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Mondlandungs(f)lüge?
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10
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd, Schippe, Max 2, Martina W., Ulrich, Georg B. Mrozek, Swunn, Querkopf

Staubwolke bei Luna-Landung

Startbeitrag von Swunn am 12.08.2005 12:54

Hallo ihrs!

In einer älteren DDR-Ausgabe von Jules Verne: Reise um den Mond habe ich im Nachwort von den Errungenschaften der sowjetischen Raumfahrt und ihrer Überlegenheit gegenüber den kläglichen amerikanisch-imperialistischen Startversuchen gelesen. Unter anderem stand dort, dass die Landung der Luna-Sonden auf dem Mond (gemeint ist wohl Luna 2) eine Staubwolke aufgewirbelt hat, die von der Erde aus mit Teleskopen beobachtet werden konnte.

Frage 1: Stimmt das mit der Staubwolke? Kann man das irgendwie verifizieren oder hat da jemand schonmal was davon gehört?

Frage 2: Wenn das mit der Staubwolke stimmt, warum gibt es dann angeblich bei den Apollo-Landungen keine Staubaufwirbelungen?

Frage 3: Wenn es bei den Apollo-Landungen doch Staubaufwirbelungen gab, warum gibt es dann keinen Landekrater und keinen Staub auf den Teleskoptellern?

Frage 4: Was verschweigt man uns eigentlich noch alles?

Beste Grüße

Swunn, VTler, eingefleischt

Antworten:

Hi Swunn Scherzkecks

mal kurz zu Luna 2:

Start: 12.9.1959
Gestartet von/Land: Tyuratam (Bajkonur Cosmodrome), U.d.S.S.R.
Trägerrakete: Modifizierte SS-6 (Sapwood) mit einer oberen Stufe der zweiten (längeren) Generation
Leergewicht im Orbit: 390,20 kg.


Beschreibung
Luna 2 war die zweite einer Reihe von Raumsonden, die in Richtung Mond gestartet wurde. Das Instrumentenpaket erreichte die Mondoberfläche am 14. September 1959. Als erstes Raumfahrzeug, das auf dem Mond landete, schlug sie auf die Mondoberfläche östlich des Mare Serenitatis in der Nähe der Krater Aristides, Archimedes und Autoclus auf. Etwa 30 Minuten nach Luna 2 schlug auch die letzte Stufe der Rakete auf dem Mond ein.

Wenn es eine Staubwolke gegeben hat..., wäre sie sicher nicht zu sehen von der Erde aus, nicht mal mit dem Hubble, gell !

:D



von Max 2 - am 12.08.2005 13:01
Hi, Swunn!
Zitat

Unter anderem stand dort, dass die Landung der Luna-Sonden auf dem Mond (gemeint ist wohl Luna 2) eine Staubwolke aufgewirbelt hat, die von der Erde aus mit Teleskopen beobachtet werden konnte.
Hanebüchener Unsinn! Da ist dem Schreiber der Arbeiterklasse wohl der Gaul durchgegangen. Es gibt bei Landungen auf dem Mond nun einmal keine Staubwolke, die groß genug wäre, um von der Erde aus beobachtet werden zu können.

Damit erledigen sich deine Fragen von selbst.

Grüße

Querkopf

von Querkopf - am 12.08.2005 13:03
Hallo Swunn, ich denke, Deine "Staubwolke" könnte aus Natrium bestehen:
Zitat

Es gab keine Möglichkeit zur Kurskorrektur. Zur Bahnbestimmung trugen beide Sonden Behälter mit Natrium, das entlassen wurde, und von Teleskopen als leuchtende Wolke ausgemacht werden konnte.

Luna 1:
In einer Distanz von 113.000 km wurde eine Natriumwolke aus einem Kilogramm Natrium ausgestoßen. Dieses wurde durch den Sonnenwind ionisiert und die leuchtende orangene Wolke teilte so den Ort der Sonde mit.
Luna 2:
Nach dem Start am 12.9.1959 stieß auch Luna 1 in 112.000 km Entfernung eine Natriumwolke aus. Diese betätigte, das diesmal der Körper auf Kollisionskurs mit dem Mond war.

Quelle:
[www.bernd-leitenberger.de]

Gruß Schippe

von Schippe - am 12.08.2005 15:46
Alle Achtung! Danke, Schippe, da hab ich wieder was dazu gelernt :spos:

von Georg B. Mrozek - am 12.08.2005 15:57
Hallo Georg, bitte schön.
Ich habe eben noch interessantes bei B.Leitenberger in diesem Zusammenhang gefunden- den Grund für die "Notlösung" mit den Natriumwolken
(hier übrigends ein Foto:[www.astrolink.de] )
Zitat

Die Sonde verfügte nur über Batterien und einen schwachen Sender, der noch dazu an eine Rundstrahl und keine Richtantenne angeschlossen war. Es war unmöglich mit den kleinen Empfangsantennen die damals die UdSSR hatten, Signale aus Monddistanz zu empfangen. So übermittelte man nachdem man ungefähr wusste, das die Sonde auf richtigem Kurs war, die Daten an Jordell Bank, einem englischen Radioteleskop mit der damals weltgrößten Antenne von 76 m Durchmesser, dieses konnte die Signale verfolgen und auch das Ausbleiben durch den Aufschlag dokumentieren.


Eine Anekdote noch dazu - LOL:
Zitat

Fast zu einem internationalen Eklat kam es durch Jordell Bank. Seit dem die Sowjets bei Luna 2 die Bahndaten an Jordell Bank telegrafierten hatten diese jede Mission verfolgt. Die Signale von Luna 9 wurden auch empfangen. Zu ihrer Überraschung waren es keine Telemetriesignale sondern Bildfunksignale die damals zur Übertragung von Fotos benutzt wurden. Die Daily Express stellte einen Empfangsapparat zur Verfügung, und so kam es, das die Bilder von Luna 9 einen Tag vor den Russen durch die Engländer veröffentlich wurden....


Quellen:
[www.bernd-leitenberger.de]

Gruß Schippe

von Schippe - am 12.08.2005 16:56
Zitat

Frage 2: Wenn das mit der Staubwolke stimmt, warum gibt es dann angeblich bei den Apollo-Landungen keine Staubaufwirbelungen?


Natürlich gab es die!
Aldrin: 40 feet, down 2 1/2. Picking up some dust.





Zitat

Frage 3: Wenn es bei den Apollo-Landungen doch Staubaufwirbelungen gab, warum gibt es dann keinen Landekrater und keinen Staub auf den Teleskoptellern?


[www.mondlandung.pcdl.de]
[www.apollo-projekt.de]
[www.apollo-projekt.de]




Zitat

Frage 4: Was verschweigt man uns eigentlich noch alles?


Wann beginnen VT´s endlich damit nicht nur Fragen zu stellen, sondern die darauf gegebenen Antworten auch zu lesen und zu begreifen?




Lipi

von Ulrich - am 13.08.2005 10:56
Hallo!

Meine Quelle ist Boris. E. Tschertok: "Raketen und Menschen" Band 3.

Es gab weit mehr als die bekannten Luna-Sonden, die die UdSSR gestartet haben. Leider musste man erst lernen, die vielen technischen Probleme und nicht gefundenen Fehler durch praktische Versuche und Auswerten der Telemetrie auszumerzen. Erst bei Erfolg erhielten sie eine Populärnamen, wie Luna oder Venera und es wurde von den Konstrukteuren selber entworfene Texte über TASS usw. veröffentlicht, die aber nicht immer alles erzählten, wenn doch Probleme gab. Bei Mißerfolg wurde der Weltraumkörper in die Kosmos-Serie eingereiht.

Eine Aufgabe der Luna-2-Sonde war es den Mond hart zu treffen und Metallkugel mit den Wappen der UdSSR abzuliefern. Um zu beweisen, dass sie als Erste es geschafft haben, einen irdischen Körper auf den Mond zu transportieren, wurde absichtlich eine Natriumwolke vor dem Aufschlag erzeugt, damit sich auch der Westen überzeugen konnte.

Nein, die Russen brauchten keine Natriumwolke zur Funkvermessung. Das hatten sie schon so drauf. Denn zur selben Bauserie gehörten Mars- und Venus-Sonden, die viel weiter fliegen und deren Kurs korregiert werden mussten, aber keine Natriumwolken erzeugten.

Im Gegenteil, die russische Funkortung war damals sehr gut, da sie in der UdSSR und in Kuba U2-Hochatmosspären-Aufklärer entdeckt und abeschossen haben. Alle frühen Atomraketen mussten über Funk fein korregiert werden, um das Ziel gut zutreffen.

Tschertok ist der federführende Spezialist für die Elektronik der Steuerungs- und Navigationsgeräte der sowjetischen Raketentechnik. Wenn es der nicht weiß, wer dann?


Ach übrigens:
Tschertok hat ein ganzen Kapitel dem amerikanischen Apollo-Programm im 4. Band gewidmet und im Rest des Bandes dem sowjetischen Versuch auch ein umfangreichen Mondlandeprogramm und dessen Scheitern gewidmet.
Übrigens im 3. Band äußert er sich sehr negativ über das Erscheinen eines amerikanisches Mondschwindelbuch, dass er wegen reiner Geldmacherei verurteilt.
Man kann im den Büchern schon den Neid des Russen über die materiellen und technischen Vorteile des amerikanischen Apolloprogamm gegenüber dem sowjetischen heraushören. Aber auch der Stolz trotz deutlich niedrigeren Etat und weniger Geräte es so weit gebracht zu haben.

Mit anderen Worten, Tschertok ist nicht nur überzeugt, das die technischen Mittel der Nasa für die Entwicklung aud Ausführung eines Mondflugs ausreichten, nein sogar einen wahren Überfluss im Vergleich zu den Russen hatten. Und trotzdem haben die Russen mit zwar unbenannten Sojus-Kappeln den Mond mehrmals umrundet und sind sicher auf der Erde gelandet.

Die bemannten Flüge liessen sie sein, da die Apollos auch den Mond umrundeteten. Zweite wollten sie nicht sein. Dazu waren sie durch die vorherigen Erfolge zu stolz. Außerdem fragten die Militärs, wozu die Mondland gut sein, da eine Menge Geld aus dem Militärhaushalt kam. Die Russen nämlich versuchten über 20 Jahre lang das Verhältnis der Atomwaffen USA-UdSSR von 20:1 auf 1.6:1 zu drücken und bauten eine Menge Silos mit Atomraketen.


Tschüß
Bernd

von Bernd - am 15.08.2005 08:11
Bernd schrieb:

Zitat

Nein, die Russen brauchten keine Natriumwolke zur
Funkvermessung. Das hatten sie schon so drauf.

Ganz ehrlich, alles andere hätte mich auch gewundert...
Zitat

Übrigens im 3. Band äußert er sich sehr negativ über das
Erscheinen eines amerikanisches Mondschwindelbuch, dass er
wegen reiner Geldmacherei verurteilt.

Ich hab momentan nur Band 1 und 2 daheim und bin trotz eifriger Lektüre noch nicht ganz fertig damit (an dieser Stelle nochmal ein großes Danke an den liebenswerten Menschen, der sie mir geliehen hat). Wenn Du diese Stelle in Band 3 noch etwas genauer (mit Seitenangabe) spezifizieren könntest, würden wir vermutlich jemanden beim Original-Clavius eine Freude machen :)

Martina



von Martina W. - am 15.08.2005 08:47
Hallo Martina!

Es hat mich schon eine Stunde gekostet, die Stelle aus über 1700 gelesenen Seiten zu finden, da leider keine Namens- und Sachindices in den Büchern vorhanden ist.

Als 1.:
Tschuldigung, die Stelle steht im 2. Band. Das kommt davon, wenn man aus dem Gedächtnis zitiert. :-(

Also in der deutschen Ausgabe Boris E. Tschertok, "Raketen und Menschen", Untertitel "Der Sieg Korolows" im Kapitel 7 "Ein Mensch im Weltraum", Unterkapitel "Das erste Sputnikraumschiff" auf der Seite 353 (das ist die erste Seite des Kapitels 7) beginnt er im drittletzten Absatz, das es kein Kosmonaut vor Gagarin gab:
Zitat

30 Jahre nach dem Triumph Gagarins gab es unter den Journalisten Vertreter, die mit Hilfe sensationeller Enthüllungen der Geheimnisse der sowjetischen Kosmonautik schnelles Geld verdienen wollten. Ohne jeden Bezug auf Dokumente beschrieben sie den tragischen Tod eines Kosmonauten, der noch vor Gagarin im Weltraum gewesen sein sollte.
...
Alle diese Enthüllungen sind reinste Lügen!

Aber die geschah nicht nur bei uns!

In den USA erschien drei Jahre nach der Landung der Astronauten auf dem Mond ein Büchlein, in dem behauptet wurde, daß niemals ein Flug zum Mond stattgefunden habe. Es handele sich angeblich um Film- und Fernsehaufnahmen, die in speziellen geheimen Filmstudios inszeniert und realisiert wurden. Die NASA beeilte sich mit Dementis. Es folgte eine Skandal, der den großen Verkaufserfolg des verleumderischen Buches ermöglichte. Der Autor und der Herausgeber verdienten an dem offensichtlichen Schwindel sehr gut.

Ich bezeuge und erkläre nochmals feierlich, daß bis zum Start Gagarins von sowjetischen Territorium aus kein Mensch der Erde in den Kosmos gestartet ist!..


Der eigentliche Absatz über die Mondlandungsschwindler ist der letzte auf dieser Seite.

Ich zitiere etwas umfangreicher als notwendig, da ich auch die andere Schwindel-Thematik , gab es unbekannte Todesopfer in der sowjetischen Raumfahrt, wichtig finde.

Reicht das? :-)


Tschüß
Bernd

von Bernd - am 16.08.2005 07:26
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