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Warranti, Mike

DAX: Es steht Spitz auf Kopf - SKS oder Flagge?

Startbeitrag von Mike am 25.02.2004 06:02

Smart Investor Weekly 7/2004
von Ralf Flierl, Smart Investor Magazin, 24. Februar 2004 18:01

Es steht Spitz auf Kopf - SKS oder Flagge?

Kürzlich war in einem Zeitungsartikel zu lesen, daß der Dax in den letzten Tagen ein richtiger „Langweiler“ geworden ist. Dem noch vor ein paar Wochen vor Kraft strotzenden Index sei nun die Puste ausgegangen.

Bestimmt kein Langweiler
Klar, die Aktienmärkte treten zur Zeit auf der Stelle, wobei unser heimischer Markt schon zu den schwächeren gehört. Bewerten Sie diesen Umstand aber nicht über, denn zuvor befand sich der Dax auch unter den relativ stärksten Indices. Was wir also aus dem Verhalten der letzten Zeit schließen können, ist: Der deutsche Aktienmarkt ist deutlich schwankungsfreudiger, neudeutsch: volatiler, als die meisten anderen Märkte, und wahrscheinlich wird er das auch noch lange bleiben. Ihn jedoch als „Langweiler“ zu bezeichnen, nur weil er ein paar Tage seitwärts läuft, das wird dem Sachverhalt unseres Erachtens nicht gerecht. Ein erfahrener Seemann, der mit seinem sechsten Sinn förmlich spürt, daß bald ein Sturm losbricht, der wird die fast schon obligatorische Ruhe vor diesem Sturm auch nicht als „langweilige“ Zeit sehen. Ganz im Gegenteil: Er wird sich – so gut es geht – auf diesen Sturm vorbereiten.

Finaler Schub?
Wenn denn bald ein Sturm zu erwarten ist, dann stellt sich natürlich immer noch die Frage, woher der Wind wehen wird bzw. wohin es die Aktien treiben wird. Wir stellen uns diese Frage hier schon seit ein paar Wochen und kommen ein ums andere Mal zu dem Schluß, daß noch ein finaler Schub in Richtung 4.500 Dax-Punkte anstehen dürfte (für die anderen Aktienindices sehen wir ebenfalls nochmals anziehende Kurse, allerdings i.d.R. weniger stark ausgeprägt). „Final“ deshalb, weil wir anschließend einen Einbruch erwarten bzw. eine mehrmonatige Konsolidierung, die man unseres Erachtens nicht unbedingt mit vollem Depot mitmachen sollte. Für uns bedeutet dies, daß wir unser Musterdepot in den kommenden Wochen bereinigen, d.h. um einige Positionen erleichtern werden. Im aktuellen Magazin Smart Investor (Probe-Abo: www.smartinvestor.de) haben wir in der Titelstory „Droht dem Dax demnächst ein Dämpfer?“ ausführlich beschrieben, was wir für die kommenden Wochen bzw. den Rest des Jahres erwarten. Diese Prognose wurde aufgrund verschiedenster Analyseverfahren erstellt. In erster Linie sind dies Methoden aus dem Bereich der Technischen Analyse, aber auch fundamentale Überlegungen spielten eine Rolle.

SKS komplettiert
Wenn man sich jedoch die Entwicklung der letzten Tage betrachtet, dann könnte man fast zu dem Schluß kommen, daß sich unsere These eines letzten Schubes bis 4.500 Punkte nicht bewahrheiten wird. Schließlich wurde die letzte Woche beschriebene Kopf-Schulter-Formation (= SKS) mit dem heutigen Tage komplettiert und somit aus Sicht der Chartanalyse ein klares Verkaufssignal gegeben (sh. Dax-Balkenchart auf Stundenbasis, Zeitraum Mitte Dez. 04 bis jetzt). Im eingeblendeten Chart ist zu sehen, daß die Nackenlinie im heutigen Tagesverlauf durchbrochen wurde. Ebenso wurde der inzwischen schon seit 11 Monaten bestehende Aufwärtstrend (seit März 2003) heute durchbrochen. Also quasi ein doppeltes Verkaufssignal! Wer rein technisch orientiert ist, müßte hier short gehen bzw. den Dax „verkaufen“. Dennoch sehen wir diese sicherlich ernst zu nehmenden Signale noch nicht in ein Umfeld eingebettet, welches nach „Verkaufen“ schreit. Weder sehen die meisten anderen Indices so bedrohlich aus, noch können wir bei den einzelnen Dax-Aktien über die Maßen bedrohliche Konstellationen erkennen. Allerdings: Der von uns angesprochene finale Schub könnte zeitlich gesehen nicht mehr in der ersten Hälfte des März sein Hoch ausbilden, sondern allenfalls Ende März oder aber Anfang April.

Noch Möglichkeit einer Flagge
Warum also sehen wir trotz dieser offensichtlichen SKS-Formation immer noch gute Chancen, daß die Märkte noch etwas nach oben laufen? Im Chart wurde blau hinterlegt eine sogenannte Flaggenformation angedeutet, die jedoch noch nicht abgeschlossen sein muß. Unter einer Flagge versteht man eine Konsolidierungsformation, welche tendenziell seitwärts und oftmals auch leicht abwärts geneigt verläuft. Der blau unterlegte Kanal bietet dabei einen ungefähren Richtwert für den unteren Wendepunkt. Demnach sollten die 3.980 im Dax nicht nachhaltig unterboten werden, zumindest nicht auf Schlußkursbasis. Um zu erkennen, ob diese Flaggen-Theorie realistisch ist, sollte die untere Begrenzungslinie nur für kurze Zeit touchiert bzw. unterboten werden. Außerdem sollte es dann von diesem Tief wieder sehr schnell in Richtung der Flaggen-Mitte gehen. Wenn dies passiert, so spricht vieles dafür, daß heute ein falsches Verkaufssignal generiert wurde (zum Thema „falsche Signale“ siehe SIW von letzter Woche). Soweit zur Theorie, für alle diejenigen, die die Märkte sehr kurzfristig betrachten. Wir vermuten, daß sich die Entscheidung zwischen einem klaren Verkaufssignal gemäß der SKS oder falschem Signal mit anschließender Bewegung nach oben wahrscheinlich bis spätestens morgen abend abzeichnen wird.

Zu unseren Empfehlungen
Die gefährliche Situation beim Dax – bei den anderen Indices können wir, wie gesagt, eine akute Gefahr noch nicht ausmachen – haben wir natürlich zum Anlaß genommen, unser Musterdepot nach möglichen Verkäufen bzw. Absicherungen via Stop Loss zu durchforsten. Bedrohliche Entwicklungen konnten wir dabei nicht feststellen, was sicherlich auch daran liegt, daß wir keinen einzigen Dax-Wert im Depot haben. Und die zuletzt besprochene, aber ursprünglich nicht fürs Depot vorgesehene Altana macht einen relativ starken Eindruck. Wir entscheiden uns daher um und kaufen nun doch 100 Altana zum morgigen Eröffnungskurs (akt. Kurs: 47,80 Euro) und setzen gleichzeitig ein Stop Loss bei 45,80 Euro (auf Schlußkursbasis am Frankfurter Parkett). Das bisher nicht erreichte Limit für die 15.000 Zaruma-Aktien bei 0,17 Euro wird weiterhin aufrechterhalten (dies entspräche einem Depotanteil von etwa 1,5 %, mehr sollte man auf diese riskante Aktie auch nicht setzen). Anders als im jüngsten Smart Investor-Heft angekündigt bei oberhalb von 3,00 Euro, stellen wir die 2.000 Energiekontor-Aktien schon jetzt bei aktuell etwa 2,60 Euro zum Verkauf, und zwar zum morgigen Eröffnungskurs. Unser Einstieg lag bei 2,25 Euro. Dieser Verkauf dient in erster Linie der Schaffung von Liquidität, zudem war die Energiekontor-Aktie ohnehin unter kurzfristigen Gesichtspunkten ins Depot aufgenommen worden.

Fazit:
Man sollte die Börse nicht unterschätzen. Wer sich als Investor stark an den großen Indices wie Dax, EuroStoxx oder S&P orientiert, der sollte in den kommenden Tagen ganz genau aufpassen, zumal sich hier eine wichtige Weichenstellung ergeben könnte. Das charttechnische Verkaufssignal, welches sich heute für den Dax ergeben hat, wollen wir nicht klein reden, allerdings fehlen uns bis zur Stunde darüber hinaus einfach noch Anhaltspunkte, um in unserem Musterdepot konkrete Handlungen durchzuführen. Schließlich versuchen wir hier nicht jede kleine Welle zu prognostizieren bzw. mitzunehmen, sondern einen guten Ausstiegpunkt für einen Teil unserer unter mittelfristigen Gesichtspunkten eingegangenen Positionen zu finden. Vielleicht wissen wir dahingehend kommenden Dienstag mehr. In jedem Falle lohnt es sich, weiter zu hoffen.


Ralf Flierl
Smart Investor Magazin

Antworten:

dnake, na immerhin, 2 möglichkeiten sieht der autor, rauf oder runter

von Warranti - am 25.02.2004 06:32
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