PYTHA den maximalen Arbeitsspeicher zuweisen

Startbeitrag von Miriam Holmes am 21.07.2015 09:11

Hallo,

ich arbeite mit der 64-bit Version und habe 32 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.
Leider nutzt RadioLab aber nur 4 GB. Ich habe es schon über den Taskmanager probiert und die Priorität erhöht. Aber irgendetwas mache ich da wohl falsch.

Wie kann ich denn unter Windows 8.1 Pytha (RadioLab) denn maximalen Arbeitsspeicher zuweisen?

Antworten:

Sehr geehrte Frau Holmes,

Ihre Frage leitete ich direkt an unsere RadioLab-Entwickler weiter.

Mit freundlichen Grüßen
A. Seebacher

von A. Seebacher - am 21.07.2015 09:51
Kurzer Nachtrag:
Das Erhöhen oder verringern der Priorität im Windows Taskmanager bezieht sich nur auf die dem Programm zugeteilte Rechenzeit relativ zu anderen gleichzeitig ausgeführten Programmen.

von A. Seebacher - am 21.07.2015 09:54
Sehr geehrter Herr Seebacher,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung!

Mit freundlichem Gruß,
Miriam Holmes

von Miriam Holmes - am 21.07.2015 09:55
Hallo Frau Holmes,

Sie haben doch sicherlich einen trifftigen Grund, warum Sie RadioLab mehr RAM zuweisen möchten. Was ist denn Ihr Problem? Vielleicht können wir Ihnen auf diesem Wege helfen?

Mit freundlichem Gruß von

Cornelius Adam

von Cornelius Adam - am 21.07.2015 10:05
Hallo Herr Adam,

ja, ich habe einen triftigen Grund.
Ich würde gerne, dass die Berechnungzeit der Iterationen beschleunigt wird.
Ich habe derzeit pro Iteration ca. 58 Sek., um allerdings ein nahezu rauschfreies Bild zu bekommen dauert es bei mir Stunden! 300 Dpi, 1920 x 1080 Pixel. Radiosity Qualität 4.

@ Herr Seebacher: Danke für die Info!

von Miriam Holmes - am 21.07.2015 10:44
Hallo Frau Holmes,

die Berechnungszeit ist nicht abhängig vom RAM (Sie haben mehr als genug), sondern von der Anzahl der CPU-Kerne und deren Taktfrequenz. Wenn Sie deutliche Verkürzungen der Berechnungszeit benötigen, hilft nur eine Aufrüstung der Hardware.
Ansonsten haben natürlich auch die Renderparameter einen Einfluss auf die Gesamtberechnungszeit.
Die sollten Sie beim Raytracing auf die unbedingt nötigen Einstellungen reduzieren. Das wichtigste hierbei ist die Auflösung. Brauchen Sie wirklich 1920x1080? Wofür? Wenn Sie das Bild auf einem Computer-Bildschirm mit 1920x1080 Pixeln darstellen möchten, bringen 300 dpi nichts, weil ihr TFT das gar nicht darstellen kann! 300 dpi sind nur dann nötig, wenn das Bild professionell für ein Printprodukt ausgedruckt wird. Wenn Sie es selbst auf Ihrem Officedrucker ausgeben, reichen 100 dpi aus, weil der Treiber des Druckers die Auflösung nach oben interpoliert.
Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Ansonsten halte ich die Berechnungszeit wie von Ihnen beschrieben realistisch.

Mit freundlichem Gruß von

Cornelius Adam

von Cornelius Adam - am 21.07.2015 11:18
Hallo Herr Adam,

da habe ich wohl leider etwas völlig falsch verstanden. Ich dachte, dass der Arbeitsspeicher auch ausschlaggebend für die Berechnungszeit ist. :rolleyes:

Mein Prozessor: Intel (R) Core (TM) i7 4720HQ CPU @ 2,6 GHz 2.59 GHz ist eigentlich auch nicht gerade schlecht...

Ich habe den Eindruck gehabt, dass ein gerendertes Bild mit größerer Auflösung ein nicht so starkes Aliasing aufzeigt. Mag ich mir aber auch eingebildet haben...

Mit der DPI Zahl haben Sie natürlich Recht! Ich wollte nur mal ausprobieren, wie lange es dauert, falls es mal ein professionelles Printprodukt werden soll. ;)

Ich habe allerdings eben im Forum eine mögliche Ursache für das hohe Rauschen gefunden. Mein HDRi Bild! Ich habe ein sehr hochauflösendes mit starken Farbübergangen verwendet.

DANKE! Sie haben mir damit sehr geholfen!

MfG,
Miriam Holmes

von Miriam Holmes - am 21.07.2015 11:47
Hallo,

die Renderzeiten sind auch sehr stark von den Materialien abhängig. Wenn man "realistische" Materialien mit Shader und allen Zipp und Zapp simulieren möchte, kann das schon sehr lange dauern. Aktuell habe ich eine Szene (ein paar Stühle und Tische) in der ich sehr viel mit Shader usw. gearbeitet habe, da dauert eine Integration schon mal 3-4 Minuten (1920x1080), sieht aber auch sehr gut aus!

von Dennis Henke - am 22.07.2015 09:32
Hallo Frau Holmes,

Herr Ziemke hat mir ihre Küchen-Szene zur Verfügung gestellt. Hier ist mein Ergebnis nach wenigen Modifikationen:

[dl.dropboxusercontent.com]

Das Bild war auf meinem 3-Jahre alten Rechner (Quadcore mit 8 GB) nach 24 Minuten rauschfrei. 16 Iterationen waren ausreichend.

Hier die Modifikationen:

- Um das Anti-Aliasing zu verbessern habe ich die Super-Sampling Methode angewendet, wie ich sie schon in einem anderen Beitrag beschrieben habe. Dabei genügt es nicht, das Bild nur in einer höheren Auflösung als nötig zu Rechnen - die gefilterte Reduktion auf die gewünschte Auflösung ist der wichtige Schritt (in Photoshop bikubisch gefiltert).

- Die Schärfe-Einstellung im Raytracer-Dialog ist nicht für Szenen mit hohen Kontrasten geeignet, weil im HDR (vor Tone-mapping) geschärft wird, was praktisch das Anti-Aliasing aushebelt. Schärfungsfilter sollten in diesen Fällen erst nach dem Tone-Mapping angewendet werden, also HDR-Dialog oder externes Bildverarbeitungsprogramm.

- Die Farb-Koeffizienten der diffusen Reflektionen für die schwarzen und weißen Materialien sind unrealistisch und führen zu Problemen. Schwarze Materialien sollten diffuse Farbwerte von ca.20 nicht unterschreiten während weiße Materialien bei ca. 235 liegen sollten. Gewünschte Kontraste sollten nach Berechnung mit den Bildverarbeitungsmethoden Helligkeit, Kontrast usw. eingestellt werden.

- Sie verwenden für die Berechnung des indirekten Lichts im Raytracer die Q4-Einstellung obwohl in der Szene kein indirektes und nicht mal direktes Licht in den Radiosity-Netzen berechnet wurden. Somit ist Q4 wirkungslos. Ich habe für das obige Bild Q1 verwendet.
Meiner Erfahrung nach ist in 90% aller Szenen Q1/Q2 die bessere Wahl. Diese Methoden für indirektes Licht konvergieren schon nach 16 Iterationen, benötigen kein Radiosity und leuchten die Szenen gleichmäßig aus.
Wenn Radiosity sowieso für die Echtzeit-Darstellung ausreichend berechnet und geglättet wurde ist der Q3 Modus qualitativ oft ausreichend und dabei völlig rauschfrei.

- Ich habe das HDR-Licht ausgeschaltet. Wie schon an anderer Stelle beschrieben, sind HDR-Lichtquellen im Raytracer bei kontrastreichen HDR-Bildern noch ineffektiv. Ich arbeite hier gerade an einer Verbesserung.


Gruß

von Robert Kuchar - am 22.07.2015 16:02
Hallo Herr Kuchar, hallo Herr Henke

ich habe Ihren Beitrag hier im Forum leider erst jetzt gelesen.

Vielen, vielen Dank für die ausführliche Hilfestellung!

Mit freundlichem Gruß,
Miriam Holmes

von Miriam Holmes - am 25.07.2015 07:28
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