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Fussi und mehr
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vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
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SCVe-andi, Replica, Iggster, ravanelli, Stollentroll, Curry-Pommes, Beorn, LumiSCV

Was sagt Ihr eigentlich...

Startbeitrag von Stollentroll am 13.08.2009 07:26

... zu den Zuständen rund um

RB Leipzig ?

Antworten:

Soll ich mal etwas unpopulär antworten?

Na gut, mache ich!

Richtig so!

Natürlich ist Gewalt immer das falsche Mittel, bla, bla, Sülz. Ja, und natürlich könnte man einen Protest effektiver gestalten. So verlieren letztlich die Fans (in diesem Fall von Jena), da sie (zurecht) von der Öffentlichkeit als die Bösen dargestellt werden. Und somit verpufft die eigentliche Aussage.

Trotzdem nehme ich irgendwie wohlwollend zur Kenntnis, dass so einer Kacke wie RB Leipzig eine schöne Portion Missfallen entgegengebracht wird.

Also...die Abneigung ist grundsätzlich gut so. Die Art und Weise natürlich im Prinzip nicht.

Zum Glück bin ich ja keine Nonne...also kann ich ja finden was ich will... ;-) Ich denke aber, ihr versteht schon, wie ich das meine!

von Iggster - am 13.08.2009 08:38
Ich verstehe was du meinst und würde dir da vollkommen zustimmen.
Ich finde es vor allem sehr interessant, dass in den Medien immer von Protesten gegen RB Leipzig die Rede ist, wenn diese gewalttätig sind (Jena, Zerstörung des Rasens im Stadion von Markranstädt etc.).
Von der Protestaktion, die Dortmunder und Kölner-Fans letzte Woche gemeinsam vor dem Buli-Spiel durchgezogen haben habe ich nirgendwo auch nur ein bisschen was gelesen oder gesehen:
[www.bvb-forum.de]

So sollte Protest aussehen ! Dummerweise kriegt es "kaum" einer mit.




von Replica - am 13.08.2009 10:12
Ich weiß gar nicht, ob man gegen so was protestieren muss. Letztendlich ist es doch so: Wenn sich dieser Dreck durchsetzt gibt es dafür ein Interesse und er hat irgendwo seine Berechtigung. Es ist doch an den so genannten Traditionsvereinen, ihre Fans davon zu überzeugen, dass sie mehr zu bieten haben als so ein Plastikprodukt. Und wenn ihnen das nicht gelingt, dann machen sie irgendwas falsch. Ich persönlich bin da aber optimistisch...

von ravanelli - am 13.08.2009 12:26
Deinen Optimismus kann ich allenfalls bei Red Bull und dem zugehörigen Leipzig-Projekt nachempfinden: Hier könnte sich herausstellen, dass der österreichische Brausehersteller schlicht den falschen Standort gewählt hat - eine grüne Wiese mit Autobahnanschluss in einer strukturstarken Region wäre sicher die bessere Wahl gewesen.

Natürlich besteht ein erhebliches Interesse an den immer stärker aufkommenden, extern finanzierten Vereinen. Und damit haben diese Vereine nach deiner Definition auch ihre Berechtigung. Bedenklich finde ich allerdings, dass dieses Interesse in erster Linie von einigen wenigen getragen wird: Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg unterscheiden sich hier zwar auf den ersten Blick gewaltig (auf der einen Seite ist es ein sich langweilender Milliardär, auf der anderen Seite sind es schlips-tragende Marketing-Fritzen, die sich nicht am Ansatz für Fußball, sondern nur für ihre Karrieren interessieren), unterm Strich stoßen sie alle bei den klassischen Fußballfans auf wenig (positive) Resonanz.

Problematisch wird die Sache dann dadurch, dass weiteres "Interesse" an diesen Vereinen durch die Medien induziert wird: Denn diese haben längst erkannt, dass eine positive Darstellung bei diesen Vereinen kommerziell wesentlich erfolgreicher (für die Medien) ist als etwa eine kritische Berichterstattung. Und dies gereicht allen bis auf den klassischen Fußballfans zum Vorteil: Die Medien haben ihren Umsatz, die Vereine (egal ob Retorte oder Tradition) volle Stadion - (fast) alle sind zufireden.

Bis vor einiger Zeit hatte ich das Retorten-Club-Problem auch noch relaxed mit dem Argument abgetan, die Bundesliga würde nur eine geringe Zahl Retorten-Clubs vertragen. Sollte diese Zahl überschritten werden, würden gewisse Selbstreinigungskräfte auftreten. Mittlerweile bin ich mir da aber gar nicht mehr so sicher: Zu schnell erreichte z.B. Hoffenheim eine viel zu große (medien-gestützte) Toleranz bei den relevanten Zuschauergruppen, Wolfsburg könnte als erster Retortenmeister einen schlimmen Nachahmereffekt auslösen, der mit dem Red Bull-Versuch sicher noch kein Ende gefunden hat. Wer sagt denn, dass in -sagen wir- 10-15 Jahren (von heute auf morgen wird das natürlich nicht eintreten) nicht zehn Kunstvereine zusammen mit Bayern München die Bundesliga beherrschen??? Und wenn ich mir da Leverkusen angucke: Seit ungefähr 25 Jahren, die ich komplett miterlebt habe, spielen die in der Bundesliga. Und? Irgendwelche Emotionen? Na ja, ich habe eine leichte Ablehnung, aber weit entfernt von irgendwelchen hass-ähnlichen Gefühlen. LEV, WOB oder Hoffenheim können gegeneinander spielen wie sollen, 90 Minuten Hacke-Spitze-1-2-3 - das wird mich auch in Zukunft völlig kalt lassen. Da gucke ich mir auch in zehn Jahren lieber Dortmund-Schalke an, meinetwegen in der zweiten Liga - und zwar nicht OBWOHL sonder WEIL diese Vereine in der Vergangenheit vieles falsch gemacht haben. Aber ich gehöre leider einer unbedeutenden Minderheit an...

So gesehen: Deinen Optimismus teile ich nicht.

von Curry-Pommes - am 13.08.2009 15:38
Man kann ja nicht schreiben, dass man die Gewalt gut findet. Finde ich auch grds. nicht gut und nutzt RB Leipzig eher noch (Mitleidsbonus). Aber ich finde es gut, dass sich breiter Widerstand gebildet hat. Dagegen ist die TSG 1899 Hoffenheim ja der reinste Traditionsverein mit gewachsenen Strukturen.

Mit Leipzig hat Red Bull meiner Meinung nach einen guten Standort gewählt. Recht große Stadt mit großem Stadion, wo sich die "führenden" Clubs spinnefeind sind...
Da gehen die Leute dann doch zu RB Leipzig.

Meine Hoffnung ist, dass die Liga stärker ist als RB denkt und die Leipziger nicht so mir nix dir nix durchmarschieren. Da bin ich ganz guter Hoffnung.

Außerdem kann es doch für Red Bull keine gute Werbung sein, wenn sich so breiter Widerstand gegen den Retortenclub bildet??

von SCVe-andi - am 13.08.2009 16:57
Du wirfst mir irgendwie alles zu sehr in einen Topf. Zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig sehe ich dann doch noch sehr deutliche Unterschiede. Ich würde sogar sagen, dass Leverkusen im Rahmen des Möglichen in den vergangenen Jahren eine ganz gute Entwicklung genommen hat.

In einem Punkt gebe ich dir allerdings ausdrücklich recht: Gefährlich wird es, wenn durch übertriebene Medienpräsenz das Interesse an Plastikclubs wie RB Leipzig hochgepusht wird und damit ganz neue Zielgruppen künstlich herangezüchtet werden. Gegen alle anderen Trends und Entwicklungen müssen sich Traditionsvereine eben durchsetzen, wenn sie nicht in einem geschützten Reservat kicken wollen.

von ravanelli - am 14.08.2009 09:50
Zitat

Gefährlich wird es, wenn durch übertriebene Medienpräsenz das Interesse an Plastikclubs wie RB Leipzig hochgepusht wird und damit ganz neue Zielgruppen künstlich herangezüchtet werden.


Wie will RB Leipzig denn das Zentralstadion einigermaßen vollkriegen, wenn nicht durch "künstliches Heranzüchten" von "Zielgruppen" ?
Die Medienpräsenz kommt spätestens durch sportlichen Erfolg von ganz alleine - die Zuschauer auch. Profifußball zieht in Deutschland zur Zeit Zuschauer - egal wo und anscheinend auch egal wer. Erfolgreicher Profissball erst recht, selbst Wolfsburg kriegt sein Stadion jetzt regelmäßig und ohne Freikartenverteilung voll. Mussten halt nur Meister dafür werden.
Ob die Zuschauer von Wolfsburg, Hoffenheim und bald die von RB Leipzig allerdings zu dem beitragen, was ich (und die meisten in diesem Forum bestimmt auch) unter "Fußballkultur" verstehen, das bezweifele ich zumindest. Aus Fans sind Kunden geworden und das ist wahrscheinlich auch von von Seiten der DFL so gewollt. Ich kann mich mit dieser Rolle nur schwer identifizieren.
Kaum ein "Traditionsverein" - zumindest in den unteren Ligen - kann sich gegen einen speziell finanzierten Konkurrenten wehren - zumindest nicht auf vergleichbaren wirtschatlichen und sportlichen Niveau. Mannheim nicht gegen Hoffenheim, Lok und Chemie Leipzig nicht gegen Red Bull, der BTSV im Endeffekt auch nicht gegen die Radkappen, wobei hier eine "Existenz im Schatten" halbwegs gut funktioniert.
Der Grund, dass es kein RB Hamburg oder RB Frankfurt oder RB Stuttgart gibt ist nur der, dass in Leipzig die Standortfaktoren günstiger (im wahrsten Sinne des Wortes) sind. Keine ernstzunehmendes wirtschaftlichen und sportlichen Konkurrenten und ein fertiges Stadion auf Top-Niveau. Besser ging´s für Red Bull nicht. Wo die Möglichkeiten schwierig sind einen "neuen Club" aufzuziehen, da kauft man sich in bestehende Clubs ein. Der Schalke-Gazprom-Deal ist ein Zeichen dafür, die Bemühungen von Martin Kind die 50+1-Regel zu kippen ein weiteres. In Abu Dhabi warten sie wahrscheinlich nur drauf.







von Replica - am 14.08.2009 11:52
Zitat

Ob die Zuschauer von Wolfsburg, Hoffenheim und bald die von RB Leipzig allerdings zu dem beitragen, was ich (und die meisten in diesem Forum bestimmt auch) unter "Fußballkultur" verstehen, das bezweifele ich zumindest.



Genau diese Fußballkultur ist aber einem steten Wandel unterworfen. Sie sah vor 30 Jahren anders aus als heute und wird in 10 Jahren ebenfalls anders aussehen. Ist unsere denn die einzig wahre Fußballkultur? Darf ein 15-jähriges Mädel nicht auch Cheerleader und schicke lila Farben bei RB Leipzig als Fußballkultur empfinden?

Die Traditionalisten sind mir manchmal zu sehr Geschmackspolizei und Statusbewahrer, die allem was irgendwie neu und anders ist, Angst haben. Siehe Hoffenheim. Wenn beim "Traditionsverein" Waldhof Mannheim eben nur Volltrottel am Werke sind, dürfen die sich nicht wundern, wenn Hopp seine Millionen lieber ein paar Kilometer weiter investiert. Ich habe mit so einem Projekt, das auf Nachhaltigkeit setzt, überhaupt keine Probleme. Probleme hätte ich mit einem Gebahren, wie es Manchester City derzeit an den Tag legt.


von ravanelli - am 14.08.2009 12:15
Zitat

Kaum ein "Traditionsverein" - zumindest in den unteren Ligen - kann sich gegen einen speziell finanzierten Konkurrenten wehren - zumindest nicht auf vergleichbaren wirtschatlichen und sportlichen Niveau. Mannheim nicht gegen Hoffenheim, Lok und Chemie Leipzig nicht gegen Red Bull, der BTSV im Endeffekt auch nicht gegen die Radkappen, wobei hier eine "Existenz im Schatten" halbwegs gut funktioniert.


Das ist uns gegenüber den Pillendrehern aber ganz gut gelungen. Schließlich haben die´s ja sogar damit versucht unser Stadion für 1/2 Jahr zu okkupieren. Hat ihnen aber nichts genützt. Gar nichts. Im Gegenteil, sie haben sich damit zur Lachnummer gemacht.
Es geht also schon.

Im übrigen gebe ich Dir aber in allem, was Du schreibst 1895% Recht.

von Stollentroll - am 14.08.2009 12:28
Zitat

Probleme hätte ich mit einem Gebahren, wie es Manchester City derzeit an den Tag legt.


Eklig, oder?

von Stollentroll - am 14.08.2009 12:29
Zitat

Darf ein 15-jähriges Mädel nicht auch Cheerleader und schicke lila Farben bei RB Leipzig als Fußballkultur empfinden?


Ich dachte mit Lila hat´s Red Bull nicht so. In Salzburg haben sie es jedenfalls gegen Rot-Weiß ausgetauscht und mal eben einen Traditionsclub (zumindest nach österreichischen Maßstäben) zerstört. In Leipzig mussten sie soweit nicht gehen, da hat man ´nen willigen Fünftligisten gefunden, den man kaufen konnte.
Fußball-Kultur veränderte sich in den letzten Jahrzehnte zwar, aber es blieb doch weiterhin eine Fußball-Kultur. In den letzten Jahren zieht aber immer mehr eine Event-Kultur in die Fußball-Stadien ein, die den Besuch eines Fußballspiels immer weniger unterscheidbar von einem Musical- oder Popkonzert-Besuch werden lässt. Mir gefällt das nicht, vielen anderen auch nicht und ich glaube dagegen darf man sich wehren, zumindest protestieren. "Plastik-Vereine" sind - wohl auch zurecht - eine greifbare Projektionsfläche dafür, auch wenn oder gerade weil sich die Folgen dieser Event-Kultur nicht auf sie beschränken. Das dabei vieles in einen Topf geworfen wird, sehe ich auch. Hoffenheim ist was anderes als Wolfsburg und Wolfsburg was anderes als Red Bull Leipzig - unsympathisch sind sie mir auf ihre eigene Weise alle.
Und die Premier League ist was ganz anderes. Warum einen neuen Verein aufbauen, wenn man sich bestehende Vereine kaufen kann ? Und ist nicht gerade England ein gutes Beispiel dafür, wie eine überzogene Event-Kultur eine prägende Fußball-Kultur zerstören kann ?





von Replica - am 14.08.2009 13:19
Zitat

Genau diese Fußballkultur ist aber einem steten Wandel unterworfen. Sie sah vor 30 Jahren anders aus als heute und wird in 10 Jahren ebenfalls anders aussehen.


Genau das ist meiner Meinung nach der Punkt. Was früher 30 Jahre dauerte, passiert in der heutigen Zeit in 10 Jahren. Auch wenn es von dir so sicher nicht gemeint war, so ist aber genau das der Fall.

Und darin besteht das Problem...es ist irgendwie keine natürliche Weiterentwicklung der Kultur mehr. Stillstand tut keinem gut, aber ein unnatürlicher Wachstum, ohne dass sich Strukturen entsprechend entwickeln können eben auch nicht. Meist kommt nach solchen Booms ein tiefes Tal. Und genau das fürchte ich irgendwann auch im deutschen Fußball.

Insofern darf einem die aktuelle Entwicklung schon auch etwas Angst machen. Ein wenig Widerstand darf´s daher aus meiner Sicht auch durchaus sein.

von Iggster - am 14.08.2009 14:41
Klar, das sehe ich fast genauso. Ich bin ja auch der Letzte, der diese Entwicklung toll findet. Aber ich bin mir eigentlich auch sicher, dass Auswüchse wie diese Red Bull Scheiße Randphänomene bleiben werden. Bei WOB, Leverkusen und Hoffenheim sieht das allerdings wohl etwas anders aus...

von ravanelli - am 14.08.2009 15:36
RB Leipzig hat jetzt einen Deal mit AUDI abgeschlossen.... oh man, jetzt springen schon diese großen Firmen auf den abfahrenden Zug

von SCVe-andi - am 14.08.2009 16:35
Ja, wirklich schlimm, dass jetzt die großen Firmen aufspringen: Bislang waren das mit Bayer und Volkswagen ja nur kleine Klitschen.

von Curry-Pommes - am 14.08.2009 18:16
Ich meinte bei RB Leipzig aufspringen! ;-)
Die spielen 5. Liga und schon jetzt schließen die einen Kooperationsvertrag mit Audi ab...


Bei Bayer und sogar auch VW sehe ich die ganze Sache recht entspannt, erst recht in Leverkusen. Man kann den Leverkusenern bzw. dem Konzern nicht vorwerfen, völlig von Sinnen gekauft zu haben.
Beide, also Bayer und WOB, haben eine gute Entwicklung hinter sich. Waren lange Zweitligisten und in der 1. Liga auch lange graue Mäuse. Der Erfolg kam nicht von heute auf morgen. Insofern finde ich deren Erfolg bzw. die Meisterschaft vom VfL nicht so schlimm. Dass Geld zum Fußball dazugehört ist ja klar und die beiden Vereine, zumindest aber WOB und VW, haben das gut gemacht. Die anderen Vereine der Liga kassieren ja auch mächtig Kohle und nur weil das dann sog. Traditionsvereine sind, ist das was anderes?

Aber bei Hoffenheim ging es alles viel zu schnell und da waren auch diese Harakiri-Käufe in einer Winterpause dabei für fast 20 Millionen in der 2. Liga. Das fand und finde ich so schlimm.

Tja, und RB Leipzig ist die nächste Stufe. Die "Fans" dort erkennen irgendwie gar nicht, dass Red Bull genauso gut den SC Verl, den Greifswalder SV oder sonstwen hätte aufkaufen können...

von SCVe-andi - am 15.08.2009 06:17
Zitat

Der Erfolg kam nicht von heute auf morgen. Insofern finde ich deren Erfolg bzw. die Meisterschaft vom VfL nicht so schlimm.


Sehe ich - sicher auch weil ich etwas Befangener bin - vollkommen anders. In Wolfsburg hat man zwar seit geraumer Zeit diese Ziele verfolgt und auch immer wieder vollmundig geäußert. Und natürlich hat man jeweils langjährig in der 2. Liga und später in der 1. Liga gespielt, aber Anspruch und Wirklichkeit klafften zum Glück für lange Zeit auseinander.

Ich möchte daran erinnern, dass noch kurz vor der Meisterschaft, der mit hohen Zielen (Champions-League) gestartete VFL Wolfsburg zweimal hintereinander nur ganz knapp dem Abstieg von der Schippe gesprungen ist. Insofern kam der Sprung vom fast Absteiger zum Meister dann irgendwie doch ziemlich plötzlich und ist für mich eigentlich das schlimmste was die letzte BuLi-Saison hervorbringen konnte! Geld - freilich sinnvoll eingesetzt - schoss eben doch Tore...!

von Iggster - am 15.08.2009 06:48
Zitat
SCVe-andi

Tja, und RB Leipzig ist die nächste Stufe. Die "Fans" dort erkennen irgendwie gar nicht, dass Red Bull genauso gut den SC Verl, den Greifswalder SV oder sonstwen hätte aufkaufen können...


War das jetzt nötig, ..... RB mit nen 85 Jahre alten gestandenen Verein in Verbindung zu bringen ? :-(

von LumiSCV - am 15.08.2009 07:22
Sehe ich anders, Iggster - vielleicht auch wegen dem räumlichen und emotionalem Abstand.
In der Vorsaison hat WOB im oberen Mittelfeld gespielt und danach ist man halt Meister geworden. Auch, weil andere Mannschaften (Bayern, Werder) geschwächelt haben. Dann hatte WOB eben den Lauf, wie es z.B. auch damals beim VfB Stuttgart der Fall war.

Und ich finde auch nicht, dass man da sagen kann, dass Geld Tore schießt. Natürlich hat WOB investiert, aber das haben andere Vereine ja auch. Aber wer kannte den vor der Saiso Dzeko oder Grafite?
Und ein Misimovic galt schon als alter gescheiterter Sack und Spieler wie Gentner oder Schäfer hat man günstig geholt und das sind Leistungsträger geworden.

Die beiden Italiener, für die wirklich investiert wurden, waren ja am Erfolg nicht so großartig beteiligt.

von SCVe-andi - am 15.08.2009 07:31
Stuttgart hat beispielsweise in der Bundesliga immer mal wieder oben mitgespielt. Insofern hinkt dein Vergleich, denn Wolfsburg war bis auf das Meisterjahr noch kein einziges Mal in der Spitzengruppe der Bundesliga vertreten, sondern bis auf einmal eigentlich immer hinter den Erwartungen zurück. Insofern ist mir das auch einfach zuviel Lob, denn nachdem es x-mal nicht geklappt hat, waren halt irgendwann die richtigen Spieler dabei. Und letztlich war Magath der Urvater eben genau dieser von dir genannten richtigen Spieler. Und der hat nunmal recht viel Geld dafür bekommen!

von Iggster - am 15.08.2009 08:37
Aber gerade die Tatsache, dass es bei WOB x-Mal nicht geklappt hat, zeigt doch, dass es nicht wie bei Hoffenheim oder RB Leipzig "holterdiepolter" kam mit dem Erfolg. WOB hat in den Jahren zuvor auch ab und zu mal am UEFA-Cup angeklopft und war doch auch schon mal drin im internationelen Geschäft, oder?

Und dass die guten Spieler plus gutem Trainer da waren, spricht ja nicht gegen WOB...

von SCVe-andi - am 15.08.2009 09:50
Damit wollte ich ja nur ausdrücken, dass die RB-Leute sich auch jeden anderen Verein hätten rauspicken können. Wie ich jetzt auf Greifswald gekommen bin, weiß ich allerdings auch nicht...?

Aber die Österreicher machen doch vor alten Clubs nicht Halt. Die wollten es doch auch in Düsseldorf versuchen und auch der SSV Markranstädt wird seine Geschichte haben.

von SCVe-andi - am 15.08.2009 09:52
Das Thema hatten wir schon mal vor ein paar Wochen.

Mirco hatte damals geschrieben
Zitat

Wolfsburg hat keine Mannschaft gehabt, die andere Clubs (jetzt mal ausgenommen, Bielefeld, Cottbus, etc , also die 'Kleinen') nicht hätte verpflichten können.


Ich hatte geantwortet:

Zitat

Wenn du von einzelnen Spielern sprichst, hast du recht.
Wenn du vom gesamten Team spricht nicht.
Wolfsburg hat in den letzten Jahren u.a. folgende Transfers getätigt:

Grafite 7,5 Mio, Zaccardo 7 Mio, Misimovic 4 Mio, Caiuby 2,5 Mio, Gentner 2,5 Mio, Okubo 2 Mio, Barzagli 14 Mio (!), Costa 4 Mio, Simunek 3,5 Mio, Munteanu 2,25 Mio, Radu 2,25 Mio, Benaglio 1,5 Mio, Laas 1,5 Mio, Josue 1,5 Mio, Schäfer 1,2 Mio, Dzeko 2,5 Mio (das Schnäppchen des Jahrzehnts. Cottbus hatte übrigens 300.000 Euro für Dzeko geboten, das Angebot aus WOB war wohl doch überzeugender :) )


Diese Saison mitgezählt hat Wolfsburg seit 2007 ca. 55 Millionen Euro mehr für Spieler ausgegeben als eingenommen. Das toppen in der BL nur die Bayern. Und Magaths Gehalt der letzten zwei Jahre kommt da noch drauf.
Erzähle also keiner der Titel Wolfsburgs hätte nichts mit Geld zu tun gehabt. Bei allem Respekt für die sportliche Leistung.








von Replica - am 15.08.2009 09:58
Dass der Titel nix mit Geld zu tun hat, ist auch klar. Und ich sehe WOB auch nicht in einer Reihe mit Bayern, Dortmund, Werder, Stuttgart oder so..

Aber ich sehe WOB und LEV halt auch nicht so kritisch wie z.B. Hoffenheim oder gar RB Leipzig.

Aber man muss den Wolfsburgern auch lassen, dass die ihr Geld sehr sinnvoll ausgegeben haben.

von SCVe-andi - am 15.08.2009 10:06
Zitat

Aber man muss den Wolfsburgern auch lassen, dass die ihr Geld sehr sinnvoll ausgegeben haben.


Ja, im Endeffekt schon - es hat zur Meisterschaft geführt.
Wenn man dann mal genauer hinguckt, muss man dass aber auch wieder differenziert sehen.
Wenn man sich die Spielerliste mal anschaut, sieht man, dass die auch gut 10 Mio. in den Sand gesetzt haben (Radu, Munteanu, Okubo, Zaccardo). Würde in fast jedem anderen Buli-Club zu großen Krisen führen. Und die hätte es in WOB auch nicht gegeben, wenn man nur Siebter geworden wäre.

von Replica - am 15.08.2009 10:43
Naja...es spricht aber auch nicht gerade für Wolfsburg, dass man erstmal zig Millionen in den Sand setzen musste, bevor es endlich mal mit dem richtigen Trainer und den richtigen Spielern geklappt hat.

Wenn man es negativ auslegen will, ging es in Wolfsburg nur nicht so "holterdiepolter", weil man sich jahrelang dämlicher angestellt hat als Hoffenheim. Das macht Wolfsburg also eher schlechter als besser, oder?

RB Leipzig hat übrigens noch gar nichts erreicht. Deren Auffassung und Ziele mögen verwerflicher sein, als die von VW Wolfsburg. Ob das ganze nicht aber in 2 Jahren auch schon wieder vorbei ist, weiß niemand.

Also...rede was tu willst. Ich unterstreiche dir hier nichts davon. Für mich bleibt Wolfsburg das größte Ärgernis der deutschen Fußballs und deren Meisterschaft ist das schlimmste was passieren konnte!

Mehr will ich zu den Radkappen jetzt aber auch gar nicht mehr schreiben. Die sind mir nämlich eigentlich egal (leider klappt das nur seit ein paar Monaten nicht mehr).

von Iggster - am 15.08.2009 10:57
Ich kann euch BTSV'ler schon verstehen...

Dann drück mal heute ganz feste dem Gegner vom VfL Wolfsburg die Daumen...
Ist dringend nötig.....

von SCVe-andi - am 15.08.2009 11:07
Na, das ist ja nun mal so richtig kräftig in die Hose gegangen.
Super Saison-Start für die Prinzenrolle...

von Stollentroll - am 16.08.2009 00:25
Wohl wahr, wohl wahr....

Das wird eine ganz harte Saison.

von SCVe-andi - am 16.08.2009 10:17
Einen besonderen Sympathiewert hat Bayer 04 Leverkusen nie bei mir gehabt, aber ich kann es andererseits auch nicht verstehen, warum man ihnen auch nach dreissig ununterbrochenen Jahren in der Bundesliga immer noch das Image des Plastikvereins anheftet. Das die ganze Stadt Leverkusen eine auf das Bayerwerk ausgerichtete Neugründung ist, nun ja, das teilt diese Stadt mit einigen anderen ebenfalls. Und, ist das wirklich schlimm?

Bayer 04 Leverkusen hat für mich eine über hundertjährige Sporttradition, das ist ganz einfach kein Retortenclub.

RB Leipzig gehört aufgehalten und am Besten abgeschafft, dabei dürfen gern auch unkonventionelle Mittel zum Einsatz kommen. Manches ist nicht legal aber dafür legitim.

von Beorn - am 17.08.2009 11:14
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