Ich hab nochmal eine Frage...vielleicht sinds auch 2 *g*

Startbeitrag von DerFischer am 12.01.2006 17:01

Und zwar...

Jeder kennt ja das Bild, wie die Flagge der USA auf dem Mond in Boden steckt...
Is das nur als Prestige...bzw. als eine Geste zu sehen,
oder haben die Amerikaner dadurch auch Ansprüche für den Mond gewonnen?

Wie ich drauf komme is,
man kennt das ja noch aus Zeiten der Kolonialisierung...dieser Mythos von wegen: Ich komme in ein noch nicht verzeichnetes Land bzw. nicht beanspruchtes, steche die Flagge unter der ich segel ein und nehme das Land damit in Besitz...Gilt dies auch für den Mond? Auch wenn die Methode definitiv veraltet erscheint, aber ich meine, vorher war ja keiner da...

Und es gibt ja auch verschiedene Firmen, die Grundstücke auf dem Mond verkaufen, (den Sinn da drin verstehe ich zwar nich, aba das sei ja mal so dahin gestellt) is dass dann nicht illegal? Oder wird der Mond als Eigentum der Menschheit angesehen?...oder als Eigentum von niemandem?

THX...im Vorraus...

Antworten:

Hi,

schau mal hier:
[www01.wdr.de]

Das könnte in einigen Jahren die Juristen gut ernähren :D

Kurz gesagt: Nix genaues weiss man nicht. Mit zunehmernder Zahl von Flügen wird das allerdings geklärt werden müssen.

mfg Ulrich



von Ullerich - am 12.01.2006 17:18
Hi DerFischer,

natürlich erhebt niemand Ansprüche auf dem Mond. Guck mal: [www.avgoe.de] Diese Gedenktafel ließen sie auf dem Mond zurück.
Auch das Missionsemblem von Apollo 11 enthielt keine Namen der Astronauten, da sie für die gesamte Menschheit den Mond betraten.

Die Leute, die Grundstücke oder ähnliches auf dem Mond verkaufen, sind einfach nur clever. Diejenigen, die diese Grundstücke für viel Geld kaufen, sind hingegen schlicht bescheuert. Das alles bedeutet aber nichts ;-)

Fahnen hissen tut man immer, tat man in der Geschichte immer und wird es wohl auch in Zukunft immer tun. Das hat eher etwas mit Stolz und Patriotismus zu tun.

Außerdem gibt's eine Abmachung zumindest der UdSSR und den USA, dass niemand Besitzansprüche auf dem Mond stellt. Ich hab den Link dazu aber nicht.

Viele Grüße

von Georg B. Mrozek - am 12.01.2006 17:21

Wem gehört der Mond?

Bereits 1967 wurde von den Vereinten Nationen beschlossen, dass niemand Besitzansprüche auf dem Mond erhebt. Siehe [www.oosa.unvienna.org]

Viele Grüße

von Georg B. Mrozek - am 12.01.2006 17:28
Das "Treaty on Principles Governing the Activities of States in the Exploration and Use of Outer Space", dass den Mond und alle Planeten sowie sonstige Himmelskörper inkludiert, ist seit 1967 in kraft.

Es untersagt allen Regierungen und Staaten anspruch auf einen Himmelskörper zu erheben, und zwar ausdrücklich. Außerdem regelt es die militärische Nutzung usw.
Der Mond ist somit quasi im Status den internationalen Gewässern vergleichbar.

Das Abkommen bezieht sich auf Staaten, und nicht unbedingt auf komerzielle Nutzungen durch Private. Es ist glaube ich nicht verboten Grundstücke am mond zu verkaufen, zumindest nicht durch dieses Abkommen. Es ist allerdings auch nicht ausdrücklich erlaubt, und ich glaube dass diese Geschäfte keinerlei Rechtssicherheit haben. D.h. ein Grundstück am Mond zu kaufen ist ungefähr so sinnvoll und realistisch wie einen UFO landeplatz zu bauen und auf Landegbühren zu hoffen.

Die USA haben den Mond nicht "geclaimed", das Aufstellen der Fahne war eine Expeditionsgeste ähnlich dem Hissen der Fahne einer Expedition auf einem 8000er Gipfel.
Wenn eine Deutsche Expedition am Everest ankommt hissen die auch eine deutsche Fahne an einem Eispickel (dazu noch evtl. eine kleine Nepal und China Flagge), aber damit deuten sie nicht an den Everest besetzt zu haben. Es ist für die Gipfelfotos gedacht.
Ganz ähnlich die Mondfotos. Quasi Gipfelfotos auf dem Taurus Littrow oder so ähnlich.
Man hat auch überlegt evtl. eine UNO Flagge (als symbol für die Menschheit) mitaufzustellen, aber es dann gelassen (die UNO war als Organisation ja nicht daran beteiligt).
Dafür hat man im Apollo 11 Missionpatch keinerlei hinweis auf die USA, keine Namen von austronauten, sondern nur eine Weltkugel, den Mond und einen Adler (als Symbol für die LM "Eagle") der einen Ölzweig im Schnabel trägt und auf dem Mond landet.

Und auf der Landeplakette steht ja auch sinnvollerweise "....we came in peace for all mankind"

von Discovery_fan - am 12.01.2006 17:33
Die Flagge war eine rein symbolische Handlung, die man erst recht spät in's Programm aufnahm, weshalb man sie bei den ersten zwei Landungen auch in einem nachträglich an der Leiter montierten Kasten mittransportierte.

Zu der ganzen Problematik gibt es was im ALSJ:

[www.hq.nasa.gov]

von Harald Kucharek - am 12.01.2006 17:47
OK...Das habe ich alles soweit verstanden...

Aba (jetze nur mal angenommen...rein theoretisch) würde man also mal den
Mond besiedeln...und der Mond gehört ja der Menschheit...würde es dann
noch Länder und Grenzen geben? Und könnte es die überhaupt geben,
wenn jedes Stück auf dem Mond, jedem Menschen zu einem kleinen Teil (sprich, der gesamte Mond der gesamten Menschheit) gehört?


Und warum sind Leute so dumm sich ein Grundstück auf dem Mond zu kaufen?
Ich meine, dass sie da mal hinkommen, is doch mehr als unwahrscheinlich...
und selbst wenn, was sollen die da machen? Einen Garten anlegen wird wohl schlecht möglich sein ;-) ...

Und eine Frage noch...(klingt jetz n Bisschen abgespaced) gibt es so (übertrieben) wie bei Star Trek oda so...richtige Gesetze für das All?
Also Verhaltens- und Richtlinien?


Ich weiß selbst nich warum ich diese ganzen Fragen stelle, aber irgendwie
intressiert es mich...

von DerFischer - am 12.01.2006 19:27
Zitat

Und warum sind Leute so dumm sich ein Grundstück auf dem Mond zu kaufen?

Du wirst nie eine Antwort finden, warum Menschen dumm sind. Ich frage mich das schon mein Leben lang ;-)

Nein, eine "Oberste Direktive" gibt es noch nicht. Die gibt's doch erst ab Beginn der Föderation Der Vereinten Planeten *hüstel*.

Viele Grüße

von Georg B. Mrozek - am 12.01.2006 19:51
Zitat

Aba (jetze nur mal angenommen...rein theoretisch) würde man also mal den Mond besiedeln...und der Mond gehört ja der Menschheit...würde es dann
noch Länder und Grenzen geben?


Da sind mal wieder viele Konjunktive drin ...
Nun, wir können nicht in die Zukunft schauen, es gibt verschiedene Modelle, wie unsere Zukunft aussieht.

Zur Zeit halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass der Mond nicht von Nationen, sondern von Konzernen in Besitz genommen würde.

Ob Hyatt's ein Hotel mit permanentem Erdblick in Deutschland, den USA oder Brasilien baut und betreibt, oder auf dem Mond, ist denen völlig egal. Und auch allen anderen Konzernen die auf dem Mond Geld verdienen, ist die Nation, in der sie ihr Gewerbe betreiben, recht egal.

Zitat

Und könnte es die überhaupt geben, wenn jedes Stück auf dem Mond, jedem Menschen zu einem kleinen Teil (sprich, der gesamte Mond der gesamten Menschheit) gehört?


Nun, es gehört ihnen ja nicht wirklich. Zur Zeit bezahlen die Menschen für ein Stück Papier auf dem steht, dass ihnen ein Stück Mond gehört.
Nun berufen sich die Verkäufer auf irgendeine Lücke in den Vereinbarungen der Länder, der UNO, des Landes, von dem aus sie wirken.
Da es mehrere solcher Verkäufer gibt, ist der Mond irgendwann (es gibt ausreichend solcher Dummen) 5 oder 10 mal verkauft.
Die Nachkommen dieser Leute werden untereinander mehr streiten als mit dem Konzern, der auf ihren Grundstücken grad einen Raumhafen baut.
Vielleicht enteignet Exxon die aber auch einfach formell.

Kaufen tun den Mond nur dumme Leute, die einfach alles glauben. Verkaufsargumente:
- Erdblick / niemals Erdblick
- 2 Wochen Sonnenschein ohne Unterbrechung
- garantiert keine Chemtrails
- niemand kann Ihnen das Grundstück streitig machen, es kommt keiner hin
- wir sind die einzigen, die den Mond wirklich verkaufen dürfen

Zitat

Und warum sind Leute so dumm sich ein Grundstück auf dem Mond zu kaufen?


Warum kaufen Leute andere Dinge, die sie nicht brauchen können, die zu nichts nütze sind?
Die Verkäufer machen markige Sprüche, versprechen eine Menge, bieten ein bisschen was Sensationelles, fordern auf, das Denken einzustellen und haben damit Erfolg. Wisnewski, Geise und Co. machen das ja auch so und verkaufen ihre Bücher. Wertlosen Tand für 12 Euronen oder gar 24.

Zitat

Ich meine, dass sie da mal hinkommen, is doch mehr als unwahrscheinlich... und selbst wenn, was sollen die da machen?


Ein Verkaufsargument ist die Wertsteigerung. Der Wiederverkaufswert.
Könnten ja tolle Bodenschätze unter dem Grundstück sein oder der Platz für einen Landeplatz der Robot-Erzfrachter gekauft werden.
Die glauben einfach alles.

Zitat

Einen Garten anlegen wird wohl schlecht möglich sein ...


Wer weiß, was man denen noch alles glaubhaft machen kann.

Zitat

Und eine Frage noch...(klingt jetz n Bisschen abgespaced) gibt es so (übertrieben) wie bei Star Trek oda so...richtige Gesetze für das All?
Also Verhaltens- und Richtlinien?


Ein beliebtes Motiv der SciFi-Autoren. Man braucht Regeln in einer Geschichte (Buch, Movie, ...), damit Motivationen erklärbar sind.

Zitat

Ich weiß selbst nich warum ich diese ganzen Fragen stelle, aber irgendwie


Immerhin sind es jetzt Fragen. Das ist schon mal ein guter Fortschritt.
intressiert es mich...

von Klaus F. - am 12.01.2006 20:14

Re: Wem gehört der Mond? --> Mondvetrag von 1984

[www.armscontrol.de]

Natürlich haben Juristen die Sache längst erschöpfend geregelt.

Dazu gehört auch die Sache mit den privaten Mondgrundstücken - s. [www.uni-koeln.de]

von Ralf Kellerbauer - am 12.01.2006 20:37

Re: Wem gehört der Mond? --> Mondvetrag von 1984

Zitat

Natürlich haben Juristen die Sache längst erschöpfend geregelt.
Dazu gehört auch die Sache mit den privaten Mondgrundstücken

Ja, aber es ändert doch nichts.

Zitat

Das Aneignungsverbot bedarf zudem keiner Umsetzung in nationales Recht, sondern gilt unmittelbar. Solche nationale Gesetze finden daher keine Anwendung für den Weltraum.

Es ist nur die Frage nach der Nutzung etwaiger Bodenschätze unklar.

Zitat

Bislang nicht klar geregelt ist im Weltraumrecht die Frage, ob sich aus dem Aneignungsverbot des Art. II des Weltraumvertrags auch ein Verbot des Abbaus von Bodenschätzen aus Himmelskörpern ergibt.

Was Rechtsanwäte darüber hinaus denken oder wünschen, ist eine ganz andere Geschichte. Rechtsanwälte denken oft sehr viel ;-)

Viele Grüße

von Georg B. Mrozek - am 12.01.2006 20:49
Mit der gemeinsamen Nutzung der Antarktis klappt es bis jetzt ja auch recht gut, auch wenn in diesem Fall wirklich knallharte politische, wirtschaftliche und militärische Interessen vorhanden sind und verschiedene Länder ihre Ansprüche angemeldet haben.. Es gibt ja nicht so viele Forschungsstationen dort, weil alle Länder ganz wild aufs Forschen dort sind, sondern für den Fall, dass sich die Lage mal ändert, dort gewisse Ansprüche anmelden zu können.
Immerhin wurde der Antarktisvertrag 1991 bis 2041 verlängert.
[de.wikipedia.org]

von Harald Kucharek - am 13.01.2006 09:26

Re:Viel Spass bei der Verteidigung des Grundstückes

Zwar sind die Claims fast täglich zum greifen nahe, aber die 'glücklichen' Besitzer kommen ohne staatliche Hilfe nicht einmal dahin.

Bzgl. Bodenschätzen etc. gibt es ja den Antarktis-Vertrag als irdische Refernz.
Im Zweifel würden eh (zukünftige) multionationale Firmen die Bodenschätze heben und die Staaten sich den Materialwert der Staatskasse einverleben (solche Kassen werden bis zum jüngsten Tag immer hungrig sein).

Zudem - wer Anspruch auf ein Mondgrundstück erhebt, sollte baldigst anfangen Grundsteuer zu entrichten, In 200-300 Jahr möge es vielleicht Privatflüge zum Mond geben. Aber die Erben der heutigen Mondgründstücksbesitzer dürften erst einmal für 200-300 Jahre entfallene Grundsteuer blechen müssen. Da bleibt bestimmt nichts mehr übrig ...

von Ralf L. Kellerbauer - am 13.01.2006 22:55

Re:Viel Spass bei der Verteidigung des Grundstückes

Hallo,

Zitat

Zudem - wer Anspruch auf ein Mondgrundstück erhebt, sollte baldigst anfangen Grundsteuer zu entrichten, In 200-300 Jahr möge es vielleicht Privatflüge zum Mond geben. Aber die Erben der heutigen Mondgründstücksbesitzer dürften erst einmal für 200-300 Jahre entfallene Grundsteuer blechen müssen. Da bleibt bestimmt nichts mehr übrig ...


Das wäre doch die Möglichkeit für die UNO, an Geld zu kommen. Man stellt den Mond unter deren verwaltung, und sie darf von allen Grundstücksbesitzern dort Grundsteuuer verlangen :-))))

Viele Grüße,
René

von René - am 14.01.2006 12:14
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