Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 2 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, R.M, el El, omitreligion

Supergebläse??

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 04.04.2017 16:25

Es kommt vor, dass wir etwas kühlen müssen. So unsere Elektronik. In den AB2500 HP-Servernetzteilen sitzen Duppelgebläse: eines mit relativ breiten Schaufen und dahinter ein langes gegenläufiges mit geringer Drehzahl. Die scheinen sich, den technischen Daten nach, überaus glücklich zu ergänzen.
Ich komme gegenüber üblichen Gebläsen mit ca 10% Wirkungsgrad auf einen solchen von 46%, eine geradezu unglaubliche Verbesserung.
In China fliegen viele Glücksdrachen herum und ich befürchte, dass ein solcher auf dem technischen Datenblatt gelandet ist.
Kann das jemand überprüfen , ob die Werte , die YS-Tech aus Taiwanesien für den Superventilator im HP-Nertzteil veröffnetlicht hat, stimmen können?
Die deutschen Distributoren haben alle keine Ahnung und ehe ich Taiwanesisch lerne, frage ich erst einmal hier, vielleicht auch den Roman?

Der Umrechnungsfaktor von Kubikfüßen pro Minuter in m³/s ist 0,0004719.

Also, auf keinen Fall das Gebläse durch ein veremeintlich größeres ersetzen!
Vergesst gegenüber diesn doppelten Axialgebläse auch die Radialgebläse!

Hier die Daten im Netz:

In unseren HP-Netzteilen steckt ein größeres Wunder?

Antworten:

Bernd, die 60mm Lüfter die meist zu 8 in den Dinosaurierservern selbst stecken sind auch nett und machen ordentlich Druck und stehen den kleinen Lüftern an Lärm nicht nach. Magst ein paar Probeexemplare?

von el El - am 04.04.2017 19:21
Ja, im Moment sammle ich die Erfahrungen zu gegenläufigen Turbinen, die gegenläufige Schaufeln haben. Schon vor 100 Jahren machte man mit gegenläufigen Dampfturbinen gute Erfahrungen. Ich sehe darin auch die Möglichkeit, den Wirkungsgrad kleiner Gasturbinen entscheidend zu verbessern. Soviel ich weiß, wurde das seit Ljungström nicht mehr versucht. Eine Gasturbine mit Gegenstromwärmetausch mit einem thermischen Wirkungsgrad von 40% wäre ein Traum. Sehr schnelle Regelbarkeit, klein und geeignet als Heizkraftwerk für das dezentrale Gleichstromnetz. Die fehlende Ergänzung zu Wind- und Solarenergie.
Nach allem, was ich sehe, kommen flache Axiallüfter, wie wir sie überall antreffen, kaum über 20% Wirkungsgrad hinaus, der erwähnte , gedrungene Lüfter bringt es nach dem chinesisch sprechenden Datenblatt aber auf 46%. Der Lärm ist eine untergeordnete Erscheinung, der aufhört, wenn man die Drehzahl reduziert. Der Wirkungsgrad ändert sich damit nicht.

Die vergessene Ljungströmturbine

Gegenläufige Rotoren findet man auch bei den sogenannten Nachläufern in der Schiffahrt zur Wirkungsgradsteigerung. Bis 15% weniger Treibstoffverbrauch bei allerdings sehr erheblicher Einschränkung der Steuerbarkeit der Schiffe.

Wie man an der Ljungströmturbine sieht, ist eine Anordnung mit gegenläufigen Schaufelrädern nicht einfach zu erreichen, aber der elektrische Antrieb mit integrierten Motoren oder Generatoren macht dieses möglich, da die Anschlusskabel sich nicht mitdrehen müssen. Da tut sich viel zu wenig in der Entwicklung.
Gasturbinen arbeiten fast schadstofffrei und können sehr leise gebaut werden. Zudem sind sie langlebig.
In unseren Mantelstromtriebwerken sind das erste Schaufelrad (="Fan") und die letzten Turbinenräder gegenläufig, was eine nicht unerhebliche Wirkungsgradsteigerung brachte.
Inzwischen gibt es auch Mantelstromtriebwerke mit drei konzentrischen Wellen, also insgesamt 6 gegenläufigen Turbinenrädergruppenn. Die vielen weiteren drehen sich in die gleiche Richtung.
Bei den geplanten elektrischen Flugzeugen liegt dort noch ein weites Entwicklungsland. Wundert Euch also nicht, wenn demnächst der Ralf mit seinem Tesla vor Euch abhebt...

teilweise gegenläufig
Versuche mit keramischen Schaufeln wurden schon vor Jahrzehnten allgemein aufgegeben (Siliziumnitrit).

von Bernd Schlueter - am 05.04.2017 04:21
Also ich habe gute Erfahrung gemacht mit ebm-papst Lüftern.

Das ist ein deutscher Qualitätshersteller.

Wenn man wirklich viel Luftdurchsatz und Druck braucht dann nimmt man sowas.

Die haben auch für 12 Volt richtig kräftige Kugelgelagerte Modelle die Power ohne Ende haben.

Beispiel: in meinem Volta ist der französische Axiallüfter für den Motor, laut ohne Ende war der, kaputt gegangen.

Erst ein ebm-papst modell - obwohl ein axiallüfter der nicht so gut druck aufbauen kann wie ein radialmodell brachte die lösung.

Er passte genau auf den Flansch und konnte auch ausreichend Luftstrom und Druck generieren. Der dreht richtig hoch und zieht auch 20 Watt, nicht so wie die schwachen PC-lüfterchen die es sonst so gibt.

z.b. so einen bei conrad:
Axiallüfter 12 V/DC 166 m³/h (L x B x H) 119 x 119 x 32 mm EBM Papst 4312 NGN


oder wer sich "die kante" geben will:
Axiallüfter 12 V/DC 310 m³/h (L x B x H) 119 x 119 x 38 mm EBM Papst 4112 NH3

Gruß, Dragan

von omitreligion - am 14.04.2017 08:04
Für unseren Zweck benötigen wir ein besonders druckstarkes Gebläse mit geringer Stromaufnahme, weil wir aus drei 18650ern speisen wollen. Viel mehr als 1 Watt darf das Teil nicht aufnehmen und da ist mir der Doppelventilator aus dem HP-2500AB-Netzteil in die Hände gefallen, das sich mit keinem anderen, das ich bisher kannte, messen kann.
Die Anwendung ist nicht für das Elektroauto, aber hier ebenso nützlich.
Bisher hatten wir einen EBMPapst-Lüfter, der uns zu viel verbraucht.
Der Chinese ist weit besser.

von Bernd Schlueter - am 16.04.2017 08:13
Ich habe es mir überlegt. Es muss andere Gründe haben, dass das gegenläufige Gebläse den mehr als 2,5 fachen Wirkungsgrad haben soll als die bisher erhältlichen. Eine Erklärung wäre, dass man Neodym- statt Barium-Ferritmagnete verwendet hat. Die Gegenläufigkeit bringt gegenüber einem nachgeschalteten Diffusor zur Umwandlung des Dralls in Druck kaum einen Vorteil. Die 47% Wirkungsgrad könnten auch nur angebliche sein, denn aus China sind wir schließlich schon Einiges gewöhnt.
Wenn die Gegenläufigkeit die behauptete Wirkung hätte, müsste auch der in den News vorgestellte Lilium-Jet auf gleiche Weise in der Schubkraft steigerbar sein.
Nein, ich halte es für eine ausgewachsene Ente, oder der Elektromotor ist mit Hilfe von Seltenerdmagneten verbessert worden. Der Liliumjet arbeitet mit Sicherheit, wie alle Elektroflieger, mit Neodym-erregten Motoren. Da lässt sich nichts verbessern, außer, dass ich die Triebwerksanordnung für den Horizontalflug für nicht ideal halte.
Neodym ermöglicht bei gleicher Motorgeometrie etwa die 12 fache Leistungsfähigkeit eines Motors gegenüber Ferrit. Das gilt auch für Elektroautos. Der Einsatz von Neodym-Erregung rentiert sich vor allem für kleinere Fahrzeuge.

von Bernd Schlueter - am 22.04.2017 20:58
Hallo

Wie man das macht ist eigentlich ziemlich egal, gegenläufige Rotoren senken eigentlich nur die Geschwindigkeit im ersten Teil.

Generell kann die Umwandlung auch in einem feststehenden Leitapparat erfolgen. die Verluste sind bei einem gegenläufigen System etwas geringer.

In der Luftfahrt mag das Sinn machen bei einem Lüfter ehr weniger vor allem da die gegenläufigen Systeme syncronisiert sein sollten.

Ist aber alles kein Hexenwerk , mit den Geschwindigkeitsdreiecken kann man das ganze beliebig anpassen, die Verluste durch Reibung und Fehlanpassungen sind das Problem

Gruß

Roman

von R.M - am 22.04.2017 21:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.