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Warrants.ch Warrants-Talk
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
svx_biker, Oekonom, Bauchentscheid, BOE1

Die Zeit der ÄNGSTLICHEN..

Startbeitrag von BOE1 am 19.01.2006 00:47

Ich finde den Artikel gut, so dass ich Ihn gerne weitergebe:

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Die Zeit der Ängstlichen


Ich finde es jedes Mal wieder interessant, wie es die Nachrichten schaffen, immer genau dann Panik zu verbreiten, wenn irgendwelche signifikanten Trendlinien erreicht wurden. Ich hatte Ihnen am Montag den Dax-Chart vorgestellt.

Kaum hat der Dax die obere Linie seines Aufwärtstrends getestet, der Dow steht an der oberen Begrenzung seiner Seitwärtsbewegung, schon häufen sich die schlechten Nachrichten: Irankonflikt spitzt sich zu, Probleme in Nigeria und der Ölförderung dort, Vogelgrippe in der Türkei, nun patzen auch noch Intel und Yahoo. In Asien (einem Land, dass sich seiner Technologie rühmt) kommt es zu Computerproblemen an den Börsen – outsch. Mal ganz abgesehen von der Bilanzmanipulation des japanischen Internetunternehmens Livedoor Co.

Die asiatischen Märkte zersägt es und auch der Dax kommt somit stärker ins Trudeln, als es nach den Intel und Yahoozahlen notwendig gewesen wäre.

Die normalen Reaktionen

Die Investoren sitzen mit zerknirschten Gesichtern vor ihren rot blinkenden Monitoren und in ihrem Kopf herrscht nach all der Gier der letzten Wochen nur noch ein Gefühl: Angst – Angst um ihre Gewinne.

Die Trader hauen hingegen in die fallenden Kurse ihre Kauf-Positionen in den Markt, schließlich hat der Dax gerade heute ein Gap (Kurslücke) gerissen, das wird sicherlich geschlossen, so die vorherrschende Meinung.

Der erfahrene Trader merkt noch an, dass häufig nach dem ersten Boden noch ein zweiter tieferer folgt ... und sieht alles etwas gelassener.

In den Börsenforen und -boards des Internets kommt es zu den üblichen Beschimpfungen und Anfeindungen – die Stimmung ist gereizt. Immer wenn die Börsen nach längeren Aufwärtsbewegungen plötzlich wieder fallen, wird allen Markteilnehmern schmerzlich klar, dass es sich bei der Börse doch nicht um ein nettes Computerspiel, sondern um reales Geld geht.

Wen interessieren schon die Nachrichten?

Dieses nette Kasperle-Theater ist spätestens am Nachmittag, wenn die Amis die Zahlen auch verdaut haben, wieder durch. Gehetzt erwarten die Marktteilnehmen dann die nächsten Zahlen, Nachrichten und Fakten, welche die Börse bewegen.

Wer den Kreis der Börsen betritt wird in steter Unruhe gehalten.

Was tun?

Das ist die Kernfrage der Mails, die ich heute erhalten.

"Nichts!", ist die lapidare Antwort. Was ist denn schon passiert? Wir befinden uns in einer vollkommen normalen Konsolidierung. Okay, der Dax ist nun viele Wochen immer nur gestiegen und gestiegen, da mag so ein Konsolidierung etwas auffälliger sein als sonst. Doch im Prinzip ist doch alles beim Alten:

Der Dax krabbelt langsam nach oben, Woche für Woche zäh und schwerfällig, dann kommt eine Konsolidierung und die Gewinne von mehren Wochen werden in wenigen Stunden zunichte gemacht. Das geht doch schon das ganze Jahr 2005 so.

Das war im letzten Jahr bullish, das ist auch weiterhin bullish!

Der Dow kann weiter in seiner Seitwärtsbewegung zwischen 9.700 Punkte und 11.000 Punkte bleiben. Der Dax hat noch Platz bis 5000 Punkte runter – kann allerdings jederzeit vorher wieder nach oben drehen, wir sind schließlich im Trend.

Alles noch kein Grund zur größerer Sorge.

Und wenn aus der Konsolidierung doch ein Abwärtstrend wird?

Ja, das kann immer passieren. Aus diesem Grund kann man ganz vorsichtig etwas Druck aus dem Depot nehmen. Aber überhastet zu reagieren ist immer falsch.

Wie ich schon seit fast zwei Jahren immer wieder wiederhole: Der Trend geht so lange weiter, bis er bricht. Bis jetzt hat er das nicht getan. Wenn er bricht, wird es schmerzhaft im Depot. Dieser Schmerz wird zum eigentlichen Anzeiger eines Trendwechsels. Nichts anderes sonst.

Der Trend ist so lange intakt, bis der Schmerz sein Ende ankündigt.

Eigentlich ein sogar mittelfristig bullishes Zeichen!

Ein letzter Punkt, den es unbedingt zu beachten gilt: Wenn diese Konsolidierung die Märkte noch etwas abwärts führt, ist die "Gefahr", dass wir in eine Übertreibungsphase einschwenken, den Trend nach oben verlassen, gebannt. Zu einer Übertreibungsphase kommt es immer am Ende eines Trends. Mit anderen Worten: Aktuell steigen sogar die Chancen, dass die Rally noch länger weiter geht. Das sollten Sie nicht aus den Augen verlieren!

Nun muss also abgewartet werden, wie weit diese Konsolidierung die Märkte abwärts treibt. Sie kennen meinen Ansatz: Erst die dann folgende Gegenbewegung wird viel über die Stärke des Trends verraten.

Nun bin ich gar nicht dazu gekommen, über die wirklichen Gefahren für die Märkte, den Iran und die Vogelgrippe, zu schreiben, vielleicht schaffe ich es Freitag

Bis dahin

Alles wird besser!

Ihr

Jochen Steffens

Antworten:

Den hatte ich auch gelesen - ist wirklich gut ;)

Wo war das schon wieder?



von svx_biker - am 19.01.2006 05:41

Deckt sich irgendwie mit meiner Meinung...

besonders Sätze wie der Trend geht weiter bis er bricht.

BE

von Bauchentscheid - am 19.01.2006 09:07

Re: Deckt sich irgendwie mit meiner Meinung...

Was nützt es einem Einsteiger von Ende Dezember wenn er warten sollte bis der Trend zu Ende ghet. Wann ist der Trend dann zu Ende? Nach 100 oder 300 Punkten im minus?

Da wäre der Call-Käufer von Ende Dez. schön in den Miesen. Nee Jungs, so einfach ist das ganze eben nicht.



von Oekonom - am 19.01.2006 09:11

Re: Deckt sich irgendwie mit meiner Meinung...

Seit Ende Dezember im Minus?

Das kommt immer darauf an, was man da ausgewählt hatte ;)
Wie auch schon geschrieben z.B. ABBXF @ 0.10 am 27. Dezember :hot:

Man schaue mal selbst, wo der heute steht.



von svx_biker - am 19.01.2006 09:15

Gegenfrage: Was nützt es wenn man gestern wegen

der ganzen Angst hier in Puts eingestiegen ist? Bereits am Ende des Tages stand man auch schön in den Miesen...

Okay, ist ein bisschen frech argumentiert, ich geb es ja zu, und deckt sich nicht unbedingt mit meiner Meinung. Ich wollte damit nur zeigen, dass diese Argumentation von Ende Dezember ein wenig gefährlich ist. Und fairerweise muss man sagen, dass der SMI trotz der letzten 2 Tage noch immer rund 2 % über Ende Dezember liegt.

Bei Trends geht es nicht nur darum, das richtige Ausstiegssignal, sondern genauso das richtige Einstiegssignal zu finden. Es gibt nämlich in jedem Trend genau einen Moment, an dem man nur noch Verlust machen kann, indem man einsteigt (Trendumkehr). Das ist der Punkt, an dem der Trend dreht und den Du meist sehr zuverlässig zu antizipieren versuchst. Wie gesagt, ich bin mit diesem Antizipieren schon häufiger auf die Nase gefallen und habe lange Trends verpasst. Ich glaube, die Internetblase hat mit Antizipieren nämlich jeder verpasst. Da konnte man so gut sein wie man wollte, die Übertreibungen nach oben waren schlichtweg für einen, der nicht nur dem Trend folgt, sondern die Trendumkehr zu prognostizieren versucht, untradebar. Einen RSI über 80 habe ich über solch eine lange Zeit an diversen Orten nicht gesehen. Deshalb, was schaden schon die paar Fränkli auf den gesamten Gewinn, wenn ich dafür sicher bin, den ganzen Trend mitzumachen. Nehmen wir mal an, der SMI steigt noch ein bisserl weiter, stehst Du dann die ganze Zeit an der Seitenlinie? Deshalb war es vielleicht besser, auch wenn man den optimalen Einstiegspunkt absolut verpasst hat, dennoch einzusteigen. Denn so kann man wenigstens sicher sein, dass man einen Upswing mitmacht. An der Seitenlinie könnte man sich hingegen noch die Haare raufen.

Als Fazit: Mir gehts eigentlich nur darum, in diesem Forum eine eigenständige Meinung zu vertreten. Das machen, mit Ausnahmen hier, nicht sehr viele. Doch den Dialog mit Dir schätze ich sehr.

BE

von Bauchentscheid - am 19.01.2006 09:37

Index oder Einzeltitel?

Beim SMI (DAX, DOW, etc) können halt immer auch einzelne Titel die Voraussage erschweren. Ohne Roche und vor allem Novartis wäre der SMI heute wohl genau so deutlich im Plus, wie er gestern im Minus stand.

Ich wage da schon viel eher, mich an einen Trend in Einzelwerten zu halten.

PS: Den Austausch hier schätze ich sehr. Vor allem auch, dass (meist) sowohl optimistische wie auch eher kritische Kommentare gemacht werden

:hot:



von svx_biker - am 19.01.2006 09:45

Re: Gegenfrage: Was nützt es wenn man gestern wegen

Ich habe ja nicht gesagt man solle putten. Ich habe mir spasseshalber am letzten Do einen KO-SMI Put gekauft und den am Freitagmorgen wieder gegeben. Mein Status ist mehrheitlich (mit einigen Ausnahmen sowie Metalle) flat.

Flat ist ein grosser Unterscheid zu short!

Nein, es geht darum, dass ich nur warnen wollte, vor zu viel Euphorie. Und die ist hier mehrheitlich vertreten. Daher auch immer eitel Sonnenschein in den Diskussionen solange es upgeht. Sobald es klemmt, wirds auch hier harzig (siehe Posting von BOE).

Komisch, die Mehrheit scheint sich nicht gerne mit schwierigen Phasen zu beschäftigen. Kommt wohl daher, dass die meisten wohl noch nicht lange in diesem Geschäft sind und schwierige Zeiten nicht kennen, bzw. bislang nur eines kannten: nämlich up.

Mir kann es im Prinzip ja völlig gleich sein, wer hier wieviel Kohle verbratet. Ich gehöre heute nicht dazu, den ich habe in den letzten Jahren meine diesbezüglichen Hausaufgaben gemacht und aus meinen früheren Fehlern gelernt...

Es würde mich nicht überraschen, wenn in diesem Jahr noch Phasen kommen, wo hier die Tränen nur so fliessen (alles schon hier mitgelesen). Mändli mag sich sicher auch noch erinnern, wo wir uns überlegen mussten, ob wir nicht Kleenex verschenken sollten...



von Oekonom - am 19.01.2006 10:00
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