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Mohlberg's SF- und Fantasy-Forum
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dirk van den Boom, Heinz Mohlberg

Sigam Agelon News

Startbeitrag von Dirk van den Boom am 11.01.2005 07:48

Da ich hier gerade an der Endbearbeitung von Agelon # 1 sitze, ein paar aktuelle News. Da wäre zum einen mal die Liste der ersten sechs Romane und deren - voraussichtliche - Autoren. Wie das ist bei "Serien im Werden", kann sich da immer noch mal wieder was ändern:

Band 1: "Der Weg des Verbannten" (Dirk van den Boom)
Band 2: "Lager der Unwürdigen" (Irene Salzmann)
Band 3: "Kokon der Verheißung" (Sylke Brandt)
Band 4: "Die Beschützer" (Manfred Rückert)
Band 5: "Auftrag: Mord" (Christoph Zuber)
Band 6: "Die Bedrohung" (Rüdiger Schäfer)

Die Cover wird Stefan Lechner gestalten, der auch bereits die endgeilen Arbeiten zu Atlan und Erde 2000 abgeliefert hat.

Und weil es so schön war, hier noch eine kleine Leseprobe:

Auch im orathonischen Imperium konnte man als normaler Diener des Reiches fett und faul werden. Obgleich das Reich einen schier unersättlichen Personalbedarf hatte, um den mörderischen Krieg gegen die Laktonen gewinnen zu können, wurden fast noch mehr Leute benötigt, um die Ökonomie sowie die Versorgung der Kämpfenden aufrecht zu erhalten. Auf jeden Soldaten kam, so rechnete man, trotz aller Automatisierung, immer noch ein halber Nonkombattant, der entweder als Militärangehöriger oder Zivilist in den Streitkräften tätig war. Damit war der Bedarf der Betriebe und Konzerne, der privaten Handelsfirmen und Dienstleister im Reich natürlich noch gar nicht in Betracht gezogen. Arbeitslosigkeit war ein Fremdwort im Reich der Orathonen. Und wie es wohl immer war, gab es Nischen und Ecken, in denen man es sich abseits vom Trubel der Ereignisse auch ohne größere Anstrengung gemütlich machen konnte.
Das Flottendepot von Tugulan IV war eine solche Nische, und Yogor Fattlon hatte es sich dort sehr gemütlich gemacht. Das Depot war nicht groß – es umfasste ein Areal von rund 20 Quadratkilometern unweit der Hauptsiedlung auf dem einzig bewohnbaren Planeten des Tugulan-Systems – und es beschäftigte rund 400 Militärs und etwa 700 Zivilbedienstete. Stationiert war hier des weiteren ein Hantelraumer der Ignum-Klasse, ein Schiff von 150 Metern Länge aus einer längst eingestellten Baureihe, aber noch gut genug für den Etappen- und Sicherungsdienst fernab der Front. Moderner war das Geschwader von VAUT-Diskusraumern, das hier ebenfalls ansässig war und die Bewohner der Hauptstadt zu allen Feiertagen mit schönen Kunstflugvorführungen beglückte.
Yogor kommandierte diese Basis seit nunmehr zehn Jahren. Er hatte es geschafft, in der Hierarchie des Militärs auf die leise Art emporzuklettern: Nicht durch außergewöhnliche Heldentaten – er hatte nur kurze Frontabstecher gemacht und war nie in ernsthafte Kämpfe verwickelt gewesen -, sondern durch eine Kombination aus der Fähigkeit, die Wünsche seiner Offizierskollegen und Vorgesetzten bereits im Voraus zu erahnen und seinem Händchen für Verwaltungsangelegenheiten. Rasch war er mit Versorgungsaufgaben betraut worden und hier hatten sich seine Fähigkeiten schnell ausgezahlt. Er konnte nicht weiter aufsteigen, aber er hatte auch keinen entsprechenden Ehrgeiz. Hier war er zufrieden, er ließ man ihn in Ruhe und hier war es ruhig und friedlich. So lange er seine Befehle ausführte – und gewissen hochrangigen Offizieren bei der Lieferung gewisser Genussmittel behilflich war, die sich zwar einer großen Beliebtheit erfreuten, aber nicht notwendigerweise der Legalität – hatte er keine Probleme.
Dennoch, Fattlon hatte seine Prinzipien. Zu diesen gehörte, regelmäßig einmal die Woche selbst eine Schicht in der Operationszentrale des Depots zu übernehmen. In den breiten Kommandosessel versunken, konnte er in geeigneter Atmosphäre seinen Tagträumen von Ruhm und Ehre nachhängen, denn so zufrieden er auch war, fehlte zu seinem Glück doch eines: Mitglied der FAMILIE zu werden. Sicher, sein Rang brachte Privilegien mit sich, aber doch eher selten die großen Taten und Auszeichnungen, die seit je her auch Orathonen einfacher Geburt die Möglichkeit eintrug, zusammen mit ihrer Pensionierung aus dem Flottendienst in die FAMILIE, die höchste gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Schicht des Reiches aufgenommen zu werden. Die FAMILIE hatte diese Tradition aus gutem Grunde ins Leben gerufen: Von Degeneration durch ständigen Inzest bedroht (FAMILIENmitglieder heirateten ausschließlich untereinander), benötigte die Spitze der Oligarchie ständigen Zustrom „frischen Blutes“. Leider war das sanfte, leise und gut geschmierte Funktionieren eines alternden Versorgungsoffiziers kein echtes Kritierium für eine Aufnahme in diese erlauchte Schicht. Sicher, man hatte davon gehört, dass sich reiche Emporkömmlinge einen Aufstieg in die FAMILIE erkauft hatten – dort war man ebenso mächtig wie korrupt – aber nur wenige waren in der Lage, die notwendigen Geldmittel für diesen Weg zu beschaffen. Die meisten Adoptionen fanden für Mitglieder der Streitkräfte statt, die sich bei Kämpfen besonders hervorgetan hatten. Da die Adoption gleichzeitig für die engere persönliche Familie des Adoptierten galt – Frauen und Kinder -, war der zentrale Aspekt gar nicht die Aufnahme des meist alten und verbrauchten Geehrten, sondern die seiner Sprößlinge. Fattlon hatte zwei Frauen und 17 Kinder, davon 8 außereheliche. Da die nach geltendem Adoptionsrecht, so lange sie ihre Abstammung einwandfrei auf den Mann zurückverfolgen konnten, ebenfalls als aufzunehmende Abkömmlinge galten, wäre von einem solchen Glücksfall schon eine recht beachtliche Sippe betroffen.
Das war jemandem wie Fattlon natürlich völlig egal. Er träumte von seiner eigenen Person, in einem schönen Stadthaus auf Khara residierend, mit all den Ehrerbietungen und all der Unterwürfigkeit, die einem Mitglied der FAMILIE zustanden.
„Ehrwürdiger!“
Fattlon reagierte nicht. In seiner Phantasie waren gerade drei blutjunge, fast unbekleidete Frauen in seinen Residenzsaal eingetreten.

Antworten:

Ein echter Dirk... :o :D :cool: :rolleyes:

von Heinz Mohlberg - am 11.01.2005 22:13
Hast Dich sofort wieder erkannt, gelle?

von Dirk van den Boom - am 12.01.2005 16:06
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