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Mondlandung oder ein gigantischer Schwindel?
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Querkopf, Franz Braun, Ulrich

Helmlose Astronauten in Jogginghosen

Startbeitrag von Querkopf am 17.10.2002 22:43

Hallo, liebe Experten,

bereits beim Abstieg zum Mond trugen die beiden LM-Astronauten Raumanzüge. Ich schätze mal: für den Fall, dass es ein Leck in der "dünnhäutigen" Verkleidung der Landefähre gegeben hätte und die Luft (und damit auch der Druck) aus dem Innern der Fähre entwichen wäre. Was wiederum für "helmlose Astronauten in Jogginghosen" den Tod bedeutet hätte.

Diese Anzüge beim Abstieg waren aber nicht die gleichen wie diejenigen, die während des "Mondspaziergangs" getragen wurden. Vielmehr mussten sich die beiden LM-Astronauten auf dem Mond vor dem Ausstieg noch einmal neu einkleiden. Dabei hätte man doch prinzipiell die gleichen Raumanzüge, die für das Betreten des Mondes geeignet waren, bereits in der Landefähre tragen können. (Natürlich auf dem Mond mit Tornistern auf dem Rücken; im LM hingegen den Funk, die Sauerstoff- und Energie-Versorgung einfach über entsprechende Anschlüsse im LM. Und im LM hätte man weniger klobige Handschuhe benutzt, um die Tasten und den Joystick bedienen zu können).

Nach Abschluss ihres Mondbesuches warfen die Astronauten die Mondanzüge einfach aus der Luke des LM hinaus. Während sie das bei offener Luke taten, hatten sie natürlich wieder ihre LM-Anzüge an.

Warum gab es zwei Raumanzüge pro Nase? Ich stelle diese Frage, weil jedes Gramm (also auch jedes Gramm Raumanzug) eine äußerst "gewichtige" Rolle beim Start von der Erde spielte.

Gruß

Querkopf

Antworten:

Hallo Querkopf,

der einfache Raumanzug bestand aus einem Nylongewebe, aus Nylonröhren für Sauerstoff sowie zur Erhaltung des Drucks und darüber eine Hülle aus Teflon-Nylon Gewebe. Dieser wurde für den Start und die Landung benutzt.

Der Raumanzug für die Mondoberfläche bestand zusätzlich noch aus einer Schicht Neopren, einer Schicht Nylon, sieben Schichten Beta bzw. Kapton und einer äußeren Schicht aus teflonbeschichtetem Beta-Material.
Diese Anzug war wahrscheinlich zu steif, um ihn die ganze Zeit zu tragen.

Die Startmasse der Saturn V betrug fast 3000 Tonnen. Davon entfielen ca. 16 Tonnen auf die Mondlandefähre. Da spielte das Gewicht zweier zusätzlicher Raumanzüge wohl kaum eine Rolle.

So weit ich weiß, wurden die Raumanzüge, die auf der Mondoberfläche getragen wurden, wieder mit zur Erde gebracht. Sie befinden sich im National Air & Space Museum in Washington D.C.

Gruß, Lipi

von Ulrich - am 19.10.2002 00:15

Müllentsorgung

Hallo, Lipi,

mag ein, dass die Mondanzüge zu steif waren, um im LM agieren zu können. Dabei dürfte - angesichts der Enge im LM - vor allem die Bedienung der Instrumente eine Rolle gespielt haben. Um Bewegungsfreiheit im üblichen Sinne konnte es aufgrund des Telefonzellen-ähnlichen Enge im LM kaum gehen.

Zitat

Die Startmasse der Saturn V betrug fast 3000 Tonnen. Davon entfielen ca. 16 Tonnen auf die Mondlandefähre. Da spielte das Gewicht zweier zusätzlicher Raumanzüge wohl kaum eine Rolle.

Beim Start von der Erde wohl nicht, stimmt. Eher beim Start vom Mond. Da zählte jedes Gramm. Folgenden Ablauf nach Ende der EVA kenne ich allerdings auch nur aus dem Live-Kommentar von 1969 und aus dem Buch von Jesco von Puttkamer (Apollo 11 - Wir sehen die Erde, München 1999):

1. Einsteigen, Luke schließen und die Kabine des LM wieder unter Druck setzen
2. Mondanzug aus- und LM-Anzug samt Helm anziehen
3. LM wieder "entlüften" und Luke öffnen
4. Alles, was man nicht mehr benötigte (also Mondanzug samt Tornistern, Handschuhen und Kameras), durch die Luke entsorgen (was laut Puttkamer auch im TV zu sehen war; aber diese Szene habe ich nicht auf Band)
5. Luke wieder schließen und LM erneut unter Druck setzen

Ziel der Aktion war es wohl, das eingesparte Gewicht für Mondproben - laut Puttkamer 22 kg durch Armstrong - zu reservieren. Es ist natürlich möglich, dass der Ablauf bei späteren Apollo-Missionen geändert wurde. Das würde erklären, warum ein oder mehrere Original-Mondanzüge heute ausgestellt werden können. Vielleicht sind die ausgestellten Anzüge aber auch nie auf dem Mond gewesen - was jetzt nicht heißen soll, dass ich an eine Verschwörung glaube ;-)

Gruß

Querkopf

von Querkopf - am 19.10.2002 14:06

Re: Müllentsorgung

Hallo,

ich möchte mich mal in die Diskussion einschalten bezüglich der Enge im LM. Ich hätte da vielleicht noch eine zusätzliche Information bzw. ein Hinweis, warum die "Aussenanzüge" innerhalb des LM untauglich waren.

In einer Diskussion in Hr. Geises Forum wurde folgendes gepostet:

Zitat

3.: Die Raumanzüge waren mit dem Versorgungsrucksack PLSS unförmig und in der Kabine der "Eagle" ragten überall Schalter, Monitore und Kabel hervor. Armstrong und Aldrin mussten extrem aufpassen, nichts kaputt zu machen. Beim Start der Landefähre gab es dann auch ein entsprechendes Problem: die Armaturenbretter waren mit Hunderten Schaltern bestückt, aber ausgerechnet den wichtigsten von ihnen brach Aldrin vor dem Ausstieg beim Anlegen des sperrigen Raumanzugs ab, nämlich den Knopf für die Zündung des Triebwerks! Fieberhaft suchten die Astronauten einen Weg, die innere Mechanik des Schalters zu betätigen. Sie schafften es mithilfe eines Kugelschreibers.

http://forum.grenzwissen.de/thread.php?threadid=24&sid=d870bed69a75bf39873e3eaab35e9d30

So wie ich das verstehe, brach Aldrin nach der Ankunft beim Anlegen des "Aussenanzugs" gleich einen Schalter ab. Leider gibts keine Quellenangabe, obs überhaupt stimmt, weis ich nicht.


mfg

von Franz Braun - am 19.10.2002 15:00

Hat nichts mit dem Rucksack zu tun

N'abend, Franz,

zu deinem Zitat:
Zitat

>>Die Raumanzüge waren mit dem Versorgungsrucksack PLSS unförmig, und in der Kabine der "Eagle" ragten überall Schalter, Monitore und Kabel hervor. Armstrong und Aldrin mussten extrem aufpassen, nichts kaputt zu machen.>Beim Start der Landefähre gab es dann auch ein entsprechendes Problem:
die Armaturenbretter waren mit Hunderten Schaltern bestückt, aber ausgerechnet den wichtigsten von ihnen brach Aldrin vor dem Ausstieg beim Anlegen des sperrigen Raumanzugs ab, nämlich den Knopf für die Zündung des Triebwerks! Fieberhaft suchten die Astronauten einen Weg, die innere Mechanik des
Schalters zu betätigen. Sie schafften es mithilfe eines Kugelschreibers.


von Querkopf - am 19.10.2002 18:55

Re: Hat nichts mit dem Rucksack zu tun

Hallo,

ich fand eine Seite, die ausführlicher auf die Unterschiede zwischen den beiden Raumanzügen eingeht.

Der Raumanzug für Start und Landung bestand aus mehreren Schichten, einmal Nylongewebe
aus Nylonröhren (für den Sauerstofftransport) und zur Erhaltung des Drucks eine Hülle aus Teflon-Nylon Gewebe.

Beim Aussenanzug war ein zusätzlicher Überzug vorhanden, bestehend aus einer Schicht Neopren, einer Schicht Nylon, sieben Schichten Beta bzw. Kapton und einer äußeren Schicht aus teflonbeschichtetem Beta-Material, ich vermute zum besseren Schutz vor Kleinstmeteoriten oder vor Beschädigung, z.B. durch Stürze.

Außerdem war er mit einer Kapuze und einem Helm mit zwei Visieren ausgestattet, die den Astronauten vor den Temperaturen und der (UV-/Ir-) Strahlung schützten.

Die Handschuhe der Astronauten waren wärmeempfindlich, während die Schuhe mit einer mehreren Zentimeter dicken Sole versehen waren, um vor der großen Hitze des Mondbodens zu schützen.

Zum Außenbordanzug gehörte ja noch besagter Rucksack, dass Lebenserhaltungs- und Kontrollsystem, auf welches beim anderen Anzug durch Anschluss an die Lebenserhaltungssystem des Kommandomoduls verzichtet werden konnte.

Diese Hinweise erklären vielleicht nicht vollständig die Notwendigkeit von 2 Anzügen. Aber den unterschiedlichen Anforderungen (z.B. wärmeisolierte Schuhe und Schutz vor Beschädigung gegenüber Beweglichkeit und Tragekomfort im Raumfahrzeug) konnte wahrscheinlich am besten durch 2 unterschiedliche Raumanzüge begegnet werden.

http://home.knuut.de/Ma.Lange/anzug.htm

mfg

von Franz Braun - am 28.11.2002 17:25
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