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vor 8 Jahren, 2 Monaten
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Sniper

Spekulationen um das Zertifikategeschäft von Sal. Oppenheim

Startbeitrag von Sniper am 08.09.2009 07:52


Spekulationen um das Zertifikategeschäft von Sal. Oppenheim
Dienstag, 08. September 2009

FRANKFURT – Die Zertifikateabteilung der Privatbank Sal. Oppenheim könnte im Zuge des Einstiegs der Deutschan Bank überflüssig werden. Die Deutsche Bank, die bis zu 50 Prozent an der Privatbank übernehmen will, zielt in erster Linie auf das Geschäft mit Privatkunden ab. An der Zertifikate-Abteilung hat der Marktführer laut Branchenkennern keinen Bedarf. Die hat er selbst – und zwar deutlich größer.

19,8 Prozent Marktanteil hat die Deutsche Bank gemessen am Marktvolumen, 0,9 Sal. Oppenheim. So die Zahlen des Deutschen Derivateverbands für das zweite Quartal 2009. Auf Basis der Börsenumsätze ist das Verhältnis 29,4 Prozent zu 1,8 Prozent. „Insgesamt würde es in der derzeitigen Situation nicht auffallen, wenn vier oder fünf Anbieter rausfallen“, sagt ein Branchenkenner. Eine Konsolidierungsphase hat eingesetzt. Die Zertifikate-Abteilung von Sal. Oppenheim könnte laut Beobachtern darin untergehen, so der Experte zu portfolio international.

Dabei gehörte Sal. Oppenheim in den vergangenen Jahren zu den kreativen Emittenten, die sich häufig neue Strukturen ausdachte. Aber deren Zeiten sind offenbar vorerst passé. „Innovatoren braucht man nicht mehr“, schildert ein Zertifikate-Experte den Markt heute.

Zwar wird derzeit in Frankfurt spekuliert, wer das Investmentbanking von Sal. Oppenheim übernehmen könnte. Namen wie die italienische Mediobanca werden genannt. Solange die Deutsche Bank noch die Bücher von Sal. Oppenheim prüft, müssen Kaufinteressenten abwarten. Frühestens Mitte September werden die Pläne der Frankfurter konkreter und damit deutlicher, welche Bereiche unter Umständen abgestoßen werden.

Interesse an der Zertifikate-Abteilung des ehemaligen Kölner Bankhauses, das seine Zentrale nach Luxemburg verlegt hatte, dürfte aber kaum jemand haben, so ein Insider: „Die Leute bekommt man billiger, wenn man sie direkt abwirbt.“

Allerdings vertreten einige Marktteilnehmer auch die entgegengesetzte Meinung. Schließlich arbeitet die Zertifikate-Abteilung nach eigenen Angaben sehr profitabel. Insbesondere für ausländische Institute, die den Einstieg in Deutschland suchen, könnte sie daher die ideale Ergänzung sein. Denn mit der Abteilung erwerben sie auch die Infrastruktur, auf die sie bei einfachen Abwerbungen verzichten würden.

Die Deutsche Bank braucht den kleinen Derivate-Bereich von Sal. Oppenheim nicht einmal, um sich gegen den neuen Angreifer zu wehren. Zwar hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing angekündigt, sein Haus wolle die neue Nummer eins unter den Investmentbanken in Deutschland werden. Für den Bereich Zertifikate hieße das - gemessen am Marktvolumen - dass die Gelben die Landesbank Baden Württemberg übernehmen müssten, um zur Nummer eins aufzusteigen. Gemessen an den Börsenumsätzen müsste Blessings Haus die Royal Bank of Scotland kaufen. Alternativ müsste die Commerzbank-Derivateabteilung in beiden Bereichen um 50 Prozent zulegen, derweil die Kollegen von der Deutschen Bank tatenlos zuschauten.

portfolio international update 8.9.2009/jtb/maa

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