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Fussi und mehr
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
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Stan-SW-, Stollentroll, Beorn, Nemo, SCP-FaFF, Iggster

Ein geiles Fußballjahr geht zu Ende

Startbeitrag von Iggster am 17.12.2005 13:09

Vielleicht das geilste Fußballjahr meines Lebens geht zu Ende. Zwar war das absolute Highlight, nämlich der Aufstiegstag, dieses Mal nicht ganz so dick und emotional wie noch vor 3 Jahren, aber in Summe ist dieses Jahr einfach nicht zu toppen.

Aber fangen wir mal von vorne an...

Die Regionalliga begann gar nicht wirklich toll. Wiedermal war Eintracht als Tabellenführer durch den Winter gegangen. Und wiedermal schien der Druck auf die Spieler trotz gutem Start (2:2 in Lübeck und 2:1 gegen Chemnitz) zu groß zu werden. Die erste dicke sportliche Enttäuschung war das 0:0 in Wolfsburg vor über 15.000 mitgereisten Eintracht-Fans. Nicht nur weil es kein Sieg war, sondern so ziemlich das mieseste Spiel der ganzen Saison. Danach gab es gerade Auswärts in den wichtigen Partien nur noch Klatschen...so geschehen in Kiel, Osnabrück oder bei St.Pauli. Und das, obwohl bei allen Spielen die Zahl der Schlachtenbummler soooo stattlich war. Und gerade als ich frustriert zu ´nem Kumpel sagte, "immer wenn es richtig geil sein könnte und viele Leute Auswärts dabei sind, vergurkt Eintracht", passierte es. Der Urknall in Paderborn...endlich ein dicker Sieg. Dabei habe ich aus obigem Grunde sogar ernsthaft überlegt, nicht nach Paderborn zu fahren. Ich hab´s trotzdem getan und damit den Start einer unvergleichlichen Highlightserie miterlebt. Von da an schreibt sich der Rückblick auf Eintrachts-Sportjahr wie eine Auflistung von Orgasmen:
- Sieg in Paderborn
- Aufstieg gegen Bielefeld nach Megazitterpartie
- DFB-Pokal-Sieg gegen Dortmund nach 0:1 und Stromausfall
- Hammergeiler 3:2 Sieg in Rostock
- eine Reihe toller Heimspiele (z.B. 3:0 gegen Greuther Fürth)
- usw., usw.

Ich fänd´s spitze, wenn dieses Jahr morgen so zu Ende gehen könnte, wie sich das für dieses Jahr gehört. Nämlich nochmal mit ´nem schicken Heimsieg. Dies wird allerdings gegen die aufkommenden Saarbrücker gar nicht mal das Leichteste. Egal...es war ein supergeiles Fußballjahr mit der sympathischten Eintracht-Mannschaft, die ich bisher supportet habe.

Dafür sage ich genauso Danke, wie all´ jenen, mit denen ich vor, während und nach den Spielen diverse Biere trinken und Spaß haben durfte.

Antworten:

Bitte liebe Paderborner, Siegener, Wattenscheider und Verler.....NICHT NACHMACHEN!! Das ist doch Psycho-Terror, wir sind schließlich immer noch ein Looser-Forum ;-)

von SCP-FaFF - am 17.12.2005 13:30

*unterschreibt* nt

Nemo



von Nemo - am 17.12.2005 14:09
Keine Sorge, meine Truppe ist nun wirklich nicht dazu berufen das Image des Forums grundlegend zu wandeln.

Sicherlich war der Aufstieg ein Highlight, jedoch ist dieser kurze Augenblick angesichts der momentanen monetären Probleme schon längst wieder vergessen.

Momentan freue ich mich einfach nur auf das letzte Heimspiel gegen Erfurt und hoffe, dass dieses uns nicht in ein Tal der Tränen führen wird.
Der Grund meiner Vorfreude: wir bekommen Besuch von unseren schottischen Freunden vom Queenspark F.C. aus Glasgow.

von Stan-SW- - am 17.12.2005 17:27
Ist der Queenspark FC nicht der älteste Club Schottlands, oder sogar der ganzan Insel???
Irgendwie hab ich da was in meinen hintersten Gehirnwinden gespeichert.
Irgendwas war da doch mit denen...
Hilf mir bitte auf die Sprünge!



von Stollentroll - am 17.12.2005 18:41
Gegründet wurde Queen's Park 1867, der älteste Club der Insel ist meines Wissens nach Sheffield F.C..

Queen's Park F.C. spielt übrigens im Hampden Park, dem schottischen Nationalstadion.

Zu Deinen Gehirnwindungen: es gab mal eine Story im "11 Freunde".

von Stan-SW- - am 18.12.2005 09:02
Ah genau, das mit dem Hampden Park, das war´s...
Bedankt!



von Stollentroll - am 18.12.2005 12:43
Zitat

Bitte liebe Paderborner, Siegener, Wattenscheider und Verler.....NICHT NACHMACHEN!! Das ist doch Psycho-Terror, wir sind schließlich immer noch ein Looser-Forum ;-)
Tut mir sehr leid, aber da kann ich mich einfach nicht zurückhalten. Dabei ist unser Fußballjahr ja nicht einmal beendet, wenn denn das am Wochenende (zurecht!) ausgefallene Spiel gegen Erzgebirge Aue doch noch am Donnerstag nachgeholt werden kann.

Mein Start ins Fußballjahr 2005 war das von uns Siegenern ausgerichtete Jahrestreffen des "Fußballstammtisch", wo ich ja auch Freund Tesla bei mir als Übernachtungsgast begrüßen durfte. Das Wochenende hat einfach nur Laune gemacht. Und es ging direkt weiter zu einer Dreitagestour mit zwei Kumpels zum Sportfreundetrainingslager in Mallorca. Dort wird man sich vielleicht noch in einem English Pub an die drei "Crazy Krauts" erinnern, die als einzige deutsche Gäste an einem Abend mit Hingabe den FC Barnsley im Spiel gegen Rotherham United anfeuerten.
Von der Insel brachte ich eine Einladung mit, in einer unserer Lokalzeitungen eine Kolumne zu betreuen.

Das Jahr der Sportfreunde begann lange Zeit sehr zäh. Schon der Sieg im Westfalenpokal gegen den späteren Oberligaabsteiger aus Sprockhövel war mehr als mühsam. Es folgte eine Serie von Unentschieden, in denen es uns meist nur mit Mühe gelang, die Platzierung in der Spitzengruppe zu halten. Erstes Highlight war der herausgekämpfte Sieg im Spitzenspiel gegen die spielerisch viel besseren Wehener. Das gab aber keine Sicherheit, die Augsburger kamen näher und näher, und auswärts gab es die deprimierenden Niederlagen in Regensburg und Hoffenheim. Der Befreiungsschlag war das "Schweinespiel" in Koblenz, wo Siegen die klar unterlegene Mannschaft war, unser Keeper einen Elfmeter parierte und der erste Treffer von Goalgetter Patrick Helmes den ersten Auswärtssieg seit dem Dezember sicherte. Da fing man an, wieder an den Aufstieg zu glauben. Bei dem Debakel in Hoffenheim waren alle Hoffnungen scheinbar wie eine Seifenblase zerplatzt.
Es kam ein weiteres Highlight, mit dem knappen Heimsieg gegen die Amateure des FC Bayern. Da war schon Zweitligaluft in Siegen zu Atmen. Am Fanprojektstand wurden wir nach dem späten Siegtreffer beinahe überrannt, weil jeder mit in den Sonderzug nach Darmstadt wollte. Dabei haben wir die Karten vorher angeboten wie trockenes Brot, keiner wollte mit.

Es kam noch einmal ein Sturz in tiefste Tiefen, als uns Absteiger Mainz/A. mit einem Freistoss in der Nachspielzeit scheinbar die letzte Hoffnung raubte. Seriensieger Augsburg war unaaufhaltsam wie eine Dampfwalze an uns vorbeigezogen, was sollte da noch gehen? Nur hoffnungslose Träumer glaubten noch daran, dass wir am letzten Spieltag zum erstenmal überhaupt in Darmstadt gewinnen würden, während Augsburg zeitgleich gegen Regensburg den Sieg vor ausverkauftem Haus hergibt.

Für die Dreiviertelstunde im Darmstädter Gästeblock, zwischen der Meldung vom Ausgleichstreffer der Regensburger, dem Schlusspfiff und den ersten klaren(?) Lautäusserungen kann ich bis heute keine Worte finden. Man sagte mir später, ich sei wie auf Speed gewesen, habe hemmungslos geheult, tausend Menschen umarmt, sei in mich zusammengesunken, dann wieder wie aufgezogen rumgelaufen. Kann alles sein, ich weiss es nicht mehr. Siegen, unser biederes, introvertiertes Siegen, war im kollektiven Rausch, eine solche Stimmung habe ich in unserer Stadt nicht einmal beim WM-Titel 1990 erlebt.

Persönliche Highlights: Der Westfalenpokalsieg im Elfmeterschiessen in Wattenscheid, das 3:1 im Saarbrücker Ludwigspark, der für uns über all die Jahre wie vernagelt war, das 3:0 gegen den bis dahin ungeschlagenen VfL Bochum.

Damit vergesse ich nicht, was ich bei unserem Treffen über das Leiden als den Grundzustand des Fußballfans gesagt habe. Die Tabelle erinnert uns auch jeden Tag daran, und wenn nicht die Tabelle, dann die endlosen Rückfahrten von den verlorenen Auswärtsspielen in Fürth und Braunschweig, Paderborn und Burghausen...

Gestern Abend hatten wir von der Gegengeraden unsere Weihnachtsfeier, wo ich eigentlich gar nicht mehr hin dürfte, da ich ja inzwischen nicht mehr bei den "Guten" stehe, sondern bei den "Bösen" in der Kurve. Und irgendwie habe ich das Gefühl, irgendwann in einigen Minuten, oder vielleicht heute nachmittag, steht plötzlich der Mann mit dem großen Hammer hinter mir, und erinnert mich daran, dass ein versoffener Abend alles andere als die ideale Vorbereitung für die Arbeitswoche ist. Auch wenn es vielleicht noch einen Epilog gibt, und dieser vielleicht die Stimmung runterzieht nach dem Motto "Geile Serie, aber der Schluss war doof", wir stehen nicht auf einem Abstiegsplatz und können mit recht sagen: Ein geiles Fußballjahr geht zu Ende.

Mein Mitgefühl an alle, die diese Erlebnisse und Gefühle nicht teilen können. Weil man selbst in einer scheinbar endlosen Tristesse gefangen ist, die vom eigenen Verein ausgeht. Weil man sich nicht mehr auf Hoffnungen einlassen mag, die doch regelmässig enttäuscht werden. Gönnt uns ein solches Jahr, wir kennen die anderen Zustände nur zu gut. Mal sehen, wer in einem Jahr hier ein solches Thema eröffnet.



von Beorn - am 19.12.2005 11:02
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