hypochonder,angststörung oder schizophren?

Startbeitrag von lara am 01.02.2004 21:41


Sehr geehrter Herr

ich leide seit ca. 1,5 Jahren an einer angststörung, jedoch nicht in einem schlimmen Ausmaß.

seit einigen monaten leide ich jedoch an -->zwangsgedanken, und ich beschäftige mich ständig damit,perverse assoziationen zu unterdrücken oder auch einem lieben menschen etwas antun zu können, wenn ich "verrückt" werde.
ich weiß dass das reine gedanken sind, denn dies alles gehört ganz und gar nicht zu meinen charaktereigenschaften. doch trotzdem habe ich immer das gefühl, etwas schlimmes kommt auf mich zu.

was mich außerdem sehr beunruhigt ist dass ich jede bewegung von mir so genau beobachte und mich dabei so unwohl fühle, und auch meine ganze umwelt und andere menschen so genauo beobachte und mir dabei manchmal alles so -->entfremdet vorkommt.ich habe angst davor, ähnlich wie bei schizophrenen, ein krankhaftest verhältnis zu organen zu entwicklen, wobei dies bei mir nicht mit halluzinationen verbunden, ist sondern mit einem unguten gefühl das ich habe, wenn ich zb meinen arm bewege und dabei ein ungutes gefühl im bauch habe.
es ist schwer zu erklären, aber es sind einfach keine normalen gedanken.


zeitgleich mit diesen zwangsgedanken habe ich also ständig das gefühl, verrückt, also schizophren zu werden. ich denke fast jeden moment daran und bin ständig wahnsinnig angespannt.
dieser gedanke hat sich seit meiner ersten panikattacke "eingefressen", ich konnte ihn aber vorerst überwinden indem ich mir die angststörung mit hilfe meines psychologen eingestanden habe und damit die schizophrenie ausgeschlossen war.

ich bin aber überhaupt der typ, der wahnsinniges talent darin hat, sich krankheiten einzureden (zb AIDS, oder auch schwangerschaft).
manchmal denke ich, es muss immer etwas geben, das ich befürchten kann.

--> wofür kann das ein anzeichen sein?

ich habe vor kurzem im internet gelesen, dass es typische charaktereigenschaften gibt auf denen eine schizophrenie folgen oder bei denen schizophrenie besonders möglich ist, zb der hang dazu alles falsch zu verstehen oder gereiztheit.

da dies beides auf mich zutrifft warte ich fast jeden tag darauf, dass eine schwere psychose ausbricht, ich plötzlich anfangen könnte, stimmen zu hören und die kontrolle über mein leben verlieren könnte und damit alles das mir wichtig ist. außerdem beobachte ich seitdem jedes detail meines verhaltens.

ich mache mir selbst sehr schwere vorwürfe da ich allen grund hätte, glücklich zu sein, es aber durch diesen immerwährenden gedanken daran, dass etwas schreckliches mit mir passieren wird und ich letztendlich schizophren werde, nicht schaffe.


ich bin nervlich wahnsinnig angespannt und meine gedanken kreisen nur noch darum.

meine frage lautet - sind gereiztheit und der hang dazu, alles persönlich zu nehmen etc., gepaart mit der "vorahnung" oder angst davor, verrückt zu werden, typische anzeichen einer schizophrenie?
bzw. sind diese allgemeinsympte nach PANSS(positiv-negativ-Skala) wie sorge um die gesundheit, schuldgefühle, angst, anspannung allein anzeichen einer beginnenden schizophrenie?
außerdem existiert doch eine form der psychose die in ihrer symptomatik u.a. hypochondrische merkmale aufweist?

ich habe außerdem gelesen, dass auch eine angststörung eine vorerkrankung einer schizophrenie sein könnte, ist das in ausnahmefällen möglich?

ich hatte schon immer angst davor, verrückt zu werden, auch schon als kind, und hatte schon immer einen hang dazu, alles schreckliche das mir passieren könnte, zu befürchten. außerdem habe ich seit meiner pupertät das gefühl, dass es nichts gibt, das mir mein zukünftiges leben im vergleich zu meiner kindheit geben könnte, und ich habe einen starken hang dazu entwickelt, alles negativ und zynisch zu betrachten. während ich in meiner kindheit eher von zwängen bestimmt war (ich machte mir für alles und jedes einen plan und hatte eine phase wo ich den ganzen tag nur aufgeräumt habe) habe ich seit meiner pubertät eher tenzdenz zum hysterischen wesen herangebildet.
bin ich vielleicht nur ein hypochonder?

ich danke im voraus sehr für ihre antwort, da sie im moment das einzige ist, das mir helfen kann

mfg

Antworten:

Hypochondrie als Selbstbeobachtung kann von den wahren Lebensproblemen ablenken!

Hallo!

Ihre Angst vor dem Verrücktwerden ist wohl ähnlich zu sehen wie die Angst vor einem Herzinfarkt bei einem Herzphobiker - nämlich als hypochondrische Symptomatik (ständiges "Body-Checking") und Ausdruck einer Kontrollverlustangst. Mein Infoi "Panikstörung" informiert Sie genau darüber.

Aus einer Zwangsstörung und/oder Angststörung entwickelt sich nicht eher eine Schizophrenie als bei Menschen ohne psychische Störung.

Ihre Gedanken und Befürchtungen lenken Sie möglicherweise von den wahren Problemen Ihres Lebens ab. Beschäftigen Sie sich gednklich einmal damit, was Sie tun würden und wie Ihr Leben ausschauen würde, wenn Sie ab morgen keinerlei Symptome mehr hätten.

MfG

Hans Morschitzky

von Hans Morschitzky - am 02.02.2004 22:42

Re: Hypochondrie als Selbstbeobachtung kann von den wahren Lebensproblemen ablenken!


Sehr geehrter Herr Morschitzky,

ich danke ihnen sehr für ihre antwort. manchmal denke ich selbst oft, dass ich mich selbst in dieser angst-und zwangwelt gefangenhalte, aus irgendeinem grund, weil es immer etwas gegeben hat und geben muss mit dem ich mich gedanklich beschäftige.

ich denke wenn ich ab morgen keine symptome mehr hätte würde ich als erstes aufatmen und alles das, was um mich herum schön ist und alle menschen, die ich liebe, wieder mit den augen sehen die sie für mich zugänglich machen. wahrscheinlich würde ich wieder all das sehen, das schön ist, und all das riechen, das gut riecht, und mir selbst wieder zugestehen, glücklich zu sein und mich davon glücklich machen zu lassen.

und ich würde mich wieder freuen, auf alles von dem ich mir immer wieder denke, warum bloß ich es nicht mehr zulassen kann, und dieses gefühl wieder spüren, wie damals als ich als kleines kind aufs christkind gewartet habe oder mit dem flugzeug in den urlaub geflogen bin.
denn das vermisse ich am allermeisten.
dann würde ich nicht wie jetzt gerade vor diesen dingen zurückschrecken, denn in wahrheit habe ich davor am meisten angst - diese erlebnisse für immer aus meinem leben zu verlieren, sie mir durch meine angst selbst kaputt zu machen.
und mich abzukapseln für all das schöne, das es auf dieser welt gibt.

und ich würde mir wohl nicht mehr immerzu die frage stellen, was mich gegenüber anderen schlechter oder anders macht.
und mir einfach eingestehen, dass ich auch nur ein mensch bin.


ich danke ihnen sehr für ihre antwort.

mit freundlichen grüßen

lara

von lara - am 03.02.2004 08:51
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