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vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, el El, Manfred aus ObB, Twiker76, Richard, Hotzi-47

Saubere Energie

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 19.09.2016 03:10

Der Energiehunger unserer idustrialisierten Welt ist ungeheuerlich groß und selbst wir Elektroautofahrer bemerken nicht, welche Umweltschäden die Elektrizitätsgewinnung für unsere Fahrzeuge anrichtet, jedenfalls bei uns.
Viele Einwohner im Ruhrgebiet haben sich inzwischen umbesonnen und fallen ins andere Extrem, essen nur noch vergan, nutzen nur noch diese gespeicherte Sonnenkraft in ihrem Körper, um sich fortzubewegen. Drahtesel waren so auch zahlreich auf dem Treffen in Oberhausen vertreten, aber auch solche mit elektrischem Hilfsantrieb, die deshalb schon schief angesehen wurden.

Ich halte solche extremistische Denkweise für falsch, der Sinn für das Ganze schwindet dann.
Wir sollten wissen, woher unsere Energie stammt und wie wir Missstände abschaffen können.
Unsere Hauptumweltbelastung und der hauptsächliche Raubbau liegt in der bedenkenlosen Verbrennung von Uran, Köhle und Kohlenwasserstoffen.
Mit steuerlichen Mitteln und mit der Explosion von Umlagen wird die Doppelnutzung der Brennstoffe, nämlich die Nutzung deren Heizenergie UND der enthaltenen EXERGIE, also Strom,, verhindert, man wirft immer die eine Hälfte weg.
Das dürfen wir Elektroautofahrer uns nicht gefallen lassen, und auch nicht, dass teuer gewonnene alternative Energie zur Aluminiumgewinnung missbraucht wird. Nachtspeicheröfen, nächtliche Autobahnbeleuchtung und Elektroheizung von Parkplätzen und Straßen geht schon gar nicht, wird aber von unseren Regierungen gefördert. Selbst an einem bestimmten Ort in Bayern. Weil die Regierung die Gesetze entsprechend anwendet, die aus dem Jahre 1935 stammen und eigentlich anderen Zwecken, Kriegszwecken dienten.

Nein, norwegische Wasserenergie ist nicht sauber, denn sie kommt bei uns nicht an.Nur der Etkettendruck, zu teuer bezahlt, vor allem auf Kosten des Realitätsverlust, indem wir uns betrügen lassen und gar nicht mehr wissen, was wirklich geschieht.
Nein, es ist nicht wahr, der von uns bezahlte Wasserstrom kommt nicht aus Norwegen und der angeblich nach Norwegen getauschte Atomstrom kommt zu 100% aus den norwegischen Wasserkraftwerken.
Wir wissen, was wir tun müssten, tun es aber nicht. Wir werfen das notwendige Geld an der falschen Stelle heraus.

Antworten:

was mich so schreckt ist daß ich unlängst hören mußte, daß zur Herstellung eines Liters Benzin 1,5kWh Strom benötigt wird. kA ob das stimmt. Unser Familien-Umbau-Lastenkombi frißt 12l. Das billigen wir ihm zu, er wird ja nur sehr wenige Kilometer im Jahr bewegt. Mit diesen 18kWh allein könnte man aber schon 100km weit fahren, doch dieser Stromverbrauch wird nie thematisiert. Wo kommt denn dieser Strom her, na?

von el El - am 19.09.2016 07:06
Geheizt für die Destillationsanlagen und Reaktoren wird normalerweise mit den vielen Abfallstoffen, die bei der Herstellung anfallen. Destilliert und hydriert wird nur für die Herstellung klopffesten Benzins, Diesel und Schweröl bleiben übrig, neben allen möglichen Grundstoffen für die Kunststoffindustrie, wie Äthan, und Teer.
Nein, dem Diesel würde ich dabei nichts zuschlagen, obwohl zur Preisfindung jedes Mittel recht ist. Er darf heute nicht mehr, wie im früheren Masse, zur Schadstoffentsorgung verwendet werden.

In Zeiten der Ölknappheit und Sperrung des Suezkanals jagte man die Tanker ohne Rücksicht auf den Kraftstoffverbrauch durch die Meere, da konnten schonmal 20% des Energiegehaltes bei draufgehen. Zeit war damals Geld und das nutzte man optimal aus. Nein, das glaube ich nicht, dass viel Strom zur Herstellung zugekauft wird. An einem zentralen Ort in der Raffinerie wird eine Turbine mit Abfallstoffen betrieben, die ihre Energie über ein weit verzweigtes Stromnetz verteilt und auch ins Netz einspeist. Strom ist einfach die Energieform, die man am billigsten über eine große Fläche verteilen kann, mit unerreicht niedrigen Verlusten. Die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme wird, so gut es geht, ebenfalls benutzt..
Alle Kompressoren und Pumpen , laufen natürlich elektrisch, obwohl, wegen der Explosionsgefahr, für die Regelung Pressluft vorgezogen wird.
Erdolraffinerie

von Bernd Schlueter - am 19.09.2016 08:11
danke

von el El - am 19.09.2016 08:44
Wieso addieren sich in dem Link die Fertigprodukte einschließlich Sonstigen und Verlusten nur auf 79% ?!?

von Richard - am 19.09.2016 10:41
Ich stelle mir vor, dass die 21% der Energiegottheit geopfert werden. Wir sollten schließlich dankbar sein, dass das Öl noch immer fließt. Du findest das viel?
Bedenke, auf unseren Strom im Werte von 2,5 Cent pro kWh dieses Jahr haben wir im Schnitt 960% geopfert. Dankbar, wie die vier Stromgottheiten sind, liefern sie deshalb immer noch zuverlässig unseren Strom aus der Steckdose.

von Bernd Schlueter - am 19.09.2016 15:28
Lieber Bernd,
um beim Thema zu bleiben: Saubere Energie.
Thema: Thorium Nuklear Technik. Arte Sendung von gerade eben. Und nu läuft die Diskussion und weitere Dokumentation. Wers verpasst hat, kann alles über die Mediathek runterladen. Gibt spezielle kostenlose und gute Programme dafür.

Du bist Physiker. Sag mal was zum Thema. Taugt das was mit dem vermeintlich sicheren Thoriumreaktoren? Bei Arte schön dargestellt: die Atomtechnik (bisher) als ein grosses Pokerspiel, hauptsächlich ging es um Plutionium für Waffen. Mit gezinkten Karten.
Plutonium für Waffen ist mit Thorium nicht möglich. Und Thorium gibts überall, z.T. als Abfallprodukt bei der Gewinnung anderer Materialien. Nachteil oder Vorteil? Keine Verknappung, kein Verdienst?

Aber habs nochmal bei wikipedia nachgelesen. Ganz so unproblematisch wie bei Arte dargestellt, scheint die Thorium und Flüssigsalztechnik doch nicht zu sein. Das Salz ist wohl sehr agressiv und frisst alles kaputt. Und auch bei dieser Technologie entsteht Abfall, der für tausende von Jahren "endgelagert" werden muss.

So viele Fragen.....
Und in England will man weitermachen. Die Lady ist eingeknickt. Ein Desaster. Opfer (wie Du schriebst) an wen? Energiegottheit, wer ist das denn? Na ja, für seinen Glauben ist schon mancher gestorben. Stromgottheiten? Sind normalerweise immer drei (Brahma, Shiva, Vishnu, oder Vater, Sohn und heiliger Geist). Bei den Stromgottheiten kenne ich diese Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit oder wie man das nennt: Räuber, Wegelager und Erpresser. Liefern die den Strom an Dich?

Hier die Kosten für Englands Hick up point:
"Die Gesamtkosten bezifferte sie auf 43 Milliarden Euro, die Baukosten auf 31,2 Mrd Euro. Die beiden Reaktoren sollen 2023 in Betrieb gehen, 60 Jahre lang laufen und sieben Prozent der britischen Stromproduktion liefern."
Was soll denn das? Gefahr der Vernichtung eines ganzen Landes wegen 7 % der britischen Stromproduktion? Poker vom feinsten. Oder wegen Waffen-Plutonium? Was für eine Technik soll in Hinkly Point oder wie das heißt eingesetzt werden? Leichtwasser Reaktor oder Thorium?

Gruss, Roland
Ein Glück, dass England nun wohl keine EU-Gelder für seine Atomkraft mehr bekommt. Was macht das französische/Erlanger Areva in dem Spiel? Finanziell meine ich. Haben die nicht noch das Desaster Finnland vor Augen? Weiss nicht, wie ich das alles meinen Enkeln erklären soll.

von Hotzi-47 - am 20.09.2016 20:18
...deshalb endlich Abschalten und auf keinen Fall mehr neue AKWs bauen.

Darüber müsste endlich Einigkeit und Konsens herrschen vor allem bei den Wissenschaftlern, Professoren und Doktoren
gab es da nicht mal die Ärzte gegen Atom ? Was treiben die denn heute ?
Habe die aufgegeben oder ließen sich kaufen ?

von Twiker76 - am 21.09.2016 18:37
Da wird mächtig übertrieben mit der "Sauberkeit" der Thoriumreaktoren. Zunächst einmal sind sie unsicherer wegen der geringeren Anzahl von "verzögerten" Neutronen. Wenn ich mich recht erinnere, werden bei der Spaltung von Uran235 ca 2,5 mal mehr verzögerte Neutronen frei als bei der von Uran233, also, beim Thoriumreaktor.
Der dadurch höheren Gefahr einer atomaren Explosion infolge geringfügiger Kritikalitätsschwankungen, wie beim Experiment am Cernobyl-Reaktor versucht man durch andere Maßnahmen zu begegnen, wie beim THTR in Hamm Üntrop. Hier spielt der Resonanzeinfang durch Graphit eine große Rolle, die gewonnene Sicherheitsreserve ist allerdings nicht sehr groß, was dann schließlich zum Verschweigen von Zwischenfällen und schnellem Abriss führte. Eine einzige Blamage für das deutsche Atommanagement. Es hätte schlimmer ausgehen können in der Nähe des dichtbevölkerten Ruhrgebiets.
Salzschmelzereaktor, die technologischen Probleme infolge des geschmolzenen Salzes hat man noch nicht in den Griff bekommen. Im Reaktor herrscht ein Zustand, schlimmer als in Hochöfen. Aber eben alles bei stärkster radioaktiver Strahlung.
Von ähnlich netten Ereignissen wurde mir aus Jülich berichtet, wo ein Bekannter Brennelementkugeln aufarbeitete.

Thorium ist ein komplexes Thema. Von der Reaktorunsicherheit besehen mit der eines Plutoniumreaktors durchaus vergleichbar. Plutonium hat auch wegen einer Spaltresonanzspitze ein hohes Gefahrenpotential. In schnellen Brütern taucht dieses allerdings nicht auf.

Ich selbst sehe eine Möglichkeit, Thoriumreaktoren relativ sicher und wirtschaftlich zu betreiben, allerdings mit einem technischen Aufwand, den bisher kaum jemand auch nur gedanklich erwogen hat. Im gleichen Reaktortyp lässt sich auch Plutonium sicherer, ich sage nicht "sicher", verbrennen. Plutonium ist unter anderem so gefährlich, weil die einzige Nutzung bisher das Horten für Atomkriege ist.

Trotzdem, man kann sich ja gefahrlos Gedanken machen, solange man keinen Reaktor betreibt. Denn dann treten sofort wirtschaftliche Zwänge auf und Menschen riskieren gerne zuviel, wenn man auf Kosten von Millionen Mitmenschen mal schnell einige -zig Millionen verdienen kann.
In Cernobyl wollte man schnell nach Hause und fuhr im verbotenen Zustand der Xenonvergiftung hoch.
Einen Riss in Biblis übersehen war auch recht lukrativ.

Solarenergie und Windenergie sind sauber und die dort gewonnene Energie sollte nicht mehr zur Aluminiumgewinnung missbraucht, sondern zum Abstellen der Braunkohlenturbinen genutzt werden.
Vor allem sollten wir aber die Einfuhrzölle für Solarmodule aufheben und die Solarindustrie lieber direkt unterstützen, um soziale Härten zu vermeiden.
Steuern, Wegezölle und Umlagen für Solar- und Windstrom, weg damit!
Wir Elektroautofahrer könnten diese selbst voll nutzen! direkt beim Nachbarn oder vom eigenen Dach.
Das führt aber bei der vorhandenen EEG-Gesetzgebung meist zu finanziellen Einbußen, Das ist wirklich grotesk.

Immerhin nur ein Krieg gegen uns selbst unter Verzicht auf Fassbomben.

von Bernd Schlueter - am 27.09.2016 09:24
Zitat
Bernd Schlueter


Immerhin nur ein Krieg gegen uns selbst unter Verzicht auf Fassbomben.


Dafür sind die weiteren EEGwünsche der Endsiegökos ein Faß ohne Boden, nur kein Klimaschutz :mad:

von Manfred aus ObB - am 27.09.2016 10:13
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