Was zum Schunkeln

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 01.03.2017 08:36

Es gibt "Schunk"-Kohlen für meinen Saxo mit und ohne Abnützungsmarkierung. Aus Paris bekam ich von einem original Schunklager eine gemischte Bestückung zugeschickt. Drei ohne markierung, eine mit.
Natürlich setzte ich die mit Markierung unten ein, an der einzigen Stelle, an der man leicht kontrollieren kann. Die Markierung ist nach 16.000km noch nicht erreicht, da sind noch ein paar Millimeter. Da sich aber Ausfälle während der Fahrt zumindest scheinbar häuften, kontrollierte ich schließlich die anderen Kohlen.
Ergebnis: alle bis auf wenige mm abgenutzt, die längst erreichten Kupferdrähte haben sich in den Kommutator eingefräst.
Das konnte ich durch vorsichtiges Abschleifen einigermaßen ausbügeln.

Auf mehrfachen Rat aus dem Forum kaufte ich neue Kohlen, wieder Schunk. Diesmal alle ohne Abnutzungsmarkierung, auch die Schrift "Schunk" unterscheidet sich von der noch nicht vollabgenutzten Kohle aus der Schunk-Lieferung.

Jetzt frage ich mich:
Gibt es bei Schunk Qualitätsunterschiede?Ich hatte einen eklatanten.
Gibt es vielleicht minderqualitative Nachbauten? Mit der Aufschrift "Schunk"?
Auf jeden Fall sind alle meine Schunks lauter als die ursprünglich eingesetzten, die 56.000km gehalten hatten und noch 3mm Reserve vom überall vorhandenen Abnutzungsstrich hatten.
War ich ein Versuchskaninchen?
Unglücklicherweise fiel das Übel zusammen mit den Unannehmlichkeiten mit dem Akku von Thegray.
Die neuen "Schunk"-Kohlen scheinen seltener den vielen bekannten Ausfallfehler während der Fahrt hervorzurufen, bei dem man mitten auf der Autobahn ausrollen lassen muss...

Ich werde die vier Kohlen an Schunk zurücksenden. Solche Rückmeldungen sind wichtig.

Unabhängig davon beoabchte ich weitere spontane Fehler, die ich auf das Mikroprozessoralter schiebe: Der Innenraum- Lüfterventilator startet sehr häufig nicht, es bleibt kalt im Innern. Anhalten und neu starten, der bereits bekannte Effekt, aber nicht so bedrohlich.
Immer schon hatte ich unter der ausbleibenden Endabschaltung beim Laden zu leiden. Den beseitigte ich durch Nutzung einer Schaltuhr.
Neuerdings schaltet spontan und oft die Wasserpumpe nicht ab.

Läuft das alles über einen Mikroprozessor mit EEprom oder flash Programmierung?

Verwundert war ich über die überaus große Zahl separater watchdog- und anderer Überwachungsschaltungen, da man im Hause Sagem wohl den eingebauten Mikroprozessoren nicht traute. Deren Eingriffe machen sich durch keineswegs seltenes , wohl meist harmloses Ruckeln, meist beim Anfahren, bemerkbar.

Inzwischen fühle ich mich schon selbst als Wachhund. Wenn also etwas hinter Euch bellt...

In unseren Verbrennern sind meist weit mehr Mikroprozessoren verbaut. Ähnliche Ausfälle hatte ich schon oft, bei verschiedensten Modellen. Meist bemerkt man die gar nicht und der Wachhund teilt das allenfalls über das Fehlerprotokoll mit.
Trost: Verbrenner sind wegen der immensen Stückzahl und passenden Ausbildung der service-Leute weit besser ausgetestet.
Ich träume von einem Auto ganz ohne Mikroprozessoeren. Beim BMS komme ich nicht darum herum: Hier arbeite ich mit Gänsemarsch: Die Gesamtschaltung fällt aus, wenn nur ein Element Unregelmäßigkeiten zeigt. Gänse schreien dann auch aus vollem Hals. Gegenseitige Sebstkontrolle.

Antworten:

Bei der Kohlenabnutzung scheinen viele kleine Faktoren mitzuwirken.
Am Thrige verzweifel ich mittlerweile auch.

Ein Effekt, der mir mittlerweile immer deutlicher wird, sind HotSpots an den Federn.
Wird die Feder warm, so verliert sie an Druck. Weniger Druck heißt mehr Übergangswiderstand und evtl. Bürstenfeuer, was wieder mehr Temperatur bedeutet.

Dabei rede ich von einem schleichenden Effekt, nicht von etwas, was mal eben von heute auf Morgen passiert.

Bei den Thrige Federn gehe ich mittlerweile her, demontiere sie, setze sie in eine Spannvorrichtung, erwärme sie mit der Flamme und kühle sie in !_warmem_! Öl ab.
Beim Einbau merkt man dann sofort, das die Feder wieder richtig drückt.
Dieses "Richten" der Feder hält so etwa 2 bis 3 Kohlensätze. Dann wiederhole ich die Prozedur einfach wieder.

Ist aber, wie gesagt, nur ein Effekt von Vielen.
Es gibt die Halter auch mit einem Schalter für die Verschleißerkennung. Leider ist der Deutsche Anbieter der Bürstenhalter nicht sonderlich "gesprächig".
Ich muss den mal wieder ein wenig nerven, um an meine neuen Halter zu kommen ;-)


Hope it helps
Carsten

von inoculator - am 01.03.2017 09:01

Es wird weiter geschunkelt

Im "anderen" Forum von Ralf Becker wärmen wir gerade wieder die Kohlenförderung auf und kommen zu neuen Erkenntnissen. Kohlenhandel ist demnach keine einfache Sache und es ist sehr viel zu beachten. Die neuen Schunk-Kohlen von Fleischmann musste ich erst einsägen, damit die Federn passten und ich habe einen Fehler gemacht: die Kollektorlamellen blitzblank geschliffen: das darf man nicht!
Es rattert schon wieder, diesmal wegen der zu glatten Oberfläche. Beim vorigen Mal lag es an defekten Kohlen, die ich Schunk zurückschicke.
Es geht um die E105 - Schunk-Kohlen für die PSAs
Für die Thriges gelten die gleichen Anweisungen.
JB-Elektrotechnik, Herr Bockhoop ist ein anderer Ansprechpartner für Kohlenfragen.

von Bernd Schlueter - am 17.05.2017 13:11
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