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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
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Dr. Hans Morschitzky, Vincente

Sozialphobie

Startbeitrag von Vincente am 27.05.2003 13:28

Sehr geehrter Herr Dr. Morschitzky!

Ich bin erst kürzlich auf ihre HP gestoßen und finde ihre Erläuterungen rund um das Thema Angststörungen sehr aufschlussreich, da ich mein Krankheitsbild in vielfacher Weise wiedererkenne. Besonders verheißungsvoll muten mich dabei die dargelegten Therapiemöglichkeiten bei sozialer Phobie an, wenngleich diese offenbar vorwiegend wohlhabenden Leuten vorbehalten zu sein scheinen ( wenn etwa von 2 Therapeuten bzw. einer begleitenden Gruppentherapie gesprochen wird). Überhaupt waren meine bisherigen Erfahrungen mit Therapeuten mehr ernüchternd denn erbaulich.

Ich bin männlich, bald 27 Jahre alt und noch Student. Seit etwa 12-13 Jahren erlebe ich bewusst psychische Störungen, wobei die Sozialphobie einen besonderen Stellenwert einnimmt, da mir diese das Agieren im sogenannten Alltagsleben eklatant erschweren bzw. teilweise auch unmöglich machen. So ist es mir etwa unmöglich, aktiv Telefonate anzubahnen, sofern es sich nicht um einen meiner wenigen engen Freunde handelt. Auch meine erste und einzige Freundin, die ich mit etwa 20 Jahren hatte, konnte ich auch nach 1 1/2-jähriger Beziehung nicht selbst anrufen, sondern musste einen vertrauten Freund darum bitten. Anmerken muss ich zudem, dass es nicht zum Geschlechtsakt gekommen ist, da ich die intensive Nähe einer Person kaum ertragen kann.

Mit 22 begann ich dann mit einer (vermeintlichen) Therapie bei einer Psychiaterin, wobei ich nach 2 Jahren das Handtuch warf und zu einem anderen Arzt wechselte.
Nun bin ich auch bei diesem schon seit 2 Jahren und bin schon recht resigniert, denn mein Resumee muss lauten: In beiden Fällen wurden mir rasch eine entsprechende Medikation verschrieben, doch ansonsten kam nicht mehr viel.Oberflächliche Kaffeeklatschgespräche sind offenbar alles, was von der hoch angepriesenen Psychotherapie geblieben ist. Während mich die erste Therapeutin erst gar nicht zu Wort kommen ließ, bekomme ich vom aktuellen auch nur lapidare Feststellungen, wie zum Beispiel "Sie hanben halt eine ausgewachsene Sozialphobie/Persönlichkeitsstörung/Psychose", zu Gehör, mehr aber nicht. Kurz gesagt, ich fühle mich durchaus nicht ernst genommen.In zunehmendem Maße nimmt die Idee, Suizid zu begehen, konkrete Formen an, da ich schon zu lange all diese privaten Deprivationen hinnehmen muss, zumal ich mich momentan auch kaum als arbeitsfähig einstufen würde.

Meine Frage an sie lautet nun, ob ich mir unter Zuhilfenahme eines ihrer Bücher selbst helfen kann bzw. ob dies aussichtreich ist. Denn die Suche nach einem geeigneten Therapeuten scheint einem Lotteriespiel zu gleichen, und Sie sind für mich als Grazer augrund der räumlichen Distanz nicht denkbar.

Vielen Dank im Voraus,
V.

Antworten:

Hallo!

Mein Buch "Die zehn Gesichter der Angst" kann eine wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe sein, doch kein Buch kann eine Psychotherapie ersetzen, Ich habe viele Patienten in Therapie, die meine Bücher schon gelesen haben, d.h. "alles" wissen, aber es hat sich noch immer nichts verändert. Und dies hat eben mit Emotionen zu tun, mit der Angst vor der Angst, mit Vermeidungstendenzen usw.

Die Lektüre von Büchern wie den meinen zeigt, ob eine Selbsthilfe reicht (dafür sind sie ja auch geschrieben). Wenn dies nicht reicht, dann weiß man, dass man eine Therpie braucht.

MfG

Hans Morschitzky

von Dr. Hans Morschitzky - am 28.05.2003 15:25
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