Buzz Aldrin - Mission to Mars

Startbeitrag von Heiko K. am 11.01.2015 09:30

Hallo zusammen,

ich habe besagtes Buch gelesen, es kam 2014 heraus. Begeistern tut es mich nicht, was Aldrin zu sagen hat. Seine Vision einer ständigen Präsens auf dem Mars und dass man das mit "Aldrin-Cyclern" macht, Raumfahrzeugen sie ständig auf einer Bahn Erde-Mars sind, die bis auf geringe Korrekturschübe stabil ist, dass vorbereitende Missionen zu den Asteroiden gehen und Landungen auf den Marsmonden sind, um von dort ohne Verlust langer Signallaufzeiten erst einmal Roboter auf dem Mars zu steuern, das alles ist schön und gut, genauso wie die Entwicklung von endlich wartungsarmen wiederverwendbaren Raumfahrzeugen, dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, so würde es sicher funktionieren.

Leider wiederholt Aldrin sich ständig: Immer wieder spricht er von seiner "Unified Space Vision", dass Amerika führend sein müsse, die Betonung aus Kooperation kommt erst an zweiter Stelle. Stark betont er auch die Notwendigkeit privater Raumfahrt, in diesem Zusammenhang von Schürfrechtvergaben auf z.B. Asteroiden zu sprechen, dass man so etwas haben müsse, halte ich aber für einen kompletten Fehlansatz, es macht den Weltraum wieder national bzw. gibt ihn die Hände von Konzernen, ehe wir überhaupt da waren. Hier ist mein Hauptkritikpunkt: Viel zu national und amerikanisch gedacht. Nichts dagegen, dass vielleicht die fähigste Nation eine führende Rolle hat, aber wegen der Mondlandungen einfach die USA dafür zu postulieren ist mir zu national gedacht.

Aldrin betont auch, dass er Ratgeber der Augustine-Kommission war, aufgrund deren Rat Obama das Constellation Programm abwürgte und den Kurs, den Obama in seiner Rede 2010 der NASA vorgab, für sinnvoller hält, als eine Basis auf dem Mond zu haben. (Habe ich, glaube ich, damals auch hier oder im damaligen Schwesterforum auch schon geschrieben über Aldrin.) U.a. Armstrong war gänzlich anderer Meinung, dass eine Rückkehr zum Mond sehr sinnvoll sei, weil es dort noch viel zu forschen gebe. Warum Aldrin widerspricht ist für mich unklar, sogar ein Widerspruch, über weite Teile des Buches schreibt er über Rohstoffabbau auf dem Mond, eine internationale Basis. Manchmal habe ich den Eindruck, Kooperation befürwortet er nur, weil mehr Nationen eher das gesamte nötige Geld aufbringen können. Okay, dass es Kapazitätsverschwendung ist, wenn jede Nation immer nur alles wiederholt, was andere schon taten, das sagt Aldrin auch und in dem Punkt hat er Recht.

Ich habe Aldrin letztes Jahr live sprechen hören, er glaubt an das was er sagt, er ist es wert, dass man ihm zuhört. Trotzdem habe ich nach diesem Buch wieder den Eindruck, Aldrin läuft immer noch der Wiederholung einer Mondlandung nach bzw. dem, dass er nicht als Erster aussteigen konnte. Ich kann das nicht belegen, es ist mein Eindruck, der u.a. aus den ständigen Wiederholungen des Buches entsteht, man hätte alles viel kürzer sagen können. Aber wir hier, zumindest ich, tun ja auch dasselbe, wir sähen nichts lieber als wieder bemannte Raumfahrt, die über den LEO hinausgeht.

Kann ich das Buch empfehlen? Ja schon, etwas zäh und langatmig, aber es zeigt eine Idee, wie man für eine Marslandung vorgehen könnte.

Gruß
Heiko

PS: Ein Aspekt für Aldrin ist auch der Schutz der Erde vor Meteoriteneinschlägen. Ich denke damit hat er auch nicht unrecht.

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