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The Praetorian

Die Angst vor dem großen Crash geht um

Startbeitrag von The Praetorian am 11.08.2007 11:31

10. August 2007, 20:01 Uhr Von Jan Dams und Sebastian Jost
Finanzkrise
Die Angst vor dem großen Crash geht um
Binnen 24 Stunden pumpen die Notenbanken EZB und Fed zwei Mal Milliarden ins weltweite Bankensystem. Doch die Aktienkurse fallen weiter. Volkswirte erklären auf WELT ONLINE, welche Folgen sie für die Gesamtwirtschaft befürchten.

Aus Angst vor einer Kreditkrise mit Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft haben Zentralbanken erneut Milliardensummen in das internationale Bankensystem gepumpt. Die EZB stellte den Kreditinstituten an diesem Freitag noch einmal gut 61 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 4,08 Prozent zusätzlich zur Verfügung, die amerikanische Fed 19 Milliarden Dollar. Damit wurden die Notenbanker zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden aktiv. Die Währungshüter wollen mit der Maßnahme die Angst an den weltweiten Kapitalmärkten dämpfen. Sie fürchten, dass die Banken ansonsten die Geldvergabe weitgehend einstellen könnten. Die Folge wäre eine Kreditklemme, unter der am Ende auch die Volkswirtschaften leiden würden. Den Anlegern aber scheinen die Liquiditätsspritzen der Notenbanker eher Angst einzujagen, dass die Lage schlimmer sein könnte als erwartet. Auch am Freitag fielen die Aktienkurse im Leitindex Dax. Vor allem Bank-Aktien gehörten zu den Verlierern. Der Aktienkurs der Deutschen Bank brach bis zum Mittag um 4,6 Prozent auf 94,10 Euro ein. Die Commerzbank fiel um 4,2 Prozent.

Inzwischen äußern sich auch erste Volkswirte warnend: So sieht Sandra Petcov von der US-Investmentbank Lehman Brothers durchaus die Gefahr, dass die Turbulenzen an den Kreditmärkten die Wirtschaft in eine Krise stürzen könnten: „An den guten Fundamentaldaten hat sich zwar nichts geändert. Aber die Unsicherheit hat rapide zugenommen“, sagte die Analystin. „Die nächste Woche könnte entscheidend werden für die Frage, ob die Krise der Finanzmärkte auf andere Wirtschaftssektoren übergreift.“ Niemand wisse, wie die Risiken des US-Hypothekenmarkts im Finanzsektor verteilt seien. Banken könnten daher davor zurückschrecken, neue Engagements einzugehen und deshalb deutlich weniger Kredite an Unternehmen und Privatleute ausgeben. „Dann schlagen sich Probleme des Finanzmarkts plötzlich in der Produktion und im Konsum nieder“, sagte Petcov. Die Krise würde alle treffen. So pessimistisch sind nicht alle Beobachter: „Ich glaube nicht, dass die Unruhe am Kreditmarkt merkliche Auswirkungen auf den Rest der Wirtschaft haben wird“, sagte Gilles Moec von der Bank of America. Die Risiken des US-Hypothekenmarktes seien in der Finanzwelt breit gestreut. Zwar seien durch diese regionalen Probleme mehr Banken auf der Welt von Schwierigkeiten betroffen. „Aber schlimmer wäre es, wenn ein, zwei große Häuser an der Wall Street die Risiken allein getragen hätten und zusammenbrechen würden.“ Für ein nur vorübergehendes Phänomen hält Stefan Best, Bankenanalyst bei der Ratingagentur Standard & Poor's, die Verwerfungen. Schließlich habe sich die Ertragslage der deutschen Banken in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. „Deshalb gehen sie aus einer verbesserten Position in ein Umfeld, das sicherlich etwas schwieriger wird.“ Die Vorhersagen der Bonitätsprüfer geraten angesichts der aktuellen Finanzkrise erneut in die Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, die Krise am US-Hypothekenmarkt lange Zeit verschlafen zu haben. Ähnliche Vorwürfe gab es bereits Ende 2001, als sie die Pleite des US-Energiekonzerns Enron nicht erkannten. Schlagworte
Finanzkrise Börsencrash Bankensystem Notenbanken Liquidität Kapitalmarkt Obwohl er keine Trendwende zum Schlechten sieht, fordert Allianz/Dresdner-Bank-Ökonom Rolf Schneider mehr Transparenz an den Kapitalmärkten. Obwohl Deutschland mit seiner Initiative für Hedgefonds nicht weit gekommen ist, sei der Ansatz richtig. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte im Rahmen der deutschen G-8-Präsidentschaft gefordert, dass Hedgefonds ihr Anlageverhalten offen legen sollten. Steinbrück fürchtet, dass der Zusammenbruch solcher Gesellschaften zum weltweiten Dominoeffekt führen könnte.

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