Meine Freiheit, die Umwelt zu schonen

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 17.12.2017 02:41

Zur Zeit habe ich die Freiheit, wählen zu können, ob ich mit meinem Saxo die 15 kWh/100km in Krefeld oder in Düsseldorf tanke, da ich fast täglich in beiden Städten bin. Das ist ein sehr großer Unterschied: In Krefeld komme ich dann auf eine Schadstoffemission pro km von 165 g/km an CO2 und je etwa 120 mg/km an Schwefeldioxyd und NOx.
Tanke ich in Düsseldorf, wo zur Zeit zu meinen Ladezeiten die Stadt voll mit dem GUD-Heizkraftwerk versorgt wird, komme ich auf ca 35g CO2/km, 6 mg/km Schwefeldioxyd und 30mg/km an NOx.
So groß sind die Unterschiede zwischen Braunkohlenstrom in Krefeld und GUD-Strom in Düsseldorf, allerdings unter der Voraussetzung, dass in Düsseldorf Wärmebedarf besteht, sonst verdoppeln sich die Werte ungefähr in Düsseldorf (Sommer).

In einigen Gebieten Deutschlands dürftet Ihr noch unter den Düsseldorfer Werten liegen, im Bundesdurchschnitt rechnet mal mit etwas mehr als der Hälfte der Krefelder Werte.

Verbrennt bitte einmal Eure Norweger Wasserzertifikate und berechnet für Eure Region Euren wahren Schadstoffausstoß und bildet Euch nicht ein, dass der Strom von Eurem Solardach in Eurem Auto landet, wenn Ihr zeitgleich über Euren Zähler einspeist!
Warum? Hinter dem Zähler gehört der Solarstrom eurem Elektrizitätswerk und die verteilen ganz anders, als Ihr gedacht habt: Euren Solarstrom verschieben die nämlich, da sie ja nicht so viel daran verdienen, in die Aluminiumherstellung und schalten die Elektrolyseanlagen entsprechend hoch. Die eigenen Stromerzeugungsanlagen laufen unverändert weiter.
In den folgenden Tabellen sind alle erforderlichen Werte enthalten, zwar von 2008, aber dafür könnt Ihr auch weltweit vergleichen und viel hat sich seitdem nicht verändert.

Ich bin von meinem Stroverbrauch von 15kWh/100km ausgegangen, Euren eigenen kennt Ihr ja.

Tabellensmmlung

Meine Meinung: Das muss alles anders werden.

Antworten:

Guter Überblick

Der Wikipedia-Artikel bietet uns einen sehr guten Überblick über alle Fragen, die für uns Elektroautofahrer interessant sind, insbesondere auch in Bezug auf die Preispolitik und die Verhinderung der Energiewende. Gerade wir sollten da ein ganz besonderes Bewusstsein entwickeln. Ich zähle gerade nur zwei Forenmitglieder, die regelmäßig auf die Missstände aufmerksam machen.
Insbesondere sollte die Diskrepanz zwischen dem Verkaufspreis des Stroms und dem Einkaufspreis alternativen Stroms an der angeblich freien Strombörse von ca 2,5 Cent auffallen, die die Energiewende verhindert. Vor allem, wenn uns dabei bewusst wird, dass wir uns im privaten Rahmen dafür krumm legen damit der Strom unserer Solardächer und Windenergieanlagen in die Aluminiumproduktion verschoben wird.
Ich habe immer nur gelesen, dass uns Kernenergie nur 1 Cent pro kWh kostet. Irgendwie ist da jemand anderer Meinung. Auch die Gefährlichkeit von Cadmiumtellurid in vielen Solarzellen ist sicherlich gewaltig überbewertet. Allerdings muss das kostenlose Recycling von Cadmiumtellurid per Gesetz sichergestellt werden. Ich denke, in dem "Einzelnachweis N.r 17" wird die Gefährlichkeit der Dünnschicht-Slarzellen ganz gewaltig übertrieben. Es ist allerdings wahr, dass während der Entwicklungszeit der Zellen an der Kernforschungsanlage solche Umweltvergiftungen üblich waren. Diese Zahlen haben aber nichts mit heutiger, verantwortungsvoller Massenproduktion zu tun. Wegen der geringen Mengen blies man in Jülich einfach die Abgase der Produktion in die Luft. Um keine neue Spalte in der Tabelle vorsehen zu müssen, hat man hier umgerechnet und die Gefährichkeit von Cadmiumtellurid offensichtlich in die von Schwefeldioxyd in fossilen Kraftwerken umgerechnet.
Interessant auch die Todesfallzahlen durch die Stromproduktion: Alleine Braunkohle verursacht bei 100% Braunkohlenstrom der jährlichen 600Terawattstunden Verbrauch in Deutschland fast 18.000 Todesopfer im Jahr. Bei Ausweitung der Anteile der Elektroautos wird man mit Sicherheit die Braunkohlekraftwerke nicht zurückfahren wollen. Ich schon.
Cernobyl zählt offensichtlich nicht, liegt ja nicht in Deutschland, genau, wie Cattenom und Temelin.
Im Übrigen sind Zahlen geduldig, vor allem, wenn man sie fälscht.
Immerhin werden in diesem Artikel alle wichtigen Fragen angeschnitten.

von Bernd Schlueter - am 17.12.2017 07:39
Ich habe noch einmal meine Eingaben überprüft und bin auf einen Punkt gestoßen, der ein sehr viel anderes Ergebnis zur Folge hat:
Die Düsseldorfer Stadtwerke beziehen die über 60% angegebenen Wirkungsgrad auf kühles Wetter, wenn noch nicht geheizt wird und zudem auf den Heizwert, und nicht auf den Brennwert der Anlage. Der Brennwert wird überhaupt nicht genutzt, denn das Fernwärmenetz wird mit heißem Dampf betrieben der vor einiger Zeit durch einen Bedienungsfehler unter zu hohen Druck gesetzt wurde, sodass das Fernwärmesystem an mehreren Stellen platzte und die Feuerwehr Vollbeschäftigung verzeichnete. Bei hoher Temperatur ist aber keine Brennwertnutzung möglich.
Der maximale Wirkungsgrad liegt also bei kühlem Sommerwettter nicht bei 61,5%, sondern nur 55%. Im Winter weniger, wegen der Fernwärmenutzung. Aber die Doppelnutzung führt immerhin dazu, dass pro kWh Strom nur 230 Gramm CO2 anfallen, also, die 35 Gramm, pro Saxo-km. Das ist aber immerhin Weltrekord für ein fossiles Kraftwerk.
Meine Schadstoffwerte für den Winter darf ich wohl um 25% erhöhen, aber genaue Zahlen konnte ich dafür noch nicht bekommen.
Da ich oft an den Stadtwerken tanke, werde ich der entsprechenden Abteilung demnächst einen Besuch abstatten, um Genaueres zu erfahren. Vielleicht wäre es auch interessant, einmal ein Treffen auf der Lausward zu veranstalten? Ich meine, wir sollten uns nicht mit dem bloßen Wissen zufrieden geben, dass der Strom aus der Schukoschmelzsteckdose kommt. In Düsseldorf tut er das tatsächlich, denn die Firma Mennekes verwendet dort kein besseres Material. Sie könnte, will aber nicht. Zusatzgeschäft.

Lausward: max. 61,5%, auf den Heizwert bezogen, also eigentlich 55%

von Bernd Schlueter - am 17.12.2017 08:50
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