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Fussi und mehr
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
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SCVe-andi, Beorn, ravanelli

Wuppertal

Startbeitrag von ravanelli am 11.04.2013 19:46

Ich habe gerade gelesen, dass der Wuppertaler SV am Mittwoch vor 369 (!) Zuschauern sein Regionalligaspiel gegen Wiedenbrück bestritten hat. Alter Schwede, haben die sich runtergerockt. Da werden die fußballerischen Problemchen, die man selber so hat (wenn Alemannia Aachen vorzeitig in die Insolvenz geht, werden uns 6 Punkte abgezogen) mal wieder in eine Perspektive gerückt.

Antworten:

Ja, die Zuschauerzahlen gehen allgemein nach unten. Paderborn spielt eine respektable Saison, es kommen immer so 7.000 Leute. Arminia steht ganz oben - früher wären jedes Mal an die 20.000 gekommen. Jetzt ist man froh, wenn überhaupt mal 10.000 kommen, was selten vorkommt. Und in der Regionalliga ist es noch schlimmer. Verl und Wiedenbrück spielen ganz solide mit, es kommen aber höchstens mal 500 Leute.

Wuppertal ist natürlich krass, aber die haben ja auch Probleme ohne Ende. Nun haben sie zum x-ten Mal den Friedhelm Runge zurückgeholt in ein Gremium. Dieses Gremium sieht vor, dass der WSV in fünf Jahren in der 2. Liga (!) spielt. Die Fans dort sind es leid, wollen laut Aussagen im Netz lieber tiefer anfangen als immer wieder den Runge da oben zu haben. Aber 369 ist schon übel.

von SCVe-andi - am 12.04.2013 06:37
Große Teile des Umfelds boykottieren aber derzeit den WSV. Sie favorisieren ein Konzept welches den WSV neu strukturieren soll. Es gab in der letzten Woche eine Pressekonferenz welches ein solches Konzept vorgesehen hat. Runge soll wohl geschäumt haben, zumal ein ehemaliger Finanzvorstand Teil der Gruppe war, welche das neue Konzept vorgestellt hat. Für Interessierte, hier ein Link zum entsprechenden Beitrag im "Reviersport".

Eine Insolvenz und ein Neuaufbau scheint mir längerfristig die bessere Alternative dazu zu sein, in permanenter Abhängigkeit von Runge und hoffnungslos überschuldet an der Regionalliga festzuhalten. Ob es dem WSV gelingt, den Anschluß an den höherklassigen Fußball zu schaffen, ist natürlich eine ganz andere Frage. Der BVL Remscheid und die SG Union Solingen haben dies nicht geschafft. Remscheid spielt in der Landesliga, Union wurde im letzten Jahr aufgelöst, das Stadion soll demnächst abgerissen werden.

Im höherklassigen Fußball sind die Besucherzahlen generell derart gering, dass kaum noch ein Verein damit leben kann. Wir Sportfreunde machen da keine Ausnahme. Das Heimspiel gegen Wiedenbrück hatte nur auf dem Papier noch über tausend Zuschauer, am letzten Dienstag gegen Velbert waren es offiziell noch 877. Unser Spitzenspiel am Freitagabend bei Viktoria Köln sahen gerade einmal etwas mehr als tausend Zahlende, davon wird mindestens ein Drittel aus dem Siegerland angereist sein. Gestern Nachmittag besuchte ich nach längerer Zeit noch einmal Westfalia Herne, dort freute man sich über 200 Besucher! Selbst Derbies werden in den Regional- bis Verbandsligen vor zunehmend weniger Zuschauern ausgetragen. Die Dominanz des Bundesligafußballs erdrückt den niederklassigen Fußball zunehmend. Hinzu kommt eine permanente Konkurrenzsituation des Amateurfußballs gegen die Übertragungen der DFL-Vereine.

Den Samstag kann man als Spieltag inzwischen vollständig vergessen, Sonntags sind viele Interessierte selbst als Amateurspieler oder im Jugendbereich ihrerseits gebunden. Und auch die neue Publikumsstruktur trägt dazu bei. Es war über viele Jahre hinweg normal, samstags zu seinem Bundesligisten zu gehen und sonntags den Heimatverein anzugucken. Junge Fans sind dagegen heute praktisch durchgehend Mitglieder von Ultragruppen. Diese sind auf den einen Verein fixiert, auf den die Gruppe ausgerichtet ist, Aktivitäten bei anderen Vereinen werden teilweise nicht einmal geduldet. Kein Wunder, dass die Besucher bei unterklassigen Vereinen zunehmend überaltern und jeglicher Fannachwuchs ausbleibt.

von Beorn - am 15.04.2013 12:06
Unterschreibe ich total! Es ist schon frappierend wie die Zuschauerzahlen rapide nach unten gehen.

Ein weiterer Grund wird auch sein, dass einfach neben dem Fußball viel los ist, gerade auch bei Jugendlichen und jüngeren Leuten. Außerdem sehe ich es auch im Umfeld, dass die Leute jede Woche mal eben nach Dortmund, Schalke und Co fahren. Für mich war so eine Fahrt damals der Höhepunkt des Jahres, ein Ereignis, auf das man sich wochenlang gefreut hat. Heute fahren die Leute Woche für Woche zur Bundesliga.

von SCVe-andi - am 15.04.2013 13:04
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