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Mondlandung oder ein gigantischer Schwindel?
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hamilton112, Matze II, Syraccus, Ulrich, Querkopf, Dirk E., klauwin

Wer war der Kameramann? WO stand die Kamera?

Startbeitrag von Hamilton112 am 11.10.2006 21:12

Guten Tag an alle.

Ich habe mir auch mal so meine Gedanken gemacht. Stutzig wurde ich durch die "Original"-Szene in dem Film Apollo 13 (mit Tom Hanks). Dort wurde ja der Abend der Mondlandung nachgestellt.

Wer hat den Moment gefilmt als Amstrong die Leiter herunter gestiegen ist? Oder auch; wo hat die Kamera gestanden? Mein Gedankengang ist der, dass noch VOR Amstrong der "Kameramann" auf dem Mond war.

Und warum ist der Mondlande-Versuch mit Apollo 13 Jahre später gescheitert? Zufall? Oder kalkuliert, weil die U.S.A. in Wirklichkeit noch garnicht die Technik für eine ECHTE Mondlandung hatten?



Danke für´s erste.


Gruss Olli

Antworten:

Die Kamera, die Amstrongs Ausstieg gefilmt hat, befand sich am Landebein des LM. Armstrong musste diese Kamera sogar während seines Abstieges noch ausklappen, den Rest machte die Kamera von allein. Man hatte sie einfach am LM-Landebein angebracht, ohne natürlich vorher wissen zu können, in welchem Licht bzw welcher Lichtrichtung das LM auf dem Mond landet. Das ist auch der Grund, warum man Armstrong in keinem besonders guten Licht sieht.

>Und warum ist der Mondlande-Versuch mit Apollo 13 Jahre später gescheitert?

Weil man in das CSM Sauerstofftanks eingebaut hat, die lange zuvor in der Montagehalle bzw auf dem Gelände extreme Temperatur- und Druckunterschiede aushalten mussten, da man sie zunächst für Apollo 10 vorgesehen hatte, doch dann wieder ausbaute und erst für Apollo 13 nahm. Den genauen Ablauf der Geschehnisse findest Du auch in diversen Büchern erklärt. Der Defekt, der letztlich zur Explosion führte, war eigentlich schon mehr als ein Jahr zuvor vorhanden und schlummerte eben so lange, bis man bei Apollo 13 die Sauerstofftanks aktivierte, der Funke überschlug und naja ....

von Syraccus - am 11.10.2006 21:29
O.k., die Sache mit Apollo 13 wurde ja im schon genannten Film ziemlich gut illustriert.

Nur die Sache mit der Kamerapostion ist mir etwas suspekt. Warum? Nun, ich habe immer den Eindruck dass die Kamera etwa 90° zu Amstrong und der Mondlandefähre angebracht ist.



Gruß

Oliver

von Hamilton112 - am 11.10.2006 21:44
Zitat

Die Kamera, die Amstrongs Ausstieg gefilmt hat, befand sich am Landebein des LM.


Am Landebein direkt nicht. Zwischen zwei Landebeinen an der Landestufe.

Zitat

...ohne natürlich vorher wissen zu können, in welchem Licht bzw welcher Lichtrichtung das LM auf dem Mond landet.


Na aber so ungefähr schon. Sie hatten bei der Landung die Sonne immer im Rücken.

Zitat

Weil man in das CSM Sauerstofftanks eingebaut hat, die lange zuvor in der Montagehalle bzw auf dem Gelände extreme Temperatur- und Druckunterschiede aushalten mussten,


"extreme Temperatur- und Druckunterschiede " ? Ich glaube das Relais im Sauerstofftank war für eine geringere Bordspannung ausgelegt. Man baute in Apollo 13 einen älteren Tank ein.

Matze










von Matze II - am 11.10.2006 23:37
Hallo Ham,

bitte schau´ wegen des Films und der Filmkamera einmal hier:

http://www.apollo-projekt.de/tv-qualitaet.htm

Etwas weiter unter wird das MESA (Modular Equipment Stowage Assembly) beschrieben !!

Ich denke mal dann wird es klar wer den "ersten Schritt" filmte. ;)

Bezügl. Apollo 13 findest Du (unter anderem) -> Hier

von Dirk E. - am 12.10.2006 06:49
Zitat

Und warum ist der Mondlande-Versuch mit Apollo 13 Jahre später gescheitert? Zufall? Oder kalkuliert, weil die U.S.A. in Wirklichkeit noch garnicht die Technik für eine ECHTE Mondlandung hatten?


Und das fiel ihnen erst NACH Apollo 11+12 auf?

von klauwin - am 12.10.2006 08:32
Ich möchte mich bedanken für die "neuen" hintergrunderkenntnisse die ich erhalten hab. mir fehlten einige Fakten um das Gesamtbild zu sehen. Aber ich bin eh, was die amerikanischen "Grossereignisse" (siehe auch 11.09.01), etwas zum Skeptiker geworden da es auch bei dieser Katastrophe Dinge gibt die mir nicht so ganz geheuer sind.




Gruss


Oliver

von Hamilton112 - am 12.10.2006 09:33
Zitat

Aber ich bin eh, was die amerikanischen "Grossereignisse" (siehe auch 11.09.01), etwas zum Skeptiker geworden da es auch bei dieser Katastrophe Dinge gibt die mir nicht so ganz geheuer sind.
Na dann, gute Besserung! ;-)

von Querkopf - am 12.10.2006 11:15
Zitat

Na aber so ungefähr schon. Sie hatten bei der Landung die Sonne immer im Rücken.


Sie wussten, wo die Sonne während der Landung steht, aber sie wussten net, wo sich da gerade das Landebein mit der Leiter befindet. Das hätte theoretisch in jeder denkbaren Richtung zur Sonne stehen können, so oft wie das LM während des Sinkfluges hin und her manövriert wurde.

Zitat

"extreme Temperatur- und Druckunterschiede " ? Ich glaube das Relais im Sauerstofftank war für eine geringere Bordspannung ausgelegt. Man baute in Apollo 13 einen älteren Tank ein.


Das ist richtig, die Tanks waren aber schon für den Apollo 10 Flug unter Druck gesetzt und später wieder entleert worden.

von Syraccus - am 12.10.2006 13:33
Zitat

Sie wussten, wo die Sonne während der Landung steht, aber sie wussten net, wo sich da gerade das Landebein mit der Leiter befindet. Das hätte theoretisch in jeder denkbaren Richtung zur Sonne stehen können, so oft wie das LM während des Sinkfluges hin und her manövriert wurde.


Wieso nicht? Die zwei Landefenster waren direkt hinter dem Landebein mit der Leiter. Die zwei Landefenster zeigten immer von der Sonne weg. Sicherlich sind sie nach rechts und links etwas abgedriftet aber nie ins Gegenlicht geflogen. Sicherlich wurde das LM auch mal etwas verdreht gelandet aber nie so weit, das die Sonne danach mehr von vorne kam als von hinten.

Zitat

Das ist richtig, die Tanks waren aber schon für den Apollo 10 Flug unter Druck gesetzt und später wieder entleert worden.


Der Vorgang wird im Buch Apollo 13 von J. Lovell recht gut erklärt. Demnach fiel einer der Sauerstofftanks vom Kran, der für eine Apolloversion mit der geringeren Bordspannung vorgesehen war. Danach ging er in die Reparatur. Als er wieder ok war und die Werkstatt verliess, hatten die Raumschiffe aber schon die höhere Bordspannung. Nur war da leider noch ein Bauteil drin, das auf die alte Spannung angepasst war.

Matze






von Matze II - am 12.10.2006 15:06
Zitat

Und warum ist der Mondlande-Versuch mit Apollo 13 Jahre später gescheitert? Zufall? Oder kalkuliert, weil die U.S.A. in Wirklichkeit noch garnicht die Technik für eine ECHTE Mondlandung hatten?



ich hatte dazu in einem früheren Thread schon einmal folgendes zu Apollo 13 geschrieben:

Das Heizungssystem im Sauerstofftank wurde umgerüstet, weil die Apollo-Kapseln während der Gerätetests wochenlang an den stärkeren Rampengeneratoren hingen. Diese erzeugten eine Spannung von 65 Volt. Das Stromsystem der Apollo-Raumfahrzeuge war aber nur auf 28 Volt ausgelegt. Das entsprach der Leistung der drei Brennstoffzellen im Sercicemodul.

Ich glaube nicht, daß eine generelle Gefahr für alle Flüge bestand. Der 28 Volt Schalter am Thermostat war nur ein Fehler von vielen. Natürlich wäre es nicht zur Katastrophe gekommen, wenn dieser Schalter auch ausgewechselt worden wäre. Andererseits wäre es auch nie zu einem Kurzschluß gekommen, wenn die vorangegangen, eigentlich geringfügigen, Fehler nicht gemacht wurden.

1. Fehler: Kleinere technische Verbesserungen an der Konstruktion der Sauerstofftanks waren der Grund für den Ausbau des Sauerstofftanks bei Apollo 10. Während der Deinstallation wurde unbemerkt der Ablaßstutzen beschädigt, weil ein Haltebolzen übersehen worden ist. Der Tank wurde auf Schäden überprüft und für in Ordnung befunden.

2. Fehler: Nach einem Systemtest bei Apollo 13 unter Realbedingungen, sollten die Sauerstofftanks wieder entleert werden. Hierbei wird der flüssige Sauerstoff mit gasförmigem Sauerstoff aus dem Tank gepreßt. Durch den verbogenen Ablaßstutzen trat der gasförmige Sauerstoff allerdings sofort wieder aus, ohne daß der flüssige Sauerstoff herausgepreßt wurde.
Bei der Vorgeschichte des Tanks hätten die Verantwortlichen Ingenieure erkennen müssen, daß der Tank schwerer beschädigt wurde, als zunächst angenommen.

3. Fehler: Da der Ablaßstutzen während des Fluges keine Rolle mehr spielen wird, beschloß man einfach, diese Beschädigung zu ignorieren. Bei einem technischen Gerät wie diesem Raumfahrzeug ein absolutes Unding! Schließlich könnten ja noch mehr Fehlfunktionen übersehen worden sein.
Da der flüssige Sauerstoff durch den relativ geringen Innendruck nicht herausausgepreßt werden konnte, beschloß man ganz einfach das Beheizungssystem einzuschalten und damit den Druck zu erhöhen. So sollte der gesamte Sauerstoff herausgedrückt werden. Für dieses Verfahren planten die Ingenieure acht Stunden ein. Niemand wußte, daß die falschen Schalter installiert waren und was passieren würde, wenn die Heizelemente zu lange eingeschaltet blieben. Der Tank sollte auf 27 Grad erwärmt werden. Bei Erreichen der Temperatur hätte der Thermostatschalter sich öffnen sollen und dadurch das Beheizungssystem abgeschaltet. Blöderweise wurde der Schalter aber durch die 65 Volt Spannung sofort kurzgeschlossen und das Beheizungssystem blieb eingeschaltet.

4. Fehler: Da im Sauerstofftank eigentlich niemals Temperaturen über 27 °C herrschten, hatte man darauf verzichtet, die Skala an den Kontrolltafeln über diese 27 Grad hinaus auszulegen. Zwar wurde ständig die Innentemperatur gemessen, sie konnte nur nicht korrekt angezeigt werden. Die Temperaturanzeige stand ständig bei ungefährlichen 27 Grad, die tatsächliche Temperatur lag aber bei 538°C. Durch die Hitze waren Teile der Teflonschicht weggeschmolzen, die das Stromkabel für die Ventilatoren isolierten.

5. Fehler: Zeitdruck! Den defekten Tank durch einen neuen zu ersetzen hätte nur 45 Stunden gedauert. Durch die anschließende Überprüfung und Erprobung hätte aber die Gefahr bestanden das Zeitfenster des Starts zu verpassen. Der Flug hätte um einen Monat verschoben werden müssen.

Auch wen immer auf dem Thermostatschalter herumgeritten wird, der eigentliche Grund des Unglücks war der Ablaßstutzen. Dieser wird nur benötigt, wenn nach einer Simulation auf der Startrampe die O2-Tanks entleert werden müssen.
Wäre der Stutzen während des Ausbaus nicht beschädigt worden, hätte man den Tank unter normalen Umständen leergedrückt und hätte ihn nicht aufheizen müssen. Die 27 Grad wären nie erreicht worden und der Schalter wäre nicht aktiviert und kurzgeschlossen worden. Die Innentemperatur wäre nicht so gewaltig angestiegen und hätte nicht die Isolation der Kabel geschmolzen. Der Sauerstofftank wäre nicht explodiert und Lovell und Haise wären in der Fra Mauro Region gelandet.
Tja, was wäre wenn ...


Lipi


von Ulrich - am 12.10.2006 19:08
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