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Mondlandung oder ein gigantischer Schwindel?
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Michael, Kalle

Apollo 1 - Sauerstoff

Startbeitrag von Kalle am 18.09.2006 18:00

Da ich grade (wieder mal) angefangen habe "Full Moon" zu lesen:
Am Anfang erzählt Lovell ja die Geschichte, wie er den Brand von Apollo 1
bei einem Besuch im White House miterlebt hat.

Dazu taucht bei mir eine Frage auf: Was war eigentlich der grundlegende
Gedankengang, die Kapsel mit 100% Sauerstoff zu fluten? Was wollte man damit
erreichen?

Ich gebe zu, dass mir der Gedanke aus heutiger Sicht absurd erscheint. Da gibt
es unzähle elektrische Kontake und Schalter, jeder eine potentielle Funkenschleuder
und dann füllt man das ganze Ding auch noch mit O2.

Antworten:

Hi Kalle,

man darf nicht vergessen, dass bei Apollo 1 reiner Sauerstoff unter Normaldruck in die Kabine gedrückt wurde. Unter diesen Bedingungen reichte wirklich ein Funke, um den verheerenden Brand zu entfachen.

Als Folge davon wurde bei den Block II CM eine Niederdruckatmosphäre mit 340 hPa, was etwa einem Drittel des irdischen Drucks entsprach, verwendet.

Nach Apollo 1 wurde im Command Module allerdings während des Startvorgangs ein 60% (O2) und 40% (N2) Gemisch verwendet. Gleichzeitig herrschte in der Kabine ein geringfügiger Überdruck.

Noch während des Aufstiegs in den Erdorbit wurde der Stickstoff über ein Ventil allmählich reduziert und durch reinen Sauerstoff ersetzt. Der Kabineninnendruck senkte sich auf etwa 340 hPa.

Einer der Gründe eine fast 100% Sauerstoff- Niederdruck-Atmosphäre zu verwenden geschah aus Gewichtsgründen. Der gesamte Druckkörper des CM konnte etwas dünnwandiger gebaut werden.
Reiner Sauerstoff unter Niederdruck kann von einem Menschen über einen längeren Zeitraum (etwa 4-6 Wochen) problem- und gefahrlos eingeatmet werden. Der Körper gewöhnt sich auch relativ rasch an die Umstellung.

Hätte ein Leck einen plötzlichen Druckabfall in der Kabine verursacht, so hätten die Astronauten größere Chancen gehabt dies ohne schwere gesundheitliche Schäden zu überleben. Natürlich hatten sie nicht endlos Zeit gehabt sich im Vakuum mit der Notversorgung zu verbinden, aber zumindest knapp 20 Sekunden Zeit stand ihnen zur Verfügung. Mehr als bei einer Zwei-Gas-Atmosphäre.

Viele Grüße,
Michael



von Michael - am 18.09.2006 19:22
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