Bildbearbeitung?

Startbeitrag von Ullerich am 27.05.2002 14:26

Nochmals zum Thema Bildbearbeitung:

Im Gästebuch wurde ja ein wenig über dieses Thema diskutiert.

Zitat

[www.theorie-der-medien.de]


In der Weltraumfotografie war die Lösung mit abgeworfenen Filmkanistern naheliegenderweise unpraktikabel. Also setzte man hier von Anbeginn auf elektronische Bildabtastung und -übertragung. In Vorbereitung des Apollo-Programms, also der bemannten Mondlandung, wurde das Ranger-Programm gestartet. Aufgabe der Ranger-Sonden war es, Videobilder von der Mondoberfläche an die Erde zu schicken. Die ersten Ranger- Missionen schlugen jedoch fehl, erst Ranger 7, gestartet am 28. Juli 1964, sendete mit einer neuartigen Vidicon- Röhre[22] Videosignale zur Erde. Dort wurden die Bilder am 1965 auf Betreiben von Dr. Robert Nathan gegründeten Information Processing Laboratory (IPL)desJet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA digitalisiert und nachbearbeitet. Dazu kam die später so genannte VICAR (Video Image Communication and Retrieval)-Software auf einem IBM 7094 oder IBM 360 zum Einsatz.[23] Ein ganzes Stockwerk des Jet Propulsion Laboratory der NASA wurde von dem Bildbearbeitungsequipment eingenommen. Am 28. November 1964 startete mit Mariner 4 die erste erfolgreiche Sonde zum Mars. Sie sendete ihre nach dem Samos-Prinzip abgetasteten Bilder erstmals in der Geschichte von Satellitenbildern direkt in digitaler Form zur Erde zurück: Angesichts der Distanz zum Mars wäre ein analoges Signal bei Ankunft vom kosmischen Hintergrundrauschen ununterscheidbar gewesen.[24]


Eine Bildbearbeitung gab es schon zum Zeitpunkt der Mondlandungen. Sie diente primär den Zielen der Kontrastverstärkung und Verdeutlichung der Bilder. Nicht zu vergessen, daß aus den empfangenen Daten der Raumsonden ja erstmal Bilder zusammengesetzt werden mußten.

Eine Bildverarbeitung in unserem heutigen Sinne war das nicht.

mfg Ulrich

Antworten:

Hi Ulrich!

Ulrich Trettner schrieb:

Zitat

Nochmals zum Thema Bildbearbeitung:

Eine Bildbearbeitung gab es schon zum Zeitpunkt der
Mondlandungen. Sie diente primär den Zielen der
Kontrastverstärkung und Verdeutlichung der Bilder. Nicht zu
vergessen, daß aus den empfangenen Daten der Raumsonden ja
erstmal Bilder zusammengesetzt werden mußten.

Eine Bildverarbeitung in unserem heutigen Sinne war das nicht.

Vorsicht! Für Josef sind bildverbessernde Methoden das Selbe wie bildverändernde Methoden. Außerdem nehme ich an, daß die damaligen Methoden eher auf analoge Weiterverarbeitung als auf digitale beruhten.
Weiters geht es bei Josefs Bildmanipulationen um jene Bilder, die mit den, ich glaube es waren Hasselblad, aufgenommen wurden. Und um derartige Bilder 1969 manipulieren zu können, wären wahrscheinlich alle Rechner de Welt zusammen nicht in der Lage gewesen.
Zitat

Ich bin ein Österreicher, und verhelfe der Menschheit dazu,
den Mond
zu erobern, weil ich ihnen sagen kann, wie groß und wie weit
weg er
von der Erde ist.
Josef Mallits in de.alt.ufo : 7di71a$pgh$1@orudios.magnet.at

Auf die Antworten wartet scheinbar die ganze Welt. Wenn er sie nur mal geben würde...

Auf bald
Manfred

von Manfred - am 27.05.2002 19:43
Hi Manfred,

du hast richtig die potenzielle Gefahrenquelle meiner Argumentation erkannt. Daher habe ich auch nur hier darüber geschrieben. Josef würde hier kaum lesen und wenn, dann sowieso niemals sinngemäß verstehen können oder wollen.

Primär gings darum, die digital eintreffenden Daten der Sonden (!) aufzubereiten. Wie schon erwähnt, Verstärkung des Kontrastes war einer der Hauptprobleme. Oder die Zusammensetzung von einzelnen Bildschnipseln zu größeren Einheiten.
Darüber habe ich irgendwann mal in de.sci.physik (?) gelesen. Leider konnte ich das Posting nicht mehr wiederfinden. Die haben mehrere Bilder in ein Gitter gelegt und über die Laplace-Transformation die Gitterstrukturen herausgerechnet. Somit erhielt man ein Gesambild.

Bilder, die von einer Kamera mit Mittelformat aufgenommen wurden, konnten im heutigen Sinne nicht verarbeitet werden. Dazu brauchte es, wie du schon richtig dargelegt hast, echte Rechen- und Speicherpower. Eine Festplatte vor 25 Jahren mit 10 Mb Speicherinhalt hatte in etwa die Größenordnung einer großen Schreibtischschublade. Jeder mag sich selber vorstellen, was das für eine praktische Anwendung wie moderne Bildbearbeitung und -maipulation bedeutet.
Aber selbst heute ist das noch eine große Leistung, ein kleines Dia so einzuscannen, daß es verarbeitungsfähig bleibt. Die dazu nötigen Scanner sind erst in den letzten 2 oder 3 Jahren in Preisregionen gekommen, die erschwinglich sind. Ein normaler Scanner mit 600 dpi Auflösung taugt dazu nicht.

So als Rechenbeispiel: Eine DIN A4 Seite mit 16,7 Millionen Farben in 600 dpi kostet knapp 100 Mb Speicher (unkomprimiert). Es ist uns, um mal wieder auf JM zu kommen, noch nicht gelungen, ihm die Komprimierung von Bilddateien plausibel zu erklären. Und den Zusammenhang ziwschen Größe, Auflösung etc. ebenfalls noch nicht. Nun gut, er will ja auch nicht. Daher haben fast alle (!) seiner Bilder nur Unterhaltungswert. Beim näheren Betrachten wirst du feststellen, daß sie ein Format haben, was mit dem Mittelformat (quadratisch) nichts zu tun hat. Stellenweise bemerkt man sogar herausgeschnittene Teile.

Zurück zum Thema:
Wir selber hatten Ende der 70er Jahre einen solche Rechneranlage, eine MP200 von Data General. Der Rechner hatte die Größenordnung einer Waschmaschine.

[www.borrett.wattle.id.au]
[www.simulogics.com]

Oder:
als wir bei Jugend Forscht mitmachten, durften wir unsere Layouts auf einer PDP11 zeichnen und plotten lassen. Das war damals die Ausrüstung von DESY (Hamburg).

[www.pdp11.de]
[www.informatik.uni-stuttgart.de]
[www.kuno.de]

Aber mit heutigen Layoutsystemen hatte das nicht, aber auch gar nichts zu tun. Die Daten wurden auf Magnetbändern gespeichert, die Plotzeit war...

mfg Ulrich



von Ullerich - am 28.05.2002 18:28
Hi Ulrich!

Ulrich Trettner schrieb:

Zitat

du hast richtig die potenzielle Gefahrenquelle meiner
Argumentation erkannt. Daher habe ich auch nur hier darüber
geschrieben. Josef würde hier kaum lesen und wenn, dann
sowieso niemals sinngemäß verstehen können oder wollen.

Und er hat auch von Bildverarbeitung keine Ahnung. Selbst das Fotografieren (egal ob chemisch oder digital) ist ihm ein Rätsel, er kann halt gerade den Auslöser drücken.
Zitat

Primär gings darum, die digital eintreffenden Daten der
Sonden (!) aufzubereiten. Wie schon erwähnt, Verstärkung des
Kontrastes war einer der Hauptprobleme. Oder die
Zusammensetzung von einzelnen Bildschnipseln zu größeren
Einheiten.
Darüber habe ich irgendwann mal in de.sci.physik (?) gelesen.
Leider konnte ich das Posting nicht mehr wiederfinden. Die
haben mehrere Bilder in ein Gitter gelegt und über die
Laplace-Transformation die Gitterstrukturen herausgerechnet.
Somit erhielt man ein Gesambild.

Solltest Du diesen Artikel doch irgendwann wieder finden, dann poste ihn mir bitte.
Wäre sicher sehr interessant.
Zitat

Eine Festplatte vor 25 Jahren mit
10 Mb Speicherinhalt hatte in etwa die Größenordnung einer
großen Schreibtischschublade.

was heißt hier 25 Jahre? Ich hatte an meinem Atari noch so eine. Und es war unglaublich, was alles draufpasste. Für Fido (sowas wie Usenet) genügte eine Partition von 5MB. Und die Programme hatten auch noch Platz!
Zitat

Aber selbst heute ist das noch eine große Leistung, ein
kleines Dia so einzuscannen, daß es verarbeitungsfähig
bleibt. Die dazu nötigen Scanner sind erst in den letzten 2
oder 3 Jahren in Preisregionen gekommen, die erschwinglich
sind. Ein normaler Scanner mit 600 dpi Auflösung taugt dazu
nicht.

Wie meinst Du das Aber selbst heute ist das noch eine große Leistung, ein kleines Dia so einzuscannen, daß es verarbeitungsfähig bleibt?
Diascanner mit 2800 dpi sind so was seltenes nicht mehr. Ich hab' sowas seit 4 Jahren hier stehen.
Zitat

Beim näheren Betrachten wirst du
feststellen, daß sie ein Format haben, was mit dem
Mittelformat (quadratisch) nichts zu tun hat. Stellenweise
bemerkt man sogar herausgeschnittene Teile.

Ich bin mir da nicht sicher, ob nicht die NASA schon teilweise die Bilder beschnitten hat. Mir kommt vor, daß ich dort schon einige nicht quadratische gesehen hätte.
Zitat

Die Daten wurden auf Magnetbändern
gespeichert, ...

Das kann ich toppen!!!!!

Der erste Rechner, den ich benutzen durfte, wurde mit Lochkarten (!!) gefüttert. Er hatte keinen Bildschirm sondern alles was man tat, wurde auf Papier gedruckt. Der von uns benutzbare Speicher war, soweit ich mich erinnere 2kB groß und es war ein Kernringspeicher (wie gerne hätte ich das Teil um es an die Wand zu hängen., sieht echt gut aus)

Tschüüüs

Manfred

von Manfred - am 28.05.2002 19:44
Hallo zusammen!
Lasst mich eine Kleinigkeit zum Thema analoge Fotographie in den 60/70-er Jahren beitragen. In der Zeit war nämlich auch mal das Fotographieren eines meiner Hobbies. Ich hab das Vergrößern und Entwickeln zuerst in einer AG meiner Schule und dann in einem Projekt an der Hochschule gelernt und angewendet.
Zitat

Ich bin mir da nicht sicher, ob nicht die NASA schon teilweise die Bilder beschnitten hat. Mir kommt vor, daß ich dort schon einige nicht quadratische gesehen hätte.

Ich bin mir da ziemlich sicher, denn damals wurden die Negative in der Regel auf Papier vergrößert und entwickelt. Und selbst heute gibt es kaum quadratisches Fotopapier zu kaufen. Rechteckiges ist und war die Regel und entschieden billiger.

Wer eine solche Hasselblad hatte (ich hatte zwei Bekannte, die so ein Superding besaßen), vergrößerte manchmal das quadratische Negativ auf einen Teil des Fotopapiers (und schnitt die weißen Ränder dann weg), meistens aber wurde sofort der passende Ausschnitt bestimmt und auf das rechteckige Fotopapier belichtet.
Lediglich Entwicklungsautomaten haben auf Rollen von Fotopapier belichtet und brachten dann beim Auseinanderschneiden quadratische Bilder.

Für mich ist es also nur natürlich, dass die NASA zwar mit 6x6 cm - Negativen gearbeitet hat, aber viele veröffentlichte Bilder rechteckig sind.

Gruß, Klaus

von Klaus F. - am 28.05.2002 20:13
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