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vor 11 Jahren, 7 Monaten
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M. Keynes, Leguan, prophecy

Japan und die Zinsen

Startbeitrag von M. Keynes am 04.03.2006 15:54

Japans Geldpolitik vor der Kehrtwende

Steigende Konsumentenpreise - Rätselraten über künftige Strategie

In Japan scheinen die Tage der antideflationären Geldpolitik gezählt zu sein. So sind die Konsumentenpreise im Januar bereits im dritten Monat in Folge gestiegen. Einige Beobachter rechnen bereits in der kommenden Woche mit einer geldpolitischen Kehrtwende.



tf. Tokio, 3. März

In Japan zeichnet sich in immer deutlicheren Konturen ein Ende der Deflation ab. Wie am Freitag veröffentlichte Regierungsstatistiken zeigen, sind die Konsumentenpreise im Januar bereits im dritten Monat in Folge gestiegen. Mit einem Plus von 0,5% verzeichnete der Kernindex der Konsumentenpreise, der die volatilen Preisschwankungen von Frischprodukten ausklammert, den stärksten Zuwachs seit acht Jahren. Der Anstieg fiel dabei leicht stärker aus, als er von Beobachtern erwartet worden war. Bereits im November und Dezember hatte der Index mit einer Zunahme um je 0,1% das lang ersehnte Ende der Deflation signalisiert.
Politikänderung schon im März?

Mit dem zusehends robuster anmutenden Preistrend dürften die Tage der extrem lockeren Geldpolitik, die von der Bank of Japan seit fünf Jahren betrieben wird, gezählt sein. Die geldpolitische Behörde hat als Voraussetzung für einen Kurswechsel stets drei Bedingungen formuliert: erstens ein steigender Konsumentenpreisindex während mindestens einiger Monate, zweitens die Überzeugung, dass auf absehbare Zeit keine Rückkehr der Deflation befürchtet werden muss, und drittens eine genügend kräftige Gesamtwirtschaft, welche die Folgen einer restriktiveren Politik zu schultern vermag. Diese drei Bedingungen dürften derzeit erfüllt sein - erst recht angesichts eines im Quartal per Ende Dezember registrierten Wirtschaftswachstums um annualisiert 5,5%, womit Japan ungleich stärker expandiert als die USA oder die Länder der Europäischen Union.

Eine wachsende Zahl von Ökonomen spekuliert daher, dass die Bank of Japan allenfalls bereits an ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag und Freitag kommender Woche die Kehrtwende einläuten wird. Als ausgemacht gilt jedoch, dass ein entsprechender Entscheid spätestens im April erwartet werden kann. Ein Wechsel des geldpolitischen Regimes ginge dabei nicht unmittelbar mit einem Ende der Nullzinspolitik einher. Im Rahmen einer sukzessiven Abkehr von der Politik der quantitativen Lockerung gälte es zunächst vielmehr, bei Aufrechterhaltung eines Zinsniveaus nahe Null überschüssige Liquidität aus dem Bankensektor abzupumpen. Hierzu würde das derzeit zwischen 30 Bio. und 35. Bio. Yen liegende Zielband für täglich fällige Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank in Etappen nach unten reduziert. Erst in einem zweiten Schritt - und wohl frühestens ab dem dritten Kalenderquartal - würden dann auch die Zinsen erhöht.
Ringen um die künftige Kommunikation

Eine in Bälde anstehende Politikänderung legt auch die Beobachtung nahe, dass jüngst das Drängen der Regierung auf eine Beibehaltung der gegenwärtigen Politik etwas nachgelassen hat. Zwar betonten am Freitag sowohl Innenminister Heizo Takenaka als auch Finanzminister Sadakazu Tanigaki, dass sich Japan nach wie vor in einem Zustand milder Deflation befinde. Kam hinzu, dass der gleichentags veröffentlichte Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,4% (Dezember) auf 4,5% (Januar) und die schwächer als erwartet ausgefallenen Ausgaben von Angestellten-Haushalten jene Kritiker zu bestätigen schienen, die ein Anziehen der geldpolitischen Zügel als verfrüht betrachten. Tatsache bleibt gleichwohl, dass die entsprechende Gegenwehr von Regierungsvertretern seit einigen Tagen zusehends schwächer wird. Man scheint sich in Tokios Ministerien mit dem baldigen Ende der Politik des Gratisgeldes abgefunden zu haben; die Unabhängigkeit der Geldbehörde wird respektiert.

Für Kopfzerbrechen sorgt am Markt derweil die Frage, wie das geldpolitische Regime Japans in der post-deflationären Ära aussehen wird. Die Bank of Japan hat zur Klärung dieser Frage bisher wenig Konstruktives beigetragen. Bekannt ist lediglich, dass sich die Begeisterung für die Einführung eines «Inflationszieles» in engen Grenzen hält, zumal befürchtet wird, durch die Festlegung eines verbindlichen Richtwerts zur angestrebten Preisentwicklung an geldpolitischer Flexibilität einzubüssen. Einige japanische Zeitungen berichten, dass die Bank of Japan allenfalls eine Referenz-Rate der Inflation bekannt geben werde. Solche Berichte muten aber noch sehr spekulativ an. Nimmt man die Äusserungen von Zentralbankvertretern als Mass, scheint sich zur Frage, wie die langfristige Strategie kommuniziert werden soll, noch kein Konsens etabliert zu haben. Quelle: [www.nzz.ch]

Ein Einstieg in NIKPO drängt sich kurz- und mittelfristig also gar nicht auf. Bedeutet mittelfristig ein, zwei Monate, dann ist er eh' hinüber: Laufzeit Juno 06.

Schade um ihn: Er war ein flotter Begleiter für mich bis Ende Januar.

Hoffentlich gibts bald einen hebelmässig würdigen Nachfolger mit einer Laufzeit bis September oder Dezember 06 und einem Strike von 17'000 oder 17'500 Punkten.

Antworten:

Ich denke für Montag gibts eine Gegenbewegung. Rein technisch.



von prophecy - am 05.03.2006 13:06
Aber kurz.

Wenn ich jetzt schon wüsste, was der achte und der neunte März bringen...



von M. Keynes - am 05.03.2006 17:03

Nikkei bei Godmode

Hier die aktuelle Analyse von Godmode (unabhängig von den Zinsen aus Charttechnischer Sicht):

[www.godmode-trader.de]



von Leguan - am 05.03.2006 17:10

Re: Nikkei bei Godmode

Mit meinem Wunsch, dass auf den NIKPO ein weiterer Kanditat mit ähnlichem Hebel und einem Strike von zwischen 17'000 und 17'500 Punkten folgen soll, habe ich meine Ansicht untermauert (schon mehrmals hier gepostet), dass der Nikkei dieses Jahr irgendwo zwischen 18'000 und 19'000 Punkten zu Stehen kommen dürfte.

Einfach nicht gerade jetzt. Schliesslich ist das Jahr noch jung und unverdorben.

Ende Januar bin ich übrigens aus meinem letzten NIKPO-Trade ausgestiegen. Mit Gewinn, versteht sich ;-) .

Grüsse



von M. Keynes - am 05.03.2006 18:49

Re: Nikkei bei Godmode

Hallo MK

An der Euwax gibt's 476 Calls und 150 KO-Calls.
Da ist sicher auch einer mit deinen Präferenzen dabei für dich.



von Leguan - am 05.03.2006 20:08

Re: Nikkei bei Godmode

Tönt gut.

Wird Zeit, endlich ein Konto bei SQ aufzumachen.

Schon lange geplant, aber eben: Noch nicht gemacht.

Jetzt muss ich!



von M. Keynes - am 06.03.2006 16:22
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