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Forum:
Flugangst
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
www.erklaert.de, AlexisOnLychees

kurzflug vs. langstreckenflug

Startbeitrag von AlexisOnLychees am 12.01.2009 01:36

hallo leute!

ich habe bis jetzt nur kurzstreckenflüge erlebt; zu beginn genoss ich fliegen sehr - es gefiel mir sogar und ich freute mich darauf, so wie ich mich auf andere reisen per zug oder auto immer freue. an so etwas ist jetzt nicht mehr zu denken. einfach so packte mich eines tages "grundlos" (ohne dass ich je turbulenzen oder objektiv bedrohliche situationen erlebt habe) die fluganst und steigerte sich mit jedem male mehr bis ich bei meinem letzten rückflug von london zitternd, herzklopfend, vor platzangst heulend und in der überzeugung, sterben zu müssen, 5mal nach dem (sehr freundlichen und hilfreichen) steward klingelte und ihn bat, mit mir irgendwas zu reden und mir zu versichern, dass es keinen indiz dafür gäbe, aus dem das flugzeug abstürzt und ich sterben müsse.

als ich meiner freundin - mit der ich plane, im kommenden sommer mit Air Berlin meinen ersten langstreckenflug (ev. nach Kenya) zu absolvieren - davon erzählte meinte sie, dass es mir bei so einem flug sicher besser gehen wird, denn diese Flieger seien viel größer als z.b. Air Berlin-, Ryanair- oder EasyJet- Flugzeuge mit denen man Kurzstrecken nach Europa fliegt, weil man das da nicht so mitbekommt wenn es wackelt und weil größeren Flugzeugen ruhiger fliegen etc.

Stimmt das? Was sagt ihr dazu?

Ich informiere mich zurzeit über psychotherapeutische Hilfe gegen meine Fluganst und habe auch schon über Tranquilizer (Beruhigungsmittel) gelesen. Die haben angeblich die "Nebenwirkung" dass man einschläft, was mir ja nur Recht wäre - super wär das, wenn ich aufwach und feststelle das Flugzeug ist gelandet und ich hab davon nichts mitbekommen!!!

Eine Aussage, die ich ich einmal in der Zeitung gelesen habe, macht mich allerdings total fertig: "Man soll keine Schlafmittel od. Alkohol nehmen beim Fliegen, weil man dann im Ernstfall nicht klar genug ist, um den Notausgang zu finden und sich zu retten etc."

Was soll man nun davon halten? Mein Ziel ist es doch, von der Überzeugung, dass ich abstürzen werde wegzukommen und nicht, gut vorbereitet auf so einen Fall sein!!! Puh...

Antworten:

Hallo Alexis,

es ist richtig, dass größere Flieger mehr Gewicht/Masse haben und deshalb etwas ruhiger in der Luft liegen. Ein Lüftchen, welches große Flieger zum Wackeln bringt, muss schon ein bisschen stärker sein. Aber ist Wackeln eigentlich Dein Problem?

So eine "Drohung" ist ja einer super Idee. Da bin ich noch garnicht drauf gekommen: nehmt bloß keine Beruhigungsmittel, sonst kommt ihr nicht mehr aus dem Flieger.

Grundsätzlich ist die "chemische Bekämpfung" der Flugangst nicht mehr als eine Symptom-Bekämpfung. Als würdest Du bei einem gebrochenen Arm Schmerzmittel nehmen, aber sonst nichts zur Heilung tun. Im akuten Falle sicher ratsam, aber auf Dauer muss man eben andere Wege finden (sofern man fliegen will oder muss).
Flugangst kann (wie jede ander Phobie) ihre Ursachen an völlig anderer Stelle haben. Sie muss nicht unbedingt etwas mit der Angst vor dem Fliegen an sich zu tun haben. Manchmal sind auch in vergangenen Erlebnissen oder aktuellen Veränderung der Lebensumstände Gründe für eine plötzlich auftretende Flugangst zu finden. Manchmal ist es aber auch tatsächlich einfach nur Flugangst. Für die Wahl der geeigneten Behandlung (fleißiges Lesen hier im Forum, Wochenend-Flugangstseminar oder Psychotherapie) ist es wichtig, sich ansatzweise darüber im klaren zu sein, woher die Angst kommen könnte bzw. vor was genau Du Angst hast.



von www.erklaert.de - am 12.01.2009 11:17
hey, danke für die hielfreiche antwort!

naja, wackeln ist schon mein problem. ein problem das sich ableitet von absolutem nicht-wissen über die technik (und daher nicht-wissen, dass wackeln nichts schlimmes ist). Meine weiteren Probleme sind: Platzangst (aber nur im Flugzeug, sonst nicht), Kontrollverlust (bei einem Auto oder Zug hab ich immer noch das SUBJEKTIVE gefühl ich könne jederzeit rausgehen - was natürlich nicht stimmt) und Angst vor mir unbekannten Geräuschen. Höhenangt dagegen ist überhaupt kein Problem (ich würde jederzeit sofort in einen Heißluftballon steigen haha) und vor menschlichem Versagen fürchte ich mich auch kaum.

Es ist einfach so schlimm, wenn man da drinnen sitzt und weiß man kann einfach nicht raus. Und ich schaue um mich, sehe wie die Leute schlafen und lesen, mein Freund versucht mich zu beruhigen, doch all das kann mir nicht helfen und mir das furchtbare Gefühl in meiner Brust wegnehmen.
Als dann der Steward zu mir gekommen ist (das war Ryanair) und mir erklärt hat, dass das Flugzeug gewackelt hat wegen den Wolken, durch die wir geflogen sind etc. ist es mir kurzfristig auch besser gegangen.

Ich glaube, es würde mir sehr helfen, mehr über die Technik zu wissen oder das beste überhaupt wär, mal in einem Cockpit mit den Piloten mitzufliegen, die mir währenddessen alles erklären.
Leider kann ich mir aber so ein Flugangstseminar niemals leisten, doch einen Psychotherapeuten bin ich schon dabei mir zu suchen!
Selbst wenn das Erfolg zeigen würde, würd ich mir trotzdem so ein Beruhigungsmittel verschreiben lassen; dass dies nur zur symptomatischen Bekämpfung da ist, ist natürlich klar. Aber wenn ich nur daran denke, wenn ich das, was ich auf einem 1 1/2 h - Flug nach London mit mir selbst durchmachen muss bald auf einem 6-7h-Flug erleben muss, dann ist mir jedes Mittel recht. Auf jeden Fall will ich so was dabei haben - im Idealfall nicht verwenden natürlich...

Auf jeden Fall hat mir das Forum schon sehr geholfen und die Erklärungen. Am meisten hat es mich erstaunt, zu erfahren, dass die meisten unter Fluganst leidenden Menschen so wie ich dazu gekommen sind: ohne einen driftigen Grund (wie Turbulenzen, Notlandung) und nach mehreren angstfreien Flügen.

Eine Frage hätte ich nocht: Ich werde ja mit Air Berlin fliegen, wenn ich kommenden Sommer zum ersten mal nach außerhalb von Europa fliegen.
Schauen Air Berlin-Flugzeuge die Langstrecken fliegen genauso aus wie Air Berlin-Flugzeuge die Kurzstrecken fliegen, oder sind die größer?

lg.


von AlexisOnLychees - am 12.01.2009 13:30
Zitat
Alexis
Eine Frage hätte ich nocht: Ich werde ja mit Air Berlin fliegen, wenn ich kommenden Sommer zum ersten mal nach außerhalb von Europa fliegen.
Schauen Air Berlin-Flugzeuge die Langstrecken fliegen genauso aus wie Air Berlin-Flugzeuge die Kurzstrecken fliegen, oder sind die größer?


Da musste ich jetzt doch selbst nochmal nachschauen, was die so in der Luft haben. Neben den vergleichsweise kleinen Dingern (B737, A320, etc.) haben sie auch Boeing 757, 767 und Airbus A330 im Angebot. Die 767 und die A330 sind schon Brummer. Und eine der beiden wird es nach Mombasa mit großer Sicherheit auch werden. Sonst wird der Sprit ein wenig knapp.

Ja, die "guten alten Zeiten", da man völlig problemlos ins Cockpit kam, sind vorbei. Manchmal erlauben es die Piloten noch (fragen kost' also nix), aber selten und nach eigenem ermessen und oft auch nicht ganz legal (weil von der Airline nicht erlaubt). Deshalb auch möglichst bei derartigen Erlebnisberichten im Forum keine Namen nennen.

Wenn Du technische Fragen hast, kannst Du hier im Forum ein wenig stöbern oder einfach fragen, wenn Du keine Antworten findest. Dazu ist das Forum gedacht. Schau Dir doch mal die ganzen Cockpitvideos an (in der "Quasselecke"). Da bekommt man zumindest einen Eindruck von der Arbeitsatmopshäre im Cockpit.




von www.erklaert.de - am 12.01.2009 14:42
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