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Tesla

es geht wieder los - RWE - Dummdorf

Startbeitrag von Tesla am 02.02.2006 15:37

ich klaue einfach mal von der RWE-Fanseite www.jawattdenn.de

Bericht aus RWE-Fansicht:

Die Zeit des Wartens ist vorbei

Die Winterpause gilt als natürlicher Feind eines jeden Fußballfans. Hat er sich gerade an den wöchentlichen Rhythmus der Spieltage gewöhnt, bricht der Anbeginn der spielfreien Zeit über ihn hinein. Bedauerlicherweise muss er dabei feststellen, dass weder Entscheidungen über Auf- und Abstieg getroffen wurden noch eine Welt- oder Europameisterschaft in der bitterkalten Phase des Jahres auf ihn wartet.

Gerade für die hartgesottenen RWE-Fans hätte der Beginn der Winterpause nicht ungünstiger sein können: Eine Serie von 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen bedeutete nicht nur den 2. Platz in der Regionalliga Nord, sondern sorgte zudem für eine Euphoriewelle, wie sie zuletzt bei der erfolgreichen Rückrunde der Aufstiegssaison 2003/04 zu spüren war.

Dabei war erst ein Monat nach dem enttäuschenden Auftritt der Essener beim Mitkonkurrenten FC St. Pauli (0:3) vergangen, der die gesamte Fanszene in tiefe Depression stürzte. Erstmals wurde eine mögliche Entlassung des Trainers Uwe Neuhaus von einer breiteren Masse gefordert. Mitte Dezember schien es so, als ob die Einheit zwischen Fans, Trainer und Mannschaft völlig wieder hergestellt war. Aber, wie alle wissen, so ist es halt im Fußball. Doch die Winterpause ersetzt Euphorie, Begeisterung und Jubel durch Trostlosigkeit, Tristesse und… genau: Spekulationen. Die ganze Fanszene beschäftigt sich mit den Fragen, ob der Aufstieg in die 2. Liga erreicht werden kann, wer die größten Konkurrenten sein werden und ob der Rasen im Georg- Melches- Stadion immer noch grün sein wird. Manche aberwitzige Diskussion lässt allerdings die Vermutung zu, dass bei einigen der konsumierte Alkohol auf diversen Silvesterpartys immer noch nachwirkt. Aber, auch das wissen alle, gehört dies genauso zum Fußball dazu.

Dass die Winterpause jedoch keine Zeit der kompletten Untätigkeit ist, zeigen vor allem die Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Hier konnten die RWE-Verantwortlichen gleich zweimal erfolgreich zuschlagen. Schon vor dem Jahreswechsel wurde Daniel Stefulj vom Zweitligisten Paderborn 07 verpflichtet. Auch wenn einige Fans anderes vermuteten, ist Stefulj nicht der große „Unbekannte“. Er absolvierte insgesamt 35 Erst- und 112 Zweitligaspiele für Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Paderborn 07 und erzielte dabei 17 Tore. Weiter spielte er zweimal für die kroatische Nationalmannschaft. Wegen Differenzen mit Paderborns Trainer Jos Luhukay konnte er beim SC kaum Fuß fassen. Da der derzeitige Erfolg des SC Paderborn in der 2. Liga dem Trainer am Ende doch Recht gab, blieb dem gebürtigen Kroaten nur der Wechsel in die Ruhrmetropole. Er soll vor allem eine Alternative zu Abwehrspieler Ronny Nikol sein, der seine spielerischen Qualitäten aufgrund regelmäßiger Verletzungen kaum unter Beweis stellen konnte. Ansonsten gilt Stefulj als Defenisvallrounder, was der gesamten Mannschaft sicherlich sehr zu Gute kommt.

Wesentlich spektakulärer erwies sich die Verpflichtung von Stürmer Arie van Lent, der von Frankfurt aus seinen Weg nach Essen fand. Neben den starken Konkurrenten aus Siegen und Offenbach, die mit RWE um seine Verpflichtung buhlten, gab es Ungewissheit, ob Frankfurt den 35-Jährigen trotz fehlendem Ersatz die Freigabe erteilen würde. Doch Frankfurts Trainer Funkel gab der Bitte van Lents nach, der einen Wechsel nach Essen aus persönlichen Gründen dem Kampf um einen Platz in der Startelf vorzog. Warum diese Personalie die Fans euphorisierte, ist einfach zu erklären. In 120 Bundesligaspieler erzielte van Lent 27 Tore, in Liga 2 65 Tore bei 135 Spielen. Mit 16 Toren in der letzten Saison trug er wesentlich zum Aufstieg der Eintracht in das Fußballoberhaus bei. Beim RWE soll van Lent den am Kreuzband verletzten Alex Löbe ersetzen und für mehr Flexibilität im Sturm sorgen. Die Rolle des „Knipsers“ sollte er trotz seines hohen Fußballalters erfüllen. Beiden Neuzugängen bleibt zu wünschen, dass sie sich schnell in Essen einleben und einen gelungenen Einstand an der Hafenstrasse feiern können.

Nicht nur die hochkarätigen Neuverpflichtungen sorgen für eine elektrisierende Vorfreude, sondern auch der Gegner aus Düsseldorf verspricht einen heißen Start in die restliche Rückrunde. Fortuna Düsseldorf wurde in den letzten Jahren zu einer Art „Ersatzrivalen“. Das liegt zum einen an der geographischen Nähe zur Landeshauptstadt, zum anderen an den sportlichen Wegen beider Mannschaften, die sich trotz zeitweise unterschiedlicher Ligazugehörigkeit immer wieder kreuzten. Ein weiterer Punkt ist die zweipolige Einteilung der beiden Fanszenen in politische Extremgruppen, welche bei beiden Vereinen nicht zutreffend ist und eher dem jeweils anderen Fanlager als Provokation dient. Doch dieses Duell bietet auch wieder eine sportliche Brisanz, die beiden Traditionsvereinen gerecht wird.

Während der RWE an die Tür zur 2. Liga klopft, sorgte Fortuna Düsseldorf mit einer beeindruckenden Serie in der gesamten Liga für Aufsehen. Nach einem verpatzten Start von 4 verlorenen Spielen sah es zunächst so aus, als ob der Kampf gegen den Abstieg die sportliche Realität bestimmen sollte. Mit dem Sieg gegen RW Oberhausen und der einsetzenden Serie von acht Spielen ohne Niederlage konnte das Saisonziel nach oben korrigiert werden. Ein Höhepunkt war der Auftritt beim Tabellenführer Holstein Kiel, der erst in der Nachspielzeit gegen zehn Düsseldorfer den Ausgleich erzielen konnte. In dieser Phase rechneten Fußballexperten sogar mit der Möglichkeit, dass Fortuna den Sprung nach ganz oben schaffen könnte. Doch durch eine 0:5 Klatsche in Osnabrück am 20. Spieltag muss dies wohl ausgeschlossen werden. So bleiben der Fortuna ein sicherer Platz im oberen Mittelfeld und die Rolle als „Favoritenschreck“. Zudem sorgte die positive Serie für einen Optimismus im gesamten Umfeld.

Die gleiche Brisanz und Spannung wie in der Hinrunde (4:2 für RWE nach 0:2 Rückstand) erhoffen sich beide Lager auch für das Rückspiel an der Hafenstraße. Die Grundlage hierfür ist allemal gegeben. So erwarten die Verantwortlichen des RWE neben 2.500 Düsseldorfer Gästen über 15.000 eigene Fans. Es erging in den letzten Tagen ein Aufruf durch die Presse, dass sich alle Zuschauer möglichst früh für dieses Spiel eine Karte sichern sollen. Die Haupttribüne wurde bereits als ausverkauft gemeldet. Dazu kommt noch die unvergleichbare Atmosphäre eines Flutlichtspiels, welche die Temperatur im Stadion zum Siedepunkt ansteigen lässt. Auch aus dem Trainingslager wurden fast ausschließlich positive Nachrichten vermeldet. Keines der Testspiele wurden verloren, bis auf die Verletzten Stefulj und Bilgin, die dennoch regelmäßig Trainingseinheiten absolvieren konnten, sind alle Spieler an Bord. Zudem konnte am letzten Sonntag das ARAG- Pokalspiel beim Oberligisten Bocholt 2:1 entschieden werden.

Wie wichtig ein Sieg gegen Düsseldorf wäre, ist jedem im Umfeld von RWE klar. Nur mit einem guten Auftakt kann die Euphorie rund um die Hafenstrasse erhalten und das Saisonziel „Aufstieg“ in Sichtweite bleiben. Jetzt bleibt es bei dem Team zu zeigen, dass aus der oft kritisierten Mannschaft der Hinrunde eine echte Spitzentruppe geworden ist. Damit wäre nicht nur die Zeit des Wartens beendet, sondern vermutlich auch die Zeit der Spekulationen.

Antworten:

aus Dummdorf-Sicht (ebenfalls von www.jawattdenn.de )

Am kommenden Freitag ist die Winterpause endlich vorbei. Zum Auftakt des ";WM-Jahres"; in diesem, unserem Land und der Restrückrunde der Regionalliga Nord hat Fortuna gleich mal das große Los gezogen ; oder die Arschkarte, je nachdem, wie man es sehen will.

Fortuna muss beim aktuellen Tabellenzweiten und Aufstiegsfavoriten RW Essen antreten. Die stehen momentan da, wo Fortuna gerne mal hin möchte. Anscheinend gilt das auch für den Etat, denn während man bei Fortuna in der Winterpause nicht personell nachrüstete, gab es bei RWE noch einen Nachschlag und was für einen: Arie van Lent wurde von Eintracht Frankfurt verpflichtet, um ab sofort seine hohe Stirn in Flanken Essener Mitspieler zu wuchten und ungezählte Tore zu erzielen. Getroffen hat er bei jedem seiner Vereine regelmäßig (Werder Bremen, Greuther Fürth, Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt), mir wäre es jedoch nicht unlieb, wenn er damit nicht sofort am 03.02.2006 anfangen würde...

Er soll wohl vor allem das Fehlen von Alexander Löbe kompensieren, der Torjäger, der vor der Saison vom Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn kam, leidet noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses. Auch was sich sonst so im Essener Spielerkader tummelt, hat klangvolle Namen. An mangelnder Erfahrung dieser Spieler in den ersten drei Ligen Deutschland kann es wirklich nicht liegen, wenn der Aufstieg nicht geschafft werden sollte. Aber momentan ist man nach einer kleinen Schwächeperiode zur Hälfte der Hinrunde genau auf Kurs und daher natürlich klarer Favorit.

Auch schon deshalb, weil Fortuna in dieser Saison eher einer Wundertüte oder der berühmten Schachtel Pralinen aus „Forest Gump“ gleicht. Man steht mit 32 Punkten relativ warm und trocken auf Platz 8, zehn Punkte vom Aufstiegsplatz entfernt, den RWE besetzt, aber auch mit 13 Punkten Luft zum ersten Abstiegsplatz. Das klingt nicht schlecht für eine Mannschaft, die in der letzten Saison erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt endgültig klar machen konnte. Das klingt besonders gut, wenn der Kenner weiß, dass die ersten vier Saisonspiele samt und sonders verloren gingen. Und das klingt noch besser, wenn man bedenkt, dass die Truppe vor dem Spiel gegen RW Oberhausen am 12.Spieltag nach kurzem Zwischenhoch wieder auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen war. Aber seit dem 2:1-Sieg über den damaligen Tabellenvorletzten läuft es bei den Rot-Weißen rund: es wurde seitdem nur eine Partie verloren (0:5 in Osnabrück), zweimal Unentschieden gespielt (in Wuppertal und Kiel), ansonsten nur noch gewonnen. Zusätzlich gab es die drei Punkte vom Spiel gegen Emden (1:2) zurück, weil dem Emder Torschütze Schindler eine verbotene Substanz im Blut nachgewiesen wurde.

Daher ist der Tabellenplatz 8 zum derzeitigen Zeitpunkt sicherlich befriedigend. Ein wenig Ärger kann trotzdem aufkommen, nämlich wenn man bedenkt, dass die Fortuna insgesamt 7 Punkte zwischen der 89.-90+x. Minute abgab – man kassierte den Ausgleich beim HSV in der 89., in Erfurt in der 90., in Kiel in der 96. Minute und verlor die Partie in Lübeck in der 93. Minute noch mit 0:1. Mit ein bisschen mehr Konzentration könnte das Team also jetzt an den Aufstiegsplätzen zur 2. Liga schnuppern – trotz vier Pleiten in Folge zu Saisonbeginn. Eine komische Saison.

In Düsseldorf hofft man nun, die noch fehlenden 10-12 Punkte zum Klassenerhalt so schnell wie möglich einzufahren, damit man endlich mal früh für die nächste Saison planen kann. Als ob so etwas in Düsseldorf schon mal geklappt hätte. Ein Teil des Umfeldes träumt natürlich immer noch davon, dass diese Punkte nicht nur zügig auf dem Konto landen, sondern dass dann auch noch genug Spieltage und Patzer der Konkurrenz übrig sind, um vielleicht im Aufstiegsrennen eingreifen zu können. Niemand hätte wohl etwas dagegen, aber realistisch gesehen, wäre ich erst einmal froh über die 42 Punkte.

Eine Kadervorstellung beginnt naturgemäß beim Torwart. Seit dem Spiel Ende September gegen Emden ist Patrick Deuß wieder die Nummer 1 im Tor. Er löste Carsten Nulle ab, ein etwas zwielichtiger Vorgang, meiner Meinung nach. Nulle musste wohl für die teilweise katastrophale Spielweise seiner Vorderleute in den ersten Spielen büßen, da man ja leichter einen Torwart wechselt als eine ganze Abwehr. Auch strahlte er nicht immer Sicherheit aus, auch wenn er effektiv an keinem Gegentreffer Schuld war. Deuß begann seine Saison mit einem Riesenbock, als er im Spiel gegen Emden zügig am Ball vorbeilief und den Emdern damit das vorentscheidende 2:0 ermöglichte, steigerte sich aber im Verlauf der Spielzeit immer mehr, bis hin zum letzten Spiel gegen Wattenscheid, als er mit drei großartigen Paraden den Sieg sicherte. Leider ist er, wie zuvor Nulle, nicht konstant genug in seinen Leistungen, seine Abschläge sorgen schon mal für Begeisterungsstürme beim Gegner, auch so manche Flanke scheint nur dazu da zu sein, um untersprungen zu werden. Andererseits brilliert er mit fantastischen Paraden im halben Dutzend. Bezeichnend hierfür das Spiel bei Spitzenreiter Kiel, als er die Gastgeber mit einer Glanztat nach der anderen zur Verzweifelung brachte, um dann in der 96. Minute einen harmlosen, abgefälschten Fernschuss, der geschätzt drei Minuten unterwegs war, fallen zu lassen und den Kielern somit noch per Abstauber den Ausgleich zu ermöglichen. Oder kurz gesagt: mit Pat im Tor ist immer was los.

Die Abwehr steht und fällt mit Oliver Barth. Der Spieler, der nach dem 3. Spieltag von den Stuttgarter Kickers nachverpflichtet wurde und nach ganzen zwei Trainingseinheiten im anschließenden Spiel in Köln direkt als bester Mann glänzte, ist hinten eine Bank und kaum noch wegzudenken. Beeindruckend seine Übersicht und seine Zweikampfstärke. Erdal Eraslan, Neuzugang vom KFC Uerdingen, fing schwach an, steigerte sich aber im Verlauf der Saison. Er bildet zumeist mit Hamza Cakir die türkische Zange auf den Außenverteidigerpositionen und beide agieren auch manchmal so, als ob sie persönlich die WM-Quali gegen die Schweiz vergeigt hätten.

Besonders bei Cakir fehlt noch die Abgeklärtheit und die Übersicht. Auf „hinten außen rechts“ könnte auch Gerrit Bürk auflaufen, dies ist allerdings nach seiner Viruserkrankung, die eine Gelenkentzündung verursachte, mehr als fraglich. Bürk hat auch schon besser Saisons gespielt, wirkt mit seinen langen Beinen manchmal etwas unbeholfen und kam schon des Öfteren zu spät, Gelb/Rot gegen Oberhausen und Rot in Berlin verdeutlichen dies.
Hinten links (defensives Mittelfeld) spielt eigentlich Henri Heeren, was bedeutet, dass es in der Hinrunde meist ein anderer war, denn der Neuzugang vom 1.FC Saarbrücken wurde von einer fast schon legendären Verletzungsserie während der Hinrunde heimgesucht, die regelmäßige Spielpraxis leider nicht zuließ. In jedem Spiel, in dem Heeren mitwirkte, gehörte er zu den besseren Fortunen und zeigte, wie wichtig er sein kann. Außerdem ein guter Elfmeterschütze. Wie gesagt: wenn er endlich mal gesund bleibt. Als Alternative steht Julius Steegmann bereit, der trotz seiner jungen Jahre allerdings auch schon mit schweren Verletzungen zu kämpfen hatte (u.a. Kreuzbandriss) und daher ebenfalls zu unbeständig ist. Wird noch meist in der zweiten Mannschaft eingesetzt.

Im Mittelfeld grätscht Mannschaftskapitän Dirk Böcker als „Staubsauger“, dass es eine helle Freude ist. Der Mann, der in den vergangenen drei Jahren eigentlich stets der Turm in der Abwehrschlacht war, wurde von Trainer Uwe Weidemann nach dem schlechten Saisonstart zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert, was nach einiger Umgewöhnung funktionierte. Kann aber bei Personalengpass natürlich sofort wieder in der Abwehr gebracht werden. An guten Tagen aufgrund seiner Einsätze unter der Grasnarbe nur noch an der Kapitänsbinde vom Rasen zu unterscheiden.

Ben Abelski, Gabriel Czajor und Guiseppe Canale fallen in die Rubrik „Dauerverletzte“. Besonders tragisch der 23 jährige Abelski, der nach einem Mittelfußbruch 9 Monate pausieren musste, im letzten Spiel 2005 gegen Wattenscheid für einige Minuten sein Comeback feiern konnte und Anfang Januar nach einem Hallenturnier mal zum Arzt ging, weil der Fuß wieder zwickte – erneut Mittelfußbruch, bereits der dritte in seiner jungen Karriere. Er fällt für den Rest der Saison aus. Bei Czajor ist es umgekehrt, er hat noch kein Spiel bestritten, frisch von der A-Jugend verpflichtet, zog er sich in der Sommerpause einen Außenbandabriss zu, kaum genesen, warf ihn eine weitere Verletzung zurück. Pino Canale, der eigentlich mit Jörg Albertz das Spiel lenken soll, fällt seit Oktober mit einer Leistenverletzung aus, derzeit quälen ihn noch muskuläre Probleme.

Jörg Albertz hat bislang enttäuscht, was allerdings auch daran lag, dass er ebenfalls kaum gespielt hat: am 4. Spieltag wurde er in Köln wegen einer Kopfnuss des Feldes verwiesen und kassierte acht Wochen Sperre. Pünktlich zum Ablauf derselben zog er sich eine Fersenverletzung zu und pausierte dann gleich bis November. Immerhin konnte er die drei letzten Spiele vor der Winterpause jeweils beinahe über die volle Distanz absolvieren. Es bleibt zu hoffen, dass er sich in den restlichen Spielen noch ordentlich steigern kann.

Tim Kruse hingegen hat sich als absoluter Leistungsträger entpuppt, der vorne wie hinten ackert wie das berühmte Pferd und über eine gute Technik, viel Übersicht und einen strammen Schuss verfügt. Im Laufe der Saison wieder in Form gekommen ist Andreas „Lumpi“ Lambertz, der zu Saisonbeginn ob seiner Leistungen schon mal für die Frage sorgte, ob er heimlich durch seinen eigentlich nicht vorhandenen Zwillingsbruder ersetzt wurde. Mittlerweile liefert er wieder jene Leistungen ab, die zumindest schon mal erahnen lassen, warum der Blick des VfL Bochum in der letzten Saison auf ihn fiel. Hoffentlich konnte er dies über die Winterpause konservieren.

Der Angriff sorgt bei Fortuna immer noch für wahlweise ent- oder begeistertes Kopfschütteln. Da ist Ermin Melunovic, vom SV Wehen geholt, immer emsig, ein Wühler und Strafraumackerer, quasi der Nachfolger von Gustav Policella, mit einem kleinen Unterschied – er trifft das Tor nicht. Als Joker jedoch immer brandgefährlich, bringt sofort Schwung. Da ist Denis Wolf, Leihgabe von Hannover 96, ein flinker, technisch beschlagener Stürmer, der meistens über rechts kommt – auch er trifft das Tor nicht, verballerte schon so manche Großchance in dieser Saison. Muss auch noch robuster werden, dem möchte man bei Gegenwind immer einen Stein um den Hals hängen, damit er nicht wegfliegt. Allerdings ein exzellenter Vorbereiter mit gutem Auge. Wenn die beiden doch endlich mal treffen würden, verdient hätten sie es schon längst. Ivan Pusic aus der zweiten Mannschaft hat den beiden eins voraus: er hat beim Spiel in Köln bereits sein erstes Regionalligator erzielt. Schlaksiger Spieler mit ordentlicher linker Klebe, ihm fehlt noch ein wenig die Übersicht. Das könnte einer werden.

Engin Kizilaslan konnte bislang nicht an die Form der letzten Rückrunde anknüpfen. Unvergessen, wie unser Fummelkönig bei den beiden Auswärtsspielen in Berlin und Bielefeld im April 2005 mal eben alle vier Fortuna-Buden vorbereitete und damit für vier ganz wichtige Punkte aus diesen Spielen verantwortlich war. Technisch beschlagen, aber viel zu eigensinnig, deshalb meist auf der Bank. Ahmet Cebe kam vor der Saison aus Schalke und brachte gleich etwas mit, nämlich einen Wadenbeinbruch, weshalb er nicht viel von der Vorbereitung mitbekam. Mal Spitze, mal Kreisklasse, die Leistungen sind sehr schwankend. Guter Dribbler und Vorbereiter.

Marcel Podszus ist die unumschränkte Nummer 1 im Sturm, obwohl er eigentlich kein „Vollblutstürmer“ ist, sondern normalerweise hinter den Spitzen agiert. Aber wen interessierts, wenn der, nach schwachem Start, eine Hütte nach der anderen macht? Schießt und trifft aus jeder Lebenslage, 10 Hütten sind es bis jetzt. Ist beharrlich, gibt auch nicht auf, wenn er die Kugel zehnmal aus dem Stadion gepöhlt hat, beim elften Mal landet sie dann im Winkel. Hat sich seine Zielgenauigkeit hoffentlich über die Winterpause bewahrt.

Marcus Feinbier, das „Phantom“. Keiner sieht ihn jemals laufen, trotzdem macht er in und um den gegnerischen Strafraum, was er will. Wurde nach dem 6. Spieltag von Greuther Fürth nachverpflichtet. Ein Glück, dass seine Frau wieder in die Heimat zurück wollte, doppelt Glück, dass diese Heimat Leverkusen ist – da verzeiht man den Pillen so einiges. Spielt seit Anfang September und ist der absolute Leitwolf. Ähnelt manchmal einer Eckfahne, nur lange nicht so beweglich, und ist dann doch da, wenn’s gilt, abzustauben, einzuköpfen, aufzulegen oder lange öffnende Pässe zu spielen. Seine Routine, Gelassenheit und Übersicht waren bislang phänomenal. Egal, was die Gegner versuchten – seit Anfang September hat er, mit Ausnahme seines Debüts gegen Bremen, des Spiels gegen Emden und der beiden „Fortuna-torlosen“ Niederlagen in Lübeck und Osnabrück, in jedem Spiel mindestens einmal selbst eingenetzt oder mindestens einen Treffer vorbereitet. Besser geht’s eigentlich nicht. Ich hoffe nur, der „Fußball-Opa“ hat nicht zufällig den selben Zivi wie Arie van Lent, das könnte ihn dann wirklich ablenken...

Soviel zum Personal der Fortuna. Der große Schwachpunkt in dieser Saison ist genau diese Personaldecke. Sie ist nämlich eindeutig zu dünn. Schon mehrfach mussten Spieler aus der Verbandsliga auf der Ersatzbank Platz nehmen, da Trainer Uwe Weidemann aufgrund vieler Verletzungen und gleichzeitiger Sperren anderer Spieler (insgesamt sieben Feldverweise in der bisherigen Saison – eindeutig zu viel) ansonsten wohl selbst wieder eine Spielgenehmigung hätte beantragen müssen. Und das ging in der Winterpause, in der zunächst sechs Hallenturniere gespielt wurden und anschließend ein einwöchiges Trainingslager in Belek/Türkei bezogen wurde, so weiter. Die einen reisten mit Verletzung vorzeitig ab (Oliver Barth), die anderen wegen Krankheit hinterher (Denis Wolf), einige fuhren gar nicht erst mit (Feinbier, Bürk). Und ebenso wenig wie ich eine Prognose wage, wer denn nun am 03.02. auflaufen wird, genauso wenig kann ich sagen, wie ich die Truppe dann einschätzen soll.

Die Testspiele waren durchwachsen, ein 2:2 gegen Unterhaching, ein 2:1 gegen Kirsehispor (3. türkische Liga), ein 3:0 gegen SF Düsseldorf-Süd, aber auch ein 0:4 in Darmstadt. Die geplante "Generalprobe" gegen Süd-Regionalligist Elversberg fiel letzten Samstag dem Winter zum Opfer. Auch diese Spiele waren somit nicht besonders aussagekräftig."

Die Favoritenrolle dürfte somit ganz klar bei RWE liegen. Was Mut macht, sind die Erinnerungen, die ich an die letzten Aufeinandertreffen beider Teams habe: im Oktober 2002 warf die Fortuna als Oberligist den damaligen RL-Spitzenreiter RWE mit einem 3:2 aus dem Pokal, in der Saison 2001/02 holte man ebenfalls als Abstiegskandidat, jeweils ein 1:1 in Hin- und Rückspiel, 2000/01 gewann man der Hafenstraße gar mit 3:1. Vielleicht geht ja was. Zumal es da noch eine offene Rechnung aus dem Hinspiel gäbe. Da führte die Fortuna den Aufstiegsaspiranten 20 Minuten lang vor und lag 2:0 in Front. Da auch damals jedoch anscheinend nicht bekannt war, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, wurde noch 2:4 verloren, wobei alle vier Gegentreffer durch Standards fielen (zwei Freistöße, zwei Elfer). Auch wenn besonders der zweite Elfmeter einer der Marke „Schiri Metzger schlägt wieder zu“ war und Fortuna das Spiel bis zum 2:4 offen halten konnte und insgesamt eine gute Partie hinlegte, weh tat es doch, noch so abgekocht zu werden. Aber das war ja damals, zu Saisonbeginn, als wir noch Tasmania Düsseldorf hießen...

Also: eigentlich haben wir keine Chance – aber die würden wir gerne nutzen!

Ich wünsche allen ein schönes, spannendes und (muss ja bei einigen Anhängern beider Vereine, die es sowieso nicht lesen, dazu gesagt werden) friedliches Spiel an der Hafenstraße. Natürlich mit einem gepflegten 3:1-Sieg für Fortuna...denn Wunder gibt es bekanntlich immer wieder!

von Tesla - am 02.02.2006 15:38
Wie kann man bei so einem Boden Fussball spielen???
Das hatte mit Fussball die grösste Zeit über nciht viel zu tun, alle waren am rumstolpern und rutschen!
Da irgendwelche Bewertungen zumachen ist eigentlich unmöglich, einzigne den ich hervorheben will, ist Lorenz, für mich der beste Mann auf dem Platz!
Sieg aufgrund der 2ten HZ hochverdient - da hatte Dummdorf einfach nix mehr dagegenzusetzen konnten am Anfang noch überrashcne gut mithalten - waren mit den Bodenverhältnissen besser zurechtgekommen - dann spätestens 2 HZ. Essen haushoch überlegen und der Sieg hochverdient.

von Tesla - am 03.02.2006 21:44
kann es immer noch nicht glauben, wie klar wir bei diesen Bodenverhältnissen in der 2ten HZ gespielt haben...
Was da teilweise für Spielzüge gezeigt worden sind in der 2ten HZ - und das bei dem Boden war schon fast sensationell. Allein das 2:0 - wie das herausgespielt wurde - das müsste eigentlich ins jedes Lehrbuch rein...
An Arie werdne wir noch sehr viel Freude haben - wie der die Bälle angenommen hat und weitergeleitet hat war schon genial - da waren die eigenen Mitspieler schon teilweise richtig überrascht, wenn Calik und Van lent mal so richtig aufeinander eingespielt sind und das ganze auf normalen Boden stattfindet, wau....
Aber was ich hoffe ist das Lorenz demnächst wieder ein bisschen schlechter spielt...
Ansonsten ist der ganz schnell weg - wie sicher der gestanden hat und alles abgeräumt hat...

von Tesla - am 04.02.2006 13:56
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