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Willkommen zurück SG Wattenscheid 09!

Startbeitrag von Beorn am 06.06.2013 07:25

Die SG Wattenscheid 09 ist zurück in der Regionalliga! Und ich war gestern abend persönlich dabei.

Zum "Spiel des Jahres" war die Lohrheide besser besucht als seit langer Zeit: 2061 Besucher kamen um ihre Spielgemeinschaft aufsteigen zu sehen. Der bisherige Saisonbestwert waren tausendirgendwas gegen Westfalia Herne, in einem normalen Ligaspiel wären gegen den TuS Dornberg auch allenfalls einige hundert Besucher gekommen.

Bemerkenswert die Musikauswahl in der Lohrheide. Statt Standardpop gab es eine Hymne auf die SG 09 und die Stadt Wattenscheid nach der anderen. In fast allen Liedern bekam Bochum einen drüber, auch in der späteren Humba war der lauteste Teil "Scheiss VfL Bochum!" Eines aber hat mich echt verblüfft: "Wir müssen aufhörn weniger zu trinken" von Betontod im Vorprogramm!? Das wäre in unserem Stadion absolut undenkbar!

Auf der gedrängt vollen Gegentribüne wurde zum Einlaufen eine Luftballonchoreo präsentiert, dazu ein Spruchband "eine neue Liga ist wie ein neues Leben". Ich hatte mich, wie eigentlich immer, wenn ich nicht als Fan meiner Sportfreunde in Wattenscheid bin, für einen Platz in der Kurve entschieden. Dort gab es gute Gelegenheiten den Gesprächen der Umstehenden zuzuhören: "Wann warst du denn zuletzt hier?" "Ach, vor drei Jahren oder so!" Durchaus eine typische Aussage, und auch ein Teil des Problems der Amateurvereine: Die normalen Ligaspiele will einfach keiner sehen ...

Erwähnenswertes auf dem Platz passierte allenfalls in den ersten zwanzig Minuten. Dornberg ging nahezu unbedrängt in Führung (Obwohl der schwarze Stürmer sich optisch gut von den anderen Spielern auf dem Platz abhob wurde sein Treffer als Eigentor angesehen. Aufstiegspublikum ist selten sehr sachkundig!), durch den ersten gescheiten Angriff glich die SG 09 aus. Dieser Ausgleich war aber auch sehr schön und überlegt herausgespielt und abgeschlossen. Danach gab es noch einen Schuss aufs Gästetor, den der Keeper parierte. Und dann? Gar nichts mehr!

Dornberg kam zum wahrscheinlich leichtesten Punktgewinn der ganzen Saison und holte sich damit den Klassenerhalt. Zur Motivation wurden zwischendurch die Zwischenstände aus Ahlen durchgesagt, wo sich Westfalia Herne die wahrscheinlich vorentscheidende Niederlage abholte. Dornberg wusste jedenfalls, dass ihnen ein Punkt genügt, der SG sowieso, und es gab einfach überhaupt nichts mehr zu sehen. Der Nichtangriffspakt schien kein Ende zu nehmen, doch endlich pfiff der Schiri die auf dem Platz längst komplett belanglose Partie doch ab.

Der eigentliche Höhepunkt des Abends kam dann im Anschluß, als die Tribünenfans der SG 09 eine sehr schöne Pyroshow hinter einem großen Banner mit dem einfachen Inhalt "Aufsteiger" zeigten. Das war tatsächlich der seit langem gelungenste Einsatz von Rauch und Bengalos, den ich in einem deutschen Stadion gesehen habe. Statt mahnender Worte gab es Aufforderungen "Lasst es richtig brennen Jungs, aber lasst den Rasen heil!" Es kann so einfach sein ...

Der obligatorische Platzsturm folgte natürlich auch, bei der schon erwähnten Humba entschied ich mich aber dafür die Lohrheide zu verlassen und zu meiner Freundin zu fahren.

Immerhin war mein Kollege überglücklich und ich freue mich auch echt für die SG Wattenscheid 09. Obwohl die Glatzen mit Shirts wie "Asozial und niveaulos" unübersehbar waren, auch in der "Menge" der Gelegenheitsbesucher.

Eines muss ich aber noch loswerden: Die Verpflegung in der Lohrheide ist ja zurecht berühmt, aber welcher Schwachmat hat sich dort ein Markensystem ausgedacht? Was bei vierhundert Zuschauern noch einigermaßen funktionieren mag, sorgte gestern dafür, dass ich etwa eine Dreiviertelstunde an einem der dicht umlagerten Männerkarussels anstand. Für zwei Bier, welche ich schon bezahlt hatte, aber die in der Wüste Wattenscheid unerreichbar waren. Wenn man den bisherigen Saisonbestwert bei den Zuschauern verdoppelt, sieht man dort wohl keinen Anlass dazu, das Catering entsprechend anzupassen. Na gut, auf dem Platz passierte, wie erwähnt, eh nix. Trotzdem, ganz, ganz dicker Minuspunkt dafür! :mad:

Damit geht es in der kommenden Saison für uns zweimal in die Lohrheide, denn die U23 des VfL Bochum trägt dort ja ebenfalls die Heispiele aus. UB99 haben jedenfalls schon mal das "Revier" deutlich markiert, die Derbies dürften nächste Saison sehr interessant werden. Wir Sportfreunde können uns auf die Aufsteiger aus Lippstadt, Uerdingen und eben Wattenscheid freuen. Und vor allem, dass uns erneute Ligaspiele gegen Erndtesibirsk erspart geblieben sind!

Antworten:

Auf die freut man sich schon...
der einzige Verein wo man gut drauf ist und bei deren Vereinshymne am mitsingen ist...

von Tesla - am 06.06.2013 09:22
Gestern Abend war das RWE-Fanradio live im Stadion und hat von dort berichtet. Wenn man so zuhörte, was gestern vor dem Spiel dazu gesagt wurde, dann gibt es zumindes zwischen den Vereinen ein gutes Verhältnis. Aber auch auf Fanseite hatte ich den Eindruck, dass man nichts gegeneinander hat. Aber dazu kannst Du sicher mehr schreiben?

von Beorn - am 06.06.2013 09:42
neutrales Verhältnis mittlerweile sagen wir mal so, hat aber hier im Ruhrpott eigentlich auch shcon viel zu bedeuten...
liegt aber auch eher an derem Vereinslied um ehrlich zu sein, haben die das immer noch...

von Tesla - am 06.06.2013 14:48
Freut mich, dass es Wattenscheid gepackt hat. Die Spiele dort hatten tatsächlich immer einen besonderen Flair, auch wenn wir da oft verloren haben. Ich werde nie den Typen vergessen, der da vor einigen Jahren mit einer Art besserem Gartengrill in einer zugigen Stadtionecke Würste für 1 € verkloppte. An dem Tag habe ich meine persönlichen Bratpølser-Rekord auf vier hochgeschraubt. Der steht übrigens immer noch...

von ravanelli - am 06.06.2013 15:28
Bratschlauch für nen Euro, das ist doch mal nen fairer Preis.
Heute zahlt man doch fast überall 3 € für so'n 'sch ...' Ding ...
Jaja, der T(€uro) ...

von MircoPB1976 - am 06.06.2013 16:53

Re: Offtopic: Wurstpreise

Stadionbratwurst für einen Euro ist kein fairer Preis sondern Dumping, das sich auf Dauer kein einziger Caterer leisten kann.

Wenn es so aussah wie von ravanelli beschrieben, dann hat da jemand einen kleinen Grill aufgebaut und als Ehrenämtler gegrillt. Kann man machen, aber damit können normale Verpflegungsstände, an denen auch mehrere hundert bis hin zu einigen zehntausend Kunden versorgt werden, nicht rentabel betrieben werden. Die Angestellten müssen davon bezahlt werden, die Verkaufsstände, die Pachtverträge mit dem Stadionbetreiber, das Material, die Holzkohle (wenn es wirklich gut sein soll, dann auf Kohle!) und natürlich das Grillgut etc. selbst. Der Verkaufspreis sollte gewählt sein, dass nach Abzug aller Unkosten ein Gewinn entsteht. Sonst gibt es nämlich im Stadion weder etwas zu essen noch zu trinken!

von Beorn - am 07.06.2013 11:48

Zum Fußball im Westen

Die Regionalliga West wird in der kommenden Saison sicherlich den Rang als die attraktivste aller fünf Regionalligen noch einmal steigern. Mit Alemannia Aachen kommt ein traditionsreicher und weithin bekannter Verein von oben hinzu, möglicherweise ja auch der MSV Duisburg. Die Aufsteiger KFC Uerdingen, SG Wattenscheid und SV Lippstadt sind allesamt gut etablierte Vereine mit großem (KFC) bis mittlerem (SVL, SG09) Umfeld. Leider wird der Wuppertaler SV der Liga fehlen, aber für diesen scheint mir ein Neuanfang dringend geboten. In dieser Saison spielte der WSV schon keine gute Rolle, die tiefen Querelen im Verein und seinem Umfeld haben doch sehr geschadet. Positiv sehe ich auch, dass unserer Liga Hilal Maroc Bergheim als Teilnehmer erspart geblieben ist!

Persönlich bedauere ich die Abstiege des VfB Hüls und des SV Bergisch Gladbach 09, doch dies wird sicherlich für die meisten Fans der Liga eher nicht gelten. Große Impulse können derart kleine Vereine einfach nicht setzen, ihre Qualitäten liegen woanders. Endlich nicht mehr ins Stadion Meiderich zu müssen empfinde ich als Erleichterung, da war ich in den letzten fünf Jahren fünfmal und es hat mir nie wirklich gefallen. Und den FC Kray werde ich ebensowenig vermissen. Dafür um so mehr den WSV!

Allerdings bleiben die Probleme: Die Dichte der Vereine und die Dominanz der Spitzenclubs hier im Westen ist so groß, dass es immens schwer fällt, im Schatten der Großclubs einen Platz zu finden. Diesmal hat es die Alemannia, den MSV und den WSV getroffen. Der VfL Bochum kämpft im Grunde auch nur gegen ein dauerhaftes Abrutschen. Arminia Bielefeld ist hohes Risiko gegangen, um den Aufstieg zu realisieren, das geht nur selten gut. Der SC Paderborn und Preussen Münster stehen vergleichsweise stabil, allerdings stehen beide relativ allein da. Wie wird sich das Fehlen der Derbies gegen Arminia für Preussen auswirken? Ein ausverkauftes Stadion macht sich immer gut als Argument für Sponsorenverhandlungen und zum Steigern des Gesamtschnitts!

Die Regionalliga hat ihren "Worst Case" erlebt: Der sportlich hoch überlegene Meister wurde um den Aufstieg gebracht! Die unselige "Reform" des Herbstes 2011 fordert jetzt ihre Opfer. Noch bitterer ist es ja für Hessen Kassel, die als Meister ihrer Liga den Aufstieg verpassten während der Zweitplatzierte aus Elversberg aufsteigt. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit!

Der Flaschenhals zwischen den DFB-Ligen und den Ligen, welche von den Landesverbänden geführt werden, ist noch enger geworden. Hier im Westen führt dies zwar zu einer Konzentration an namhaften, traditionsreichen Vereinen. Doch auf welchem Niveau?

Die vierte Liga wird vom Publikum nicht angenommen, das kann man als Fazit festhalten. Die Kosten sind hoch, die Verbandsabgaben ebenso, erst recht die Auflagen. Doch eine wirklich tragfähige Liga hat sich noch nicht entwickelt. Der Zuschauerkrösus Rot-Weiss Essen zieht den Gesamtschnitt noch ein wenig nach oben. Bereinigt um die Essener Zahlen daheim wie auswärts ergibt sich ein desaströses Bild.

Persönlich sehe ich die Regionalliga West als sehr attraktiv an. Die Auswärtsfahrten sind kurz, viele Gegner haben gute bis sehr gute Stadien, es gibt einige aktive Fanszenen. Mit Lotte und Viktoria Köln gibt es "Hassvereine", welche richtig polarisieren und motivieren können, nicht ohne Grund hatten wir unser bestbesuches Heimspiel gegen den ungeliebten Bonzenclub aus Köln. Leider ist die Zahl der Zweitvertretungen immer noch zu hoch. Daher kann ich zwar Radlers Freude über den Klassenerhalt von Fortuna Düsseldorf II als Fan gut verstehen, doch war dies für die Liga, nach meiner Ansicht, kein guter Ausgang. Sechs verbliebene Zweitvertretungen sind immer noch nahezu ein Drittel der Liga, das ist einfach zuviel. Immerhin spielen die meisten von ihnen in annehmbaren Stadien, man muss nicht auf öde Nebenplätze (Die kleine Bayarena mal ausgenommen. Erfüllt formal alle Kriterien, ist und bleibt aber ein Ätzground!)

Mein eigener Verein geht in die kommende Saison ohne seinen erfolgreichen sportlichen Leiter und musste den Abgang von gleich vier Leistungsträgern hinnehmen. Die Neuverpflichtungen für die kommende Saison klingen vielversprechend, ob es aber gelingt, die gute Platzierung dieser Saison als bester Aufsteiger zu bestätigen, das bleibt abzuwarten. Die wirtschaftlichen Probleme sind im Grunde weiterhin ungeklärt, ein Umfeld, welches den Verein trägt, existiert nur ansatzweise. Daher ist es durchaus möglich, dass unsere Zugehörigkeit zur Regionalliga West eine Episode unserer Vereinsgeschichte bleiben wird. In der Tendenz sehe ich uns eher in künftigen Begegnungen mit
SuS Langscheid/Enkhausen oder dem FC Kaan-Marienborn als uns noch einmal mit Hansa Rostock oder Preussen Münster zu messen ...

von Beorn - am 07.06.2013 12:33

Re: Zum Fußball im Westen

Zitat
Beorn
Leider ist die Zahl der Zweitvertretungen immer noch zu hoch. Daher kann ich zwar Radlers Freude über den Klassenerhalt von Fortuna Düsseldorf II als Fan gut verstehen, doch war dies für die Liga, nach meiner Ansicht, kein guter Ausgang. Sechs verbliebene Zweitvertretungen sind immer noch nahezu ein Drittel der Liga, das ist einfach zuviel. Immerhin spielen die meisten von ihnen in annehmbaren Stadien, man muss nicht auf öde Nebenplätze (Die kleine Bayarena mal ausgenommen. Erfüllt formal alle Kriterien, ist und bleibt aber ein Ätzground!)


Sehe ich ja im Prinzip nicht anders, immerhin haben wir (1. Mannschaft) ja auch schon unter Ansetzungen gegen die Zweitvertretungen aus Aachen, Bochum, Cottbus, Duisburg, Köln, M'gladbach, Leverkusen, Wolfsburg, Dortmund, Bremen, Hamburg, Bielefeld, Stuttgart, München (Bayern) und Kaiserslautern gelitten. Schalke war kurioserweise nie dabei, aber auch so muss die Liste nicht vollständig sein.

Andererseits stellt sich unser Forum inzwischen die Frage, ob das Problem der Zweitvertretungen nicht doch ein wenig überbewertet wird. Bergisch Gladbach, Kray und Hüls würden auch nicht mehr Auswärtsfans auf die Beine stellen - allenfalls stellt sich gerade bei Düsseldorf II das Problem, dass etliche Spiele aus Sicherheitsgründen bewusst parallel zur Ersten angesetzt werden (das wird mit den Montagsspielen weniger). Sportlich spielen die Zweitvertretungen keine nennenswerte Rolle, außer in Bayern, wo aber die halbe Liga von der Güteklasse Kray ist.
Und den Niedergang von Aachen oder Wuppertal haben sicher nicht die Zweitvertretungen verschuldet (Aachen hat bis zur Insolvenz gerade mal gegen zwei gespielt, und der WSV ist zwar um 2000 mehrfach hinter Irgendwas II Zweiter geworden, aber hatte danach noch mehrere Jahre in der Drittklassigkeit).

Insofern bin ich gespalten. Gerade dem Westen tut es sicher gut, nicht noch mit dem Südwesten in einer Liga zu spielen, weil es so viel mehr Derbys gibt. 18 Vereine mit hohem Fanaufkommen und einer gewissen Tradition unterhalb der 3. Liga kriegt aber nicht mal NRW hin. Inzwischen nicht einmal mehr der Nordosten. :-)

von NRW-Radler - am 08.06.2013 08:09

Re: Zum Fußball im Westen

Zitat
NRW-Radler
Andererseits stellt sich unser Forum inzwischen die Frage, ob das Problem der Zweitvertretungen nicht doch ein wenig überbewertet wird. Bergisch Gladbach, Kray und Hüls würden auch nicht mehr Auswärtsfans auf die Beine stellen
Hallo Radler, ich greife diesen von Dir angesprochenen Aspekt gern auf. Selbstverständlich sind Zweitvertretungen nicht das alleinige Übel aller höherklassigen Amateurligen, als das sie in vielen Fällen gern dargestellt werden. Sie müssen in vielen Fällen als Feindbild herhalten, welches von etlichen anderen Problemen ablenkt.

In dieser Saison hat sich gezeigt, dass sich unser Zuschauerschnitt gegen Gegner wie den SC Wiedenbrück oder die SSvg Velbert, um nur zwei Vereine beispielhaft zu nennen, in keiner Weise von jenem gegen eine der Zweitvertretungen unterschied. Regelrecht alarmierend sind für uns die Besucherzahlen gegen die vermeintlich attraktiven Gegner wie RWE oder RWO: Oberhausen hat etwa 1200 Heimzuschauer angezogen, Essen rund 1400! Der Rest waren Gästefans.

Dies war wohl auch einer der Gründe, welche unseren sportlichen Leiter dazu bewogen haben, seinen Vertrag hier zu kündigen: Perspektivlosigkeit! Was willst du machen, wenn selbst ein Gegner wie Rot-Weiss Essen keine Leute mehr zieht? Und wenn, eigentlich noch schlimmer, ein furioser 5:1-Sieg eben gegen Essen keinerleit Reaktion hervorruft?

Um zu den Zweitvertretungen zurückzukommen: Seit diese mehrheitlich in guten Stadien spielen, statt auf irgendwelchen Trainingsplätzen, ist auch bei mir eine andere Akzeptanz da. Teilweise kam bei den Auswärtsspielen einfach kein Gefühl von höherklassigem Fußball auf, wenn man auf einem Trainingsplatz auf der Wiese neben dem Spielfeld hockte. Wenn ich sowas haben will, dann laufe ich zehn Minuten zum nächsten Sportplatz. Und die haben wenigstens noch ein Vereinsheim daneben!

Dagegen fand ich den Flinger Broich, das Grenzlandstadion in Rheydt und das Franz-Kremer-Stadion sehr ansprechend. Schalke II habe ich ja boykottiert, auch wenn die in der Arena gegen uns antraten. Eine kurzfristige Ansetzung auf Ostersonntag 11.00 Uhr empfinde ich immer noch als absolute Frechheit. Das sahen wohl viele anders, an dem Tag sind wohl etliche "Arenatouristen" hingefahren, welche sich sonst nie auswärts blicken lassen.

Eine andere Meinung als Du habe ich zu den Spielen im Südwesten. Hier spielt sicher auch unsere geographische Lage eine große Rolle! Ich bin schneller in Koblenz oder Wehen als in Düsseldorf oder Münster. Trier war über Jahre hinweg unser "heissgeliebter" Rivale, Fahrten nach Saarbrücken waren für uns immer Höhepunkte (toller Verein, schöne Stadt, Oldschoolstadion!) Auch Fahrten nach Elversberg, Pirmasens, Idar-Oberstein oder Homburg habe ich nie als nervig empfunden. Aber das wird man sicherlich gerade in einer echten Großstadt wie Düsseldorf mehrheitlich ganz anders gesehen haben!

von Beorn - am 08.06.2013 09:11

Re: Offtopic: Wurstpreise

Ja, hast schon recht.
Hatte letztens ne Diskussion mit nem Kumpel, in der wir übereinkamen, dass 2 € sein müssen, und 2,50 € die Obergrenze sein sollte. Alles was darüber liegt ist in meinen Augen Wucher und sollte dementsprechend (nicht)frequentiert werden ...

von MircoPB1976 - am 08.06.2013 13:11
So jetzt schreib ich auch mal etwas bin ja sonst nur Leser dieses Forums!!!;-)
Zur sgw auch erst mal meinen Glückwunsch zum Aufstieg ,freut mich wirklich für die !!!!!
Mein Verein ,der SCP, bestreitet ja sogar ein Testspiel demnächst in der Lohrheide ! Von daher hoffe ich das die Ehrenamtlichen ,ihr Catering da besser hinbekommen! Am besten immer genauso gut ,wie wenn die Schotten zu ihnen kommen!Daß kriegen die ja immer gut gebacken! Durfte ich vor 3oder 4 Jahren mal selber erleben! Gott sei Dank war ich Fahrer und war nicht so dicht wie meine anderen 3 Mitfahrer! An diese Stelle dank ich Gott noch für meine Foulheit das ich den Hundenapf nicht aus dem Inneraum verbannt hatte( er lag gut 2 wochen hinten an der Rückbank!) Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen was nem nüchternden Fahrer durch den kopf geht wenn er von der Rückbank nachts um 3.00 auf der A43 höhe der langen geraden bei Dülmen unerklärliches Plätschern hört! Und dann auf einmal in seinem Rückspiegel einen seiner Fahrgäste reiernd in einen Hundenapf sieht!Und wir haben nen labbi da geht ne Menge rein! Das Ding war randvoll und die kunst ist es dann mit 180 auf der bahn die Abfahrt nicht zu verpassen wo der Rastplatz, war schließlich kannst ja keine Vollbremsung machen sonst hat der typ davor auch Spaß!!!!!
Und das nur weil in Watsche das Catering gut funktionierte!!!!!

Sehr schön auch björn´s gedanken!!!! Die alten käffer, wo man schon überall war!
Idar Oberstein------ Dieser Schwenkgrill und Bitburger Stubiflaschen im Stadion, ganz zu schweigen von dem Volk da, was seine Klappstühle selbst mitbrachte ,um sich auf die Erhöhung an der Appelwiese zu setzten!!!!!!

Salmrohr----- 5 mal dagewesen und nie kapiert das die nur diese eine Kleine pinte im Dorf hatten!!!! Und es nur heiße Hexe gab ! Bäh

Hauenstein-------- da war ich mal so rotzen voll das der Schiri nicht anpfeifen wollte, weil ich da torkelnd an der Seitenlinie entlang lief! Für so ne nummer müßtest du heute schon bei manchen Vereinen mit nen SV rechnen!

Absolutes Highlight war aber Germania Teveren----------ein Typ ,der ohne scheiß, über eine Stunde auf einem Baumstumpf immer rief! Ein Tor schießt ein Tor auf gehts teveren ein Tor und alles wieder von vorn 90 min! Unglaublich !!!!

By the way kennt das Mirco eigendlich ;-)
Ja ja war schon witzig aber lieber bin ich jetzt da wo wir sind !In diesem Sinne kann man den Verantwortlichen vom Scp nicht genug danken , das sie uns vorher in die dritte Liga befördert haben!

Auch wenn die regio intressanter wird bei euch! ----Es wird ganz schwer da raus zu kommen!
wenn man verbindlichkeiten hat oder große Schulden kann man es nur wie der wsv machen
Der wsv geht da den einzig waren Schritt mit der Insolvens ! Er entledigt sich seiner alten Seile wie, Runge zb und fängt komplett neu an ! Dauert zwar evt 10- 20 Jahre aber nur so gehts ! ---Haben wir auch durchgezogen ,ich kann mich noch daran erinneren als Essen Wattenscheid Siegen Verl usw ne klasse höher waren als der SCP!
Grad als Münsteraner mußte man sich ja echt viel scheiß diesbezüglich in seiner eigenen Stadt noch anhören! Hon und spoot! Umso mehr freut es mich für die Vereine die jetzt ins Grass beißen. Wie jetzt Duisburg,Aachen damals Oberhausen! Die waren es ja die verhindert haben das man den Antrag ja nicht aus westfalen annham sonderen das Bayrische Model bevorzugte!!!!!!!Tja jetzt haben sie es selber abbekommen!

So jetzt aber wieder feierabend bin ja mächtig gesprungen in den themen;-) Bis dann mal Gruß Federfront

von Federfront - am 08.06.2013 18:26

Re: Zum Fußball im Westen

Zitat
Beorn
Eine andere Meinung als Du habe ich zu den Spielen im Südwesten. Hier spielt sicher auch unsere geographische Lage eine große Rolle! Ich bin schneller in Koblenz oder Wehen als in Düsseldorf oder Münster. Trier war über Jahre hinweg unser "heissgeliebter" Rivale, Fahrten nach Saarbrücken waren für uns immer Höhepunkte (toller Verein, schöne Stadt, Oldschoolstadion!) Auch Fahrten nach Elversberg, Pirmasens, Idar-Oberstein oder Homburg habe ich nie als nervig empfunden. Aber das wird man sicherlich gerade in einer echten Großstadt wie Düsseldorf mehrheitlich ganz anders gesehen haben!


Persönlich bin gerne in den Südwesten gefahren, damals in unserer einzigen Saison in der viergleisigen Regionalliga. Mit der Zwoten habe ich mich leider nicht mehr aufraffen können.
Immerhin war in dem Jahr in Elversberg, Lautern, Salmrohr und Idar-Oberstein. Alle Stadien habe ich schon per Rad besucht, Salmrohr aber nicht zum Spiel.

Die Vermutung, eine NRW-weite Liga sei einen tolle Sache, kommt natürlich aus dem Ruhrgebiet und da namentlich von der Reviersport. Ich denke aber, dass auch Lotte oder Wiedenbrück nicht böse sind, nie gegebenfalls an einem Dienstag im Februar zum Nachholspiel ins Saarland zu müssen.(Okay, Lotte würde gerne nächstes Jahr nach Elversberg...).

von NRW-Radler - am 08.06.2013 20:14

Re: Zum Fußball im Westen

Zitat
Beorn
Fahrten nach Saarbrücken waren für uns immer Höhepunkte (toller Verein, schöne Stadt,


Das ist aber nicht wirklich Dein Ernst, oder?
Ich fand Auswärtsfahrten nach Saarbrücken aufgrund des Vereins und des Stadions auch immer geil, aber ne schöne Stadt?
Da muss ich jahrelang immer falsch gefahren sein oder aber in den unschönen Stadtteilen übernachtet haben. Jedenfalls habe ich in Saarbrücken niemals irgendwelche ansprechenden Ecken kennenlernen dürfen. Das ist ne im letzten großen Krieg komplett zerstörte Stadt, die seit den 1950ern irgendwie schnell wieder zusammengeschustert wurde und heute ziemlich leblos darsteht. Finde ich jedenfalls.
Es gibt nicht wenige Schilderungen von Menschen aus Metz, in denen sie beschreiben, wie sie während der großen Bombadierungen von Saarbrücken 1944/45 zuhause gesessen haben und mit Entsetzen auf die brennende Nachbarstadt geblickt und sich ausgemalt haben, was wohl mit den Menschen dort passiert. Da hat anschliessend kein Stein mehr auf dem anderen gestanden. Und das sieht man der Stadt auch heute noch deutlich an.
Wir haben jedenfalls unsere Abend-Aktivitäten nach Besuchen von Spielen dort immer nach Metz verlegt. Das ist ne schöne Stadt in meinem Sinne.
Aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden...

von Stollentroll - am 09.06.2013 00:09
das mit duisburg freut mich auch..
Konnte man doch schon vor Jahren sehen das Hellmich der Totengräber ist, habe ich schon damals zu einem Bekannten gesagt, der hat nur gelacht und gesagt wir seien doch nur neidisch blablabla...
Und was schleimen sich jetzt dieselben Leute auf einmal ein und fordern (!) solidarität von den andernen Vereinen, Ruhrpott müsste zusammenstehen und der ganze übliche moderne Möchtegern-FanSchwachsinn,..
Da frage ich mich immer wo die ganzen Ars*** immer waren wo es den anderen Vereinen (ja z.b. RWE so dreckig ging da hatten sie nur Hohn und spott übrig und jetzt wäre man ja kein wahrer Fan wenn man dem ach so scheiss DFB bzw. DFL nicht zeigt wo die echten Fans wären blablabla..
Der DFB ist ja auch verantwortlcih dafür das den Duisburger z.b. in den guten Zeiten das Geld von hellmich gut genug war die jeden Vertrag abgezeichnet haben und jetzt auf auf einmal merken wie dämlich sie selber waren...

von Tesla - am 09.06.2013 11:51
Von den Stadien im Südwesten kenne ich nur Homburg, Saarbrücken (allerdings erst in der zweiten Liga kennengelernt) und Salmrohr. Hauenstein und Teveren war vor meiner Zeit. Aber an Teveren kann ich mich noch erinnern, das war wohl das 'Montserat' der Regionalliga damals: Die bekamen jede Woche ordentlich einen auf den Zünder :-)

Frage: Was meinst du mit 'Bayrischen Modell'?

von MircoPB1976 - am 09.06.2013 13:15
das jetzige Modell wie die Regionaligen aussehen!

von Federfront - am 09.06.2013 15:57

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Zitat
Stollentroll
Zitat
Beorn
Fahrten nach Saarbrücken waren für uns immer Höhepunkte (toller Verein, schöne Stadt,


Das ist aber nicht wirklich Dein Ernst, oder?
Ich fand Auswärtsfahrten nach Saarbrücken aufgrund des Vereins und des Stadions auch immer geil, aber ne schöne Stadt?
Danke für die Nachfrage, hier muss ich mich präziser ausdrücken: Natürlich ist Saarbrücken in erster Linie von Nachkriegsbauten geprägt, wie etliche andere Städte auch, in denen der Krieg massive Zerstörungen verursacht hat (meine eigene inbegriffen). Doch sind Städte mit unzerstörten Stadtkernen ab einer gewissen Größenordnung leider ohnehin eine Ausnahme.

In Saarbrücken gefällt mir die entspannte Lebensart, die erstaunlich hohe Anzahl an sehr einladender Gastronomie, gute Clubs und ein Nebeneinander von Verwaltung, Gewerbe, Wohnhäusern und Freizeitanlagen, welchesfür mich für eine Stadt dieser Größe durchaus lebenswert macht. Auch Freunde und Bekannte, welche es zumeist an die dortige Uni gezogen hat, oder die dort heimisch sind, bestätigen einmütig, dass es sich in Saarbrücken einfach gut leben lässt. Auch die Uni wird überwiegend sehr positiv bewertet.

Ich komme einfach mit den Saarländern sehr gut klar, fühle mich dort wohl. Mit den Elversbergern hatten wir damals, in gemeinsamen Ligajahren einen sehr guten Kontakt, wurden dort immer sehr freundlich begrüßt, gingen anschliessend noch mit den Heimfans zusammen ins Städtchen. Ebenso umgekehrt in Siegen, die Auswärtsfahrer waren immer sehr leicht zu zählen, aber alle echt in Ordnung. Ähnlich in Saarbrücken, wenn SFS gegen die Molschder gespielt hat, dann reiste ich zuletzt immer vorzeitig an, um mich mit den Saarkänder Kumpels zu treffen.

Dein Einwand gegen die Formulierung von der schönen Stadt ist berechtigt! Doch mache ich diesen Begriff eben eher an der Lebensart als am Stadtbild fest. Dies muss man natürlich nicht teilen, wenn man einen anderen Eindruck von der Stadt und den Menschen hat.

von Beorn - am 10.06.2013 09:03

Re: Germania Teveren

Zitat
MircoPB1976
Von den Stadien im Südwesten kenne ich nur Homburg, Saarbrücken (allerdings erst in der zweiten Liga kennengelernt) und Salmrohr. Hauenstein und Teveren war vor meiner Zeit. Aber an Teveren kann ich mich noch erinnern, das war wohl das 'Montserat' der Regionalliga damals: Die bekamen jede Woche ordentlich einen auf den Zünder :-)
Ach, so schlimm war das gar nicht mal. Teveren holte in seinem einen Jahr in der Regio West/Südwest 24 Punkte, gewann sechs Spiele.

Vielleicht interessant: Teveren hielt in den Heimspielen gegen Rot-Weiss Essen und den SC Paderborn ein 0:0, bei Preussen Münster und dem SC Paderborn gelang ihnen ein 1:1. Ihr größter Erfolg jener Saison war ein sensationeller 4:2-Auswärtssieg bei Meister Rot-Weiß Oberhausen.

Teveren war mit seinen 24 Punkten sogar der "beste" Tabellenletzte der gesamten sechs Jahre in der Regionalliga West/Südwest. Schlechtestes Team war der FC Remscheid mit gerade mal 10 Punkten!

An das Heimspiel gegen Teveren habe ich keine Erinnerungen mehr, das ist einfach "weg". Aber an das Spiel dort kann ich mich dafür noch erinnern. Wir standen auf einer graßbewachsenen Böschung mit Wellenbrechern drin, holten ein ganz mühsames 2:1 und in unserem Fanbus saß der gesamte hintere Teil voll mit Nazis. Auf der Rückfahrt wurde ich nach hinten zitiert um als Zecke" mit dem damaligen Wortführer der Faschos zu diskutieren. Immerhin war ich zu der Zeit schon so weit anerkannt, dass man mit mir diskutierte statt auf mich draufzugehen. Es hat mir auch auf der Fahrt keiner was getan, egal was ich sagte. Es lag also weniger an Teveren selbst, dass ich die Fahrt immer noch so präsent habe.

Doch halt, da war noch was! Auf dem übelst holprigen Platz holte sich der Schiedsrichter eine Bänderverletzung. Da war guter Rat teuer. Da der damals sehr populäre Schiedsrichter Walter Eschweiler auf der Tribüne saß, versuchte man, ihn zu überreden, das Spiel zu leiten. Er wollte aber nicht, weil er eigentlich schon im Ruhestand war. Es fand sich dann ein junger Schiri aus einem Nachbardorf, der dann an die Seite ging, während einer der Linienrichter das Spiel führte. Eine kuriose Situation, die ich glaube ich nur dort jemals erlebt habe!

von Beorn - am 10.06.2013 10:09

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Und direkt nebenan liegt mit Völklingen die hässlichste Stadt Deutschlands (wobei die sich mit Wuppertal um diesen Titel heftig streiten) ...

von MircoPB1976 - am 11.06.2013 14:16

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Ich nominiere noch Salzgitter-Lebenstedt und Staßfurt (in Sachsen-Anhalt) für diesen Titel.

von Replica - am 11.06.2013 17:16

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Solange Du Wuppertal auf die City (also Elberfeld und Barmen) beschränkst, gebe ich Dir recht.
Allerdings hat die Stadt etwas ausserhalb (man sollte es kaum glauben) tatsächlich ein paar richtig nette Ecken.
Wir sollten in unserer Aufzählung aber Leverkusen keinesfalls vergessen. Eine echte Perle in der deutschen Städte-Landschaft!

von Stollentroll - am 11.06.2013 21:21

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Gilt Wolfsburg eigentlich als Stadt?

von Nemo - am 12.06.2013 06:11

Re: Saarbrücken und die Saarländer

Bremerhaven ist auch richtig hässlich und irgendwie "asi". Mit einigen Museen an der Nordsee ist die Stadt zwar etwas attraktiver geworden, aber der Gesamteindruck ist mäßig...

von SCVe-andi - am 12.06.2013 07:59

Re: Öde Orte

Als Siegener soll ich was über hässliche Ecken schreiben? Steinwürfe aus dem Glashaus ... ;)

Ich mag keine Orte, welche den Eindruck vermitteln, einfach nur Schlafstadt eines nahegelegenen Zentrums zu sein. Troisdorf ist für mich so eine Stadt, oder auch Velbert. Auch rings um Frankfurt rum gibts so einige totale Ätzecken, wo echt der Hund tot überm Zaun hängt. Der für mich unsympathischste Ort Deutschlands ist Eschborn, für mich die Antithese zu allem, was ich als lebenswert empfinde.

Auch rings um Stuttgart fallen mir so einige -ingens ein, welche ich als ausgesprochen unattraktiv empfinde. Allerdings bin ich schon kein besonderer Freund von Stuttgart, irgendwie finde ich dazu keinen Zugang, obwohl ich schon einige Male dort war und es bestimmt nicht die schlechteste Stadt im Lande ist.

Orte, die im Krieg total zerstört, und nach dem Krieg schnell wieder hochgezogen wurden, da kenn ich auch einige. Jülich fällt mir gleich mal als erstes ein, müsste ich da hinziehen, ich würde den ganzen Tag nur noch saufen! Kaum besser ist Düren, da hab ich immerhin vier Jahre in der Nachbarschaft gewohnt. Bin immer noch froh, kein Dürener Kennzeichen mehr zu fahren.

Über Siegen schrieb die "Titanic" mal: "Eine Stadt die aussieht, als hätten sich die deutschen Baumärkte dorthin zum Sterben zurückgezogen." So richtig widersprechen kann ich nicht, hier haben die Architekten und Stadtplaner mehr zerstört als die alliierten Bomber! Immerhin wird eine der Todsünden der letzten Jahrzehnte gerade endlich abgerissen: Die "Siegplatte", ein Betondeckel auf dem Fluß im Innenstadtbereich. Andere Städte stellen Wasser ins Zentrum, wir hatten jahrzehntelang einen Parkplatz darauf. Wie gesagt, als Siegener kann ich nicht gut über andere Städte lästern. Noch dazu als gebürtiger Eiserfelder, ehemals eine eigene Stadt, seit Jahrzehnten eingemeindet. Eine Bekannte sagte einmal darüber: "Der mit Abstand hässlichste Ort im ganzen Siegerland!" Echte Gegenargumente sind mir nicht eingefallen ...

Leverkusen finde ich übrigens gar nicht mal so schlimm, wie scheinbar viele andere. Da gibt es einige Ecken, die sind ganz bestimmt nicht übel. Schlebusch etwa, aber auch Steinbüchel oder Lützenkirchen. Da kommt man aber eher nicht so oft vorbei, daher kann ich den Eindruck verstehen, der wohl allgemein vorherrscht. Allerdings vermittelt auch Leverkusen den Eindruck eines "öden Orts". Da ist ganz einfach gar nix los, weil eh alle nach Köln fahren.

Eine ganz besondere städtische Perle möchte ich noch nennen: Ludwigshafen! War da schon mal jemand von Euch? Wenn nein, dann habt Ihr nichts verpasst!

von Beorn - am 12.06.2013 13:12

Re: Öde Orte

66 von 80 aktuell deutschen Großstädten habe ich schon mit dem Fahrrad besucht. Nur 3 der übrigen 14 kenne ich überhaupt nicht, nicht mal von der Durchfahrt. Bremerhaven und Salzgitter wurden hier schon genannt, hoffen wir mal, dass Reutlingen nicht ähnlich öde ist.

Nun liegen alleine im Regierungsbezirk Düsseldorf mehr Großstädte (11) als in jedem Bundesland außerhalb von NRW. Der Kölner Raum und das östliche Ruhrgebiet sind dazu auch nicht weit. Macht 23 Großstädte in 100 km Umkreis, Venlo (ziemlich genau 100.000 Einwohner), Maastricht, Hamm und Nijmegen (knapp über 100 km weg) noch gar nicht mitgezählt.

Unter diesen 23 Großstädten liegt Leverkusen jedenfalls nicht mal in der Hässlichkeitsspitze. Gut, da ist Wiesdorf, die Innenstadt. Eine triste Fußgängerzone, von der aus man das Bayerwerk sieht oder wenigstens riecht. Große Teile der Stadt liegen aber geographisch schon im Bergischen und sind grün bis weitläufig. Aber selbst am Dhünnufer, 2 km vom Werk entfernt und phasenweise ökologisch umgekippt, lässt sich schon wunderbar radeln.

Weniger Freude macht mir da Remscheid. Im Grunde wie Wuppertal, nur noch hügeliger, abgelegener und ohne Schwebebahn. Ja, die Eingemeindungen Lennep und Lüttringhausen haben Charme. Remscheid vielleicht auch, man müsste ihn mir nur mal zeigen.

Hagen liegt an vier Flüssen und könnte mit seinem Wasserreichtum punkten. Während man aber die Ennepe nicht mal ahnt und die Volme nicht sieht, ist das Lenneufer so wie das ganze nördliche Sauerland: Zum Wintersport ungeeigenet und industriell geprägt. Kurioserweise ist das schönste Stück Hagen der Hengsteysee, also die aufgestaute Ruhr. In der Ecke habe ich übrigens meinen einen Volkstriathlon gemacht.

Mein anderer war in Krefeld. Ausgerichtet von Bayer Uerdingen, was viel über Krefeld sagt. Die Krefelder Innenstadt ist einfach nur langweilig und weit weg vom Rhein. Der punktet mit der Burg Linn und dem quasi direkt angrenzenden Industriehafen. Ähnlich ist Uerdingen aufgebaut.

Über Bottrop, Oberhausen, Gelsenkirchen und Herne sage ich lieber nichts. Unseren nördlichen Nachbarn Duisburg mag ich zwar auch nicht gerne, aber die Stadt ist echt gebeutelt, hat den Strukturwandel nur unzureichend geschafft, riesige Industrieflächen und immer noch mit der Loveparade zu kämpfen. Der Duisburger Süden ist allerdings sehr ansehnlich, und meine beiden Halbmarathons in Duisburg, zwischen Innenstadt und Großenbaum, waren recht angenehm.

von NRW-Radler - am 12.06.2013 20:02

Re: Öde Orte

Salzgitter kannste von deiner Liste nicht besuchter Großstädte streichen. Der Zensus 2011 hat ergeben dass Salzgitter den Status Großstadt verliert, da dort weniger als 100k Menschen leben.

Aber auch davor haste alles richtig gemacht, da bisher nicht vorbeigeradelt zu sein ;)

von BSer - am 13.06.2013 05:13

Re: Öde Orte

Also Velbert ist bestimmt keine Perle, das stimmt, aber eine Schlafstadt ist es beileibe nicht. Für welche Nachbarstadt denn auch? Essen? Düsseldorf? Ich glaube niemand der in einer dieser Städte arbeitet zieht freiwillig nach Velbert... ;o)
Ich habe meine ersten 11 Lebensjahre dort verbracht und kenne mich daher ziemlich gut aus. Das ist ja DIE Schloß- und Beschlägestadt in Deutschland und hat daher recht viel Industrie in der Ortskern-Nähe. Da ist es wirklich alles andere als kuschelig. Und die City selber ist halt dieses leblose 08/15 aus Billigmärkten und Starbucks.
Wer allerdings auf Bücher und Fachwerk steht, sollte unbedingt mal nach Velbert-Langenberg fahren.
Ein sehr pitoreskes bergisches Fachwerkstädtchen mit jeder Menge Buchhandlungen und Antiquariaten.
[www.buecherstadt-langenberg.de]
Dort ist es wirklich nett...

von Stollentroll - am 13.06.2013 10:14

Re: Öde Orte

Bei Salzgitter muss generell die Frage stellen, inwieweit dieses Gebilde aus 31 über eine relativ große Fläche verteilte Ortschaften als "Stadt" bezeichnet werden kann.
Aber was will man von einer "Stadt" erwarten, die 1942 gegründet wurde um den dortigen "Hermann-Göring-Werken" eine einheitliche Verwaltungsstruktur zu geben und die später einmal zur "Hermann-Göring-Stadt" werden sollte, baulich in Hakenkreuzform geplant.

von Replica - am 13.06.2013 16:58
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