XETRA-DAX: Hohes Verlustrisiko in den nächsten Wochen

Startbeitrag von xo am 05.12.2002 23:57

XETRA-DAX: Hohes Verlustrisiko in den nächsten Wochen; Update 06.12.02
05.12.2002 - 22:33 XETRA DAX INDEX Dietmar Rübsamen , Freier Autor

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Der deutsche Aktienindex konnte seinen Kursanstieg seit dem letzten Update vom 22.11. zunächst fortsetzen, erreichte aber am 02.12. im Zuge der anhaltenden Schwäche im Vergleich zu den US-Aktienmärkten lediglich das Mindestkursziel bei 3.443 Zähler. In der gleichen Sitzung bildete sich im Kerzenchart ein Reversal in Form einer kleinen Sternschnuppe aus. Nach diesem False Break Out-Motiv bei 3.443 Zähler kam es in der heutigen Sitzung zu einem klassischen prozyklischen Shortsignal, bedingt durch den signifikanten Bruch der am 09.10. beginnenden charttechnischen Aufwärtstrendlinie. Dieses Kursverhalten qualifiziert das vorherige Hoch bei 3.477 Zählern als markantes Top und läßt in den nächsten Wochen deutlich sinkende Kurse erwarten.

Folgende Argumente können als Bestätigung für dieses charttechnische Szenario angeführt werden: Zum einen ist ein Gleichklang zwischen Markt- und Charttechnik zu konstatieren, der die Wahrscheinlichkeit für ein negatives Kursszenario erhöht. Hier zeigt nämlich sowohl der Trendfolgindikator MACD als auch der Slow Stochastik bereits nach unten. Dies spricht vor dem Hintergrund des sehr niedrig verlaufenden Trendstärke-Indikators ADX (= hohes Trendpotential für die nächsten Wochen) für ein Ende der Trading Range und für eine bevorstehende deutliche Kursbewegung nach unten.

Noch bedeutsamer ist aber der Hinweis auf die Intermarketanalyse: Hier lieferte nämlich nicht nur der Nasdaq 100 (vgl. separate Analyse in den nächsten Tagen), sondern auch der S&P 500 Index am 03.12. ein starkes Shortsignal. Der SPX brach in diesem Zusammenhang nach der Ausbildung einer negativen Momentum-Divergenz aus einem Baisse-Keil nach unten aus und verfügt nun erst im Bereich von 840 Zählern über eine stärkere Supportzone. Berücksichtigt man ferner, dass die Analyse der Relativen Stärke (Spread Quotient) des DAX im Vergleich zum SPX einen intakten Abwärtstrend zeigt (= Relative Schwäche) ist klar, dass dieses Intermarket-Shortsignal mit hoher Wahrscheinlichkeit voll auf den deutschen Aktienindex durchschlagen wird.

Der Einbezug des Stundenchart ergibt einen zusätzlichen Hinweis für die zu stellende Kursprognose: Hier steht nämlich die erste Abwärtsbewegung des DAX von 3.477 bis 3.235 zu der sich anschließenden Korrektur bis 3.386 in einem 1,0:0,618-Verhältnis. Daraus kann vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Argumente für einen sinkenden DAX weiter geschlossen werden, dass das aus den internen Verhältnissen im Stundenchart resultierende Mindestkursziel der Abwärtsbewegung bei 3.151/45 Zähler schon bald nach unten gebrochen wird. Dies bedeutet zwangsläufig eine Extension der heute bei 3.386 begonnen zweiten Trendbewegung nach unten, aus der ein idealtypisches Kursziel von 3.006 Zählern resultiert. Da in diesem Preisbereich massiver klassischer Chartsupport auf Tagesbasis verläuft, ist hier ein Aufbäumen des Marktes nach oben nicht unwahrscheinlich.

Hält die Relative Schwäche zu den US-Aktienmärkten jedoch an, ist bestenfalls ein korrektives Kursmuster nach oben und anschließend ein Bruch des im Bereich von 3.000 verlaufenden Key Supports zu erwarten. In diesem Fall wird sich das Abwärtsmomentum logischerweise noch einmal deutlich beschleunigen.

Für eine nachhaltige Erholung des Marktes in 2003 ist eine solches Preisverhalten in Verbindung mit einem erneuten Test des Oktobertiefs (spätestens im 1.Quartal 2003) im Sinne der traditionellen Charttechnik sogar wünschenswert, wobei die Chancen auf einen Doppelboden bei 2.500 dann aber gar nicht schlecht stehen: Es dürfte nämlich klar sein, dass ein Break der 3.000er Unterstützung die Sentimentindikatoren sprunghaft und nachhaltig in die pessimistische Zone treibt, ein Tatbestand der trotz des aktuell wieder negativen Ausblicks für den DAX neue Tiefs in den nächsten Wochen und Monaten zumindest nicht sehr wahrscheinlich macht.

Der Key Resistance zur Aufrechterhaltung des beschriebenen Szenarios liegt am gestrigen Tageshoch bei 3.386 Zählern (Warnsignal: 3.310). Das nächste Update erfolgt spätestens beim Handel der Marken von 3.006 (min.) oder 3.387 Zähler (Stop).

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