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Mohlberg's SF- und Fantasy-Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heinz Mohlberg, Kuno, Ulrich Feld, Udo, WAH

Rainer Zubeil verstorben

Startbeitrag von Heinz Mohlberg am 14.09.2004 12:03

Habe gerade von Ronald Hahn die Nachricht erhalten, dass am Wochenende Rainer Zubeil verstorben ist; Umstände sind noch unbekannt.
Ich bin erschüttert, kannte Rainer seit ca. 25 Jahren - zuletzt hatte ich mit ihm auf dem Colonia-Con gesprochen...

Antworten:

das hat mich wirklich getroffen, als ich das gerade gelesen habe. weil ich rainer schon anfang der 80er jahre kennengelernt habe, als er für die terranauten schrieb und ich ihn einige male hier traf, auch, um ein interview für mein tn-zine mit ihm zu machen. schon bei den tn merkte man, wie sehr rainer die gegenwart mit all ihren seltsamen erscheinungen ironisch betrachtete - dies war natürlich am stärksten in in wohl seinem besten roman "alles ist gut" zu genießen. aber auch in seinen kurzen erzählungen und beiträgen für die tn floß seine genaue beobachtungsgabe der gegenwart in seine futuristischen entwürfe ein. all dies sorgte bei mir für jede menge lesespaß und auch so manches nachdenken über die gegenwart und die merkwürdigen dinge, die so geschahen.
so hat rainer den besten weg zwischen unterhaltung und anspruch gefunden und was hätte aus ihm für ein herausragender autor hätte werden können, wenn er sich nicht selber immer wieder im weg gestanden hätte.

schade, daß diese stimme nun für immer verstummt ist. wo er doch gerade dabei war, wieder einen einstieg bei pr zu finden. wer weiß, was dem noch gefolgt wäre?
so bleibt sein eher karges literarisches vermächtnis - aber dieses ist vom feinsten.

kuno :-(

von Kuno - am 14.09.2004 19:46
Leider ist immer viel zu ewig Zeit dazu da, mit den Leuten zu sprechen - auch auf dem Colonia Con hatte ich kaum Zeit, mit Rainer mehr als ein paar wenige Sätze zu wechseln...
Und jetzt ist keine Möglichkeit mehr vorhanden - Scheiße!!!

von Heinz Mohlberg - am 14.09.2004 20:25
ja, das kenne ich auch. man denkt da nie dran, das da jemand von heute auf morgen nicht mehr da ist. schon einige male in meinem leben sind überraschend mir nahestehende menschen gestorben, ohne das ich mit ihnen noch über so manches reden konnte. diese gelegenheiten sind vorbei und kommen nicht wieder. da bleibt nur, vielleicht ein stummes zwiegespräch mit dem verstorbenen zu führen. das hilft, wie ich aus eigener erfahrung weiß - okay, wohl nicht immer, aber es erleichtert die trauer ein wenig.

kuno

von Kuno - am 14.09.2004 23:15
Hallo,

eine wirklich traurige Nachricht, zumal auch ich Rainer kannte, wenn auch nicht näher als bei zufälligen Treffen auf Cons. Doch seine Romane kenne ich fast alle. Rainer war mir als Autor und Mensch schon deshalb ans Herz gewachsen, da er ebenso in Köln wohnte, in fast direkter Nachbarschaft.

Mit ihm geht meiner Meinung nach einer der letzten Individualisten der SF-Szene. Die Lücke wird nicht zu schließen sein, genau wie der 1984 verstorbene Willi Voltz eine Leere hinterließ, die bis heute niemand wirklich füllen konnte.



Gruss
Udo

von Udo - am 15.09.2004 15:46
Hi allerseits!

Die Nachricht vom Tode des Rainer Zubeil vom letzten Wochenende hat sich wie das berüchtigte Lauffeuer verbreitet - und mich sehr betroffen gemacht.

Hier ein paar nachdenkliche Worte zum Anlass:
Rainer Zubeil und mich verbindet (oder verband: Gott, kann man sich an den Tod eines geschätzten Menschen und Kollegen so etwas wie gewöhnen? Gewiss nicht!) eine - wie ich finde - einmalige Besonderheit: Wir schrieben beide für die SF-Reihe GEMINI, die bei Kelter erschien. Lange ist es her, gewiss - und nun die Besonderheit: In einem der Hefte erschienen die Autorenportraits von Rainer und mir. Allerdings wurden die Bilder vertauscht. Die Folge: Noch nach Jahren wurden wir miteinander verwechselt! Als ich mal bei einem großen Con in Berlin war, meinten die Leser, endlich in mir Robert Quint persönlich zu begegnen. Ich klärte das Missverständnis auf, denn ich war bei den TERRANAUTEN Erno Fischer! Von einem Wilfried Hary wollte damals in Berlin trotzdem kaum jemand was wissen: Beinahe jeder rief mich nach der Aufklärung "Erno"! Übrigens traf ich bei meinem ersten Meeting im Basteiverlag anlässlich TERRANAUTEN Rainer zum ersten Mal persönlich. Wir hatten beide einiges zu lachen, wegen der Verwechslung. Aber nicht nur deshalb: Er erzählte mir, als Beamter in der Kommunalverwaltung gearbeitet zu haben. Dort hörte er auf, weil er sonst zum Friseur hätte gehen müssen: Er hing halt an seinen überlangen Haaren. Ich gestand ihm bei dieser Gelegenheit, weniger standhaft zu sein: Ich hatte zu Gunsten meines damaligen Beamtenstatus auf meine geliebten überlangen Haare verzichtet und lief kurzhaarig herum "wie ein Verlierer". Er tadelte mich deswegen sehr harsch, was aber nicht ganz so ernst gemeint war, wie jeder weiß, der ihn näher kannte. Als ich ihn vor ein paar Jahren nach längerer Pause mal wieder in Dortmund traf, waren meine Haare länger und seine kürzer: Grund genug für mich, ihn jetzt umgekehrt zu "tadeln". Allerdings vertraute er mir bei dieser Gelegenheit auch den Grund für seine "Kurzhaarigkeit" an: Er sei sehr krank! Ohne mir allerdings zu sagen, was ihm wirklich fehlte. Ich war zu betroffen, um ihn direkt danach zu
fragen. Außerdem gab es viel Berufliches zu besprechen, denn seinetwegen war ich damals ins Team von "Raumschiff Promet - Neue Abenteuer" eingestiegen. Seine genialen Exposes hatten mich zum Mitmachen überredet, obwohl meine Mitgliedschaft im Team aus Zeitgründen nur recht kurz ausfallen konnte (über
zwei Bände nämlich nur). Und nun sitze ich hier und habe eines der Bücher von ihm in den Händen, das ich einmal als Rezensent überaus lobte. Ich bezeichnete ihn damals als den größten lebenden Satiriker der deutschsprachigen Fantastik, wenn ich mich recht erinnere.

Er hat viel Großartiges vollbracht in seinem leider viel zu kurzen Leben - und das macht ihn für uns unsterblich! Wahrlich!

Euer nachdenklicher Wilfried A. Hary

von WAH - am 26.09.2004 13:27
Hallo,

noch bis Dienstag vergangene Woche freute ich mich darauf, Thomas Ziegler auf der Frankfurter Buchmesse endlich persönlich kennenzulernen. Bis ich dann einen Anruf bekam...
Bislang kenne ich (eher Fantasy- und Horror- als Science-Fiction-Fan) nur drei Bücher von ihm: "Sardor", "Sardor - am See der Finsternis" und "Eisvampire". Letzterer war eher ein Zombie- als ein klassischer Vampirroman, aber hervorragend. Es war sein Erstling, oder? Und die beiden Sardor-Bücher hatten ein so herrlich grotesken und tiefschwarzen Humor, wie ich noch nie zuvor gelesen hatte.
Könntet Ihr mir noch ein wenig über ihn erzählen? Danke für jede Kleinigkeit.

In tiefer Trauer

Ulrich Feld

von Ulrich Feld - am 01.10.2004 19:01
Schau einfach mal unter diesem Link http://www.phantastik-news.de/modules.php?name=News&file=article&sid=209
nach, da findest Du weitere Informationen und dann natürlich einfach im Netz (z.B. bei der Terranauten-Webseite) http://www.terranauten.de/autoren.php?id=5 mal stöbern.

von Heinz Mohlberg - am 02.10.2004 08:56
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