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vor 13 Jahren, 11 Monaten
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Bruno

Anschlag in Erbil und Angriffe in Bakuba

Startbeitrag von Bruno am 26.06.2004 13:18

Anschlag in Erbil und Angriffe in Bakuba - Sechs Tote
[26 Jun 2004 - 15:08]

(neu: Angriffe in Bakuba)

Erbil, 26. Jun (Reuters) - Mit Angriffen im nordirakischen Erbil und der zentral gelegenen Stadt Bakuba haben die Gegner der politischen Neuordnung des Landes am Samstag ihre Versuche fortgesetzt, die in vier Tagen geplante Machtübergabe zu sabotieren.

Bei der Explosion einer Autobombe in Erbil wurde offiziellen Angaben zufolge ein Mensch getötet. Unter den 40 Verletzten war auch der Kulturminister der kurdischen Regionalregierung, Mahmud Mohammed, dem der Anschlag offenbar gegolten hatte. In Bakuba nordwestlich von Bagdad griffen Rebellen die Gebäude zweier Gruppierungen an, die sich am politischen Neuaufbau des Iraks beteiligen, darunter das Haus der Partei des Chefs der Übergangsregierung Ijad Allawi. Dabei kamen drei Wachleute ums Leben. Bei einem weiteren Angriff im Norden des Landes wurde bei Kirkuk ein Polizist getötet. Ein US-Soldat erlag seinen Verletzungen, die er am Vortag bei einem Angriff in Bagdad erlitten hatte.

Am Donnerstag waren bei einer koordinierten Serie von Anschlägen in Mossul, Bagdad, Bakuba, Ramadi und Falludscha etwa 100 Menschen getötet worden. Das US-Militär rechnet mit weiteren Attentaten vor der für Mittwoch geplanten Machtübergabe an die irakische Übergangsregierung.

Bei dem Anschlag in Erbil 350 Kilometer nördlich von Bagdad wurde den Polizeiangaben zufolge ein Ladeninhaber getötet, als ein mit Sprengstoff bestücktes Auto in der Nähe einer Hochschule und eines Gebäudes des Kulturministeriums im Zentrum der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt detonierte. "Ich war auf meinem Weg ins Ministerium", sagte der verletzte Minister Mohammed auf seinem Krankenbett in der Klinik. "Es war eine Autobombe. Die Explosion hat mein Fahrzeug von außen getroffen."

Mohammed lastete die Tat den Extremisten im Land an. "Es war wie jeder Terroranschlag. Sie wollen den Frieden und die Demokratie stoppen. Die einzige Sprache, die sie kennen, ist die Gewalt. Sie wollen nicht, dass sich eine positive Situation für die Kurden entwickelt." Die kurdische Minderheit im Irak wurde unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein systematisch unterdrückt, soll nun aber in ihren Bevölkerungsgebieten im Norden des Landes weitgehende Autonomierechte erhalten.

In Erbil ist es in den 16 Monaten der US-Besatzung vergleichsweise ruhig geblieben. Im Februar allerdings waren bei zwei Selbstmordanschlägen auf die Büros einer kurdischen Partei mehr als 100 Menschen getötet worden.

In Bakuba stürmten Bewaffnete die örtliche Parteizentrale des Obersten Rates der Islamischen Revolution im Irak, eine moderate schiitische Gruppierung, die die neue Verfassung des Landes unterstützt. Zwei Wachmänner seien verletzt worden, sagten Augenzeugen.

Bei einem weiteren Angriff in der Stadt verjagten Rebellen die Wachmannschaften eines von Allawis Gruppierung genutzten Hauses und zerstörten das Gebäude anschließend mit Sprengsätzen. 30 Kilometer südlich von Kirkuk griffen Bewaffnete eine Polizeipatrouille an.

ast/bin

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