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Das Neue Viva Zwei Ersatz Forum
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vor 16 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
SeChriWa

Neues aus der Presse

Startbeitrag von SeChriWa am 24.02.2002 16:14

Aus der Stuttgarter Zeitung, 23. Februar 2002.
Mit ein paar interessanten Zahlen...
[www.stuttgarter-zeitung.de]

Viva konzentriert sich auf das Musikfernsehen

TV-Sender baut Geschäft um Kernkompetenz kräftig
aus

Die Viva Media AG zeigt sich trotz der Krise am
Werbemarkt optimistisch für 2002. Mit einer neuen
strategischen Ausrichtung und neuen
Programmangeboten soll die Gruppe um die
Jugendsender Viva und Viva Plus im laufenden Jahr
satte Zuwächse erwirtschaften.

Von Bettina Langer

Viva macht Musik-TV. So kennt man den Sender, und
so behauptet er sich seit seiner Gründung vor knapp
neun Jahren am deutschen Medienmarkt.
"Musikfernsehen bleibt unser Kernprodukt", sagt Dieter
Gorny, der Vorstandschef bei Viva Media vor
Journalisten in Stuttgart. Aber rund um diesen Kern
wird seit zwei Jahren eifrig gebaut. Jetzt sollen sich die
Neuerungen auch positiv in der Bilanz niederschlagen,
so Gorny.

Mitte 2000 wagte das Medienunternehmen den Gang
an die Börse. Danach wurde zunächst regional
ausgeweitet: Viva beschallt unter anderem die Jugend
in Italien, Polen und in Ungarn. Inzwischen hat die
Führungscrew auch angefangen, der Gruppe ein
breiteres inhaltliches Fundament zu geben, Viva Media
macht jetzt Radio und Printprodukte und ist in das
Geschäft mit Lizenzen eingestiegen.

Der jüngste Coup aber war die Übernahme der
TV-Produktionsfirma Brainpool im vergangenen
November. Hier sieht Gorny eine optimale Ergänzung
zum Kerngeschäft. "Viva ist ein Talentschuppen", sagt
der Vorstandschef, bei Brainpool könne man mit
diesen Leuten weiter arbeiten. Damit werde das
Potenzial des Senders besser genutzt. Bei den
Einnahmen sei die neue Gruppe zudem weniger von
bestimmten Quellen abhängig. Viva Media verdient vor
allem mit Werbung, Brainpool im Schwerpunkt mit
Lizenzen.

Aber das Unternehmen hat nicht nur zugekauft,
unrentable Teile wurden auch ausgegliedert. "Wir
haben unser Chrysler-Problem gelöst", meint Gorny in
Anspielung auf den Verlustbringer beim
Automobilkonzern Daimler-Chrysler. Was Viva Media
immer wieder die Bilanz verhagelt hatte, waren die
schlechten Ergebnisse bei Viva zwei - ein Sender, den
zwar die Musikszene schätze, die Werbetreibenden
aber überhaupt nicht. Viva zwei war wirtschaftlich ein
Flop und das Sorgenkind des Unternehmens.

Jetzt hat man den Sender ausgelagert und ihm ein
neues Profil gegeben. In einem Joint-Venture mit dem
US-Medienkonzern AOL Time Warner sendet seit
Anfang Januar diesen Jahres der neue Sender Viva
Plus. Mit einer Mischung aus Musikclips, Reportagen
und Kurznachrichten soll ein breiteres Publikum und
damit auch die Werbekundschaft angelockt werden. Im
Wahljahr 2002 bietet das Unternehmen zudem auf
beiden Sendern (Viva und Viva Plus) jugendgerechte
Infos zur Wahl, Politikerinterviews und
Diskussionsforen.

Das neue Joint-Venture findet der Chef aus
mindestens zweierlei Gründen gelungen: Zum einen
habe man mit AOL Time Warner einen auch
strategisch wichtigen Partner gefunden, sagt Gorny.
Denn: Es seien weitere Expansionen im Ausland
geplant, mittelfristig auch ein Einstieg in den US-Markt.
Dabei könne die Partnerschaft mit dem international
agierenden Konzern hilfreich sein, meint der
Viva-Media-Chef. Zum anderen ist Viva 2 durch die
Ausgliederung aus der Bilanz der Kerngruppe
verschwunden.

Entsprechend positiv fällt die Prognose für 2002 aus:
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Viva Media
(inklusive Brainpool) einen Umsatz von rund 125
Millionen Euro. Gorny rechnet mit einem operativen
Gewinn von etwa 40 Millionen Euro. Auch ohne
Sondererlöse werde das Vorsteuerergebnis (EBIT) in
diesem und in den folgenden Jahren zweistellig
ausfallen. 2001 stand noch ein Verlust von knapp 30
Millionen Euro in der Bilanz, im Oktober hatte Viva
Media eine Gewinnwarnung ausgegeben.

Der Chef betont, dass die neuen Konzepte von Viva
Media bei Analysten und Branchenexperten positiv
aufgenommen würden. Trotzdem dümpelt die einst für
17 Euro ausgegebene Aktie des Unternehmens jetzt
bei 7,50 Euro. Gorny erklärt das damit, dass die Börse
derzeit generell nicht gut auf Medientitel zu sprechen
sei - und da würde Viva Media mit in einen Topf
geworfen. Zu Unrecht, wie der Chef des
Jugendsenders findet, denn: "Was wir derzeit machen,
das ist tatsächlich ziemlich cool."

Aktualisiert: 23.02.2002, 05:34 Uhr

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