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Mondlandungs(f)lüge?
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
Beteiligte Autoren:
Harald Kucharek, Ulrich, Dennis, Togge, Swunn, Ullerich, Llamar

Schande für die Sowjetunion!?!

Startbeitrag von Dennis am 14.07.2003 11:14

Morgen!

Ob die Photos nun gefälscht sind, die Flagge im Wind weht, ... oder die Strahlenbelastung zu hoch ist oder nicht sei einfach mal dahingestellt.
Was ich in diesem Zusammenhang nicht so ganz verstehe und wo ich dankbar für Klärung wäre ist, warum die Sowjetunion sich so leicht geschlagen gegeben hat und die Schmach dieser Niederlage so einfach hingenommen hat. Die Amerikaner haben schließlich auch nicht aufgehört Raketen, Tiere, Satelliten oder Menschen in den Orbit zu schießen (oder es zumindest zu versuchen), obwohl die Sowjetunion dieses Wettrennen um längen gewonnen hat. Warum hat die Sowjetunion es also hingenommen, dass die Amerikaner die einzige Großmacht waren (und sind) die je den Mond betreten haben (und das sogar mehrmals)?
Aus der Geschichte könnte man dann auch theoretisch ableiten, dass die Franzosen und Engländer nie nach Amerika gemusst hätten. Da hatten die Portugiesen ja ihre Flagge in den Sand gesteckt, aber diese Schmach haben sich die beiden Großmächte nicht gegeben.
Mich würde also interessieren, warum die Sowjetunion nicht auch auf dem Mond waren und ihre Flagge neben die der Amerikaner gesteckt haben, wenn eine bemannte Mondlandung doch technisch möglich ist!

MfG Dennis

Antworten:

Eine Mondlandung ist technisch möglich - aber nicht für jeden. Die Amis hatten die funktionierende Technik, die Sowjets nicht. Und da das Programm bisher im geheimen lief, hatten sie zwei Optionen:
- Man zieht es durch und wird irgendwann mal zweiter
- Man tut so, als hätte es nie einen Wettlauf gegeben
Was weisst du über die zweite Mondlandung, außer, das du per Deduktion auf den Namen "Apollo 12" kommst? Wie hiessen Kommandant, LMP, Mondfähre? Wo landeten sie? Nicht mal die Amis haben sich mehr sonderlich dafür interessiert.
Nach Apollo 11 war der Wettlauf gelaufen. Wären die Sowjets noch hingeflogen, wären sie als Verlierer hingeflogen. Niemand interessiert sich für den zweiten - höchstens er geht dabei drauf, wie damals am Südpol. Und selbst da hätte Scott sicher nicht soviel riskiert, hätte er gewusst, das er zweiter sein wird.

Die Sowjets wählten die billigere Alternative: Wettlauf? Welcher Wettlauf!?

PS: Bzgl. des frühen Wettrennens (erster Satellit, erster Mensch): Das war in der Hochzeit des Kalten Krieges und damals hatte die Sache eine ganz andere Dynamik. Und Kennedy sagte sich halt in etwa: Okay, wir haben den 100m-Lauf verloren, den 200m-Lauf und die 400m. Und er definierte dann ein Wettrennen - quasi den Marathonlauf - weil er da eine Chance sah, dieses Rennen gewinnen zu können.

von Harald Kucharek - am 14.07.2003 11:35
Und nur deswegen hat die Sowjetunion den theoretisch als strategischen Punkt nutzbaren Mond aufgegeben? Es ging ja bei diesem Wettlauf zum Mond, genau wie bei der Entwicklung von Satelliten und deren Positionierung im All nicht oder nur zweitrangig um die Ehre und das Ansehen in der Welt. Man wolte einen strategischen Vorteil dem politischen Gegner gegenüber (man betrachte sich nur einmal die Entwicklung satellitenbasierender Waffensysteme oder von Spionage- bzw. Überwachungssatelliten) und das die Sowjetunion den Amerikanern den Mond nachher derart kampflos überlassen haben halte ich für genauso unwahrscheinlich wie eine Überlegung der Amerikaner keine Satelliten ins All zu schicken da dieses zu teuer wäre und man ja nur den zweiten Satelliten im All hätte!

von Dennis - am 14.07.2003 11:57
Um die Demonstration strategischer Vorteile ging es in der Tat am Anfang. Wer Satelliten um die Erde schicken kann, kann auch Bomben um die Erde schicken. Der Mondflug aber demonstrierte keine benötigten militärischen Fähigkeiten. Das Militär hatte Raketen, die groß genug waren (es gibt da eine ST:TOS Folge, wo eine Saturn V vorkommt, die eine Bombe transportieren soll. Ich weiss nicht, wie Ende der 60er Jahre jemand auf diese Idee kommen konnte...).
Das Militär hat ja auch bemannte Raumstationen (Stichwort: MOL) früh aufgegeben, weil sie sich keine Vorteile davon erhofften. Die Russen haben ja sowas ausprobiert, inklusive Boardkanone [www.russianspaceweb.com]
Kann man heutzutage getrost unter Kuriosa verbuchen.

von Harald Kucharek - am 14.07.2003 12:35
Hi Dennis,

Auch wenn Harald schneller war:


Zitat

Und nur deswegen hat die Sowjetunion den theoretisch als strategischen Punkt nutzbaren Mond aufgegeben?

Nenn mir mal bitte einen plausiblen Grund, warum der Mond irgendeine strategische Position habe soll.

mfg Ulrich



von Ullerich - am 14.07.2003 12:40

Was wäre wenn...

... es anders gelaufen wäre:

Apollo 11 an NASA: "Wir haben die Mondumlaufbahn erreicht. Aber die Russen sind schon da und streichen den Mond rot an. Was sollen wir tun?"
NASA: "Abwarten. Weitere Instruktionen folgen."
2 Stunden später, Apollo 11: "Die Russen sind jetzt fertig. Der ganze Mond ist komplett rot."
NASA: "OK. Wir haben den Vertrag. Ihr nehmt jetzt weiße Farbe und schreibt ganz groß 'Coca Cola' drauf."

Beste Grüße

Swunn

von Swunn - am 14.07.2003 12:57
Crew:
Charles Conrad, Jr.
Richard F. Gordon, Jr.
Alan L. Bean

Rakete: Saturn V (Yankee Clipper and Intrepid)
Start 14. November 1969
Dauer: 10 Tage 4 Stunden
Einsatzziel: Bemannter Mondlandung
Zielort: Oceanus Procellarum,( 3.04 Grad Süd, 23.42 Grad West )
Rückkehr: 24.November 1969

Am 14. November 1969 startete Apollo 12. Ihr Ziel war es, neben einer punktgenauen Landung, wissenschaftliche und geologische Erkundungen auf der Mondoberfläche durchführen.
Aber schon bein Start gab es ein ernsthaftes Problem: Ein Blitz schlug unerwartet in die Saturn V ein, so dass nahezu alle Warnlampen aufblinkten. Glücklicherweise konnten fast alle Probleme wieder gelöst werden, und Flug konnte wie geplant durchgeführt werden. Das Ziel war der Ozeanus Procellarum. Zwei Jahre vorher landete die NASA dort die Sonde Surveyor 3. Man wollte Apollo 12 in ihrer Nähe landen. Wie auch bei Apollo 11 wurde das letzte Stück des Landeanflugs von Hand gesteuert und somit gelang es, die Mondfähre unmittelbar daneben aufzusetzen.
Zur Live-Übertragung vom Mond hatten die Astronauten erstmals eine Farbkamera dabei. Sie lieferte deutlich bessere Bilder als die Kamera der Apollo 11. Leider richteten die Astronauten sie später versehentlich gegen die Sonne. Durch die grelle Strahlung wurde sie so stark beschädigt so dass sie nicht mehr verwendet werden konnte.

Bei Apollo 12 plante man 2 Spaziergänge auf dem Mond.
Beim ersten EVA-1 setzten die Astronauten die amerikanische Fahne, stellen einen Seismograph und Geräte zum messen des Sonnenwindes aus und sammelten Gesteinsproben. Nach vier Stunden kehrten sie zur Mondfähre zurück.
Nach einer siebenstündigen Ruhepause folgte der zweite, ebenfalls vierstündige Ausflug (EVA-2). Die Astronauten erkundeten das Umland. Sie entnahmen weitere Gesteinsproben, dokumentierten Fundstücke und gewannen mit einem speziellen Bohrer Kernbohrungen vom Gelsgestein. Auch wurden Gasanalysen am Boden durchgeführt. Ihr Weg führte sie fast 1.2 km vom ihrer Mondfähre weg. Bei Rückweg erreichen sie die vor zwei Jahren im April 1967 gelandete Sonde Surveyor 3. Die Astronauten demontierten eine Teile der Sonde u.a. auch die Kamera und brachten sie zurück auf die Erde.
Beim Start von der Mondoberfläche wurden die ausgebrannten Triebwerke auf die Mondoberfläche zurückgeworfen. Der Aufschlag verursachte ein künstliches Mondbeben. Die dabei entstandenen Schwingungen setzen sich durch den ganzen Mondglobus fort und werden auf der gegenüberliegenden Seite wieder reflektiert, so dass sowohl das Ausgangssignal wie auch das reflektierte Signal von den Seismographen (auch den von Apollo 11) empfanden wurden. Aufrund der unterschiedlichen Signallaufzeit im Mondinneren lassen sich Erkenntnisse über den Mondaufbau gewinnen.
Die Rückkehr zur Erde war problemlos und Apollo 12 landete, wie vorgesehen, im Pazifischen Ozean.

Creets Llamar

von Llamar - am 14.07.2003 13:46
Und das hast du alles aus'm Kopf heraus geschrieben? ;-)

[www.mondatlas.de]

Llamar schrieb:

Zitat

Die Rückkehr zur Erde war problemlos und Apollo 12 landete, wie vorgesehen, im Pazifischen Ozean.

Quiz: Welcher kleine Unfall geschah bei der Wasserung?

von Harald Kucharek - am 14.07.2003 13:49
Hallo Harald,

hier die Antwort auf deine Quizfrage:

Alan Bean ist bei der Wasserung eine Kamera auf den Kopf gefallen. Laut Checkliste hätte er sie eigentlich einpacken und unter seinem Sitz verstauen sollen. :cool:

Viele Grüße
Lipi

www.apollo-projekt.de

von Ulrich - am 14.07.2003 14:41
Lipi schrieb:

Zitat

Hallo Harald,

hier die Antwort auf deine Quizfrage:

Alan Bean ist bei der Wasserung eine Kamera auf den Kopf gefallen. Laut Checkliste hätte er sie eigentlich einpacken und unter seinem Sitz verstauen sollen. :cool:

Tja, das war die Rache der Kamera für ihre durch Bean's Schuld erblindete Schwester... Kein Wunder, das Alan Maler wurde... ;-)

von Harald Kucharek - am 14.07.2003 14:45
Zitat

Tja, das war die Rache der Kamera für ihre durch Bean's Schuld erblindete Schwester

Was hat er denn angestellt, dass seine Schwester erblindete?

von Ulrich - am 14.07.2003 16:55
Er hat die TV-Kamera auf die Sonne gerichtet. Dadurch ging die lichtempfindliche Schicht flöten und die Kamera war blind. Man vermutete ein mechanisches Problem (steckengebliebenes Farbfilterrad) und versuchte es sogar mit ein paar Hammerschlägen... Deshalb war Apollo 12 hauptsächlich eine Radioshow...

von Harald Kucharek - am 15.07.2003 10:12
Krasses Missverständnis, ich dachte du meintest Alan Beans Schwester.

Viele Grüße
Lipi

von Ulrich - am 15.07.2003 15:47
Das sowjetische Mondlandeprogramm wurde unter strenger Geheimhaltung bis 1974 weitergeführt. Es scheiterte an technischen Problemen mit der N1 - Rakete und vor allem daran, dass das nötige Geld fehlte, um das Programm zu einem Erfolg zu bringen.

von Togge - am 18.07.2003 13:43
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