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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
Beteiligte Autoren:
Hans Morschitzky, Abby

Vielen Dank für Ihre Hilfe

Startbeitrag von Abby am 15.02.2003 23:10

Sehr geehrter Herr Dr. Morschitzky, zuerst muss ich Ihnen ein großes Kompliment für Ihren Internetauftritt machen - alle Angaben haben mit wahnsinnig geholfen. Habe auch sofort ihr Buch bestellt, und kann es kaum noch abwarten, es zu erhalten. Zu mir, ich bin 25 Jahre alt, ledig aber fest und eigentlich glücklich gebunden. Meine "Kranken und Lebensgeschichte in kurzen Zügen": Jan. 01 - schmerzhalfte Scheidung meiner Schwester (1 Kind 1 jahr alt) - Familientragödie unter der ich furchtbar gelitten habe. Mutter erkrankte vor 2 Jh. an Krebs - wurde jedoch "geheilt" weiterer emotionaler Schicksalschlag. Nach Auslandsaufenthalt in Afrika im Nov 01 Angst vor AIDS da versehentlicher blutiger Kontakt mit Spritze einer Afrikanerin - 3 Schicksalsschlag. Aus Angst machte ich keinen AIDS Test - Anfang 02 dann ständige Infekte, Blasenentzuendungen, Bronchitis... für mich ein klares Anzeichen einer beginnenten HIV Krankheit. Ich war ein halbes Jahr nur noch Krank, mit kurzen Hochs aber vielen Durchhängern. Juli 02 - plötzliches nächtliches Aufwachen mit wahnsinnigen Schmerzen im Flanken/Nierenbereich.
Urologe : kein Befund. Schmerzen breiten sich über ganzen Rücken aus. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, seit Monaten zähflüssigen Schleim...... Dann AIDS TEST: alles in Ordnung - was fehlt mir dann????
Kurze Erholungsphase von einem Monat nur mit Schwindelproblemen. Dann Entdeckung eines Lymphknotens am Hals!! Oh Gott - Krebs wie bei Mama???
Sofortige Verschlechterung meines Zustandes Übelkeit Muskelzucken Kribbeln in Armen und Beinen, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Interkastalneuralgie od. so was ähnliches, Infekte, Atemnot, Verspannungen, Krachen von Muskeln und Gelenken. Schlaflosigkeit, Schmerzen am linken Arm, Herzrasen, Nervosität, Gereiztheit, Trockener Mund, Zäher Schleim, Globusgefühl, Ringgefühl der Muskulatur. Gedanken nur noch an schlimme Krankheiten. War dann bei sämtlichen Ärzten außen leichte Skoliose und chronische Mandeln kein Befund.
Gute Blutwerte, ...Neurologische Untersuchung: EKG, CT, MRT.
Dachte immer noch, es sind nicht alle Untersuchungen gemacht worden. Klar sind sie das nicht, aber wo soll ich anfangen? Dann der Hammer : Der Neurologe stellt die Verdachtsdiagnose: Psychosomatische Störungen ohne weitere Erklärungen. Ich solle mehr Sport machen und mich mehr entspannen. Konnte mir alles nicht erklären, über Wochen hinweg suche nach möglichen Krankheiten im Internet: ALS, Lupus, ... Von allem nur das schlimmste.
Bis ich auf ihre Seite gestoßen bin, was das beste ist, was mir passieren konnte.
Ich habe gemerkt, dass es für all (fast) alle meine Symptome eine logische Erklärung gibt. Habe meinen Zustand nur durch ihre Hilfe schon beträchtlich verbessern können und bin nun auch bereit diese Diagnose zu akzeptieren und dann wieder langsam gesund zu werdenund an mir zu arbeiten. Wahrscheinlich benötige ich dazu einen Therapeuten, oder? Ich danke ihnen vielmals!!! Über eine kurze Stellungsnahme wäre ich Ihnen total dankbar! Wollte mit meinem Schreiben auch darauf hinweisen, wie vielseitig die koerperstorungen sein können, wenn die Psyche leidet. Vielleicht hilft das anderen Betroffenen. Hier nur kurz meine Fragen:
Hatten Sie schon mal einen ähnlichen Fall mit so vielen Symptomen?
Eine logische Erklärung konnte ich noch nicht finden- zur Zeit habe ich einen daumengroße aber sehr schmerzhaften Punkt am rechten Unterarm (2 cm hinter Handgelenk) und am linken Arm tut die Sehne oder Vene über dem Handgelenk wahnsinnig weh - hatte ich schon mal an anderen Stellen vergeht nach ca. 1 Woche wieder. Kann auch so etwas von der Psyche kommen ?? so kleine Punkte??? Danke für Ihre Antwort und nochmals ein großes Kompliment an Ihre Arbeit!! Ihre Abby

Antworten:

Somatoforme Störung mit sekundärer Hypochondrie?

Hallo!

Ich arbeite 20 Wochenstunden auf einer Psychosomatik-Station, wo ich praktisch nur solche Leute wie Sie habe. Es gibt viele Patienten wie Sie. Sie sind wirklich nicht allein!

Nach allem können Sie froh sein, dass Sie körperlich gesund sind. Es handelt sich glücklicherweise "nur" um sogenannte somatoforme Störungen (siehe dazu mein Buch "Somatoforme Störungen" sowie mein Homepage-Info).

Wenn Sie trotz negativer Organbefunde noch immer oft glauben, Sie hätten eine organische Erkrankung, nennt man dies in Ihren Fall auch noch "sekundäre Hypochondrie", d.h. Sie haben Krankheitsängste entwickelt auf der Basis der noch nicht gelungeren Krankheitsverarbeitung Ihrer Mutter und der eigenen Erfahrungen (siehe dazu mein Info "Hypochondrie").

MfG

Hans Morschitzky

von Hans Morschitzky - am 16.02.2003 06:35
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