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Informationen zum Thema:
Forum:
PYTHA
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christoph Loos, Carl C. Fink, Markus Seidel, Cornelius Adam, Rochus Sebold

Radierbahn / Maße Plottmenu verschoben

Startbeitrag von Christoph Loos am 23.02.2016 23:26

Hallo nochmal,

Welche Methode verwendet man am Besten, um komplexe Schnitte mit Radierbahn auf das
Plottblatt zu bringen?

Ich habe gerade in stundenlanger Arbeit mehrere geclippte Ausschnitte des Schnitts mit etwas
Abstand auf das Blatt gelegt und so die Radierbahnen erzeugt. Dann habe ich direkt auf dem
Blatt über die Radierbahnen hinweg bemaßt. Das hat soweit auch gut funktioniert. Nach erneutem
öffnen der Datei, liegen jedoch die Maße kreuz und quer über das Blatt verteilt. Die ganze Arbeit um sonst... :mad: Diese Funktion scheint nicht ausgereift zu sein.

Soll mann wirklich in mühevoller Kleinarbeit die Schnitte außeinanderschneiden, verschieben und
dann bemaßen? Was ist wenn man sich beim Platz auf dem Blatt verkalkuliert? Nochmal
versuchen?

Warum ist es so schwer ein Modell, das man wirklich schnell und effizient zeichnen kann in eine
annehmbare technische Zeichnung zu verwandeln? Radierbahnen sind im Tischlerhandwerk nun
mal notwendig.

Ich hoffe wirklich das ich irgendwas verkehrt mache und bin für jede Hilfe dankbar...

Gruß
Christoph

Antworten:

Hallo,

Tipp 1: Bemaße doch direkt in Einga und verschiebe die Maßtexte so, dass sie sich nicht in dem Bereich befinden, der nachher nicht sichtbar ist. Also nicht auf der "Radierbahn".
Tipp 2: Den Schnitt zunächst komplett auf das Plottblatt bringen. Dann auf den z.B.linken Bereich clippen. Den so geclippten Ausschnitt kopieren und auf den rechten Bereich clippen. Pytha fängt nun exakt die Positon der beiden Auschnitte. Die Bemaßung bleibt erhalten, ist jedoch im Bereich der Radierbahn unterbrochen, was verschmerzbar ist.
Tipp 3: Vor dem Bemaßen alle Schnitte auf dem Plottblatt sauber und lagerichtig platzieren. Erst wenn alles passt mit dem Bemaßen beginnen.

Die Bemaßung auf dem Plotblatt habe ich noch nie verwendet. Sie scheint mir zu unflexibel für meine technischen Zeichnungen.
Die Bemaßung direkt auf dem Plotblatt sollte aber erhalten bleiben. Das Chaos bei Dir mit den Maßen kann verschiedene Ursachen haben. Teste es mal mit einfachsten Zeichnungen aus.

von Carl C. Fink - am 24.02.2016 06:52
Hallo Herr Fink,

danke für die Tipps.

Zu 1: Durch die 1:1 Vorgabe wird es teilweise ganz schön eng (Trotz A0). Ich versuche mal
die Ausschnitte noch effizienter aufzuteilen.
Zu 2: Es handelt sich um die Zeichnug meines Meisterstücks. Ich weiß nicht was die Prüfungs-
kommission von unterbrochenen Maßlinien hält. Da muss ich wohl ein paar Punkte abgeben...

Ich habe es gerade nochmal mit einem einfachen Quader probiert. Auf dem Blatt in vier
Ausschnitte aufgeteilt und bemaßt. Dann die Datei gespeichert, geschlossen und wieder geöffnet.
Jetzt sind die Maße ganz weg.

Ich muss wohl Variante 2 wählen. Die Zeit wird knapp...

Gruß
Christoph

von Christoph Loos - am 24.02.2016 09:54
Hallo Herr Loos,

für die (vermutlich) wenigen Fälle, in denen Sie tatsächlich ein Maß über die Schnittunterbrechung hinaus benötigen, bietet sich die Bemassung auf dem Plotblatt an (sonst würde ich auch die Bemassung im Grafikbereich vorziehen).

Mit freundlichen Grüßen von

Cornelius Adam

von Cornelius Adam - am 24.02.2016 10:04
Hallo Herr Loos,

Sie können mit der Variante 2 auch einen kleinen Bereich der Maße auf das Plottblatt einfügen und so dürften wieder geschlossene Maßlinien erscheinen. Also für 2 Schnitte insgesamt 3 Ausschnitte verwenden. Die Bemaßung auf dem Plotblatt funktioniert nicht gut. Da würde ich beim Meisterstück nichts riskieren.

Alternativ könnten Sie die Schnitte auch direkt in Einga unterbrechen, vorher die Maße, die erhalten bleiben sollen, mit Ersatztext versehen, dann die Schnitte zusammenbewegen und rauf damit auf das Plotblatt. Dazu in Einga den Schnitt nochmals an einen anderen Ort kopieren, so bleibt das Original erhalten.

von Carl C. Fink - am 24.02.2016 10:48
Eine weitere Möglichkeit:
im Einga die Bereiche der Schnittunterbrechungen (also die Bereiche die nicht gedruckt werden sollen) als Flächen über der Zeichenebene erstellen, die Kanten unsichtbar schalten oder mit einem weissen Stift versehen, Modus auf solid, keine unsichtbaren Kanten. Im Plotterblatt deckt die Fläche alle Körperkanten ab, Maßlinien nicht. Die Maßzahlen an die Kante der Schnittunterbrechung rücken und diesen Bereich entsprechend im Plot clippen.
Ein Tip: in einem Layer die Bereiche die geplottet werden sollen als Rechtecke zeichnen, alle anderen Layer ausschalten, die Rechtecke im Plotterblatt positionieren, dann mit Layer aktualisieren die Zeichnung "einschalten". So ist Pytha im Plotmenü bei ausrichten der Ausschnitte nicht so gefordert und ruckelfrei.

von Rochus Sebold - am 25.02.2016 13:17
Ich arbeite da mittlerweile so:

1. Die Objekte, welche man auf´s Plottblatt bringen möchte, im Eingabefenster an eine andere Stelle kopieren, damit man nichts kaputt machen kann.^^

2. Dann bestimme ich die Bereiche, welche verschwinden können, da in diesen nichts Maßrelevantes liegt und das horizontal und vertikal. Meistens nehme ich dafür das Hilfslinien-Werkzeug "Aquidistante" und stelle den Wert z.B. auf 20mm.

3. Als nächstes verwende ich das Lineal-Werkzeug "Schnitt-Ebene" um die nicht benötigten Bereiche zu entfernen (immer abwechselnd zuerst immer "Behalte Teile - Alle Teile" und dann "Behalte Teile - Rückseite oder Vorderseite" ). Jetzt ist alles entfernt was geschrumpft werden kann.

4. Dann speichere ich alles, so wie es ist als Solid, importiere es direkt wieder und verschiebe das Solid so weit in eine Richtung, dass es nicht mehr auf den ursprünglichen Bauteilen liegt (direkt mit "Bewegen" -> "Letzte Menge" ).

5. Um den Maßstab herauszubekommen, welchen man auf dem Plottblatt verwendet, lege ich jetzt erst mal einen kleinen Umweg ein, den ich anschließend bis zu diesem Punkt wieder "Undorisiere". Ich schiebe die Bauteile jetzt so weit zusammen wie sie am Ende auch auf dem Plottblatt auseinander stehen sollen, z.B. 10mm. Jetzt hat man die entgültige Dimension (außer der Maße) des Objektes und kann nachschauen, in welchen Maßstab man dieses auf dem Plottblatt unterbringen möchte. Also passt man es auf dem Plottblatt ein, schaut dann in den Eigenschaften nach welchen Maßstab es hat (z.B. 1:9.8749), setzt diesen dann z.B. auf 1:10, damit man einen runden Maßstab hat und gibt diesen dann im Eingabefenster (unten am Bildschirmrand) beim Maßstab ein. Sollte es diesen Maßstab noch nicht geben, legt man diesen einfach über "neuen Maßstab" an. Diese etwas umständliche Vorgehensweise dient nur dazu die Maße direkt im richtigen Maßstab anzulegen, dadurch erspart man sich hinterher viel Herumschiebearbeit.

So wer jetzt immer noch nicht ausreichend verwirrt ist kann gerne weiterlesen.^^ Falls jemand denkt, dass mein Weg, wie ich eine Zeichnung für diesen Fall erstelle, garnicht so dumm, aber für eine schriftliche Erklärung zu kompliziert ist (oder ich es einfach nicht erklären kann), ich könnte ein kleines Erklärbär-Video machen und es auf YouTube hochladen. Bitte lasst es mich wissen falls hieran Interesse besteht. Aber wahrscheinlich ließt diesen Post eh niemand, da der ursprüngliche Thread ja schon recht alt ist und die Forensoftware neue Posts ja nicht hochsetzt.

6. Jetzt drücken wir so lange "Undo", bis alle Objekte wieder am Anfang meines 5. Punktes gelandet sind.

7. Als nächstes lösche ich, mit dem Kantenwerkzeug, alle Kanten die es ja jetzt so eigentlich nicht mehr gibt (Radierbahn) und ersetze sie durch die von mir bevorzugte Darstellung. Bei kleineren Zeichnungen verwende ich da gerne eine selbsterstellte zackige Kante, damit es wie eine Bruchstelle aussieht. Aber man kann auch z.B. eine Strich-Pukt-Linie nehmen. Je nachdem welche Anforderungen (zum Beispiel in einer Meisterprüfung) gegeben sind. An diesem Punkt lösche und bearbeite ich auch immer alle von Pytha falsch dargestellten Kanten. Vor allem bei hintereinander liegenden und/oder unsichtbaren Kanten, hat Pytha die Angewohnheit diese nicht auf die letztendlich sichtbare Linienart zu reduzieren, sondern es klatscht einfach alle hintereinander liegenden Linien zu einem unerkennbaren Linienbrei zusammen (ich feiere den Tag an dem das verbessert wird). Aber wie gesagt, alle Kanten sollten jetzt so bearbeitet werden wie sie am Ende dann auch dargestellt werden sollen. Falls man dieses erst später macht kann es passieren, dass manche Maße wieder verschwinden, da sie den Endpunkt einer gelöschten Kante verwendet hatten.

8. Als nächstes bemaße ich das importierte Solid. Am wichtigsten sind die Maße, welche die zu schrumpfenden Bereiche überbrücken. Da zwischen diesen und den Bauteilen meistens noch sehr viel kleinere Maße liegen, empfehle ich, die Bauteile komplett zu bemaßen.

9. Jetzt kommen die von Herrn Fink angesprochenen Ersatztexte ins Spiel. Jedes Maß, dass den zu schrumpfenden Bereich überbrück wird einfach mit einem Ersatztext (gleicher Wert wie der tatsächliche) ausgestattet.

10. Hat man alles bemaßt und hat alle überbrückenden Maße mit Ersatztexten ausgestattet, schiebt man die Bauteile zusammen (z.B. 10mm) und tadaaa, keine keine 4 Stunden später hat man das perfekte Ergebnis (kleiner Scherz).

Warum mache ich es mir so umständlich? Weil ich gerne perfekte Arbeit abliefere und ich hierfür jeden Aufwand in Kauf nehme. Zudem habe ich so einen immer wieder verwendbaren Workaround. Wie vorhin schon geschrieben, falls jemand Interesse und die Pytha-Entwickler nichts dagegen haben, mache ich gerne mal ein Video, nachdem man vielleicht sogar versteht was ich da oben geschreiben habe.

Viel Grüße,
Markus Seidel :-)

von Markus Seidel - am 17.06.2016 10:02
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