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vor 11 Jahren, 7 Monaten
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moneywell, Steeplejack, Horse rider

Weitere Gefahr für den USD

Startbeitrag von Horse rider am 02.03.2006 11:15

Ich bin wirklich überrascht, dass es dieses Thema so gut wie gar nicht in die Nachrichten geschafft hat, ganz im Gegensatz zu den nuklearen Ambitionen des iranischen Präsidenten. Deshalb greife ich dieses Thema hier auf, damit Ihnen diese potenziell sehr wichtige Information nicht entgeht. (Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass unsere Trader's Daily-Gemeinde in entscheidenden Punkten besser informiert ist als die breiten Anlegerschichten.) Um was geht es:

In 18 Tagen – am 20. März 2006 – soll eine neue Ölbörse öffnen. Und zwar ... im Iran.

An dieser neuen "Iranian Oil Bourse" bzw. "International Oil Bourse" soll – und das ist entscheidend – in Euro gehandelt werden.

Dabei wird ansonsten der Handel mit Rohöl weltweit in Dollar abgewickelt.

Damit könnten nun Ölkäufer- und Verkäufer ihre Transaktionen vollständig in Euro abwickeln, und den Dollar so komplett umgehen. Es gäbe für viele Marktteilnehmer einen Anreiz, dies auch zu tun. Nehmen wir nur die Chinesen:

Die würden sich freuen, wenn ihre riesigen Devisenreserven (Sie wissen: aufgrund des riesigen chinesischen Handelsbilanzüberschusses im Handel mit den USA fließen jeden Tag Hunderte Millionen Dollar nach China) nicht mehr nur ausschließlich in Dollar halten würden.
Bis jetzt kaufen die Chinesen mit ihren Dollar-Reserven hauptsächlich in Dollar notierte US-Staatsanleihen, um etwas Zinsen zu erzielen. Aber dadurch sind sie weiterhin sehr stark auf den Dollar ausgelegt. Wenn die Chinesen nun gegen Euro Erdöl kaufen würden, müssten sie natürlich auch Euro-Reserven aufbauen. Der Kauf von in Euro notiertem Erdöl wäre da ein willkommener Anlass, die Devisenreserven zu diversifizieren. (Das bedeutet natürlich nicht, dass die Chinesen nicht auch weiterhin für Dollar Erdöl kaufen würden – denn die Chinesen haben nach wie vor einen so großen Rohstoff-Hunger, dass sie für Dollar UND Euro kaufen werden, ganz egal). Aber China würde sicherlich damit beginnen, Euro-Reserven aufzubauen, und an der neuen Euro-Erdölbörse Öl kaufen.
Auch europäische Erdöl-Einkäufer hätten einen Vorteil: Denn sie müssten ihr Erdöl nicht mehr in Dollar bezahlen (und Währungssicherungsgeschäfte eingehen, etc.), sondern könnten in ihrer eigenen Währung bezahlen, was Kosten spart. Hierzu wäre es natürlich notwendig, dass die iranische Ölbörse verlässlich wäre, Lieferungen von dort müssten problemlos abgewickelt werden können. Auch wenn das derzeit nicht unbedingt der Fall wäre – wer weiß, ob das nicht schon bald der Fall sein wird? Ich sehe bei den Iranern, unseren indogermanischen Vettern (siehe Trader's Daily vom 22.2.) großes Potenzial. Außerdem muss an der iranischen Erdölbörse ja nicht nur iranisches Erdöl gehandelt werden. Es könnte durchaus sein, dass – nicht sofort, aber bald – z.B. venezuelanisches Erdöl dort gehandelt wird. In Euro. Und das könnte für europäische Käufer sehr interessant werden.
Dann noch "die Araber". Es ist ja eine bekannte Tendenz, dass arabische Investoren ihr Geld aus den USA abziehen und lieber in anderen Währungen sowie Gold anlegen. So haben z.B. einige Saudis ganz offensichtlich die Befürchtung, dass ihr Vermögen in den USA eingefroren werden könnte. Das ist auch ein Grund dafür, dass derzeit so viel Geld nach Dubai fließt. Wenn nun auch der Erdölhandel in Euro möglich wäre, können Sie sicher sein, dass einige arabische Erdölexportierende Länder liebend gerne vom Dollar auf den Euro umsteigen würden.
Schließlich noch "die Russen". Ein Großteil des russischen Außenhandels wird mit Europa abgewickelt. Und zwar mit Euroland. Wenn die Russen für ihr Erdöl nun Euro erhalten könnten – dann wäre das für sie durchaus sinnvoller, als ihr gesamtes Erdöl gegen Dollar zu verkaufen, und einen Teil des Erlöses dann in Euro tauschen zu müssen.

Diese iranische Ölbörse könnte für den Dollar gefährlicher werden als eine iranische Atombombe.

Von: Michael Vaupel, Trader's Daily

Antworten:

Danke, Horserider, für den super Artikel.

Vielleicht bekommt der USD nun bald den Platz den es aufgrund der zugrunde (und eigentlich auch am Grunde) liegenden Volkswirtschaft verdient.

Ich bleib bei meinen Edelmetallen...



von Steeplejack - am 02.03.2006 11:38
Einen sehr interessanten aber gleichzeitig auch beängstigenden Artikel findet ihr zu diesem Thema auch hier: [www.german-news.de]

Gruss
Moneywell

von moneywell - am 02.03.2006 15:32
Link geht anscheinend nicht mehr, hier der Text:

Zitat

Politik und Gesellschaft : IRAK IRAN kontra USA : Bricht das ökonomische Kartenhaus der USA zusammen? - The Proposed Iranian Oil Bourse

Machtspiele der anderen Art bei der Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran und Irak

Interessante Einsichten von Krassimir Petrov

Auszüge aus seinem Artikel im Energy Bulletin:

In einer Analyse des Energy Bulletin erkennt Krassimir Petrov den eigentlichen Grund für den bevorstehenden Irankrieg in einem Projekt der iranischen Regierung, das geeignet wäre, dem amerikanischen Imperium den Todesstoß zu versetzen.

Die hochgefährliche Waffe, das die Macht der USA niederstrecken könnte, wäre nach seiner Untersuchung jedoch nicht nuklearer Art oder eine andere Massenvernichtungswaffe. Es handele sich dabei um die von den Iranern geplante Ölbörse, die den US-Dollar unterminieren und das ökonomische Kartenhaus der USA zum Einsturz bringen könnte.

Der starke Anstieg des Goldpreises wäre damit ebenfalls auf die Erwartungshaltung der globalen Finanzmärkte zurückzuführen, die einen Zusammenbruch des Dollars befürchten.

*Der Start der iranischen Ölbörse ist für den März 2006 geplant. Ist dann mit Kriegsvorbereitungen der USA zu rechnen?

I. Ökonomie der Imperien

Während ein Nationalstaat seine eigenen Bürger besteuert, kann ein Imperium andere Nationalstaaten besteuern. Die Geschichte der Imperien, von den Griechen und den Römern, bis zu den Osmanen und den Briten lehrt uns, dass das wirtschaftliche Fundament jedes einzelnen Imperiums die Besteuerung anderer Staaten ist.

Die Fähigkeit andere Staaten zu besteuern, lag immer die größere Wirtschaftskraft des Imperiums (USA) zugrunde, und als dessen Folge, die größere Militärkraft.

Ein Teil der vom unterworfenen Staat eingetriebenen Steuern diente der Erhöhung des Lebensstandards des Imperiums, während der andere Teil in die Stärkung des Militärs floss, um die Steuereintreibung durchzusetzen.

Zum ersten Mal in der Geschichte konnte Amerika im 20. Jahrhundert die Welt indirekt durch Inflation besteuern. Es brauchte keinen Anspruch auf direkte Zahlungen erheben wie es alle Vorgänger-Imperien zu tun pflegten, sondern die USA verteilen statt dessen ihr eigenes Papiergeld, den US-Dollar, an andere Länder und erhalten dafür reale Güter.

Das alles geschieht mit der Absicht, den US-Dollar durch Inflationierung abzuwerten und damit jeden Dollar später mit weniger Gütern zurückzuzahlen – die Differenz entspricht der US-amerikanischen imperialen Steuer. Und so spielte sich der Prozess ab.

Im frühen 20. Jahrhundert begann die amerikanische Wirtschaft die Weltwirtschaft zu dominieren. Der US-Dollar war an Gold gebunden, d.h. weder erhöhte noch reduzierte sich der Wert eines Dollars, sondern er entsprach fortwährend derselben Menge Gold.

Die Weltwirtschaftskrise, mit der in den Jahren 1921 bis 1929 vorausgehenden Inflation und den nachfolgenden explodierenden Budgetdefiziten, erhöhte die im Umlauf befindlichen Banknoten signifikant, was die Deckung des Dollars mit Gold unmöglich machte.

Folglich entkoppelte US-Präsident Franklin D. Roosevelt, 1932 den Dollar vom Gold. Bis zu diesem Punkt mögen die USA wohl die Weltwirtschaft dominiert haben, aus einer ökonomischen Perspektive waren die USA jedoch kein Imperium. Die Bindung an das Gold erlaubte es den Amerikanern nicht, sich auf Kosten anderer Länder zu bereichern.

Seine ökonomische Geburtsstunde erlebte das amerikanische Imperium mit dem Bretton-Woods Abkommen im Jahre 1945. Der US-Dollar war nicht mehr voll in Gold konvertierbar, sondern nur mehr für ausländische Regierungen in Gold konvertierbar.

Das begründete den Status des Dollars als Weltwährungsreserve. Dies war möglich, weil die Vereinigten Staaten während des 2. Weltkrieges gegenüber ihren Verbündeten darauf bestanden, dass Güterlieferungen mit Gold bezahlt werden mussten, wodurch die USA einen Großteil des weltweit verfügbaren Goldes akkumulieren konnten.

Weiter schreibt er: Die ständigen Handelsbilanzdefizite führten zu einem Anstieg der Beteiligungen in US-Dollar von Ausländern und das ist gleichbedeutend mit einer Steuer – die klassische Inflationssteuer, die ein Land seinen eigenen Bürgern auferlegt, hoben dieses Mal die Vereinigten Staaten vom Rest der Welt ein.

Um das amerikanische Imperium aufrecht zu erhalten und um den Rest der Welt weiter zu besteuern, mussten die Vereinigten Staaten seither die Welt dazu zwingen, den beständig an Wert verlierenden Dollar im Austausch für Güter zu akzeptieren und immer größere Menge des beständig an Wert verlierenden Dollar zu halten.

*Ähnlich verhält es sich auch mit dem Hanf, dessen Verbot "weltweit" von der amerikanischen Regierung durchgesetzt wurde, um die Nylonindustrie (patentiert in den USA) zu schützen.

Die USA mussten also eine ökonomische Begründung finden, warum die Welt Dollar halten sollte und diese Begründung war das Rohöl.

1971 wurde es immer offensichtlicher, dass die amerikanische Regierung nicht mehr imstande war, ihre Dollar mit Gold zurückzukaufen, und so traf sie 1972/73 mit Saudia Arabien die Vereinbarung, dass die USA das Königshaus Saud fortan unterstützen würden, wenn dieses als Gegenleistung nur mehr US-Dollar für ihr Rohöl akzeptiert. Die restlichen Mitglieder OPEC taten es Saudi Arabien gleich und akzeptierten ebenfalls nur mehr Dollar.

Weil die Welt Öl von den Arabischen Ländern kaufen musste, bestand ein Grund, Dollar für die Bezahlung des Öls zu halten. Weil die Welt immer größere Mengen an Öl benötigte, konnte die Nachfrage nach Dollar nur steigen. Auch wenn Dollar nicht mehr länger in Gold gewechselt werden konnte, waren sie nun gegen Öl wechselbar.

Die ökonomische Quintessenz dieser Vereinbarung war, dass der Dollar nun von Öl gedeckt wurde. Solange dies der Fall war, musste die Welt Unmengen an Dollar akkumulieren, weil sie diese Dollar für den Einkauf von Öl benötigten. Solange der Dollar die einzig akzeptierte Währung im Ölgeschäft war, war die Dominanz des Dollars in der Welt gesichert und Amerika, repsektive die USA konnten den Rest der Welt besteuern.

Falls, aus welchem Grund auch immer, der Dollar seine Öldeckung verlöre, würde das amerikanische Imperium untergehen. Der Überlebensdrang des Imperiums diktiert daher, dass Öl nur für Dollar verkauft werden darf. Er diktiert auch, dass die verschiedenen Länder mit Ölreserven nicht stark genug sein dürfen, politisch oder militärisch, um für die Bezahlung des Öls etwas Anderes als Dollar zu verlangen.

Falls jemand ein anderes Zahlungsmittel verlangen würde, müsste er entweder mit politischem Druck oder militärischen Mittel überzeugt werden, diese seine Meinung zu ändern.

Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte, war Saddam Hussein im Jahr 2000.

Zunächst wurde seine Forderung mit Spott und Hohn begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, dass er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändert.

Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig und eine Strafaktion stand an.

George W. Bushs Operation „Schock und Ehrfurcht“ im Irak drehte sich nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium.

Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, dass jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf die selbe Art bestraft würde.

Viele kritisierten Bush für seinen Angriff auf den Irak, weil sie glaubten, dass es Bush um die Eroberung der irakischen Ölfelder ging. Allerdings können diese Kritiker nicht erklären, warum Bush es überhaupt nötig hätte, diese Ölfelder zu erobern – er könnte ja einfach kostenfrei Dollar drucken und mit diesen soviel Öl kaufen, wie er benötigt. Er muss daher andere Gründe für seine Invasion gehabt haben.

Die Geschichte lehrt, dass ein Imperium aus zwei Gründen in den Krieg ziehen soll: (1) um sich zu verteidigen oder (2) um vom Krieg zu profitieren; falls nicht, wie Paul Kennedy in seinem richtungweisenden Werk „The Rise and Fall of the Great Powers“ ausführt, die militärische Überdehnung die ökonomischen Mittel erschöpft und den Kollaps des Imperiums herbeiführt.

Ökonomisch betrachtet muss der Nutzen eines Krieges dessen militärische und soziale Kosten übersteigen, damit ein Imperium einen Krieg vom Zaun bricht. Der Gewinn aus den irakischen Ölfeldern ist kaum die Kosten über viele Jahre hinweg wert. Nein, Bush musste den Irak angreifen, um sein Imperium zu verteidigen.

Genau das ist in der Tat der Fall: zwei Monate nachdem die Vereinigten Staaten in den Irak einmarschierten, wurde das „Oil for Food“ Programm beendet, die auf Euro lautenden irakischen Konto in Dollar-Konten rückgewandelt und das Öl wurde wieder nur für US-Dollar verkauft.

Die Welt konnte nun nicht mehr irakisches Öl mit Euro erwerben. Die globale Vormachtstellung des Dollars war wiederhergestellt. Siegreich stieg Bush aus einem Kampflugzeug aus und erklärte die Mission für vollendet – er hatte den US-Dollar erfolgreich verteidigt und damit das amerikanische Imperium.

II. Die iranische Ölbörse

Die iranische Regierung hat schlussendlich die ultimative “nukleare” Waffe entwickelt, die über Nacht das Finanzsystem zerstören kann, auf dem das amerikanische Imperium aufgebaut ist. Diese Waffe ist die iranische Ölbörse, die laut Plan im März 2006 starten soll. Die Börse wird auf einem Euro-Öl-Handelssystem basieren, was natürlich die Bezahlung in Euro impliziert.

Dies stellt eine viel größere Bedrohung für die Hegemonie des Dollars dar als seinerzeit Saddam, weil es jedermann ermöglicht, Öl für Euro zu kaufen und zu verkaufen und damit den US-Dollar völlig zu umgehen. Es ist wahrscheinlich, dass fast jeder das Euro-Öl-System übernehmen wird:

- Die Europäer bräuchten keine Dollar mehr zu kaufen und zu halten, um Öl zu kaufen, sondern würden statt dessen mit ihrer eigenen Währung bezahlen. Die Einführung des Euro für Öltransak-tionen ließe die europäische Währung den Status einer Reservewährung einnehmen, was den Europäern auf Kosten der Amerikaner zum Vorteil gereichen wird.

- Die Chinesen und Japaner werden mit besonderem Eifer die neue Börse annehmen, weil es ihnen erlaubt, ihre enormen Dollarreserven drastisch zu reduzieren und mit Euro zu diversifizieren, womit sie sich gegen die Abwertung des Dollars schützen können.

Einen Teil ihrer Dollar werden sie auch in Zukunft halten wollen; einen zweiten Teil ihrer Dollarreserven werden sie vielleicht sofort auf den Markt werfen; einen dritten Teil werden sie für spätere Zahlungen verwenden, ohne diese Dollarbestände je wieder aufzufüllen, denn sie werden dafür ihre Eurobestände erhöhen.

- Die Russen haben ein inhärentes ökonomisches Interesse an der Einführung des Euro – der Großteil ihres Handels ist mit europäischen Ländern, mit ölexportierenden Ländern, mit China und mit Japan.

Die Einführung des Euro würde mit sofortiger Wirkung den Handel mit den ersten bei-den Blöcke abdecken, und im Laufe der Zeit den Handel mit China und Japan erleichtern. Darüber hinaus verabscheuen die Russen offensichtlich das weitere Halten von an Wert verlierenden Dollar, weil sie seit kurzem wieder auf Gold setzen.....

- Die arabischen erdölexportierenden Länder werden den Euro begierig übernehmen, um auf diese Weise den Anteil ihrer steigenden Mengen an an Wert verlierenden Dollar zu senken.

Wie die Russen handeln sie vornehmlich mit europäischen Ländern, weswegen sie die europäische Währung sowohl wegen ihrer Stabilität als auch als Schutz gegen Währungsrisiken präferieren, ganz zu schweigen von ihrem Jihad gegen den ungläubigen Feind.

Nur die Briten befinden sich in der Zwickmühle. Sie haben bereits seit Ewigkeiten eine strategische Partnerschaft mit den USA, aber sie verspüren auch eine natürlich Anziehungskraft zu Europa. Bislang hatten sie viele Gründe, sich an die Seite des Siegers zu stellen.

Wenn sie allerdings ihren alten Verbündeten fallen sehen, werden sie dann standhaft hinter ihm stehen oder ihm den Gna-denstoß versetzen? Wir sollten nicht vergessen, dass im Augenblick die beiden führenden Ölbör-sen die New Yorker NYMEX und die in London ansässige „International Petroleum Exchange“ (IPE) sind, auch wenn beide de facto im Besitz der Amerikaner sind.

Es ist wahrscheinlicher, dass die Briten mit dem sinkenden Schiff untergehen werden, denn andernfalls würden sie ihrem nationalen Interesse an der Londoner IPE zuwiderhandeln und sich ins eigene Knie schießen.

Es darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass das gesamte Gerede über die Gründe für die Beibehaltung des Britischen Pfund die wahre Ursache verkennt; es ist sehr wahrscheinlich, dass die Briten dem Euro nicht beitraten, weil die Amerikaner sie zu diesem Verzicht drängten: ansonsten hätte die IPE den Euro übernehmen müssen, was den Dollar und Englands strategischen Partner tödlich verwundet hätte.

Unabhängig davon wie die Briten entscheiden, sollte die iranische Ölbörse erfolgreich starten, sind in jedem Fall die Eigeninteressen der bedeutenden Mächte – die der Europäer, Chinesen, Japaner, Russen und Araber – so gelagert, dass diese Länder den Euro auf schnellstem Wege übernehmen werden und damit das Schicksal des Dollars besiegeln.

Die Amerikaner können es niemals erlauben, dass das passiert und, falls notwendig, werden sie auf eine Vielzahl an Strategien zurückgreifen, um die Inbetriebnahme der Börse zu stoppen oder zu behindern:

- Sabotageakte gegen die Börse – das könnte ein Computervirus sein, eine Attacke gegen ein Netzwerk, gegen die Kommunikationseinrichtungen oder gegen den Server, verschiedenartige Angriffe auf die Serversicherheit oder eine Attacke nach dem Muster von 9/11 gegen das Haupt- oder ein Nebengebäude.

- ein Staatsstreich – die mit Abstand beste langfristige Strategie, die den Amerikanern zur Verfügung steht.

- Verhandlung von akzeptablen Konditionen – eine andere exzellente Lösung für die Amerikaner. Gewiss ist ein Staatsstreich die bevorzugte Strategie, weil dieser die Nichtinbetriebnahme der Börse garantiert und daher die amerikanischen Interessen nicht mehr gefährdet wären. ....

- eine gemeinsame UN Kriegsresolution – das wird ohne Zweifel schwierig zu erreichen sein, an-gesichts der nationalen Interessen der anderen Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates. .........

- Unilateraler Angriff mit Atomwaffen – das ist aus denselben Gründen, die mit der nächsten Strategie, dem unilateralen totalen Krieg verbunden sind, eine fürchterliche strategische Wahl. Die Amerikaner werden wahrscheinlich .... auf Israel zurückgreifen.

- Unilateraler Totaler Krieg – das ist offensichtlich die schlechteste strategische Wahl. Erstens, weil die amerikanischen Streitkräfte von zwei Kriegen bereits erschöpft sind. Zweitens, weil sich die Amerikaner damit weiter von den anderen mächtigen Nationen entfremden. Drittens, weil Länder mit bedeutenden Dollarreserven entscheiden könnten, still und leise Vergeltung zu üben, indem sie ihre eigenen Berge an Dollars auf den Markt werfen, um auf diese Weise die USA von der weiteren Finanzierung ihrer militärischen Ambitionen abzuhalten.

*Die USA unterliegen schon heute diesen Problmen, da insbesondere China riesige Berge an Doller besitzt, deren Verkauf die USA Wirtschaft in Mark und Bein treffen würde. Der Dominoeffekt würde allerding auch die Europäer stark treffen.

Und schließlich hat der Iran strategische Allianzen mit anderen mächtigen Staaten, die bei einem Angriff auf Seiten des Irans in den Krieg eintreten könnten; angeblich hat der Iran solche Allianzen mit China, Indian und Russland, besser bekannt als die „Shanghai Cooperative Group“, auch bekannt als „Shanghai Coop“ und einen separaten Pakt mit Syrien.

Welche strategische Option auch immer gewählt wird, von einem rein ökonomischen Standpunkt aus gesehen, wird die iranische Ölbörse, sollte sie jemals den Betrieb aufnehmen, von den bedeutenden Wirtschaftsmächten rasch angenommen werden und wird so den Untergang des Dollars einläuten. Der kollabierende Dollar wird die amerikanische Inflation dramatisch anheizen und einen starken Druck auf die Erhöhung der Zinsen am langen Ende auslösen.

An diesem Punkt wird sich die FED zwischen Scylla und Charybdis wiederfinden – zwischen Deflation und Hyperinflation – sie wird entweder dazu gezwungen sein, die „klassische Medizin“ – Deflation – einzunehmen, indem sie die Zinssätze erhöht und die FED wird so eine größere Wirtschaftskrise, den Kollaps des Immobilienmarktes und eine Implosion des Anleihen- und Aktienmärkte, sowie des Marktes für Derivate, kurz den totalen Zusammenbruch des Finanzsystems, auslösen. ..........

...Ohne Zweifel wird der Oberbefehlshaber Ben Bernanke, ein renommierter Kenner der „Great Depression“ und ein versierter Black Hawk – Pilot, die Inflation wählen. „Helicopter Ben“, der Rothbards „America’s Great Depression nicht kennt, hat trotzdem die Lehren aus der „Great Depression“ und der vernichtenden Kraft der Deflation gezogen. Alan Greenspan klärte ihn über das Allheilmittel für jedes einzelne Problem des Finanzsystems auf – die Inflationierung, egal was auch passieren mag.

Über den Autor: Krassimir Petrov (Krassimir_Petrov@hotmail.com) erhielt seinen Ph. D. in Volkswirtschaftslehre von der Ohio State University und unterrichtet im Augenblick Makroökonomie, International Finance und Oekonometrie an der “American University” in Bulgarien.

Der Beitrag von Krassimir Petrov stand im Energy Bulletin v. 18. Januar 2006: www.energybulletin.net/12125.html (english version)

Den komplett übersetzten Text finden Sie unter www.choices.li/item.php?id=163

Für die Genehmigung des Abdruckes danken wir dem Autor.

Einen weiteren interessanten Aspekt zum Größenwahnsinn der George W. Bush Regierung finden Sie bei "Perspektive unabhängige Kommunikation" - www.puk.de.

Dort wird das Thema "Der nukleare Angriff gegen den Iran, die Aggression gegen Kuba, Venezuela und Bolivien und der Sozialismus des 21. Jahrhunderts" detailiert behandelt.

Direkter Link zum Artikel in puk.de hier.

Für alle Freiwilligen stehen Informationen der Freiwilligen-Divison-Angela zur Verfügung und können sich für den nächsten Kampf anmelden. Die Seiten der Division werden bei Bedarf dann wieder aktualisiert und alle Interessierten werden umgehend zum nächsten Einsatz informiert.


von moneywell - am 02.03.2006 15:35
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