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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
trader, Stratege, vivai, Neutrum, Pacman

Referat von Marc Faber

Startbeitrag von trader am 28.01.2003 09:32

Vom Donnerstag bis Samstag diese Woche ist Fondmesse in Zürich. Marc Faber hält ein Referat, werde dabei sein, mal an hören was er zu sagen hat. Hab angefangen sein Buch zu lesen, Tomorrow's Gold. Finde ich bis jetzt gut.

Ist einer von euch auch an der Fondmesse?



trader

Antworten:

Wie kann man nur auf so einen Typen hören. Mister Doom hat zwar in seinen Progrosen der letzten Jahre recht behalten, doch dies erachte ich eher als Zufall. Für ihn gibt es m.E. sowieso nur Crashs.

von Stratege - am 28.01.2003 11:18
Dann weisst Du aber sehr wenig über Mister Doom, ich weiss auch noch nicht viel über ihn, aber mehr als Du.

Als ich Ihn zum ersten mal auf CNN gesehen habe, dachte ich auch man der Spinnt.
Nasdaq wird auf 1000 Punkte fallen und die Indices werden 50% korrigieren. Das wollte ja kein Mensch glauben. In der grössten Aktieneuphorie sagte er Bonds kaufen.
Vorletztes Jahr Gold kaufen. Die meisten Analysten haben immer nur den Kopf geschüttelt. etc....

Was mir an ihm auch gefällt, dass er unabhängig ist und nicht an einer Bank hängt, wo er aufpassen muss was er sagt.

Ausserdem redet er mehr von Zyklen und Umschichten, als von Crashes.



trader

von trader - am 28.01.2003 11:42
Ich kenne Faber schon sehr lange. In den letzten 3 Jahren lag er richtig, das bestreitet ja wirklich niemand. Doch das schlimme an den Analysten ist, dass meistens jemand recht hat. Der eine ist positiv, der andere ausgeglichen und der dritte negativ gestimmt.
Deshalb gibt es für mich eigentlich nur eines. Selten ist ein Analyst sein Geld wert. Ich höre auf meine innere Stimme und auf Tendenzen und ziehe daraus meine Konsequenzen.

von Stratege - am 28.01.2003 11:52

analysten...

ich meine ja nur, wenn die analysten so gut sind, dann würden doch alle irgendwo in der karibik hängen und caipi's schlürfen und mit sicherheit nicht auf einer bank als nummer xyz arbeiten. aber die analysen sind m.e. sehr interessant und stimme mit stratege überein, dass man am schluss das urteil selber fällen muss. ich meine die analysten kochen auch nur mit wasser! faber find ich ganz o.k. nur sollte man nie nur auf eine stimme hören. am besten man informiert sich breit und bildet sich ein gesamtbild und am schluss das eigene "braini" einstellen. dies vergessen oftmals viele anleger... in diesem sinne, vivai

von vivai - am 28.01.2003 11:58

Re: analysten...

Da kann ich Dir nur zustimmen.

von Stratege - am 28.01.2003 12:01
Das ist für mich ganz logisch, das man schlussendlich selber die entscheidung trifft, man verliert ja auch sein eigenes Geld und nicht des anderen.

Glaube schon das Faber locker an der Karibik liegen könnte mit seinem verdienten Geld.

Ihr schaut doch sicher auch ntv oder cnbc oder? Wenn man da rein hört, hört man eigentlich immer das gleiche.

Darum ist es gut was anderes zu hören vorallem wenn einer richtig liegt und zwar nicht nur die letzten 3 Jahre.

Werde mal anhören was er zu sagen hat am Donnerstag.


trader

von trader - am 28.01.2003 12:29
Also den Faber beobachte ich schon seit langem, d.h. seit ca. 10 Jahren, und ich finde den Typen echt witzig... :-) er ist ja nicht nur "Finanzexperte" sondern auch Liebhaber und Sammler von Mao-Reliquien und Chinesischen Volksarmee Utensilien! Mit einem Wort: Ein Exzentriker! Gleiche Kategorie wie Heiko Thieme, falls jemand den kennt (im Gegensatz zu Dr. Doom ist er notorischer Bulle)

Nur: M. Faber hat schon 1994 gemeint, die Börsen müssen crashen. Er predigt dies schon seit 10 Jahren! Ist doch klar, dass er mal recht bekommen hat, aber eine Leistung ist das wirklich nicht! Er hat die ganze Hausse verpasst und dadurch ein RIESIGEN Opportunitätsverlust erlitten :hot: Hätte er meinetwegen 2 Jahre vor dem Crash angefangen zu warnen, ok, dann wäre er top - hat er aber nicht!

Genau wie ein H. Thieme lebt er von seinem Mythos, bzw. er verkauft sich gut, ist ein guter und unterhaltsamer Redner, aber noch lange kein guter Prognostiker!

Cheerio, Pacman :rp:

von Pacman - am 28.01.2003 13:29

faber und gold...

zufällig auf diesen artikel gestossen von marc faber...passt ideal auch zum unteren thread.


von Marc Faber

Bei allen großen Reichen der Weltgeschichte, wie etwa bei den Römern in der Antike, den Spaniern des 16. Jahrhunderts und den Engländern des 19. Jahrhunderts, ging die wirtschaftliche Überlegenheit Hand in Hand mit politischer und militärischer Macht. Sobald diese Weltreiche an wirtschaftlichen Problemen zu leiden begannen, verloren sie auch unweigerlich an politischem Einfluss und an militärischer Macht. Zyniker und Machttheoretiker könnten natürlich auch argumentieren, dass die genannten Weltmächte irgendwann Kriege zu führen begannen, um ihre wirtschaftlichen Probleme zu überdecken oder zu lösen. Nur waren diese dann so teuer, dass sie den wirtschaftlichen Niedergang noch wesentlich beschleunigten.


Wie dem auch sei, aus Sicht der Finanzgeschichte zeichnet sich ein eindeutiges Bild. Solange sich Mächte wie Ägypten, Rom, Spanien oder Großbritannien im Aufstieg befanden und an Macht gewannen, wiesen ihre Ökonomien allesamt eine Tendenz zu tieferen Zinsen und fallenden Inflationsraten auf. Nach dem Überschreiten des Zenits ihrer Macht zeigten sich hingegen durchweg wachsende Inflationsraten und oft stark steigende Zinsen. Die Währungen – ein wichtiges Spiegelbild der Stärke eines Landes – wurden schwach. Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass sich die Wirtschaft des römischen Reiches bereits in einer nicht sehr guten Verfassung befand, als Kaiser Nero die römische Währung zum ersten Mal abwertete und sich dann sukzessive ganz beträchtliche Abwertungen unter den nachfolgenden Kaisern aufzwangen. Die Folge war, dass der römische Dinar am Ende des Reiches im vierten Jahrhundert weniger als ein Tausendstel des Wertes hatte, der ihm unter Kaiser Augustus einmal zugebilligt worden war. Ähnlich erging es den Spaniern. Zwischen 1580 und 1640 ging die spanische Krone nicht weniger als fünf Mal Bankrott. Sie konnte ihre Schulden, die sie unter anderem in Antwerpen und Augsburg aufgenommen hatte, nicht bezahlen. Was mit dem englischen Pfund geschah, ist ebenfalls wohl bekannt. Im 20. Jahrhundert, nach dem Ende des Empire, verlor es rund 90 Prozent seines Wertes gegenüber dem Schweizer Franken und dem Preis für eine Feinunze Gold.


Und auch in der jüngsten Vergangenheit finden sich Belege, für diesen Zusammenhang. Die Dollar-Abwertung unter US-Präsident Nixon im Jahre 1971 und der damalige Entschluss, die Goldkonvertibilität des Greenbacks aufzugeben, erfolgten zu einem Zeitpunkt als sich die amerikanische Wirtschaftsmacht bereits auf dem absteigenden Ast befand. Das Handels- und Leistungsbilanzdefizit wiesen bis dahin fast unbekannte Dimensionen auf.


Auch heute müssen die Vereinigten Staaten wieder mit einem großem Leistungsbilanzdefizit leben. Zugleich erwächst der inzwischen einzigen Weltmacht mit dem rasanten Aufstieg der chinesischen Wirtschaft ein ernst zu nehmender Konkurrent. Sollten die Vereinigten Staaten in dieser Situation versuchen, ihre Stellung mit Hilfe von Kriegszügen zu sichern, dürfte sich der Dollar – das zeigt die Geschichte – noch ganz wesentlich abschwächen.


Die Frage ist natürlich, gegenüber was sich der amerikanische Dollar abschwächen wird – im Vergleich zu den Papierwährungen Euro und Yen oder den Hartwährungen Gold und Silber? Obwohl ich persönlich die wirtschaftlichen Perspektiven Europas im Vergleich zu denen Amerikas wesentlich positiver einschätze als manch anderer Beobachter – allein schon wegen der Eingliederung vieler osteuropäischer Staaten in die EU –, glaube ich kaum, dass der Dollar gegenüber anderen Papierwährungen völlig einbrechen wird.

Dagegen spricht vieles für ein Comeback der Hartwährungen. Allein die Tatsache, dass es in der Welt immer mehr Papiergeld pro Unze Gold gibt, dürfte längerfristig den Preis des Edelmetalls in die Höhe treiben. Zudem haben strukturell schwache Währungen in der Vergangenheit immer zu steigenden Inflationsraten und somit auch zu höheren Zinsen geführt. Es gibt also gute Gründe, um an die Zukunft des Goldes zu glauben.

von vivai - am 28.01.2003 13:36
Hallo Pacman

Facts

Marc Faber does not run with the bulls or bait the bears but steers his own course through the maelstrom of international finance markets. In 1987 he warned his clients to cash out before Black Monday hit Wall Street. He made them handsome profits by forecasting the burst in the Japanese Bubble in 1990. He correctly predicted the collapse in US gaming stocks in 1993; and he foresaw the Asia-Pacific financial crisesof 1997/98 and the resulting global volatility.



Zudem muss ich beifügen wenn man sein Buch liest, das er nicht von Crashs spricht sondern von neuen Chancen und Boomphasen. Zudem kann er sagen was er denkt und nicht was sein Vorgesetzter im Vorschreibt was er zu sagen hat.(oder was er nicht sagen darf weil die Bank Kunde ist von der Firma).
Sicherlich macht auch er Fehler das machen alle, nur was mich besonders aufregt, wenn Analysten das Volk benützen um selber noch mehr Geld zu machen, selber denken Sie was ganz anderes.

Übrigens der SMI hatte sein hoch im 1998 ab dann ging es doch nur noch runter.
Im SMI sind wir mitlerweile auf ein 6 Jahrestief gefallen und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Analysten predigen doch immer kaufen und mindestens 10 Jahre liegen lassen. Z.B: Zürichversicherung war 1998 bei 1250 Sfr. jetzt noch 125 Sfr. Was sagten man diesen Anlegern warten sie noch 5Jahre und sie sind in der Gewinnzone. Das glaubt woll keiner hier im Forum.


trader

von trader - am 28.01.2003 14:21

Re: analysten...

Bin mal über ein gutes Zitat von einem Anonymous gestossen, das sagt:

An economic forecaster is like a cross-eyed javelin thrower: they dont win many accuracy contests, but they keep the crowds attention.

Gruss

Neutrum

von Neutrum - am 28.01.2003 16:10
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