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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
sommy, PsychoManager, Willibald, PsyTrance21

Interessante Worte

Startbeitrag von PsyTrance21 am 24.01.2007 23:26

von einem aktiven Trader:

...Eigentlich kein Grund zur Sorge, jedoch gefallen mir die Gesamtmarktindizes nicht so recht. Man verdient immernoch das meiste Geld auf der Shortseite. Die Erholungen im FDAX werden nur noch durch Shorteindeckungen getrieben. Anschlusskäufe bleiben aus. Markiert der FDAX im Daily neue Hochs, beginnt die Distribution erneut, größere Marktteilnehmer nutzen die Niveaus, um sich von ihren Beständen zu trennen.

Diese Art von Distribution läuft solange weiter bis der Pessimismus sich verflüchtigt hat. Ist der letzte Bär durch die immerwiederkehrenden ShortSqueezes hinausgespült, beginnt die Korrektur.

Die Möglichkeit besteht also, dass der Markt sich bereits auf eine Korrektur vorbereitet. Auch das Sentiment wird zunehmend optimistischer.

Seien Sie also wachsam und passen Sie Ihre Stops an.

Antworten:

Zitat


Wer flüstert da? Und warum?
Als ich unlängst mit einem Kollegen darüber sprach, dass ich es als bezeichnend ansähe, dass selbst leicht überbotene Prognosen bei den Ergebnissen des 4. Quartals direkt zu Verkäufen führten meinte dieser: Klar, da waren die Flüsterschätzungen höher. Das ist doch immer so.

Aha, dachte ich mir und grüble seitdem vor mich hin. Ein Überbleibsel meines kindlichen Gemüts ist nämlich die Unart, Dinge dauernd zu hinterfragen. Das treibt viele geliebte Menschen in meiner Umgebung zur Raserei ... aber meistens hat das Ganze seinen Sinn. Die Frage nach dem „warum“ birgt auch bei Selbstverständlichkeiten Überraschungen. Denn Sie kennen das ja auch: Wie oft nimmt man eine Antwort auf eine Frage einfach so hin, nur weil sie gut klingt oder überzeugt vorgetragen wurde. Und wie oft ist die Antwort in Wirklichkeit ... unbemerkt vom Fragenden, weil nicht hinterfragt ... falsch!

Also habe ich über diese Geschichte mit den Flüsterschätzungen nachgedacht. Fakt ist: Eine Flüsterschätzung ist die Schätzung von Umsatz und Gewinn eines Unternehmens, die nicht der in Umfragen ermittelten Prognose entspricht, sondern höher oder niedriger liegt. Sie ist nicht allgemein bekannt, sondern ... daher „Flüster“ ... wird nur von Mund zu Mund weitergegeben.

Fein. Da stelle ich mich mit runden Kinderaugen hin und frage: „Warum?“

Warum sind diese Schätzungen denn so geheim? Wer schätzt denn da flüsternd? Warum sind denn offenbar diese Flüsterschätzungen so oft falsch, dass es zu starken Käufen oder Verkäufen nach Veröffentlichung der Fakten kommt, während die offiziellen Schätzungen meist ziemlich genau getroffen werden? Und warum kommt es dann zu solchen großen Kursbewegungen, obwohl diese Flüsterschätzungen gar nicht allgemein bekannt sind?

Das Problem des Eigeninteresses
Ich weiß, das ist gemein. Man kann doch nicht einfach daherkommen und Dinge hinterfragen. Aber wenn ich mich schon so weit vorgewagt habe, denke ich einfach mal weiter. Und die Antwort, finde ich, hat das Grübeln gelohnt.

Also: Die offiziellen Schätzungen sind Durchschnittswerte aus Erwartungen, die mit diesen Aktien befasste Spezialisten aus Banken und Fonds abgeben. Daneben gibt es oft noch die Prognosen des Unternehmens selbst, denn die meisten – gerade US-Firmen – geben selbst Prognosen ab.

Die Unternehmen selbst pflegen lieber etwas vorsichtiger zu agieren. Denn es ist immer besser, die eigenen Prognosen letztlich übertreffen zu können ... besser für das Renommee ... und besser für den Aktienkurs. Die externen Experten hingegen schätzen meist etwas präziser ... haben aber dafür nicht so sehr den Einblick in die Details der Lage wie das Unternehmen selbst.

Nun halten diese befragten Finanzexperten meist die Aktie selbst in ihren Fonds. Daraus ergibt sich eine „gewisse“ Neigung zur Defensivität. Denn wenn man zu hoch schätzt und dann diese Erwartung verfehlt wird, könnte es zu negativen Reaktionen am Markt kommen und die Aktie fällt. Das ist nicht gut für die Performance ... also lieber etwas weniger als zuviel geschätzt.

Für sich selbst haben diese Experten also wahrscheinlich Erwartungen, die höher liegen. Sie hängen aber diese wirklichen Erwartungen nicht aus vorgenannten Gründen nicht an die große Glocke.

Damit haben wir nun ein paar Antworten gewonnen. Erstens flüstern somit die Experten der großen, institutionellen Marktteilnehmer. Zweitens sind diese Schätzungen inoffiziell, damit Kursverluste vermieden werden können. Aber warum treten diese Verkäufe nach den Zahlen dann trotzdem auf?




Verkäufen einen Boden bereiten
Nun, die Flüsterschätzungen sind letztlich ja die Erwartungen, die die Experten selbst für sich haben. Und nur wenn diese meist höheren Erwartungen erfüllt oder übertroffen werden, würden sie die Aktie halten oder gar einsteigen bzw. dazukaufen. Wird die Flüsterschätzung indes verfehlt, versucht man, auszusteigen.

Aber jeder, der große Positionen hält, kann auch in einem Riesenmarkt wie den USA nicht einfach mal auf die Verkaufstaste drücken und schnell 500.000 IBM-Aktien zu 100 Dollar verkaufen ohne damit den Kurs unter Druck zu bringen. Erst recht nicht, wenn dies gleich mehrere große Marktteilnehmer zeitgleich versuchen. Und damit ist durchaus zu rechnen. Denn „Flüster“ heißt, dass sich die Fondsmanager unter sich durchaus im klaren darüber sind, dass die Kollegen ähnlich denken. Nur wir wissen nichts. Also?

Also muss versucht werden, möglichen Verkäufen einen Boden zu bereiten. Es sollten also so viele Käufer als möglich zu finden sein, um diese Aktien, welche die „Großen“ aufgrund verfehlter Erwartungen über Bord kippen wollen, zu den momentanen Kursen aufzunehmen. Und wer ist dieser Boden?


Die „starken“ und die „zittrigen“ Hände
Wir. Wir, die „Kleinen“, also Privatanleger wie Sie und ich. Wenn unsereins nicht angenehm überrascht wird, mag er solche Aktien nicht haben. Also werden die offiziellen Prognosen so gehalten, dass wir wohlgemut kaufen, während die „Großen“ aussteigen. Dass es dabei trotzdem oft, gerade nachbörslich, wenn die Umsätze geringer werden, zu starken Verwerfungen kommt, ist einfach ein Problem der Menge, die da oft unter die Leute gebracht werden soll.

So erklärt sich auch gerade nach langen Aufwärtstrends der Spruch, dass die Aktien nun von den „starken“ in die „zittrigen“ Hände wandern. Die Fonds verkaufen in diese gestiegenen Kurse an die Privatanleger. Und deren Hände zittern oft schon nach kurzer Zeit vor Unruhe, wenn die Aktie mit den vermeintlich überraschend guten Quartalszahlen plötzlich immer weiter fällt.

Gleiches gilt natürlich auch in Phasen, in denen die Umsätze und Gewinne nach unten tendieren. Nur sind hier die Flüsterschätzungen niedriger als die offiziellen Angaben. D.h. die Experten wollen versuchen, günstig in Aktien einzusteigen von denen sie glauben, dass eine Trendwende nach oben drin ist. Also liegen die offiziellen Schätzungen höher als die wirklichen Erwartungen. Steigen die Privatanleger enttäuscht aus weil die Prognosen verfehlt wurden, fangen die institutionellen Investoren diese Verkäufe auf. So gelingt es, große Bestände zu kaufen, ohne die Kurse dabei zu sehr nach oben zu treiben. Und so sehen Sie oft gerade in oder nach Abwärtstrends der Märkte Aktien wie Phönix aus der Asche ansteigen, obwohl die offiziellen Gewinn- und Umsatzprognose verfehlt wurden.

Flüsterschätzungen: Normal und bezeichnend
Das klingt, als würde da wieder mal auf Kosten gewurstelt. Nun, ich kann nicht anders – ja, das ist so. Und ich gebe meinem Kollegen recht, wenn er sagt: Das ist normal. Es ist einer die vielen Kniffe, mit denen versucht wird, an den Börsen ein wenig mehr zu gewinnen als andere. Und die anderen sind die, die nicht hinterfragen. Wer jedoch weiß, wie das Spiel läuft, kann sich darauf einstellen ... und eben nicht zu Höchstkursen eine Aktie kaufen, wenn die offiziellen Prognosen gerade so eben erfüllt wurden.

Aber dieses Phänomen, das wir dieser Tage oft beobachten, sprich fallende Kurse nach getroffenen offiziellen Prognosen, ist nicht nur „normal“ - es ist auch bezeichnend. Wenn die institutionellen Investoren versuchen, diese Gelegenheiten zum Verkauf zu nutzen, gehen sie davon aus, dass hier in nächster Zeit weder große Steigerungen des Unternehmensgewinns noch große Kursgewinne in der Aktie mehr möglich sind. Sicher, auch und gerade Fondsmanager irren sich oft. Aber diesmal habe ich den Eindruck, dass diese Verkäufe Signalwirkung haben könnten. Der Verlauf dieser Börsenwoche dürfte richtungsweisend dafür werden!


von Willibald - am 25.01.2007 05:38
Ich stimme ganz klar PsyTrance zu...

von PsychoManager - am 25.01.2007 06:53
Hmmm, interessant !!

Ich denke auch, dass sich in nächster Zeit einiges klären wird....

Ich frage mich nur, ob man (die Besitzer der Aktien) noch eine Schlussaktion machen (so z.B. bei CLN könnte man das GEfühl bekommen, so aus der ferne gesehen) oder obs einfach langsam zu Neige geht, nach dem Motto lieber neue Käufer, kauft nur, die kommen schon noch, letztes Jahr (wer interessiert das) war gut, etc blabla

Ich bin gespannt...

von sommy - am 25.01.2007 09:42
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