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Bernd Schlueter, Emil, wolfgang dwuzet, Berlingo-98

Norwegen liegt näher als die Sahara

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 10.03.2017 04:13

Es wurden Pläne gewälzt, deutschen Nachtstrom in norwegischen Fjells zwischenzulagern.
HGÜ, Gleichstromhochspannungsübertragung ist das Zauberwort, das die zugehörige Technik bezeichnet. Dazu gehört auch Supraleitung, und auch, wenn nicht allzu oft dies ausposaunt wird,wird daran gearbeitet. Der Energiemangel wird kommen, auch, wenn Umweltschützer das Gegenteil behaupten. Vermutlich wird in Deutschland das Licht trotzdem nicht ausgehen, wenn das Grün wegen Dunkelheit nachts nicht mehr zu erkennen sein wird. Braunkohle kann man auch deutlich umweltfreundlicher verbrennen, dazu sind sich einige Herren nur leider zu schade für. Also plant, man, so viel wie möglich von verbleibendem Atom- und immer noch schmutzigen Braunkohlenstrom nachts in Norwegen zwischenzuspeichern, die Schweiz und Österreich sind inzwischen zu teuer dafür.
Aber auch Norwegen will mitverdienen und Thor, die Gottheit der Nord-Mannen, winkt mit dem Thoriumstab, von denen es schier unendliche Mengen in Norwegen gibt. Bestens geeignet auch für den Bau von Atombomben, weil es sich statt mit teurer Isotopentechnik, rein chemisch billig vom reinen Atombombenuran trennen lässt.

Also, ich glaube nicht an die rein grüne Revolution, selbst das Verrotten von Grün erzeugt Lachgas und Methan, was gerne vergessen wird. Der grüne Energieumsatz ist nicht ganz klimaneutral.
Also, HGÜ nach Norwegen ist möglich, deutlich einfacher sogar, als aus der Sahara und im Gegensatz zu Desertec sind die Pläne nicht aufgehoben.

Diese Pläne sind allerdings alle dazu geeignet, unsere Energiewende zu verhindern, denn die Nutzung der Abfallwärme verbietet sich bei dieser Großtechnik. Wärmenutzung ist nur in unmittelbarer Nähe zur Stromerzeugung möglich. Dazu genügt ganz normale , überaus billige Stromübertragung in die Nachbarschaft. Denn Rohre sind teuer, Kupferleitungen über wenige hundert Meter oder km extrem billig.
Kurz, kommt die Großtechnik, will auch Norwegen mit daran verdienen und man investiert in Hinblick darauf in zukünftige Großtechnik, in die Erforschung der Thorium-Reaktortechnik. Noch ist Norwegen atomreaktorfrei. Forschungsreaktoren zähle ich da nicht mit.
Wir sollten uns hüten, uns hinter das Licht führen zu lassen und genau beobachten und darüber nachdenken, welchen Weg die Hasen einschlagen. Ein Nest grüner Ostereier macht noch keine grüne Revolution.
Überangebot von Wind- und Solarstrom? Lasst euch nicht täuschen, das sind seltene Ereignisse. Für diese lohnt sich die Großtechnik alleine nicht. HGÜ kostet auch Geld und Eure Autoakkus können mehr aufnehmen, als viele wissen. Sogar Nickeleisenakkus haben nicht mehr Verluste als der Transport der Energie nach und aus Norwegen zurück.
Aber wozu haben wir Lithium und sicherlich bald auch wieder Natrium?
Nickel könnte allerdings dann immer noch ein Mangelstoff werden.

Die Forscherbegeisterung aus den preußischen Zeiten und aus dem letzten Weltkrieg ist leider verschwunden, denn diese ermöglichte auch eine wirkliche grüne Revolution. Die Schachtelhalme unter sich haben das Thema bereits angestoßen und in einem resourcenarmen Land wie Deutschland ist das eigentlich überlebenswichtig. Nein, ich behaupte, da tut sich in Deutschland zu wenig. Die Großindustrie bestimmt, wo es lang geht. Wir verbrauchen Strom und verschließen Augen und Ohren vor dem, wo er wirklich herkommt.

Grüne Papieraufkleber lassen sich leicht herstellen, das ist allerdings wahr und zu viele von uns fallen darauf herein.

Noch gibt es kommunale Kraftwerke und Netze. Wenn wir die Wende wollen, nur von dort kann sie herkommen, und nicht aus Norwegen. Sahara, ja, aber die ist noch weiter entfernt und die Gegengottheit von Thor hat Pläne, die nicht allen gefallen.

Antworten:

Großprojekte

Solarstrom aus der Sahara ist unbegrenzt und kostenfrei, das ist sicher. Nicht kostenlos sind die immensen Investitionen für die Stromleitung.Deshalb können nur große Firmen das stemmen, das könnten nur die Staaten selbst sein. Zudem rufen dort heimische Religionsführer dazu auf, alles zu zerstören, was der Konkurrenz zuzuordnen ist.

Thor im nördlichen Land verhält sich demgegenüber sehr viel kooperativer.
Auch ist der skandische Bergrücken sehr viel massiver, was zusätzliche Auflastung von Wassermassen auf den Fjells angeht.
Nur ist diese Art von Energiespeicherung nicht kostenlos, es ist nur Energiezwischenspeicherung ,nur wenig davon würde von den von den Fjells in die Forde fließenden Wassermassen gedeckt, fast alles müsste hochgepumpt werden, bei 50% Verlust zwischen Hin-und Rückweg ins übrige Europa.

Ein anderer, in meinen Augen noch viel wichtigerer Punkt: Keine der Betreiberfirmen, das würden wieder unsere Monopolisten sein, wäre daran interessiert, kostenlosen Strom, der ihnen nicht gehört, nach Norwegen und zurück zu pumpen. Das würden sie möglichst nur mit dem Strom tun, der für sie angeblich viel wertvoller ist als fremder Solar- und Windstrom. Der würde weiterhin in den europäischen Aluminiumfabriken und sonstigen Nachtstromvernichtungsanlagen verheizt. Niemand , außer vielleicht wir, wäre daran interessiert, unsere Autos mit Strom zu versorgen, an dem die Betreiber der HGÜs nach Norwegen nicht verdienen können und noch mal 10 Cent pro kWh zusätzliche Umlage auf Autoladestrom wäre keiner von uns bereit, zu zahlen.
Nein, dann geht es erst recht los mit der Kohle- und Atomstromwirtschaft, mit elektrischer Direktheizung und Verschwendung der Abwärme bei weiterhin thermischer Stromgewinnung.
Wir denken nicht genug nach. Eine Eigenschaft, die offensichtlich bei uns Elektroautofahrern überaus verbreitet ist. Wir denken , ein grünes Papier mit aufgemalter Sonnenblume würde alle unsere Sünden vergeben lassen.

Nein, zu unseren verschwenderischen Elektroautos gehört auch die weitestgehende Umstellung auf wirkliche Nutzung von alternativer Energie. Ich erkenne jedoch fast nur Schönrechnerei in unseren Reihen. Nein, ein Solardach bedeutet nicht, dass dessen Strom auch zeitgleich in unsere Batterien fließt. Denn das bedeutet Unannehmlichkeiten in der Ladezeitplanung , die fast alle von uns doch am liebsten ausblenden.

von Bernd Schlueter - am 11.03.2017 03:39

Re: Großprojekte

Zitat
Bernd Schlueter

Nein, zu unseren verschwenderischen Elektroautos gehört auch die weitestgehende Umstellung auf wirkliche Nutzung von alternativer Energie. Ich erkenne jedoch fast nur Schönrechnerei in unseren Reihen. Nein, ein Solardach bedeutet nicht, dass dessen Strom auch zeitgleich in unsere Batterien fließt. Denn das bedeutet Unannehmlichkeiten in der Ladezeitplanung , die fast alle von uns doch am liebsten ausblenden.


ich hab zwar noch keines, (warte noch auf zwei angebote) aber wenn solar auf dem dach,
dann einige alte NiCad´s in den keller und da die sonner rein wenn sie scheint und das el laden wenn´s not tut
geht doch ganz einfach oder:rolleyes:

von wolfgang dwuzet - am 11.03.2017 07:40
Es wäre wirklich interessant, wie viel der in Elektrofahrzeugen getankten Energie tatsächlich von der Sonne kommt. In Batterien zwischengespeichert, das geht natürlich, wenn auch mit Verlusten.
Aber schon eine kleine Siedlung , in denen Elektroautos gefahren werden und in der sich Solardächer befinden, würde es ermöglichen, die solare Energie um ein Vielfaches stärker zeitgleich zu nutzen. Natürlich in einem eigenen, gemeinsamen Netz.
Es ist tatsächlich so, dass die Betreiber der Aluminiumhütten möglichst allen unseren Solar- und Windstrom in ihre Aluminiumproduktion schieben. Denn nur daran können sie noch verdienen. Gleichzeitig stellen sie ihre Kraftwerke auf höhere Leistung ein und verkaufen deren zusätzlich erzeugten Strom teurer an uns.
Das ist Marktgesetz und völlig legal. in unserem Staat. Umweltfreundlich und schonender Umgang mit den Resourcen ist das nicht. Zudem Geldverschwendung.

Der wichtigste Aspekt ist jedoch der, dass sich die Großerzeuger elektrischer Energie überhaupt nicht in größerem Maße auf dezentrale Energieerzeugung einstellen können, da fehlt einfach das Personal. Mit Ausnahmen (Düsseldorfer und Flensbuger Stadtwerke...) wird es bei der Verschwendung der Abwärme in Großkraftwerken und Atomreaktoren bleiben. Solar- und Windenergie wird von den Großen an der Energiebörse zu Niedrigstpreisen aufgekauft und verschwendet. Naturstrom (auch Düsseldorf) und Lichtblick, versuchen, zu korrigieren. Das gelingt nur im geringen Maße.
Der große Rest wird allenfalls nach Norwegen und zurück geschickt und der hingesandte Atomstrom als nun angeblicher Wasserstrom zurückgeschickt. Mit dem werbewirksamen Hinweis, das der Wirkungsgrad der Wasserturbinen bei über 90% liegt.
Davon lassen sich viele gerne täuschen, wie auch von der verdoppelten Zahl derselben Elektroautos, die nacheinander in Deutschland und im Folgejahr in Norwegen angemeldet wurden.

von Bernd Schlueter - am 11.03.2017 08:08

Re: Großprojekte und auch nicht so gross

Zitat
Bernd Schlueter
Nein, zu unseren verschwenderischen Elektroautos gehört auch die weitestgehende Umstellung auf wirkliche Nutzung von alternativer Energie. Ich erkenne jedoch fast nur Schönrechnerei in unseren Reihen. Nein, ein Solardach bedeutet nicht, dass dessen Strom auch zeitgleich in unsere Batterien fließt. Denn das bedeutet Unannehmlichkeiten in der Ladezeitplanung , die fast alle von uns doch am liebsten ausblenden.


Hallo Bernd,
ich darf nachfragen, woher Deine Einschätzung kommt. Urteil oder Vorurteil?
Wer genau hat wann und was schöngerechnet.
Mit anderen Worten: Ich lasse solche Vorwürfe nicht stehen, wenn Du nicht Mann und Reiter nennen kannst, wie man so zu sagen pflegt.

Denn gerade in unseren Reihen sind die Bemühungen gross, Solarstrom direkt in die Autos zu leiten. Nicht nur zeitlich, sondern auch sehr direkt, also ohne den Umweg über Wechselrichter und das Netz. Das sollten wir bemerken, diskutieren und fördern.

Gruss, Roland
Konkret: Von der Solaranlage an DC/DC Wandler und über Chademo ins Auto. Viel direkter gehts nicht. Die Idee ist da, verwirklichen wir es mal. Am Anfang ist immer die Idee, und ohne die geht gar nix. Solarstrom in einen CityEl auf Ebene 36 oder 48V ist natürlich noch einfacher. Ich werds machen, über kurz oder lang...

von Berlingo-98 - am 11.03.2017 10:25
Keine Frage , wir würden alle an einem Strang ziehen, wenn das so einfach wäre. Aber der allergrößte Teil unserer teuer erkauften Solarenergie wird von den vier Großen zum Schleuderpreis aufgekauft und sie sind bestrebt, diese nicht uns Verbrauchern verteuert anzubieten, sondern, viel schlimmer, sie vernichten den Solarstrom in der Vernichtungsanlage in Neuss und in der wiedereröffneten in Niedersachsen, weil sie dann ihre eigenen Stromerzeugungsanlagen diesen Strom zusätzlich erzeugen lassen können, denn auch daran verdienen sie.
Es ist doch nur eine Minderheit, die eine stationäre Batterie, ein Solardach und ein Elektroauto besitzt und deren Arbeitsstelle so beschaffen ist, dass sie zu Hause laden können, wenn die Sonne scheint. Gut, mit Zwischenbatterie, gehts, mit sehr viel Verlust und Batteriabnutzung.
Manfred weiß, warum er von dem ganzen EEG nichts hält.
Das ganze Stromnetz gehört in eine Hand, die verantwortungsbewusst damit umgeht. ich unterstelle, dass das nicht geschieht.
Nichts gegen die Hochwirkungsgradkraftwerke, den Mehrpreis für diese würde ich gerne bezahlen. Besonders, wenn auch noch die Abwärme der Kohle- oderGasverbrennung genutzt wird.
Wenn es nach mir ginge, würden die Grenzen für chinesische Solarmodule voll aufgemacht, eine funktionierende Qualitätskontrolle installiert und Solarmodule mit allen möglichen Schrägen produziert, die auch deutsche Krüppelwalmdächer formschön ausfüllen. Der Anblick verunzierter Dächer ist einfach unerträglich. das ist mein Vorurteil, wenn ich mich hier in Krefeld umschaue, wo es durchaus auch formschöne , integrierte Lösungen gibt, denen aber die nötige Kühlung fehlt.
Dann würde es erst einmal in ein eigenes Alternativnetz gehen, von dem aus die dann noch überschüssige Solarenergie an der Börse nach den Modellvorstellungen der Schwarmkraftwerke von Lichtblick verkauft würde. Anschließend bauen wir das Weitentfernungsnetz zurück und werden weitgehend autark. Die Schönauer haben das bereits vor 35 Jahren durchgespielt und in die Tat umgesetzt. An der Gesetzgebung konnten sie auch nichts ändern, haben aber viele Zugeständnisse von den damaligen Monopolbetreibern erwirkt. Mit gutem Willen kann man viel erreichen, wir haben ihn, kein Zweifel. Aber die gegenseite arbeitet gegen uns, und gegen die kommen wir nicht an. Vielleicht auch aus Dummheit, weil zu viele die Zusammenhänge nicht verstehen.
Damals, als ich noch im Schwarzwald wohnte, haben wir unter den Kleinwasserkraftwerkern intensiv darüber diskutiert. Die Gesetze haben die Weichen aber gestellt und festgeschweißt, es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn der Energiezug auf das Umweltgleis gleich nebenan einschweben würde.
Dürfen nun meine Freunde mit Solardach mir vom süßen Dach einschenken, ohne Finanzamt und dem ganzen Theater?

von Bernd Schlueter - am 12.03.2017 18:54

Re: Großprojekte und auch nicht so gross

Zitat
Berlingo-98
Denn gerade in unseren Reihen sind die Bemühungen gross, Solarstrom direkt in die Autos zu leiten. Nicht nur zeitlich, sondern auch sehr direkt, also ohne den Umweg über Wechselrichter und das Netz. Das sollten wir bemerken, diskutieren und fördern.


Wer ist "in unseren Reihen" und wie relevant ist das für die Elektromobilität insgesamt?

Du machst hier den Fehler Aktivitäten die eine handvoll Bastler in D die gleichzeitig eine Elektrofahrzeug, eine Solaranlage, ein eigenes Haus und gleichzeitig das Elektroauto während des Tages Zuhause stehen haben, auf die Gesamtheit der zukünftigen Elektoautofahrer zu projezieren. Dies kannst Du aber nicht machen, da es unrealistisch ist.

Zitat

Konkret: Von der Solaranlage an DC/DC Wandler und über Chademo ins Auto. Viel direkter gehts nicht. Die Idee ist da, verwirklichen wir es mal. Am Anfang ist immer die Idee, und ohne die geht gar nix. Solarstrom in einen CityEl auf Ebene 36 oder 48V ist natürlich noch einfacher. Ich werds machen, über kurz oder lang...


Man kann viel Geld in Hobbys stecken wenn man viel Zeit, Geld und das Wissen hat. Aber der Elektromobilität und der Effizienz insgesamt bringt das wenig bis nichts.

Da bringt der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit einem preiswerten Stromanschluss mit einer geringen Ladeleistung an fast jedem Parkplatz, insbesondere dort wo die Autos tagsüber parken viel mehr - auch mehr als ein paar überteuerte Schnellladestationen für 50.000 Euro das Stück für insgesamt 43 Millionen. Der Preis von einfachen Typ2 Ladestationen muss von 500-1000 Euro auf 50-100 Euro und noch darunter sinken. Aber wie soll das gehen wenn die Typ2 Stecker/Buchsen schon mehr kosten?

Vielleicht muss man stattdessen überall mit 10/16 A abgesichert Schuko-/CEE16 Anschlüsse installieren, in die man morgens nach Ankunft am Parkplatz beim Arbeitgeber oder Pendlerparkplatz sein Auto einsteckt und abends nach 8-9 h seine 100 km Reichweite geladen hat. Jede Steckdose kann über RFID frei geschaltet werden und es wird automatisch erkannt wenn dann der Stecker gezogen wird, und dann der Ladevorgang beendet. So was kann man wahrscheinlich für weniger als 50 Euro pro Anschluss realisieren. Da könnte man dann sogar V2G darüber realisieren und mit der Vorgabe eines bestimmten Ladestands ab eines bestimmten Zeitpunkts realisieren.

Eine solche Lösung wäre eine massive Unterstützung der Elektromobilität und nicht die Entwicklung eines Systems zum direkten Laden von Elektroautos aus PV, wo die Vorbedingungen für 99 % der Leute sowieso nicht zutreffen. Da könnte man mit den 43 Millionen für die 1 Mio Elektrofahrzeuge 1 Mio Ladeanschlüsse an den relevanten Tagesparkplätzen fördern.

von Emil - am 13.03.2017 06:22
Genau so, wie Du es sagst,meine ich das , Emil. Wenn da ein positiver Effekt für die Umwelt herauskommen soll, müssen wir möglichst überall Zugriff auf alternativ erzeugte Energie haben, und dazu sollte das gesamte Netz offenstehen.
Die vielen kleinen Steckdosen beim Arbeitgeber sind ein Muss und ich würde noch ergänzen, die Ladeleistung sollte an das Stromangebot anpassbar sein. Chademo leistet das vermutlich nicht? Oder ist da die Ladeleistung schon regelbar?
Ganz besonders wichtig ist dabei die einheitliche Schnittstelle, die jederzeit die Einbindung in das immer noch hypothetische smart grid möglich macht.
Einheitlich auch in Hinblick darauf, dass beim Aufbau unserer zukünftigen dezentralen Netze keine zusätzlichen Schwierigkeiten entstehen.
Die zuverlässigste Methode ist dabei die über ein Gleichstromnetz variabler Spannung:
die Leistung wird dann direkt von der Spannung geregelt, sprich, die Spannung regelt die Ladestromstärke.

An der Waldmühle ist die Drehzahl des Wasserrades maßgebend für die abgegebene Leistung. Wir wollen das heute noch installieren. Dabei geht es nicht nur um die variable Ladesteuerung für die drei Elektrofahrzeuge.

Natürlich könnte man die Schukostecker beim Arbeitgeber auch zeitlich steuern, sprich, über eine Schaltuhr mit festen oder variablen Einschaltzeiten, um das Netz zu stützen. Das wäre die Billigvariante. Mir geht es darum, das überaus große Regelvermögen der Elektrofahrzeuge auch auszunutzen.

Ich bin der Meinung, dass ein Solardachbesitzer seinen Strom überall,zumindest in der Kommune, ernten können sollte. Mit zweifacher Strommessung, bei der Einspeisung und an der mittels Datenverbindung gekoppelten Ladestelle.

Nur, solchen Überlegungen hat man eine unerträgliches bürokratisches Dickicht in den Weg gelegt.
Die einfachste Lösung wäre, ein Preis , variabel wie das Stromangebot.
Vergütungspreis gleich Verbrauchspreis, mit vielleicht 10% Abschlag.
Ältere Ferrariszähler laufen bereits so und waren in Italien zugelassen worden.

Alternativ erzeugte Energie fällt fast immer in den Zeiten hohen Bedarfs an.

Statt die Kohlekraftwerke im Rahmen des Möglichen herunterzuregeln,wählt man lieber die Methode der Abschaltung der alternativen Quellen oder leitet diese gleich ins Aluminiumwerk. Ich wüsste eine sinnvollere Verwendung.

von Bernd Schlueter - am 13.03.2017 08:55
Bernd, alles ist denkbar, nur ist es so dass dadurch dass Du viele Forderungen stellst und die Eier-Legende-Wollmilch-Sau realisieren möchtest (Gleichstromnetz, Gleichstromladung, Verrechnung des selbst erzeugten Solarstroms, teilweise Abschaffung von Steuern und Abgaben, stufenlose Einspeisung/Rückspeisung, SmartGrid, ...) die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung praktisch 0.

Und natürlich fällt die alternativ erzeugte Energie nicht überwiegend dann an wenn man sie braucht, sonst müsstest Du ja über das Lastmanagement gar nicht nachdenken.

Vielleicht ist es besser schrittweise vorzugehen anstatt sich in eine umfassende Lösung zu verbeißen. Und für mich gehört im ersten Schritt dazu dass überhaupt mal überall dort wo die Fahrzeuge länger parken die Möglichkeit zur Ladung geschaffen werden, und zwar möglichst preiswert. Da muss man meiner Meinung nach weg von teuren Lösungen mit Ladeleistungen die über 3 kW hinausgehen, da sonst kaum bereit ist darin zu investieren. Ich habe mir mal ein Angebot für 3 Typ2 Ladeplätze a 22 kW bei uns in der Tiefgarage machen lassen. Das würde effektiv 4000-5000 Euro pro Ladeplatz kosten. Das ist meiner Meinung nach viel zu viel. Die alternative Lösung wäre mehr von unseren Tiefgaragenplätzen mit 3,6 kW einphasig auszurüsten. Das würde von der Leistung völlig ausreichen. Aber Typ2 müsste auf jeden Fall sein.

Was ist die günstigste Ladestation mit Typ2-Kabel und Zugangskontrolle?

RFID muss nicht sein, es reicht auch Schlüsselschalter. Lastmangement wäre ein Plus.

von Emil - am 13.03.2017 10:59
Im Moment denken wir über alles nach, denn wir wollen noch heute abend oder erst morgen früh zur Waldmühle fahren und dort eine komplette Steuerung für die Inselanlage aufbauen. Da ist dann nun alles drin, was denkbar ist:
Die anfallende Wasserleistung liegt zwischen 0 und 7 kW und, damit das Mühlrad nicht stehen bleibt, müssen möglichst viele Verbraucher in der Abnahmeleistung angepasst werden. Das geht am besten über die stufenlose Aufschaltung gemäß der Drehzahl des Mühlrades , zur Zeit in 24 Sekunden eine Umdrehung. Bei niedrigerer Wasserleistung senkt man die Drehzahl tunlichst weiter ab und wir wollen weitere Leistungs-Drehzahlkurven aufnehmen. Die Drehfrequenz wird genau gemessen und über die regelbaren Verbraucher so viel Leistung abgenommen, bis die optimale Drehzahl erreicht ist. Das betrifft auch die großen Maschinen, die auf Frequenzen nahe 50 Hz angewiesen sind, aber auch mit 25 Hz noch hinreichend laufen, über einen Frequenzwandler, der von der Frequenzinformation gesteuert wird. Wir beabsichtigen, eine Zwischengleichspannung zu erzeugen, mit der geregelte LED-Lampen, der Frequenzwandler und auch die USV für spannungskonstante 50 Hz/230 Volt zufrieden sind. Die stärksten Verbraucher sind die im vollen Bereich regelbaren Heizstäbe für die Wassererwärmung (= Überschuss- und Notverbraucher). Wertvoller ist der Strom zum Fahrzeugladen, der ebenfalls zwischen 0 und ca 6kW geregelt werden soll und dann die Mühlradfrequenz vorgibt.
Selbstverständlich müssen unverwechselbare Stecker verwendet werden und das Ganze soll einerseits potentialfrei, andererseits mit einer empfindlichen Fehlerstomdetektion versehen werden. Sozusagen eine smart-grid-Musteranlage, in die der notfalls vorhandene Notstromgenerator und Solarzellen problemlos eingepasst werden können.
Nein, es ist nicht dumm, im Vorfeld, jetzt, beim Programmeschreiben darüber nachzudenken. Bei der Hardware mussten wir schon behelfsmäßig anflicken, weil wir ein paar Punkte nicht ausreichend bedacht hatten.
Anfangs wollten wir zu viel auf eine kleine Platine packen, jetzt fehlen uns Lötösen. Sprich, die nächste Platine wird noch größer und noch komplexer. Die Platine, nicht die Schaltung, denn, je nach Einsatzstelle werden die Platinen nur teilweise bestückt. Eine einzige Einheitsplatine, das erleichtert die Fehlersuche und das Programmieren. Optpkoppler sind ein wesentlicher Bestandteil.
Die Mennekes-Stecker halte ich auf lange Sicht für einen Umweg. Die roten CEE-Stecker hätten es vermutlich auch getan, bis man , nach einer Übergangszeit den preiswerten, zuverlässigen, zweipoligen Gleichstromstecker erschafft. Waldmühle: CEE und Schuko.
Tesla und Tepco laden mit Gleichstrom, ich halte das für den auf längere Sicht besseren Weg. Leider verschiedene Normen und die Komunikationsart gefällt mir schon überhaupt nicht. Ich denke, die Energiemangelwirtschaft kommt auf uns zu und es ist keinesfalls zu früh, schon heute darüber nachzudenken.

Synchronwandler sind noch ein relatives Neuland für mich. Die interessieren mich aber besonders, weil diese eine Senkung der hohen Batteriespannungen ermöglichen und wegen ihrer Bidirektionalität das smart grid direkt möglich machen. Das ist aber nun wirklich noch Zukunftsmusik, obwohl manche von uns bereits solche Geräte betreiben. Gute Solartracker für Einzelmodule arbeiten bereits so.

Natürlich wird der Haushaltsstecker, in Italien und in der Schweiz auch nur mit 6 Ampere, bleiben, um für den Notfall gerüstet zu sein. Auch ein Tesla kann nach 12 Stunden Ladezeit mit 6 Ampere bei 230 Volt mehr als 100km weit fahren.

Was viele nicht wissen:
Ohne, dass es draufsteht, sind heute die meisten Geräte schon Allstromgeräte , die zwischen 90 und 280 Volt alles verwenden können, bei voller Funktionalität. Für ca 50% der LED-Lampen trifft das zu, ohne sichtbarem Helligkeitsunterschied. Computer ohnehin, viele neue Haushaltsgeräte, darunter auch Waschmaschinen, Fernseher, Radios ...Heizgeräte gehen allerdings dem Quadrat der Spannung entsprechend in der Leistung zurück, aber funktionieren noch.
Nein, auch, wenn die Politiker es noch nicht begriffen haben, das smart grid besteht zum großen Teil bereits. Die Industrie, darunter auch die meisten chinesischen Hersteller, haben da schon voraus gedacht.
In Zukunft werden die Elektrizitätswerke in Mangelsituationen einfach die Spannung zurückregeln, ohne, dass lebenswichtige Geräte ausfallen oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
Bei Gleichstromversorgung entfällt auch der elende Kampf mit dem Phasenwinkel mit europaweiten Stromausfällen und Schäden.

Na, mal sehen, wie viele bugs wir in unseren Platinen eingebaut haben... Durchgehen wird das Mühlrad wenigstens nicht können und wir fangen auch mit 50 Hz an...

Klappern gehört übrigens zum Handwerk, nicht aber unbedingt zur Mühle. ganz deutlich war zu spüren, dass, wenn das Mühlrad in seiner Drehzahl optimal angepasst wird, dieses ganz erheblich leiser läuft und deutlich mehr Leistung bringt. Der Mehrertrag gegenüber früher beträgt jetzt ca 1 kW, allerdings auf den neuen Kettentrieb zurückzuführen.

von Bernd Schlueter - am 13.03.2017 13:52
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