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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Oekonom, M. Keynes

Die iranische Oelbörse...

Startbeitrag von Oekonom am 05.03.2006 14:18

Zitat


In 18 Tagen – am 20. März 2006 – ist angeblich soweit .....................

was könnte dieses Euro-fakturierung Ölbörse bedeuten für

die Chinesen:
Die würden sich freuen, wenn ihre riesigen Devisenreserven (aufgrund des riesigen chinesischen Handelsbilanzüberschusses im Handel mit den USA fließen jeden Tag Hunderte Millionen Dollar nach China) nicht mehr nur ausschließlich in Dollar halten würden.

Bis jetzt kaufen die Chinesen mit ihren Dollar-Reserven hauptsächlich in Dollar notierte US-Staatsanleihen, um etwas Zinsen zu erzielen. Aber dadurch sind sie weiterhin sehr stark auf den Dollar ausgelegt. Wenn die Chinesen nun gegen Euro Erdöl kaufen würden, müssten sie natürlich auch Euro-Reserven aufbauen. Der Kauf von in Euro notiertem Erdöl wäre da ein willkommener Anlass, die Devisenreserven zu diversifizieren. (Das bedeutet natürlich nicht, dass die Chinesen nicht auch weiterhin für Dollar Erdöl kaufen würden – denn die Chinesen haben nach wie vor einen so großen Rohstoff-Hunger, dass sie für Dollar UND Euro kaufen werden, ganz egal). Aber China würde sicherlich damit beginnen, Euro-Reserven aufzubauen, und an der neuen Euro-Erdölbörse Öl kaufen.

für Europa:
auch europäische Erdöl-Einkäufer hätten einen Vorteil: Denn sie müssten ihr Erdöl nicht mehr in Dollar bezahlen (und Währungssicherungsgeschäfte eingehen, etc.), sondern könnten in ihrer eigenen Währung bezahlen, was Kosten spart. Hierzu wäre es natürlich notwendig, dass die iranische Ölbörse verlässlich wäre, Lieferungen von dort müssten problemlos abgewickelt werden können. Auch wenn das derzeit nicht unbedingt der Fall wäre – wer weiß, ................ Außerdem muss an der iranischen Erdölbörse ja nicht nur iranisches Erdöl gehandelt werden. Es könnte durchaus sein, dass – nicht sofort, aber bald – z.B. venezuelanisches Erdöl dort gehandelt wird. In Euro. Und das könnte für europäische Käufer sehr interessant werden.

für die Araber
Dann noch "die Araber". Es ist ja eine bekannte Tendenz, dass arabische Investoren ihr Geld aus den USA abziehen und lieber in anderen Währungen sowie Gold anlegen. So haben z.B. einige Saudis ganz offensichtlich die Befürchtung, dass ihr Vermögen in den USA eingefroren werden könnte. Das ist auch ein Grund dafür, dass derzeit so viel Geld nach Dubai fließt. Wenn nun auch der Erdölhandel in Euro möglich wäre, können Sie sicher sein, dass einige arabische Erdölexportierende Länder liebend gerne vom Dollar auf den Euro umsteigen würden.

für die Russen:
Schließlich noch "die Russen". Ein Großteil des russischen Außenhandels wird mit Europa abgewickelt. Und zwar mit Euroland. Wenn die Russen für ihr Erdöl nun Euro erhalten könnten – dann wäre das für sie durchaus sinnvoller, als ihr gesamtes Erdöl gegen Dollar zu verkaufen, und einen Teil des Erlöses dann in Euro tauschen zu müssen.

Diese iranische Ölbörse könnte für den Dollar gefährlicher werden als eine iranische Atombombe.

(Quelle: aus einem anderem Forum)


Antworten:

Re: zum nachlesen...

[www.wirtschaftskatalog.de]



von Oekonom - am 05.03.2006 14:27

Re: zum nachlesen...

Das Gesamte ist umgeben vom düsteren Dunst einer veritablen Verschwörungstheorie; sämtliche Elemente einer solchen sind in der Schilderung dieses K. Petrov enthalten, was den Schluss nahelegt, dass der globale Informationsfluss tatsächlich asymetrisch (J. Stiglitz) verläuft- vorausgesetzt natürlich, die ganze Story um diese iranische Ölbörse ist tatsächlich wahr.

Sollte uns mit dieser Geschichte, sofern sie wirklich wahr ist, ein Blick hinter die Kulissen der Weltwirtschaft gelungen sein, dann, tja DANN haben wir das Glück gehabt, wenigstens einen kurzen Blick auf die Wahrheit erhascht zu haben. Das Leben ist... eine Groteske.

"Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen." Friedrich Nietzsche

Grüsse in die Berge



von M. Keynes - am 05.03.2006 17:50
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