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Mondlandungs(f)lüge?
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Harald Kucharek, Heribert, Carl Mahnke

Bestimmung der Höhe während des Landeanflugs

Startbeitrag von Carl Mahnke am 12.10.2004 21:11

Hallo,

ich würde gerne wissen wie die Höhe ermittelt wurde, als das Landemodul im Landeanflug war. In dem Video "[history.nasa.gov]; werden öfter mal Feet-Angaben gemacht.

Danke für die Antworten

Antworten:

Hi Carl,

einmal durch zwei voneinander unabhängige Navigationsysteme
und durch ein Landeradar.
Harald kann dies noch genauer beschreiben.....

Heribert

von Heribert - am 12.10.2004 21:23
Okay, hier die Langversion von Heriberts Kurzfassung:
Das LM hatte ein Primary Navigation & Guidance System, PNGS, gennant "Pings" und ein Abort Guidance System, AGS, genannt "äggs".
PNGS hatte eine komplette Trägheitsplattform mit allen Schikanen, während AGS "nur" auf fest montierte "strap down" Beschleunigungsmesser zurückgriff.
Beide wurden initialisiert mit Bahndaten, die meist durch Bahnverfolgung von der Erde aus ermittelt wurden, die aber im Notfall auch autonom hätten erstellt werden können.
Die PNGS und AGS-Daten waren natürlich a) fehlerbehaftet und b) berücksichtigten die Topologie nur grob. Unterhalb einer gewissen Höhe waren daher Meßwerte über Höhe und Geschwindigkeit durch ein Radar notwendig (ab 30000 Fuß sollte, ab 10000 Fuß mussten Radardaten da sein). Sobald das Radar gute Daten lieferte, wurden damit die "theoretischen" Werte im PNGS und AGS modifiziert. Damit das LM aus Sicht von PNGS/AGS nicht plötzlich einen "Sprung" machte, geschah dies schrittweise.
Die jeweiligen Landungs-Kapitel im ALSJ erklären den ganzen Kram recht detailliert, insbesondere bei Apollo 11 (wo es dann eher um die Computer-Alarme geht) und Apollo 14 (wo es ja mit genau diesem Radar ein Problem gab).

Übrigens ist der Landeradar nicht eine der Antennen, die man auf fast jedem Bild des LM sehen kann. Die Schüssel in der Mitte über den Fenstern ist die Rendesvous-Antenne, um damit das CSM zu orten. Die andere Schüssel auf der rechten Seite oben ist die Richtantenne für den Funkverkehr zur Erde. Die Antenne des Landeradars ist an der Unterseite der Abstiegsstufe.

[www.hq.nasa.gov] ist ein Inspektionsbild von Eagle nach der Abkopplung von Columbia. Das Triebwerk ist teilweise durch ein Rechteck verdeckt, davor wiederum ist ein silbriger Kasten. Der Kasten ist die Radarantenne, das Rechteck ein Hitzeschutz, der die Antenne vor der vom Triebwerk abgestrahlten Hitze schützt. [www.hq.nasa.gov] zeigt das gleiche aus anderer Perspektive. Auf [www.hq.nasa.gov] sieht man rechts von Aldrin in Hüfthöhe ebenfalls Hitzeschild und Antenne. Und noch eines von Apollo 12.

Harald

von Harald Kucharek - am 13.10.2004 06:19
Erstmal danke für die gute Antwort, Harald!

Also wurde die Höhe erst aus der Flugbahn berechnet und später dann mit Hilfe des Radars.
Ist das Radar denn schwenkbar, da das LM zuerst noch waagerecht (also auf der Seite "liegend") zur Mondoberfläche flog? So sah es zumindest auf dem obengenannten Video aus.
Aber wahrscheinlich war die Höhe nicht ausschlaggebend für eine glückende Landung, da die Sinkgeschwindigkeit relativ konstant war, oder?

von Carl Mahnke - am 13.10.2004 09:10
Die Radarantenne hat zwei Stellungen: Abstieg und Schwebeflug. Wie schon gesagt, das Radar wird erst relativ spät gebraucht, da liegt das LM schon lange nicht mehr waagerecht.
Die Sinkgeschwindigkeit war nicht konstant, jedenfalls nicht bis kurz vor dem Boden. Es ist am treibstoffökonomischten, so spät und so heftig wie möglich zu bremsen, da ansonsten eine Menge Treibstoff dafür verbraucht wird, anderen Treibstoff in der Höhe zu halten.

Lesestoff (englisch): [www.apollosaturn.com]

von Harald Kucharek - am 13.10.2004 09:18
Hi Harald

Superausführliche Beschreibung !
Zitat

Die PNGS und AGS-Daten waren natürlich a) fehlerbehaftet .........

Daher wundert es mich bis heute, daß Apollo 13 lediglich mit einer
Überprüfung des PNGS an Hand der Sonne das wichtige PC + 2 Manöver
( Schubmanöver hinter dem Mond ) ausführen konnte.

Trotz noch zweier Mittkurskorrekturen war das Brennmanöver doch fast
punktgenau.

Heribert

von Heribert - am 13.10.2004 14:59
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