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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
weatherman, pelztierchen

Multiple Persönlichkeitsstörung

Startbeitrag von weatherman am 01.04.2002 22:19

In Deutschland ist das Thema Multiple Persönlichkeitsstörung (ICD-10) bzw. Dissoziative Identitätsstörung (DSM-4) z.Z. zu einer Art Glaubensfrage hochstilisiert worden. Solange dieser merkwürdige und unbefriedigende Zustand noch anhält, ziehe ich es vor, mich zu den "MPD-Gläubigen" zu stellen. Ich könnte an dieser Stelle jetzt zahlreiche Argumente anführen, zu denen "Nicht-Gläubige" leicht ebensoviele Gegenargumente finden könnten, das liegt wohl in der Natur solcher Debatten.

Die Diagnose MPD bzw. DID repräsentiert natürlich -wie alle Begriffe für seelische Störungen- eine 'weiche' Realität. Niemand "ist" multipel so, wie eine Rose eben eine Rose ist. Jedoch haben mich die letzten Jahre überzeugt, daß es für bestimmte Menschen ein sehr nützliches Konzept ist, ja bisher das einzige, das ihrer persönlichen Wirklichkeit gerecht wird und ihnen die Möglichkeit bietet, ihr Leid zu verringern und ihre Lebenszufriedenheit zu vergrößern, kurz gesagt: zu heilen. Es ließen sich viele Seiten Papier mit den komisch-tragischen Geschichten1 füllen, die 'multiple' Menschen von ihren Versuchen erzählen können, bei professionellen Helfern Hilfe zu finden, die genau "wissen", daß es so etwas nicht gibt bzw. daß es sich um ein extrem seltenes Phänomen handelt, dem man keine besondere Aufmerksamkeit schuldet.

Ich "glaube" nicht nur, daß es 'multiple' Menschen gibt, ich halte es nicht einmal für ein besonders seltenes Phänomen.

Die bisher umfangreichste Untersuchung zur Epidemiologie von MPD/DID (ROSS, 1991)2 ergab eine Prävalenz von 1.3% (in Kanada). Angenommen, diese Zahl wäre auf deutsche Verhältnisse übertragbar, reden wir hier von einer runden Million Menschen - Menschen, die entweder unbehandelt bleiben, oder unter einer Vielzahl möglicher Ausweichdiagnosen fehlbehandelt werden. Mag dies bei einer Psychotherapie im günstigsten Fall "nur" Zeit und Frustration kosten, kann eine falschverstandene medikamentöse 'Einstellung' einen betroffenen Menschen zur psychischen und physischen Selbstaufgabe bringen.

Damit meine ich natürlich nicht, daß im Rahmen einer DID-Therapie der gezielte Einsatz von bestimmten Psychopharmaka (als Krisenintervention) nicht zeitweilig sinnvoll sein kann.



1 "Ach, Sie hören Stimmen ! Warum haben Sie das nicht gleich gesagt ? Da gebe ich Ihnen etwas für .." [ nämlich ein hochpotentes Neuroleptikum. Äußerung einer Psychiaterin laut mündlicher Mitteilung einer Klientin.]
2 Ross, C.A. (1991). Epidemiology of multiple personality disorder and dissociation. Psychiatric Clinics of North America, 14, 503-517

Antworten:

Ich kenn selber jemanden der an ICD-10 leitet.
Er sagt selber, er hat sein vorheriges Leben in sich vereint.



von weatherman - am 02.04.2002 00:15
kann ich mal fragen wozu das hier dienen soll???

von pelztierchen - am 02.04.2002 11:55
Pelztierchen,
was hast du dagegen wenn ich das schreibe?
ich denke es gibt hier sowas wie eine Freiheit.
Es gibt ja die Moderatoren.
Wenn ihnen etwas nicht passt und/oder sie denken das sowas nicht hier her gehört könnenb diese es ja gern löschen. Wenn du wissen willst was das soll, frag einen Mod*fg*
Der wird dir schon erklären, was alles erlaubt ist und so.



von weatherman - am 02.04.2002 12:20
mein gott...
sorry dass ich gefragt habe was du damit bezweckst...
brauchst dich ja nicht gleich auf den schlips getreten fühlen...
hab doch nix dagegen...mich würde nur mal interessieren was das bringen soll...

hau rin

von pelztierchen - am 02.04.2002 15:18
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