffzellenbetriebenen Atomraketen-U-Boote können die gesamte Erde mit nur einer Wasserstofffüllung mehr als nur einmal umrunden, ein ganzes Jahr lang, ohne auch nur einmal aufzutauchen. Ihnen verdanken wir sicherlich die gesamte Wasserstofftechnik, deren Früchte wir künftig hemmungslos genießen können.
Wie gesagt, ich bin trotzdem kein Freund davon.

Möglich, dass ich trotzdem wieder dort einsteige, vor allem auch, um aufzuklären.

Antworten:

Zitat
Bernd Schlueter


Wasserstoff verflüssigt sich erst bei einer relativ niedrigen Temperatur von 20 Grad.


Bernd für welches Paralleluniversum gilt der Wert :confused:

von Manfred aus ObB - am 20.05.2016 08:08
...Kelvin

von Bernd Schlueter - am 20.05.2016 08:22
Zitat
Bernd Schlueter
...Kelvin


Danke für die Aufklärung nach der Verwirrung :D

Den ich der Regel ist es ja Celsius, aber eventuell warst Du ja gerade mit Kelvin allein Zuhause :confused:

von Manfred aus ObB - am 20.05.2016 08:36
Ich hatte mal das Vergnügen, erst im Abi, später an der TH einem Versuch mit Superflüssigkeit zuzusehen. Die Leute haben uns eine Besonderheit von Wasserstoff und Helium gezeigt.

Korespondierende Röhren kennt ihr hoffentlich. Ich stecke einen Schlauch in ein Weinfass, ziehe mit dem Mund daran und danach läuft der Wein ganz von alleine in einen Eimer, solange der Schlauch tiefer endet, als der Weinpegel im Fass steht.

Bei flüssigem Wasserstoff und flüssigem Helium funktioniert das genauso, nur ohne Schlauch. Die Superflüssigkeit weiss irgenwoher, dass es irgendwie runter geht und kriecht deshalb das Gefäss hoch und auf der anderen Seite runter und tropft auf dem Boden. Ich und nicht alleine, wir haben das geglaubt und ich lese es heute noch ... bis mich ein Raketentechniker bei der ESA aufgeklärt hat. Tunneleffekt.

Mit ausgeklappten Ellenbogen kommts Du auf der Raststätte nicht ins Klo. Wenn Du Dich schlankt machst gehts. Beim Wasserstoff genau so. Wasserstoff und Helium sind mit Abstand die kleinsten Atome. Nichts kann die aufhalten, zumindest nicht in der Raumfahrt. Wasserstoff kann man nicht langfristig speichern, das ist wie Zucker in einem Nudelsieb auheben.

Ich habe fast an ein Wunder geglaubt, Mirai in Sinsheim, aber dann habe ich erfahren, dass die 8 Tankstellen in Deutschland, an denen er seinen Wasserstofftank füllen kann, nur auf Vorbestellung welchen haben. Es ist wie wenn Elon Musk eine Falcon 9 startet. Wenige Minuten vor dem Start wir der Tank gefüllt, weil sonst wieder zu viel weg ist, bis dem Mann mit Asbestanzug und Feuerzug kommt.

Apropos Mirai, Google( Fullycharged Show Riversimple )

Sozusagen ein El auf Stelzen

Liebe Grüsse von
Peter und Karin

von schachtelhalm - am 26.05.2016 07:12
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