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vor 8 Jahren, 1 Monat
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KnockOut

Milliarden-Spiel mit Energiederivaten; wirklich so schlimm?

Startbeitrag von KnockOut am 17.08.2009 11:55

was hält ihr davon? Ich habe ja eine Weile selber mit dem Stromhandel zu tun gehabt. Von daher ist es mir natürlich nicht neu, dass EGL, Atel (neu Alpiq) & Co. massiv im Derivatgeschäft mit Enerigen involviert sind. Hauptsächlich natürlich bedingt durch das Kerngeschäft (Stichwort Absicherung). Nicht desto trotz sind in den meisten Stromunternehmen die letzten Jahre die Handelsabteilungen (insbesondere Derivate) massiv ausgebaut worden. Und es liegt in der Natur der Sinne, dass wohl auch sehr viel aufs eigene Buch dort getraded wird. Mal schauen, was sich noch so tut...


Schweizer Branchenführer treiben gefährliches Milliarden-Spiel mit Energiederivaten

von Stephan Odermatt

Zürich Der Handel mit Energiederivaten steigt bei den Schweizer Energiekonzernen steil an. Die Axpo-Tochter Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg (EGL) verneunfachte zwischen 2004 und 2008 das Volumen ausstehender Energiederivate von 8 auf 72 Milliarden Franken. Der Handelserfolg, den EGL so erzielte, stieg massiv von 16 auf 272 Millionen Franken. Auch Atel, Rätia Energie und BKW bauten ihre spekulativen Geschäfte mit Energiederivaten massiv aus.

Das Geschäftsmodell, mit Derivaten Eigenhandel zu betreiben, wurde von der Energiewirtschaft von der Bankenwelt übernommen. Die Stromhändler geben sich überzeugt, sie hätten die Risiken im Griff. Das rasante Wachstum und die Erfahrungen mit Derivaten in der Finanzkrise schüren allerdings Zweifel.

Im Schadensfall müsste wohl der Steuerzahler einspringen

«Auf den ?Value at Risk? würde ich mich im Falle von Energiepreisen nicht verlassen», sagt Martin Janssen, Finanzprofessor am Swiss Banking Institute der Universität Zürich. «Wie der Fall UBS gezeigt hat, kann er das effektive Risiko um ein Vielfaches unterschätzen.» Eine Studie der Zürcher Kantonalbank besagt, EGL sei aufgrund der schwer einschätzbaren Handelsaktivitäten überdurchschnittlich risikoreich. Manuel Ammann, Direktor des Instituts für Banken und Finanzen der Uni St. Gallen: «Wenn der Erfolg im Eigenhandel stark ansteigt, ist dies ein Indiz dafür, dass auch die Risiken entsprechend grösser wurden - eine Rendite ohne Risiko gibt es auf den Finanzmärkten nicht.»

Die Schweiz könnte den Ausfall eines bedeutenden Stromanbieters kaum zulassen. Im Schadensfall müsste wohl der Steuerzahler einspringen.

Publiziert am 16.08.2009, Quelle: Sonntagszeitung.ch

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