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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
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MircoPB, Iggster, Tesla, Dropsi, Cantor, Replica

Zecke Neuendorf

Startbeitrag von Iggster am 17.04.2004 16:38

Wie geht das denn eigentlich? Sind sich unsere Bundesligafunktionäre gar nicht spießig genug, um Andreas Neuendorf von Hertha BSC zu verbieten, dass dieser an Stelle des "Neuendorf" den Namen "Zecke" auf seinem Rücken trägt?

Habe ich irgendwie bisher nie mitbekommen und eben gerade beim Sportschau-Gucken erspäht.

Antworten:

Soweit ich weiß, hat man dies über einen Künstlernamen umgangen (als Künstler hat man wohl das Recht ebensolchen auch in den Paß einzutragen). Neuendorf hat wohl irgendwann ein Bild gemalt und dies unter seinem Künstlernamen verkauft.

von Cantor - am 17.04.2004 16:47
Ja, war doch vor einigen Jahren ganz groß in der Presse.
Ts, ts, ts, Iggster, hast du wohl geschlafen, wa?! :-)



von Dropsi - am 17.04.2004 17:23
Jau, hab´ ich wohl. Bin auch nicht so der rege Verfolger der BuLi-Szene. Ich stehe, wie ich schonmal sagte, eher auf grottiges Drittligagebooke, womit ich ja heute mal wieder voll auf meine Kosten gekommen bin :-)



von Iggster - am 17.04.2004 18:07
Das hatte mit Spießigkeit nix zu tun. Jeder zweite Brasilianer läuft ja auch mit einem Künstlernamen auf dem Trikot rum, da konnte man es Neuendorf nicht verbieten.

von Replica - am 17.04.2004 18:10
...aber jawohl eben nur, weil es sein "offizieller Künstlername" und nicht nur ein Spitzname ist. Und das wiederum wusste ich ja nunmal nicht. Der Vergleich mit den Brasilianern hinkt etwas, da es bei den Jungs i.d.R. wg. der Länge kaum möglich ist den kompletten Nachnamen anzugeben, weshalb sich ja die meisten auch ´nen Künstlernamen zulegen.



von Iggster - am 18.04.2004 07:45
Naja, meinste 'STÖRZENHOFÄCKER' (oder wie auch immer der geschrieben wird) passt besser auf ein Trikot drauf ? (Sofern es nicht der Rücken von Ralf Möller ist ...)



von MircoPB - am 19.04.2004 06:22
Naja gemalt hat er vielleicht, aber hat das Bild wirklich jemand gekauft ?
(Tippe ja mal, das das ein bekannter gekauft hat, und er das Geld hinterher zurückbekommen hat ... *eg*)



von MircoPB - am 19.04.2004 06:25
Zitat

Sofern es nicht der Rücken von Ralf Möller ist ...)


..oder meiner :-)

Cheers...
Xta

von Iggster - am 19.04.2004 08:13
Naja, dann schon eher auf deinem Bauch :-D



von MircoPB - am 19.04.2004 08:39
er hat es versteigern lassen....

von Tesla - am 19.04.2004 09:17
gibts von dem Bild nen Foto im netz ?



von MircoPB - am 19.04.2004 09:26
Es gibt etliche Dreijährige, die besser malen können“
Aber Hertha-Profi Neuendorf stellt im Museum aus
von Ralf Köttker

Berlin - Kunstkenner werden irritiert stehen bleiben, wenn sie am Freitag im Rahmen der „Jungen Nacht“ durch das Kölner Museum Ludwig schlendern. Zwischen Roy Lichtensteins „Maybe“, Andy Warhols „Brillo Boxes“ und George Segals „Restaurant Windows“ ist das neueste Werk eines weitgehend unbekannten Berliner Nachwuchsmalers ausgestellt. Es zeigt die Erde, ein Telefon, einen Computer, ein Handy und einen Satelliten, der Ähnlichkeit mit einer Paprikaschote hat. „Kommunikativ“ – so lautet der Titel des Bildes, das den Schriftzug „Zecke 2003“ trägt.


Der Künstler, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, wird wegen Problemen in der Leistenregion bei der Präsentation selbst nicht dabei sein. Von einem Studenten der Kunstgeschichte wird Andreas Neuendorf den Interessierten aber ausrichten lassen, dass es sich um ein spontanes Abbild der Mediengesellschaft handelt und seine bisher aufwändigste Arbeit ist. „Normalerweise brauche ich nie länger als eine halbe Stunde für ein Bild. Aber diesmal habe ich mir richtig Mühe gegeben und drei Stunden gearbeitet, weil es für ein so berühmtes Museum ist“, sagt der Fußballprofi von Hertha BSC.


Für die einen ist der 27-Jährige ein mittelmäßig talentierter Kicker, für die anderen ein noch viel weniger begabter Maler. Neuendorf ist das egal. „Mir kann doch kein wirklicher Künstler böse sein, ich male doch nur für einen guten Zweck“, sagt er zu seinem Gastspiel in einem der renommiertesten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts. „Mein Bild wird verlost und Konkurrenz bin ich auch für niemanden. Meine Kunstwerke würde sich ja noch nicht mal meine Frau in die Wohnung hängen.“


Der Profi wollte eigentlich das Kapitel Malerei beenden. Doch Herthas Sponsor (Arcor), der gerade mit dem Verein um drei Jahre (jährlich rund 6,5 Millionen Euro) verlängerte, überredete ihn, noch einmal zum Pinsel zu greifen.


Angefangen hatte alles 1995 mit einem Waldlauf bei seinem damaligen Arbeitgeber Bayer Leverkusen. Nach einem Zeckenbiss musste Neuendorf mit einer Blutvergiftung drei Tage ins Krankenhaus. „Da kommt die Zecke“, scherzte Stürmer Ulf Kirsten, als sein Teamkollege ins Training zurückkehrte. „Die Fans haben alle Zecke gerufen. Klar, dass ich den Namen auf dem Trikot haben wollte“, sagt Neuendorf und grinst immer noch schelmisch, wenn er erzählt, wie er den DFB ausgetrickst hat.


Weil der einen Spitznamen nicht erlauben wollte, kam er auf die Idee mit dem Künstlernamen nach brasilianischem Vorbild. Neuendorf malte das Bild „Gesicht 2001“ und „Krickelkrackel“ („Da habe ich den Pinsel auf einer Leinwand sauber gemacht“). Nach einer Internet-Versteigerung bekam er den Passeintrag – und im August 2002 die DFB-Genehmigung, „Zecke“ auf seinem Trikot zu tragen.


Fußball-Kunst war seitdem nicht von ihm zu sehen. Nur acht Mal stand er in dieser Saison in der Mannschaft von Trainer Huub Stevens, zuletzt am neunten Spieltag beim 2:0 in Cottbus. Seit Monaten ist er verletzt. Nach drei Operationen an der Leiste macht eine Fehlstellung des Beckens immer neue Probleme. „Wir hoffen, dass er schnell fit wird. Aber er ist auch sonst wegen seiner Art sehr wichtig für das Team“, sagt Manager Dieter Hoeneß.


Neuendorf ist der Stimmungsmacher beim Tabellenneunten, der Samstag auf Borussia Dortmund trifft. In seinem Keller legt er mit Freunden Funk- und Soul-Platten auf. Dazu hält er Pferde und steigt auf der Trabrennbahn in den Sulky. Mit zwei Freunden hat er außerdem gerade eine Modeboutique eröffnet. „Wir überlegen, T-Shirts mit dem Aufdruck Zecke zu verkaufen“, sagt Neuendorf.


Nach der Ausstellung im Museum Ludwig soll mit dem Malen vorerst wieder Schluss sein. „Es gibt wahrscheinlich etliche Dreijährige, die es besser können“, sagt Neuendorf. „Außerdem will ich schnell wieder Fußball spielen. Malen kann ich noch, wenn ich 65 bin.“

[www.welt.de]

von Tesla - am 19.04.2004 09:30
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