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vor 10 Jahren, 9 Monaten
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vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Beorn, RWE 07, Stollentroll, ravanelli, MircoPB

Ich kann nicht anders, es ist zu stark...

Startbeitrag von Beorn am 05.02.2007 13:03

... Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!

Sollte ich s tatsächlich zu meinen Lebzeiten eine Schalker Meisterschaft erleben dürfen? Es ist noch ein soooo weiter Weg, aber gestern wurde ein interessanter Teil der Strecke zurückgelegt. Zweimal zu Null gegen Werder gewonnen, das ist schon eine Marke, die das Team von Mirco Slomka da gesetzt hat. Aber in der am Ende so tragischen Vierminutensaison schlug Schalke auch die Bayern in beiden Ligaspielen und im Pokal, um dann in anderen Begegnungen die entscheidenden Punkte zu verschenken.

Antworten:

Zum kotzen.

Der einzige verdiente Meister wäre Werder. Wie oft hat sich Schalke in dieser Saison durchgemogelt und haben zudem den deutschen Fußball auf eurpäischer Ebene der Lächerlichkeit preisgegeben.

Ne, Schalke ist (für den neutralen Zuschauer) nur laaaaaaaaaaaangweilig, Werder hingegen macht Spaß.

von MircoPB - am 05.02.2007 13:07
Also ich bin wirklich kein Schalke-Hasser, aber irgendwie fragt man sich doch in der Tat, wie die auf einmal da oben stehen können. Vor Rückrundenbeginn hätte ich keinen müden Cent auf eine Schalker Meisterschaft gesetzt. Seit gestern muss man das wohl in der Tat überdenken.

Das Seltsame ist, dass Schalke bei neutralen Beobachtern eigentlich nur durch Trainerdiskussionen, Presseboykott, Lincoln-Stres und Gazprom in Erinnerung ist. Ich hab das Gefühl, dass selbst die Schalker Fans sich beim Blick auf die Tabelle verwundert am Kopf kratzen. Nimm's mir nicht übel, aber ich schließe mich Mirco an und drücke Werder die Daumen...

von ravanelli - am 05.02.2007 13:20

Schalke als Spitzenreiter

Zitat

Also ich bin wirklich kein Schalke-Hasser, aber irgendwie fragt man sich doch in der Tat, wie die auf einmal da oben stehen können. Vor Rückrundenbeginn hätte ich keinen müden Cent auf eine Schalker Meisterschaft gesetzt. Seit gestern muss man das wohl in der Tat überdenken.

Das Seltsame ist, dass Schalke bei neutralen Beobachtern eigentlich nur durch Trainerdiskussionen, Presseboykott, Lincoln-Stres und Gazprom in Erinnerung ist. Ich hab das Gefühl, dass selbst die Schalker Fans sich beim Blick auf die Tabelle verwundert am Kopf kratzen. Nimm's mir nicht übel, aber ich schließe mich Mirco an und drücke Werder die Daumen...
Warum soll ich es Euch übelnehmen? Zwar wundert mich ein wenig der immer noch sehr große Sympathiebonus, den Werder so allenthalben hat, aber da wirken wohl vergangene Jahre mit ihren "Wundern an der Weser" noch nach.

Werder hat scheinbar auch immer noch irgendwo das Image des bodenständig hanseatischen Clubs, der gegen großkotzige Bayern, Schalker Emporkömmlinge oder Leverkusener "Retorte" immer noch als positiver Gegenpol gesehen wird. Dabei finde ich den Werder im Grunde auch nicht sehr viel anders, etwa im Geschäftsgebaren. Vielleicht eine reine Wahrnehmungsfrage.

Um Wahrnehmung geht es ja auch im Fall einer Meisterschaft des FC Schalke. Hier spielt meines Erachtens der Medienfilter eine erhebliche Rolle. Wenn man Medienvertreter abblockt oder ausschliesst, dann machen die daraus eine Riesensache. Ob es nun der "Presseboykott" der Schalker war oder den Ausschluß der Medienvertreter auf der Jahreshauptversammlung des HSV. An dem Abend liefen ganz andere Sachen ab, aber die beleidigten Medien hielten den Ausschluß tagelang auf der Agenda ganz oben.

Schalke hat erst einmal intern die Ruhe bewahrt, was auch immer man gegen sie sagte, schrieb, oder auch von einem Teil der Anhänger gefordert wurde. So hielt man an Mirko Slomka fest, obwohl dieser von aussen gewaltig unter Beschuß stand, und man ihn schon als künftige Entlassung fest eingeplant hatte. Ein zum Unruheherd in der Mannschaft gewordener Frank Rost wurde schon vor seinem Weggang zum HSV von einem jungen Torwart wie Neuer ersetzt, der mehr durch Leistung als durch Medienpräsenz auffiel.

Gegen die großen Inszenierungen der Medienwelt kann man oft wenig machen. Mein Lieblingsprofi bis heute war einer, der etwas gemacht hat: Jiri Nemec. Der hat sich den immer gleichen Fragen, auf die der Großteil der Kollegen mit den immer gleichen Schablonen geantwortet hat, ganz einfach verweigert. Keine Interviews, für niemanden, Privatleben ist rein privat. Aber auf dem Platz ein beständiger Leistungsträger. Dafür habe ich ihn immer bewundert.

Zum Sportlichen auf Schalke: Die Schalker sind nach Hertha BSC die beste Heimmannschaft, gemeinsam mit diesen zu Hause ungeschlagen und führen gleichzeitig die Auswärtstabelle an. Seit dem 13. Spieltag, also seit Mitte November, stehen sie auf Platz eins oder zwei. Den direkten Konkurrenten haben sie in beiden Begegnungen geschlagen. Wobei mir eben noch ein Bekannter, weit mehr Schalker als ich, sagte: "Eine Meisterschaft entscheidet sich nicht gegen Bremen sondern gegen Aachen."
Und das macht für mich schon das Schalke dieser Saison aus. In Nancy wurden sie niedergekämpft, wie auch in einigen Bundesligabegegnungen der Vorsaison. Jetzt nimmt man in Cottbus, Aachen oder Nürnberg den Kampf an. Und während die Bayern und der VfB Stuttgart etwa in Nürnberg mit drei Toren Unterschied verlieren, holen die Schalker immerhin einen Punkt.

Natürlich ist die Meisterschaft längst nicht gelaufen, vielleicht wird ja bereits die Hertha zum Stolperstein und der Werder, mit seiner hervorragenden Torbilanz, geht wieder in Führung. Natürlich ist es eine Momentaufnahme. Aber während die Bayern aus den ersten drei Begegnungen nach der Winterpause mal eben einen Punkt holen, fährt Schalke die Maximalausbeute ein. Vielleicht nicht so schön wie Bremen, die ja vor allem Abstiegskandidaten gern einmal sechs Buden reinhauen (Bochum, Mainz, Frankfurt, letztere lange Zeit kein Abstiegskandidat). Dafür hat Bremen bereits drei Heimniederlagen, auch keine Traumbilanz für einen Meister.

Das große Kollektiv der Fußballfans in Deutschland wird wohl alle Daumen drücken, dass Schalke bloss nicht die Meisterschaft gewinnt. Dann lieber den Bayern den einundzwanzigsten Titel gönnen. Die mag man ja auch nicht, aber an die Meisterschaften hat man sich irgendwie gewöhnt.

Der Einstieg von Gazprom und die komplette Umgestaltung des Umfelds, weg von den ehemals so engagierten Fans hin zu Eventottos, denen man ein Fähnchen in die Hand drückt und einen Schal um den Hals hängt, aber die nicht einmal das Vereinslied mitsingen können, das ist etwas anderes. Darunter leide ich regelrecht. Gerade die Instrumentalisierung des Sports durch ein Staatsunternehmen oder auch Mischkonzerne ist für mich ein Gräuel.

Ach so, eines noch: Mirco schrieb doch, Schalke habe sich durch sein Ausscheiden gegen den damaligen französischen Tabellenvierten lächerlich gemacht und damit das Anrecht auf einen Meistertitel verspielt. Vor vier Jahren verlor der SV Werder im UI Cup gegen Pasching Superfunds mit 4:0. Am Ende der Saison waren sie Erster. Ist da einer bei der Meisterfeier aufgestanden und hat gesagt: "Das geht aber nicht"?



von Beorn - am 06.02.2007 13:42

Re: Schalke als Spitzenreiter

Ich find Schalke geil!
Gäb´s Fortuna nicht, wäre ich Schalker! Das ist mein voller Ernst!
Ich drück denen alle verfügbaren Daumen!



von Stollentroll - am 06.02.2007 17:10
Es ist fast unglaublich, daß diese Mannschaft auf Platz 1 steht. Die spielen nicht mehr als besseren Durchschnitt. Ist der deutsche Vereinsfussball so schlecht. Ich befürchte ja. Werder hingegen hat da noch richtig Spielkultur. Man denke da nur an die Sechser-Packs. Am Ende kann es eigentlich nur einen Meister geben und zwar Werder.

von RWE 07 - am 09.02.2007 16:29
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