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Warrants.ch Warrants-Talk
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anleger, whoi-, svx_biker, M. Keynes

Anmerkung zur Pathologie der Märkte

Startbeitrag von M. Keynes am 21.01.2006 08:41

Ein Blick gen' Himmel- und mir wurde schnell bewusst, dass die Wolken zu dicht sind, nicht nur im Graubünden (auch wenn's v. A. Après-Schii gegeben hätte), sondern auch über den Märkten. Wobei sich im letzteren Falle Wahrnehmung und Realität z. Z. eher voneinander weg zu bewegen scheinen.

Wir erinnern uns: vor Kurzem haben manche, auch ich, vor einer Korrektur gewarnt. Man sprach also gemeinhin von einer absolut notwendigen Korrektur (auch im Nikkei; die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben gut; "Up-Trend intakt."). Die Rede war also von einer Korrektur. Nun, ein paar Tage später ist aus himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt geworden. Ganz plötzlich. Und alle ziehen mit, getreu der Maxime "the trend is your friend." Interessant ist weniger dieser Pessimismus als solches, sondern die Art und Weise, WIE er sich innert kürzester Zeit entwickelt: schon seit mehr als zwei Handelstagen bewegt er sich nämlich nicht nur immer weiter weg von der Annahme einer einfachen, "technischen" Korrektur: Er ist bereits auf dem besten Wege, einem schon sehr fatalistischen Gesamtbild Platz zu machen: ALLES geht jetzt (r)unter..!

Das gesamte Verhaltensmuster lässt sich auch umgekehrt, bei einer Rally beobachten. Nur dass dann sehr schnell die Gefahr aufkommt, dass die Bäume allmählich in den Himmel zu wachsen scheinen: unglaubliche Wachstumsprognosen sind die Folge; klassische Bewertungskriterien verlieren plötzlich an Bedeutung (u. A. KGV's von über 80 werden zum Standard etc.), und alle ziehen freudig mit...

Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann werden die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung nämlich langsam ambivalent. Wie vor wenigen Tagen- das habe auch ich bei mir selbst im Falle von Google bemerkt: in meine Euphorie mischten sich urplötzlich Zweifel an der Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstieges- schlieslich habe ich GOOFY dann doch nicht gekauft. Ich zweifle im speziellen Falle GOOG übrigens nicht an einer Erhohlung vom jetzigen oder noch tieferen Niveau- diese Bude ist einfach zu innovativ.

Was ich eigentlich sagen möchte: o. erw. Verhaltensmuster (das übrigens ständig wiederkehrt) passt hervorragend ins Raster einer manisch-depressiven Persönlichkeit. Die Gemütsverfassung einer solchen Person ist nicht ausgeglichen, sondern von extremen Zyklen in beide Richtungen (manisch = himmelhoch jauchzend) und depressiv (zu Tode betrübt) geprägt. Das soziale Überleben im Falle eines chronischen Verlaufes dieser Erkrankung ist bei einem solchen Menschen übrigens ausserordentlich gefährdet.

Auf die Märkte bezogen heisst das: normal sind sie nicht; vielmehr folgen sie einem schon fast pathologisch zu nennenden Verhaltensmuster.

...Nur dass kein Psychiater zu Stelle ist, der dieser "Person" Lithium verabreichen könnte, als Prophylaxe sozusagen...

Grüsse ;-)

Antworten:

Übertreibung gewisser Medien

Dazu ist gerade heute auch ein interessanter Artikel in der FuW.

Zusammenfassend kann man sagen, dass vor allem die Übertreibung gewisser Medien (sogar 10vor10) mit Aussagen wie "Nikkei fällt ins Bodenlose" viel Unsicherheit und Unwahrheiten verbreitet haben.

Wie Du selbst schreibst war noch vor einigen Tagen eine notwendige und wünschbare Korrektur (Konsolidierung) erwartet worden. Wenn das Ereignis dann tatsächlich da ist, lassen sich einige gleich wieder von Medien - die sonst zum Börsengeschehen fast gar nichts zu sagen wissen - übermässig stark beeinflussen.

Ich schaue in diesen Tagen eher gezielt, wo sich durch Kursrückschläge ein Einstieg oder ein Aufstocken lohnt. Wobei ich allerdings dann auch nicht davon ausgehe, dass sich die einmal gewählten Warrants innerhalb Tagen (oder gar intraday) verdoppeln müssen. Manchmal wäre auch beim Handeln mit Derivaten etwas mehr Weitblick und Geduld von Vorteil.



von svx_biker - am 21.01.2006 11:41

Re: Übertreibung gewisser Medien

darf ich daran erinnern, dass die börsen seit oktober allerdings auch durch die Medien entsprechend nach oben getrieben wurden ....

p.s. was den Nikkei und jap. Börsenhandel anbelangt so darf man da die sache durchaus kritisch betrachten:

a) Japans Börse ist nicht imstande ein Durchschnittsvolumen zu verarbeiten (jaja, am tag des livedoor massaker waren die volumina an der Tokioter Börse nicht grösser als sonst, man betrachte dazu einfach die daily volumen letzter woche) und muss den Handel verfrüht beenden (notabene zum ersten Mal in der Geschichte des jap. Börsenhandels) !

b) Mehrmalige Fehleingaben durch Mitarbeiter konnten nicht rückgängig gemacht werden, bzw. lösten Fehlsignale aus. (letztes Jahr und Montag)

c) Dass der ehemalige Chef der Börse plus einige der obersten Führungsmitglieder den Hut deswegen nahmen bringt nicht mehr Transparenz rein.

d) dass Unternehmen wie Livedoor Gewinne aufbauschen à la Worldcom etc. ist ein Novum für die einem starken Unternehmensethos unterworfenen Japaner und lässt für die Zukunft nicht grade hoffen, fehlt nur noch dass dort drüben auch noch der "Sarbannes-Oexley" Akt eingeführt wird.... :rolleyes:

=> in allem bin ich gespannt wie die Japaner einen wirklich kritischen Börsentag managen werden, dabei spreche ich von ähnlichen 4-6% Minus dann aber die ganze Börse und nicht ein Unternehmen (livedoor) betreffend. Ich hoffe sie kriegens in den Griff. :(



von whoi- - am 21.01.2006 11:58

Re: Übertreibung gewisser Medien

Dem kann ich nur zustimmen, beim optionenhandel besteht die Gefahr das man zu viel rein schaut eigentlich fast schon non stop und dadurch den überblick verliert, man muss in 1-2 Wochen denken, der haken ist nur man ist schnell im Minus wenn es gerade nicht in die gewünschte Rihtung dreht.


Gruss
Anleger

von Anleger - am 21.01.2006 12:16
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