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oekolog, SpeedMaster, kaufkurse, Kaufkurse, Klaus, KGBull

Windenergie..

Startbeitrag von oekolog am 10.03.2003 20:46

.. - DIE Alternative zu Kohle- und Atomstrom?

Quelle: [www.heise.de]

Wenn der Wüstenwind weht

Hans-Arthur Marsiske 10.03.2003
Windenergie aus Nordafrika könnte die Hälfte des gesamten Strombedarfs in Europa decken

Die Sahara hat das, was uns in den gemäßigteren Breiten fehlt: Sonnenenergie im Übermaß, weit mehr als Nordafrika und Europa zusammen verbrauchen können. Eine massive Nutzung scheitert derzeit jedoch noch an der mangelnden Wirtschaftlichkeit von Solarkraftwerken. Günstiger, wenn auch bislang noch wenig beachtet, stellen sich dagegen die Verhältnisse im Bereich der Windenergie dar.



Insbesondere an der Westküste der Sahara ist das Windaufkommen ausgesprochen gut. Etwa 2000 Kilometer Küstenlinie stehen zur Verfügung, um mit Windkraftanlagen bebaut zu werden. Bei einer Bebauungsdichte von 2,4 Megawatt pro Quadratkilometer, rechnet Khalid Benhamou vom Saharawind-Projekt [1] vor, könnten mehr als 1000 Terawattstunden pro Jahr erzeugt werden - ausreichend, um ungefähr die Hälfte des europäischen Strombedarfs zu decken.


Über eine 4500 Kilometer lange Hochspannungsgleichstromleitung [2] könnte der Strom bis nach Deutschland transportiert werden. Bei einer Kapazität von fünf Gigawatt und mehr würden die Leitungsverluste Benhamou zufolge unter 15 Prozent liegen. Auf diese Weise könnte der in Mauretanien und Südmarokko produzierte Windstrom in Mitteleuropa und Deutschland zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden.

Gregor Czisch vom Institut für Solare Energieversorgungstechnik [3] an der Universität Kassel bestätigt diese Schätzung. Seine Kalkulation ergibt Kosten von 4,5 Cent pro Kilowattstunde für den in der Sahara produzierten und nach Deutschland transportierten Strom gegenüber 6,5 Cent für Windstrom, der vor Ort in Deutschland erzeugt wird.


Die Idee ist klar, die Zahlen überzeugend


Ein Vorzug dieses Szenarios liegt darin, dass es Stück für Stück realisiert werden kann. Den Anfang soll ein Windpark in Südmarokko machen, um politischen Streitigkeiten über den Status des südlich davon liegenden Westsahara-Gebiets aus dem Weg zu gehen. Aufgrund der Passatwinde sind die südlicher gelegenen Küstenabschnitte zwar interessanter, aber auch in Südmarokko in der Gegend um Tarfaya ließen sich fünf Gigawatt Windstrom erzeugen, sagt Benhamou. Eine 1300 Kilometer lange Hochspannungsgleichstromleitung soll den Strom nach Spanien transportieren. "Dieser Strom könnte deutlich günstiger sein als der in Spanien produzierte Windstrom", bestätigt Czisch. "Die Leitungen könnten Stück für Stück bis nach Deutschland verlängert und ausgebaut werden, mit Anzapfstationen, die auf dem Weg Leistung abzweigen, und sich zu einem Ringsystem oder auch zu einem Netz entwickeln, wie es beispielsweise ABB bereits vorgeschlagen hat." Nach und nach könnten auch in Nordafrika weitere Anlagen angeschlossen werden, solarthermische Kraftwerke, Fallwindkraftwerke, je nachdem, was für eine bestimmte Region am günstigsten ist. "In der Vielzahl von Regionen und Techniken, die zur großräumigen Stromversorgung beitragen, besteht ein großes Optimierungspotenzial."

Die Idee ist klar, die Zahlen überzeugend. Da stellt sich die Frage, warum die Initiativen zur Realisierung bislang nur sehr verhalten in Gang kommen. Für Czisch liegt die Hauptverantwortung bei der Politik. "Jedenfalls fehlt es nicht an den technischen Möglichkeiten", sagt er. "Erfahrungen mit leistungsstarkem länderübergreifendem Stromtransport liegen weltweit vor und sind auch in Afrika zu finden. Wie das Beispiel Algerien zeigt, aus dem die EU 30% ihres Erdgasimports bezieht, ist auch leitungsgebundener Afrikanisch-Europäischer Energietransport kein Neuland und auch hier liegen große Investitionsvolumina vor."

Benhamou verweist ebenfalls auf Erfahrungen mit Erdgaspipelines als Beispiele für erfolgreiche Kooperationen unterschiedlicher Partner. "Die deutsch-russische Erdgasleitung stellt hier ein konstruktives Beispiel dar", sagt er. "Die Umstände legen eine Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Staaten nahe, die die Möglichkeit einer neuen Form von Entwicklungspolitik eröffnet: Alle Partner arbeiten gleichermaßen an dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung mit adäquater Infrastruktur."

Czisch zufolge müsste eine politische Initiative nicht zwingend von vornherein auf EU-Ebene erfolgen. "Ich könnte mir durchaus auch Initiativen einzelner Staaten vorstellen. Zum Beispiel könnte Spanien eine Kooperation mit Marokko eingehen. Eine Studie beschäftigt sich derzeit auch mit der Kopplung von Offshore-Windenergie in Deutschland mit Speicherwasserkraft in der Schweiz. Das könnten Keimzellen für einen großen, letztlich transkontinentalen Stromverbund sein."


Links

[1] [www.saharawind.com]
[2] [www.siemens.com]
[3] [www.iset.uni-kassel.de]

Telepolis Artikel-URL: [www.telepolis.de]

Antworten:

Hört sich ja gut an...

und man könnte nur hoffen, dass sowas mal Realität wird und die Abhängigkeit vom Öl etwas geringer würde.
Wir haben doch die Grünen in der Regierung. Wäre doch ne Aufgabe, oder?

Nur wenn ich sehe, was aus einem sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft (war sowieso recht abenteuerlich und utopisch , was da die Grünen vor hatten) letztendlich übrig geblieben ist, kann ich die eigentlich nicht mehr für ernst nehmen.

Gruß Klaus

von Klaus - am 10.03.2003 21:43

die industriemülldeponien

in der Pfalz sind in den letzten 20 jahren weniger geworden.

Grüße, kk

von Kaufkurse - am 11.03.2003 00:24

Hat mit heißem Wind nur insofern was zu tun

als dass Politiker damit beschäftigt sind, die daraus erwachsenden Pfründe zu verteilen. Natürlich nicht, ohne sich selber was in die Tasche zu stecken.
Aber Deponierung von Müll ist ab 2005 ohne vorherige Behandlung nicht mehr gestattet (Europa-weit, wobei die Engländer sich natürlich noch eine etwas längere Anpassungszeit ausbedungen haben).
Gruß
KGB
(Und jetzt muss ich zum Flieger)

von KGBull - am 11.03.2003 08:25

gute Info, Danke, und gute Reise! (oT)

.

von kaufkurse - am 11.03.2003 16:23

In der FAZ war kürzlich ein..

ausführlicher Artikel bezüglich Müll. (am 25.02.2003)

Den Artikel gibs im FAZ-Archiv: [www.faz.net]

...oder in'er Bibo.

kurz zusammengefaßt:
25.02.03 Technik und Motor> Müllverwertung
Gleich auf die Deponie ist die schlechteste Lösung

Von Mitte 2005 an muß Abfall vorbehandelt werden, bevor er abgelagert werden darf / Doch notwendige Anlagen fehlen / Von Georg Küffner
Multikomponenten- Wertstofftonne: Dieser Zungenbrecher geht Heinz-Gerd Aschhoff flüssig über die Lippen. Der Ingenieur des Schweizer Unternehmens ...
1502 Worte; 1.50 EUR


Gruß
oekolog

von oekolog - am 11.03.2003 17:21

immer der gleiche Fehler...

es läßt sich nicht ausrotten, daß der Glaube an Windenergie als "Basiskraftwerksersatz" immer noch besteht. Ist ja ne gute Idee, grundsätzlich, zusätzliche Energiegewinnung zu betreiben - mehr aber auch nicht.

Gruß

SpeedMaster

von SpeedMaster - am 15.03.2003 13:30

hat ja mit Öl eher weniger zu tun... (oT)

-

von SpeedMaster - am 15.03.2003 13:30

wieso'n..

..Speed'e :D

Der Wind könnte doch auch ganztägig blasen bzw. in einigen Zipfeln der riesigen Fläche wehts doch immer. Zusammen könnt's doch für einige Grundlastkraftwerke reichen. Aber genaues weiß man (noch) nich.


mit schwäbelnden Gruß = Grüßle
oekolog

von oekolog - am 15.03.2003 16:29

nein - das geht so nicht, weil

du eine sehr aufwendige Zwischenperipherie brauchst. Hätte ich das gewußt, hätte ich das "legendäre" Gschichtle bzw. Seminar diesbezüglich irgendwo aufgehoben, wo ichs griffbereit hätte. Wind bläst eigentlich nie konstant - es heißt ja auch Windböe - und nicht Windstrom... Ist vielleicht ein blödes Wortspiel, aber ändert nix am Grundsätzlichen: Wind ist Spitzenlast, nicht Grundlast. Der Witz ist dabei, daß davon ein Windkraftbetreiber nichts merkt. Vereinfacht ausgedrückt, hängt der seine Flügel einfach an die Steckdose dran und sagt zu den Netzbetreibern "mach mal". Sicher haben solche dezentralen Erzeuger bei den großen Konzernen nicht unbedingt eine Lobby, ist ja verständlich. Aber das Regel-, Puffer- und Ausfallmanagement ist erheblich. Geht soweit, daß man für Windfarmen schon Notdiesel"farmen" plant, um Flauten zu kompensieren - das ist Umweltschutz in der Praxis. Wills nur nochmal wiederholen: ich befürworte auch Windenergie, aber als kleiner Zusatz von ein paar Prozent des "Energiekuchens". Es kann die Kernenergie nicht ablösen / ersetzen.

Gruß

SpeedMaster

von SpeedMaster - am 15.03.2003 17:20
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