Kann es sein...?

Startbeitrag von Steffi K. am 05.07.2002 19:34

Hallo,

ich glaube mir geht ein Licht auf.Mein Sohn ist 13 Jahre alt und wurde vor etwa 2 Jahren getestet.
Dieser Test war jedoch noverbal und es kam ein IQ von 137 dabei heraus. Der Schulpsychologe sagte zu mir mein Sohn sei hochbegabt.Doch in der Schule ging es nur noch berg ab(erwar damals gerade auf dem Gymnasium).Dann kamen auch noch massive Kopfschmerzen hinzu.Wir gingen zum Kinderarzt und der überwies uns in die Neuropädiatrie wo man nach mehreren EEG´s feststellte daß er Gehirnkrämpfe in der rechten Gehirnhälfte hat.Der Arzt erklärte mir daß so etwas
nicht zu behandeln wäre aber es könne sich in der Pupertät bessern. Er hatte Recht. Ein halbes Jahr später waren die Kopfschmerzen weg und bis jetzt auch nicht mehr aufgetreten. Doch in der Schule (er ist mittlerweile in einer Realschule) sind die Noten zwar nicht schlecht aber er arbeitet unkonzentriert und langsam. Ich bin sogar der Meinung es wird immer schlimmer. Kann es sein daß mein Sohn auch unter ADS leidet? Er ist allerdings das Gegenteil von hyperaktiv.



Gruß
Steffi

Antworten:

Mal ein kurzer Schnellschuss.

Wenn er hochbegabt ist, dann ist er auf der Realschule unterfordert.

Ist der Junge nur wegen der Noten auf die Realschule gekommen? Trotz des IQ-Tests?

War das ein anerkannter Test? Warum nur nonverbal? Und warum Realschule?

Ob dein Kind ADHS hat, wird dir aus dem Forum niemand sagen können, dass er aber unterfordert ist, halte ich - wenn der IQ tatsächlich 137 ist - für sehr wahrscheinlich. Und Konzentrationsstörungen bei Unterforderung sind nicht ungewöhnlich, denn wozu aufpassen, wenn es einen intellektuell nicht reizt?

von Pia - am 06.07.2002 12:43
Hallo Steffi,

herzlich Willkommen hier in meinem "eigen-sinnigen" Forum.

Du schreibst "ich glaube mir geht ein Licht auf" ... ich nehme an, dass Du Dich durch die Beiträge wie Merkmale, Schilderungen etc. "gewühlt" hast und dabei Parallelen zu Deinem Kind festgestellt hast ...?

Ob Dein Kind womöglich ADS hat, kann ich Dir natürlich nicht beantworten - ADS ist eine Ausschlussdiagnose und sollte von einem erfahrenen Fachmann getestet werden.

Um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen, findest Du -> hier einen Fragebogen ... um weitergehende, seriöse Informationen zu erhalten, liest Du Dich vielleicht einmal durch diese Seite hier ->"add-online" hindurch (Achtung: Sie ist sehr umfangreich, aber absolut lohnenswert).

Es ist schade, dass der Schulpsychologe lediglich einen nonverbalen Test durchgeführt hat ... denn diese Tests überprüfen zwar das "Denken-Können" (also die Grundintelligenz, die "von Natur aus" vorliegt), leider erfährt man aber nichts über spezifische Stärken und Schwächen.
Und gerade das ist wichtig, wenn man Probleme aktiv angehen will.
(Im übrigen geben differenzierte Tests wie z.b. HAWIK unter Umständen alleine schon durch das Auswertungsprofil ggf. Hinweise auf Konzentrationsstörungen und/oder Wahrnehmungsstörungen ...)

Aber wie gesagt: Die ADS-Diagnostik sollte von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt werden ...

Viele Grüße
Anneliese



von A/S - am 06.07.2002 14:15
Hallo Pia,

ja er kam nur wegen der Noten auf die Realschule. Der Schulpsychologe bei dem wir waren erzählte mir er habe viel mit hochbegabten Kindern zu tun und lud mich auch zu einem Elternabend bei der DGhK ein.Doch dort fühlte ich mich fehl am Platz.Die Kinder dieser Eltern sind alle viel auffälliger.

von Steffi K. - am 06.07.2002 15:59
ja er kam nur wegen der Noten auf die Realschule.

Dann formuliere ich es mal ein bisschen differenziertet als vorhin: Schlechte Noten können ein Zeichen von Unterforderung sein. Schlechte Noten müssen nicht immer bedeuten, dass das Kind nicht mitkommt.

Natürlich kann es auch sein, dass er am Gymnasium überfordert war, jetzt auf der Realschule eigentlich gut mitkommt und die Probleme ganz woanders liegen.

Haben sich die Konzentrationsprobleme usw. erst auf der Realschule eingestellt? Wie sieht es außerhalb der Schule aus?

Um die Diagnose ADHS zu stellen (ist neben dem Ausschluss anderer Krankheiten), ein Auftreten der Symptome vor dem 6. Lebensjahr erforderlich und die auch nicht nur in einem Lebensbereich. Daher ist es wichtig für euch (und dem Arzt) zu wissen, ab wann diese Probleme auftraten und ob sie nicht vielleicht auch eine Folge der Gehirnkrämpfe sein können. Oder eben einer evtl. Unterforderung oder von etwas ganz anderem.

Konzentrationsprobleme sind allgemein verbreitet und ihr Vorhandensein alleine muss noch nichts mit ADHS zu tun haben. Anne hat dir ja schon die Links gegeben.

Das soll jetzt kein Plädoyer für oder wider sein, sondern nur ein Denkanstoß.

von Pia - am 06.07.2002 16:26
Hallo Pia,

Ich glaube schon dass er überfordert war denn im schreiben war er zu langsam und kam beim diktieren nicht mit. Mit etwas üben wurde er zwar schneller aber auch ziemlich unsicher.
Die Konzentrationsprobleme sind noch nicht besser geworden.
Außerhalb der Schule spielt er Fußball und das jeden Tag. Heute hat mein Mann ihn zu einem Schachspiel überredet. Das Erste und das zweite Spiel hat er gewonnen und das Dritte verloren. Danach hatte er keine Lust mehr, packte seinen Rucksack und ging auf den Sportplatz von wo er wohl erst heute Abend zurückkehren wird. Lesen tut er nur selten. Wenn seine Freunde da sind spielt er auch mal mit seinem Playstation. Ansonsten sitzt er vor dem Fernseher oder spielt mit dem Hund.

von Steffi K. - am 07.07.2002 12:52
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