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elweb Stammtisch
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17
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 3 Wochen
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Bernd Schlueter, Twiker76, Hotzi-47, Manfred aus ObB, H.Hobbie, Christian s

Elektromobilität besser beenden?

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 27.09.2016 06:45

Einst träumte ich von einer besseren, saubereren Welt, in der die Elektromobilität und überhaupt elektrisch betriebene Geräte in Bezug auf Energieverteilung und Umweltschonung die größte Rolle spielten.
Heute beobachte ich das Gegenteil. Die Betreiber von Atomkraftwerken und die Atombombenbauer haben sich selbst ins Abseits gekickt. Dieser Weg ist allzu unsauber geworden.

Strom ist inzwischen, besonders in Deutschland, mit hohen Abgaben verteuert worden, es sind in diesem Jahr, auf den Gestehungspreis bezogen, über 900% Aufschläge, in Form von meiner Ansicht nach unsinnigen Umlagen, Wegegebühren und Steuern. Allein die Gewinne der Energieriesen halte ich dabei noch für plausibel und gerechtfertigt.

Die deutsche Energieversorgung beruht voll auf der Kriegswirtschaft , die unter Adolf Hitler eingeführt wurde und zu fast 100% auf der Verbrennung von Kohle beruht. Die entsprechenden Gesetze, für eine Kriegswirtschaft wirklich sinnvoll, gelten heute noch. Folglich ist unsere Hauptenergiequelle weiterhin die Kohle, die völlig kostenfrei verbrannt werden kann. Nur so ist es zu erklären, dass die Energieriesen die Abwärme der Kraftwerke nicht nutzen, unser Strom ist schmutzig und wird, unter der Gesetzgebung, die im Wesentlichen von 1935 stammt, so bleiben.

Da sich anscheinend daran nicht viel Wesentliches ändern wird, sehe ich es als nicht mehr sinnvoll an, weiterhin die Elektromobilität in Deutschland zu propagieren.
Ich sehe nur, dass alle Bemühungen, unsere Energieversorgung umweltgerecht umzustellen, zum Scheitern verurteilt sind, so lange an den durch die Kriegswirren entstandenen Strukturen festgehalten wird.
Ein wesentlicher Fortschritt, das möchte ich allerdings betonen, ist der neueste Regierungserlass, dass man künftig das Tanken von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber nicht mehr mit zusätzlichen Schenkungssteuern belegen will.
Das alleine hebt aber nicht die fatalen Folgen der Kriegswirtschaftspolitik auf, die dafür sorgen, dass die einmal entstandenen Energiewirtschaftsstrukturen erhalten bleiben.
Die Verbrennung von Kohle bleibt frei. Die Nutzung der zusätzlich dabei gewinnbaren Energieformen wird hingegen mit hohen Aufschlägen unattraktiv gemacht.
Chinas Wirtschaft würde es uns ermöglichen, Solarenergie bis zur technisch und wettermäßig möglichen Grenze auszubauen. stattdessen werden Zölle erhoben, statt unsere nur unbedeutende Solarindustrie mit Zulagen am Leben zu erhalten und den Ausbau der Solarenergie nicht zu behindern. Was an Solarenergie gewonnen wird, wird bevorzugt zu niedrigen Preisen unsinnig verramscht und vergeudet.
Blockheizkraftwerke für private Betreiber? Auflagen und Abgaben, bis dieser gesamte Zukunftszweig stirbt.
Wir sind im Jahre 1935 nicht nur stehengeblieben, der energetische Wahnsinn wird noch laufend ausgebaut:
Strom teuer, direkte elektrische Heizung ist immer noch erlaubt, Wärmepumpen werden unattraktiv gemacht und der eigentliche Umweltbelaster bleibt weiterhin steuer- und umlagenfrei.

Antworten:

Hallo Bernd,
um was genau geht es. Ich habe wieder nicht verstanden, was genau Du willst.

Du schreibst zum wiederholten Male, was Du nicht willst und was Dir nicht gefällt. Eigentlich sollte ich jetzt Dragan zitieren: "Genug ist genug".

Was willst Du ändern? Alles natürllich in dem Bewußtsein, das Du bei Dir anfangen mußt. Sozusagen dann als nachahmenswertes Beispiel.

Und dann was soll die Frage: "Elektromobilität besser beenden?"

Ich laste die möglicherweise schlechte Herstellung von Elektroenergie (korrekt: Umwandlung anderer Energieträger in elektrische Energie) nicht den Verbrauchern an.
Ich gehe davon aus, dass Elektroenergie von vielen Energieträgern gewonnen wird. Ich versuche, soviel wie möglich saubere Energieträger einzusetzen.
Auf zwei Arten: einmal selber durch eigene Solaranlagen (seit 2000) und Investionen in Windkraft (seit 1997).
Dann durch bewußtes Einkaufen von Elektroenergie. Stichwort "Grüner Strom" und so. Wobei ich mir der Problematiken durchaus bewußt bin. Haben wir lange und ausgiebig diskutiert.

Die dritte Art, die ich praktiziere, ist das Einsparen von Strom wo immer es möglich ist. Hauptsächlich durch bessere Geräte.

Eines der besten Geräte ist das E-Auto. Damit fahren wir fast immer besser als durch Spritverbrennen. Sprit gibts nur über Erdöl (vergess den Pflanzenölzusatz, ist eher eine Schweinerei in der Gewinnung). Strom kann man aus allem machen: Wasserkraft, Sonne, Wind, Biomasse, Gezeitenkraftwerken und mehr. Leider auch noch aus Kohle, Öl (der Anteil ist in Deutschland unbedeutend) oder Gas (macht kaum noch einer, weil zu teuer). Sogar die Müllverbrennung bringt etwas Strom.
Also kurz: zuviel aus Verbrennung, mit Verlust von 40 bis 70 % der Energie in Wärme. Klar siehts besser aus, wenn man die auch noch nutzen könnte. Geht leider wegen begrenztem Wärmebedarf nur unzureichend. Begrenzt zeitlich und räumlich. Wärmeleitungen sind sehr teuer. Und wer braucht Abwärme aus Kraftwerken im Sommer? Soviele Gewächshäuser für Tomaten oder anderes Gemüse kann man gar nicht bauen. Wird zwar gemacht (hier in Franken), ist wärmemengenmäßig aber eben so, wie schon genannt, also eher mäßig.

Meine Antwort auf Deine Frage: Elektromobilität besser beenden? Nein: Elektromobilität besser nicht beenden. Eher vermehrt Weitermachen, besser machen, nutzen wo immer es möglich ist. Also so, wie Du es wohl machst und die Frage wohl nur provokativ gestellt hast.

Die Preise für Strom, bedingt durch die vielen stattlichen und staatlichen Mitesser, sind zwar lästig. Aber nicht festgemauert in der Erde, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Das kann sich jederzeit ändern. Daran sollten wir arbeiten. Was schlägst Du da vor - außer immer nur hier im elweb Stammtisch die gleichen Klagen loszulassen.

Gruss, Roland
Oder willst Du eine eigene Republik, einen eigenen Staat gründen und dann bessere Energiegesetze machen. Ok, lass uns zusammenlegen und eine Insel kaufen. Wir werden dann unabhängig und treten der UN bei. Freistrom für alle. Immer öfter denke ich an diese Lösung, wenn Du hier immer und immer wieder die gleichen Fragen und die gleichen Klagen veröffentlichst.

von Hotzi-47 - am 27.09.2016 19:59
@ Roland: :spos::spos: Das musste mal geschrieben werden !

Ich vermisse immer noch einen "Beweis" warum E-Mobilität dreckiger sein soll als Verbrennerfahrzeuge...
Das wurde aber von Dir teilweise widerlegt.

Evtl. liegt es daran das Leute vom bisherigem Zustand in D ganz gut leben und "Kohle" verdienen können. Warum sollte man sich das eigene Wasser abgraben ?

Ich glaube nicht das die Regierung regiert. Ich denke Sie reagiert nur ein wenig mal in die eine- und dann wieder in die andere Richtung damit alle ruhig bleiben...
Leider steigt bei Einzelnen der Ärger und Frust immer weiter an und dann suchen die sich ein Ventil...

sg

von Twiker76 - am 28.09.2016 05:37
Ich träume einfach immer schon von der sauberen Umwelt. Aber immer wieder sorgt unsere Regierung dafür, dass sie systematisch zerstört wird. Es gibt nun einmal die Möglichkeit, mit Hilfe der Elektrizität mehr als das doppelte an Energie zu nutzen, als in den Energievorräten in Form von Verbrennungswärme enthalten ist. Das würde ganz von selbst laufen, wenn man den Strom nicht künstlich mit Aufschlägen und dem Bewahren von hemmenden Monopolen unattraktiv machen würde, sowohl zur Nutzung, wie auch zum Verkauf und Herstellung auf alternative Weise. Ferner muss unbedingt elektrische Direktheizung, sowohl der Wohnungen, wie auch des Brauchwassers, verboten werden. Ein Unding ist es, dass man der umweltfreundlichsten Energieerzeugung, per Solarzellen aus China, nicht alle Tore öffnet und Bürokratie und Handwerkermonopole nicht abbaut.
Warum kann ich denn nicht bei meinem Nachbarn von seiner Solaranlage tanken? Warum lohnt es sich denn für meine Bekannten mit ihren Blockheizkraftwerken, Strom teuer per Verbrennung von Erdgas zu erzeugen und gleich wieder per direkter elektrischer Heizung verlustreich in Wärme zurückzuverwandeln?
Ist da jemand in den Ministerien und in unserer Regierung nicht "ganz dicht", dass sich so etwas lohnt und per EEG- und KWK-Umlage von uns finanziert wird? Fragt doch einmal unsere Blockheizkraftwerksbetreiber, welche hervorragende Bedeutung "DER HEIZSTAB" für sie hat!

Wenn unsere Elektroautos die Umwelt schonen sollen, müssen sie mit sauber erzeugtem Strom betrieben werden. Solardächer gibt es weit mehr als genug und Solar- und Windenergienutzer, die nur allzu gerne die saubere Energie in unsere Batterien füllen würden.
Nein, wir brauchen keine zusätzlichen Speicherbatterien, wir sollten endlich unsere Fahrzeuge an die Solardächer unserer Mutbürger anschließen dürfen, ohne diese Bürokratie und dem Ärger mit dem Finanzamt. Wenigstens ein Teil der Steuern, die Schenkungssteuer, soll jetzt entfallen, wenn der Arbeitgeber seine Belegschaft ihre Elektroautos betanken lässt.
Noch darf mein Bäcker Schüren kostenlos Solarstrom in unsere Fahrzeuge füllen. Es ist der Tag nicht fern, an dem der Finanzminister meint, auch auf diesen Strom 900% Steuern , bezogen auf den Grundstrompreis, erheben zu müssen.
Für unsere Mühle gilt das Gleiche. Gut, der Erzeugerstrompreis wird steigen, von dieses Jahr 2,5 Cent auf 10 Cent, wenn er umweltfreundlicher erzeugt wird. Aber wenn alle überflüssigen Aufschläge entfallen, ist er weit billiger, als er uns heute brutto verkauft wird.
Wir Elektroautofahrer stützen mit unserem Strombedarf heute noch die korrupten Strukturen, bekommen keine Möglichkeit, umweltfreundlich zu tanken und werden mit verlogenen Zertifikaten abgespeist, die weniger Wert haben als die 400-Blatt-Rollen, die unsere Badezimmer zieren.
Wann öffnen wir endlich wieder unsere Grenzen für den freien Handel mit Solarzellen?

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 06:17
Twiker:
Mein Elektroauto verbraucht auf 100km 15kWh, ab Schukosteckdose, bei 85km/h auf der Autobahn und im Stadtverkehr gleich.
Laut Rolands ins Forum gesetzter Statistik von EON also ca 100 Gramm CO2 pro km.
Als Verbrenner verbraucht mein Saxo bei gleicher Fahrweise unter drei Liter Benzin. Sprich, unter 70 Gramm pro km
Da ich mich nicht betrüge, weiß ich, dass hier in der Gegend weit und breit keine Kernkraftwerk läuft, alternativ erzeugter Strom in die Aluminiumproduktion geht und ich zu 100% auf Kohlenstrom ohne Nutzung der Abwärme angewiesen bin. Somit erzeugt mein Saxo bei gleicher Fahrweise gut über 175 Gramm CO2 pro km. Bei den Düsseldorfer Stadtwerken, wo eine Hochwirkungsgradgasheizkraftwerksturbine läuft, sind es weniger als 1/5 davon. Dort tanke ich, wenn es nur eben geht, oder beim Bäcker Schüren in Hilden mit 0 Gramm/km .
Wenn Ihr bitte bald auf die Barrikaden geht , darf ich dann endlich auch bei meinem Nachbarn mit ebenfalls 0 Gramm/km in Krefeld solar tanken.
Also, worauf wartet Ihr noch?

Aber leider will mich hier keiner verstehen. Beim Rolf tanke ich gelegentlich schon schwarz aus seinem BHKW, das darf ich eigentlich nicht ohne Anmeldung beim Finanzamt.
Wofür sind wir dann überhaupt aufgestanden?

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 07:39
CO2-Zahlen werden gerne geschönt. Deshalb stelle ich noch einmal zusammen, was ich da an geschönten Zahlen finde:
Der Braunkohlenstrom hier in der Gegend erzeugt pro kWh 1,1 kg CO2. Das is eine zuverlässige Zahl. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen pro kWh 250 Gramm CO2, wobei ich unsicher bin, ob sich das auf Roherdgas oder gepantschtes handelt und ob auf Brennweert oder Heizwert bezogen. Eine einfache Aufgabe für die Chemiker unter uns, weil ich gerade meinen Taschenrechner nicht finde.
Angenommen, die Zahl stimmt, dann erzeugt das Superkraftwerk in Düsseldorf mit seinen weit über 50% Wirkungsgrad im Sommer 1kWh Strom mit 500 Gramm CO2. Schluss jetzt, diese Zahlen sind einfach falsch, Herr Diplomphysiker Herminghaus aus Münster. Man kann sich im Internet auf nichts verlassen.
Neu, im Kopf. CH4, Methan aus Russland. Atomgewicht C12. H1. CO2 44. 2,75kg/kg Methan.
Energiegehalt 55,5 MJ/kg oder 15,4 kWh/kg . 180 g/kWh Brennwert. 200 g/kWh Heizwert.
Unter 400 Gramm pro kWh Strom in Düsseldorf. Im Sommer. Im Winter, wegen der Abwärmenutzung 250 Gramm/kWh Strom. Macht 3,75kg/100km oder 37,5g/km. Das mache erst jemand nach.
Liebe Leute, ich hoffe, Ihr wisst, wohin die Reise geht, oder zu gehen hat!

Eure Persilscheine sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt sind. Fallt auf den norwegischen Wasserstromschwindel nicht herein. Lasst uns ehrlich bleiben!

Ob EON in seinen Zahlen die stillgelegten Kernkraftwerke auch wirklich stillgelegt hat?

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 08:58
Ich träume einfach immer schon von der sauberen Umwelt...
dann zu Fuß oder Fahrrad , vielleicht noch Pferd mit Kutsche, alles andere ist sich selber und andere anlügen....

von H.Hobbie - am 28.09.2016 10:28
wenn ich in der Stoßzeit mit dem Fahrrad an den stinkenden 4 spurigen staus vorbeifahre atme ich hochkonzentriert gräßliche Luft ein . es wird einem fast schlecht.
wenn das ein Elektro stau wäre gings mir besser.

ich glaube der Kohlekraftwerksdreck schön übers ganze Land verteilt wird niemals diese Konzentration erreichen .


jetzt mal abgesehen von Überbevölkerung , Co 2 Bilanz Rohstoffproblematik u ausbau der öffis

von Christian s - am 28.09.2016 11:00
Horst, wenn ich mir den Himmel über dem EON-Rheinland anschaue, ist die Fußgängerlösung durchaus akzeptabel. Aber die Düsseldorfer Stadtwerke demonstrieren mit ihrem Höchstwirkungsgrad-Gasheizkraftwerk, dass es auch anders geht.
Ich bin damals mit Bekannten von der SPD fleißig gegen den vollen Ausverkauf der Stadtwerke an das RWE marschiert, um den Braunkohlendreck fernzuhalten und zu reduzieren.Das wurde schließlich ein voller Erfolg und die Stadt behielt trotzdem unter Bürgermeister Erwin 51% der Anteile. Mit dem Verkauf der 49% an ENBW konnte er die Stadt voll entschulden und Düsseldorf bekam trotzdem das sauberste Kraftwerk der Republik, mit dem sich auch ENBW brüsten kann. Nein, ich gehe nicht zu Fuß, sondern fahre fast täglich in das vorbildliche Düsseldorf, wo die Lichter dank in hinreichender Menge nachwachsender Rohstoffe nie ausgehen werden.
In Düsseldorf ist bereits das verwirklicht, woran fast alle hier im Forum achtlos vorbeigehen und immer noch meinen, dass sie Wasserstrom aus Norwegen tanken.
Es war schon schwer damals, unseren Bürgerwillen durchzusetzen, aber wir haben es geschafft und wir sind, genau wie die Schönauer im Schwarzwald, umgeben von ENBW-Gebiet, stolz darauf.

Wenn ich es richtig sehe, haben wir hier im Forum nicht eine einzige Demonstration für eine saubere Energiegwinnung zusammenbekommen?
Einfach immer nur den Stromverbrauch mit unseren Elektroautos anheizen, ohne auf die Herkunft unserer Energie zu achten, das geht doch einfach nicht. So wird das nichts mit der Energiewende.
Mit der einen 85km-Fahrt nach Oberhausen habe ich so viel CO2 erzeugt, wie sonst auf 350km Fahrt nach Düsseldorf und zurück, nur, weil ich hier in Krefeld und Oberhausen Braun-und Steinkohlenstrom tanken musste.

Nein, wenn wir auf die wirkliche Herkunft unseres Stromes achten würden, und Einfluss auf unsere Politiker nehmen würden, würde auch bei allen anderen Bewohnern des Rheinlandes eine goldene elektromobile Zeit, vor allem auch für unsere Umwelt, anbrechen.

Jetzt muss ich allerdings zugestehen, das Düsseldorfer Heizkraftwerk läuft nicht immer, und es muss dann, besonders im Sommer, Braunkohlenstrom hinzugekauft werden. Ich versuche diesen dunklen Punkt in meiner Bilanz auszugleichen, indem ich bei Schüren in Hilden reinen Sonnenstrom tanke, wenn es nur gerade möglich ist. Gerade im Sommer. Bäcker Schüren darf das noch, ohne schwer bestraft zu werden. Weil er der erste Wegbereiter der Elektromobilität mit fast reiner Solarenergie in einem Großbetrieb war. Bestandsschutz, bis sich die Regierung etwas anderes überlegt. Wohin dann die Reise geht, wissen wir alle. Weg von der Energiewende.

Bei meinem Nachbarn, der schwimmt im Solarstrom, dürfen weder er noch ich tanken, er würde schwere finanzielle Einbußen erleiden, wenn das jemand bemerkte und bekäme es mit einer völlig unnachsichtigen Bürokratie, bis hin zum Krefelder Gericht zu tun.
So landet sein teuer von uns allen mit 56 Cent Umlage bezahlter Solarstrom in der Neuss-Norfer Aluminiumschmelze und wird dort vergeudet. Früher stand der Hauptstromvernichter bei Dir in der Nähe, bis die Grünen Euer Werk in Niedersachsen schlossen, aber heimlich ein größeres hier in Neuss aufbauten, Alunorf. Der größte Stromverbraucher der Republik.
Ihr meint, das kann doch alles nicht wahr sein? Erkundigt Euch endlich!

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 11:31
Zitat
Bernd Schlueter
...Wenn ich es richtig sehe, haben wir hier im Forum nicht eine einzige Demonstration für eine saubere Energiegwinnung zusammenbekommen?

Mit der einen 85km-Fahrt nach Oberhausen habe ich so viel CO2 erzeugt, ....


Merkwürdig. Ich lese aus den Forumsbeiträgen ganz was anderes raus. Nämlich dass es viele Demonstrationen für saubere Energiegewinnung gibt, vor allem bei uns Forenteilnehmern.
Ich denke, auch MoB wird sich dagegen verwehren, dass Du seinen sauberen Strom aus Wasserkraft nicht wahrgenommen hast.

Man sieht, was man sehen will. Ich jedenfalls sehe nicht so schwarz.

Und wie bitteschön erzeugst Du CO2 durch eine Fahrt nach Oberhausen? Das ist dermassen unkorrekt, dass ich das so nicht stehen lassen kann. Bei der Fahrt setze Du keine Schadstoffe frei, außer natürlich den Reifen- und Bremsenabrieb. CO2 kommt bei E-Auto gerade nicht raus, ein Segen für die Städte (wenn dort alle elektrisch fahren). CO2 wird allenfalls am Anfang der Stromkette, also bei der Umwandlung von Kohle in Strom, freigesetzt.
Mit anderen Worten: Wenn überhaupt, dann wird das CO2 nicht erzeugt, sondern nur wieder freigesetzt, und nicht von Dir, sondern von Deinen Stromlieferanten.

Und jetzt meine Frage: Was genau steht an g CO2 pro kWh Strom auf Deiner persönlichen Stromrechnung. Das interessiert mich jetzt mal wirklich.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Tu endlich was dagegen, persönlich und "tanke" nur noch sauberen Strom, pardon, Strom aus sauberen Quellen. Du als Verbraucher oder Nutzer hast es in der Hand. Wie das gehen soll? Nicht schon wieder die gleichen Fragen. Fahr einfach mehr zum Bäcker. Tank solar - na klar.

Wer ist denn Zertifikat-geschädigt, wer tankt vermeintlich Wasserkraftstrom aus Norwegen? Ich nicht, habe solche Zertifikate noch nie gesehen, und sowas taucht auf meiner Stromrechnung auch nicht auf. Die Lösung für Dich: Zieh um nach Norwegen. Dann hast Du den sauberen Strom mit Sicherheit ziemlich direkt aus Deinem Hausanschluss.

Gruss, Roland
Woher nur kommt Deine Hassliebe für die Braunkohle? RWE geschädigt? Husten? Selber oder Verwandschaft?

von Hotzi-47 - am 28.09.2016 12:05
Im Netz ist Solarstrom nicht gut aufgehoben. Bevorzugt wird immer der eigene Strom der Gebietsmonopolisten eingespeist, weil sie nur damit Geld verdienen. Statt die eigenen Turbinen herunter zu fahren, verschiebt man lieber den alternativ erzeugten Strom ins Aluwerk. Ich kann das niemandem verdenken, dass er so handelt. Außerdem behält man so die Hoheit im Regelbereich. Das ist bei fremden Einspeisern nicht gegeben. Deshalb verlange ich auch den getrennten Vertrieb des umweltfreundlich erzeugten Stromes. Es geht nicht an, dass wir weiterhin den teuer bezuschussten Ökostrom für 2,5 Cent (dieses Jahr) einspeisen und für 26,5 Cent zurückkaufen müssen. Ohne das Netz wirklich zu benutzen.
Der Gesetzgeber hätte es einfach, das zu ändern. Wir Verbraucher bekommen nicht einmal mitgeteilt, wann wieder Ökostrom im Aluminiumwerk landet, dann könnten wir wenigstens in dieser Zeit dafür sorgen, dass er und unsere Umlagen nicht vergeudet werden. Tatsächlich hätten thenewmotion und andere über das Internet verwobene Stromverteiler die Möglichkeit, ihren Kunden zu signalisieren, wann wieder Ökostrom zur Verfügung steht, der sonst sinnlos vergeudet wird. Unsere Kanzlerin nahm einmal das Wort smart grid in den Mund, dabei blieb es.
Ja, es ist ein Unterschied, ob ich in Krefeld oder in Düsseldorf tanke.
Mein solarer Nachbar ist auch Bäcker, mit einem Großbetrieb, wie der von den Brüdern Schüren. Aber er hat seine Verträge später abgeschlossen. Bis dahin hatte man die Vorsätze bezüglich einer Energiewende wieder vergessen. Das Gesetz stammt in den wesentlichen Punkten ausschließlich aus dem Jahre 1935. Hätte es damals Elektroautos gegeben, wäre der umweltpolitische Standpunkt mit Sicherheit weit stärker von Hjalmar Schacht und seinem Ministerium stärker berücksichtigt worden als es heute geschieht. Mit Sicherheit hätte man die Elektroautos zur Stabilisierung des Netzes und zur sinnvollen Nutzung der Energie integriert.
Heute macht man es sich einfach: alles, was nicht mit eigenen Generatoren erzeugt wird, wird bevorzugt ins Aluwerk verschoben.
Wie sollte es auch anders laufen, wenn jeder, der an den Hebeln sitzt, nur den eigenen Vorteil im Auge haben kann?
Das RWE hatte damals an die Stadt Düsseldorf sehr lukrative Angebote gemacht. Wir verzichteten aber darauf und wir Düsseldorfer bezahlen lieber etwas mehr für umweltfreundlich erzeugten Strom. Tatsächlich ist Strom aus Düsseldorf deutlich billiger als der von RWE.

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 13:30
Also Bernd Du hast da aber einige böse Rechenfehler oder Denkfehler drin:

1 Liter Benzin entspricht ungefähr 10 Kwh Energie oder ca. 35000 KJ
für die Verbrennung dieses Liters werden ca. 10 m³ Luft verbraucht.

Für die Destillation aus Erdöl werden denke ich nochmal rund 30 % mehr Energie benötigt.

Co² Ausstoß wird bei einem Verbrenner mit g/km angegeben, Kleinwagen schaffen um die 80 Hybrid um die 60.

Strom wird in g/KWh angegeben rechnen wir mal inkl. Ladeverluste und Wirkungsgrad mit einem Verbrauch von 20 KWh auf 100 km
Nehmen wir jetzt an das im ganz schlechten Fall 150 g/Kwh an also fährt das E-Auto mit dem akt. Strommix, also erzeugt das E Fahrzeug indirekt ca. 3 Kg/100 km CO² Emissionen.

Der Verbenner liegt als Kleinwagen bestenfalls also bei 8 Kg/100 km CO² Emissionen.

Also mehr als das doppelte... :eek::eek:

Wie war das mit der Physik und Chemie ?

Erneuerbare werden immer mehr heute so um die 30 %

nur zahlt man für die KWh Strom brutto 30 Cent während für Benzin 1,30 Euro bezahlt werden also ist Strom fast 3 mal so teuer aber mein Solarstrom kost nix.

Und das soll der Beweis sein ?:mad:?

von Twiker76 - am 28.09.2016 17:56
1100 Gramm pro kWh Strom. Braunkohle ist damit pfui, baba und ich fahre zum Tanken möglichst nach Düsseldorf. Trotzdem, für ein Drittel meines Verbrauchs muss ich in die Kohlekiste greifen, obwohl mir mein Nachbar gerne seinen Solarstrom geben würde.
Bei Gas existieren so viele falsche Angaben, da verlasse ich mich auf die Chemie und die Atomgewichte, da weiß ich , was ich habe und ich kann sichergehen, dass das Endprodukt Wasser bei 25 Grad flüssig vorliegt.
Es ist völlig gleich, womit man rechnet, Hauptsache die Zahlen sind eindeutig und richtig.
Die 1100 Gramm kann ich nicht überprüfen, wird aber allgemein so bestätigt und bezieht sich auf die Verbrennung klatschnasser Braunkohle. in einem durchschnittlichen deutschen Tagebau.

Da in Düsseldorf Weltrekordniveau an Umweltfreundlichkeit vorliegt und hier in Krefeld das Gegenteil, kann ich keinesfalls mit dem deutschen Energiemix rechnen.
Nein, ziemlich genau 15 kWh/100km zu 1,1 kg CO2 pro kWh. Macht 165 Gramm/km. In Düsseldorf weltrekordmäßig weniger. Auf keinen Fall Ökostrom, der landet bei Alunorf. Es sähe anders aus, wenn wir an der Strombörse das Sagen hätten und an unserem Ökostrom verdienen würden.
Nachts landet in Düsseldorf sehr viel Atomstrom. Dann tanke ich dort aber nicht. Der Atomstrom deswegen, weil sich das Gaskraftwerke in sehr kurzer Zeit hochfahren und abschalten lässt. Die Atomkraftwerke laufen im Wesentlichen durch mit ca 20% Modulation, soviel, wie die Xenon135-Vergiftung mit ihrer 7stündigen Zyklenzeit zulässt, ohne Cernobyl zu wagen.
Läuft das Gasheizkraftwerk im optimalen Heizbetrieb, erzeugt es Strom mit ca 200 Gramm pro kWh CO2, erkennbar an der hohen Wasserdampfwolke, die dann über Düsseldorf steht, macht dann 30 Gramm pro km mit meinem Saxo. 324MWatt bei bis zu 61% Wirkungsgrad leistet das Kraftwerk auf der Lausward elektrisch und stiehlt dem gleichnamigen Fußballverein die Schau.
tatsächlich ist dieFernwärmeleistung auf 140 MW beschränkt und so bewegt sich der CO2- Ausstoß/kWh meist höher, aber nie höher als 340Gramm, im Sommer ohne Heizwärme.

"Fortuna" auf der Düsseldorfer Lausward

Das Siemens-Kraftwerk war natürlich teuer, aber lässt sich bei einer Vervierfachung des Stromgrundpreises weit mehr als bezahlen, das wären dann 10 Cent/kWh. Zu teuer zur Verschwendung bei Alunorf , aber weit billiger als der derzeitige RWE-Verkaufspreis von ca 27,5 Cent/kWh plus Grundgebühr, oder für unsere Elektroautos 65 Cent..je nach Tarif auch teurer.
Nein, wenn man in Krefeld das Elektroautofahren wegen Umweltverschmutzung verbietet, in Düsseldorf wird man weiterfahren und wenn das Beispiel Schule macht, ist die elektrische Mobilität nicht mehr zu stoppen, sogar ohne Solar und Windenergie..

von Bernd Schlueter - am 28.09.2016 20:52
meiner Meinung nach immer noch kein Beweis das E-Mobilität schlechter sein soll.

Man muss vom Durchschnitt ausgehen, klar ist auch das man mit nem Kleinwagen auch mehr als 100 g/km verbrauchen kann.

Beim Strom habe ich leicht Einfluss wie viel CO² pro KWh emittiert wird allein schon zu welcher Tageszeit ich auflade. Beim Benzin oder Dieseltanken habe ich das nicht.
Und was durch Undichtigkeiten und Tankvorgängen allein unverbrannt in die Luft geht hat deutlich mehr Schadauswirkung als CO²

Das allein reicht schon um genau das Gegenteil darzustellen ?

Und damit werde ich zu diesem Tread nichts mehr schreiben (müssen)

evtl. werde ich mir vorbehalten, das für die anderen Treads auch so zu machen, weil es nichts bringt...Trend: Zu noch mehr Egoismus.
Die Frage ist, was eigentlich beendet werden sollte...

sg

von Twiker76 - am 29.09.2016 05:59
Ja, Ironie kommt in Foren wirklich nicht gut an und wird immer, immer missverstanden. Ihr wisst genau, dass ich alles andere als gegen die Elektromobilität eingestellt bin und möchte nur provozieren, um die widersprüchliche Energiepolitik aufzudecken, die überhaupt nicht zu einer beabsichtigten Energiewende passt.
Täglich ärgere ich mich über diesen Schmutzpool Krefeld, der seine wenigen RWE-Säulen für seine Carsharing-cars und stadteigenen Farzeuge reserviert und nicht daran denkt, auf die Forderungen von uns Grünen einzugehen. Ich möchte möglichst gegen die Umweltverschmutzung durch den größten Hochofen Europas angehen, dessen Abgasfahne sich bei Ostwind auf Krefeld niederlässt. Mein Nachbar möchte mich mit Solarstrom versorgen. Er darf nicht und nicht einmal selbst solar seinen Haushalt versorgen und ich rate jedem Krefelder von einem Elektroauto ab, der nicht regelmäßig nach Düsseldorf fährt oder sein Solardach unter anderen vertraglichen Grundlagen wie mein Nachbar betreibt. Für mich gehören zu einer Energiewende sauberer Strom und Elektroauto zusammen.
Eine Lösung für Krefeld ist in Sicht, in Form eines großen Heizkraftwerkes, sogar gasbetrieben, aber für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Im Endeffekt geht es mir um die Öffnung der Netze für den freien Austausch von alternativ erzeugtem Strom. Die Sackgasse, in die uns EEG und Versteuerung gebracht haben, lassen sich am bequemsten lösen durch eine Abschaffung aller Subventionen und Exergiesteuern (auf Strom) und die Einführung der CO2-Steuer.
Strom wird dadurch billiger, auch wenn seine Erzeugung immer noch mit CO2-Produktion verbunden ist, aber er wird sehr schnell sauberer. Selbst die Trocknung von Braunkohle wird dadurch lukrativ und Braunkohle damit umweltfreundlicher als Steinkohle.
Mit der CO2-Versteuerung kommt das Ürdinger , erdgasbetriebene Heizkraftwerk und mit einem Schlag ist für dieses Gebiet, meine Wohnung würde an das Heizkraftwerk angeschlossen, das Ziel der Energiewende , wie in Düsseldorf, bereits übererfüllt.
Kosten? Die Energievergeudung von teurem Wind-und Solarstrom in Neuss-Norf wäre sofort gestoppt.

Der Politik geht es im Moment nur darum, dass der Schornstein kostenlos qualmt und alte Strukturen erhalten bleiben.

von Bernd Schlueter - am 29.09.2016 08:19
Zitat
Twiker76
....Und damit werde ich zu diesem Tread nichts mehr schreiben (müssen)

Die Frage ist, was eigentlich beendet werden sollte...
sg


Danke, :spos::spos: Das musste mal geschrieben werden !

Gruss, Roland
Genug ist genug.

von Hotzi-47 - am 29.09.2016 08:56
Zitat
EMobile plus solar
Zitat
Twiker76


Die Frage ist, was eigentlich beendet werden sollte...
sg


Danke, :spos::spos: Das musste mal geschrieben werden !


Ja und was meints Du jetzt genau, was beendet werden Sollte :confused:

A. Der Anspruch der Ökofundamentalisten ein neues bessers Menschgeschlecht zu sein, obgleich nur anders Verschwend wird :mad:

B. Eine Klimaschädliche Energie und Ressourcenpolitik :rolleyes:

C. Beiträge die nicht Deiner Meinung entsprechen :rp:

von Manfred aus ObB - am 29.09.2016 09:07
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