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Flugangst
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14
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sylvi, Marc, TL, Amadeus, www.erklaert.de

Schnee?

Startbeitrag von Sylvi am 04.01.2006 19:59

Hallo an alle,

hatte ja schon mal angekündigt, dass ich noch Fragen habe, wenn man im Winter fliegt, oder besser, wenn man im Winter bei Schnee und Eis auf der Landebahn landet. Ich weiss nur, dass die Landebahnen immer geräumt werden (wird auch Salz gestreut oder so was?)

Was ist denn aber, wenn so viel Schnee fällt, dass die Räumungskräfte da nicht hinterkommen mit dem Räumen. Werden dann die Flugzeuge umgeleitet auf einen anderen Flughafen oder schafft es das Räumungsteam, immer die Landebahnen freizuhalten. Ich denke, es reichen doch nicht nur zwei Landebahnen, z. B. in Frankfurt, die frei von Eis und Schnee sind. Dort starten und landen doch sehr viele Flugzeuge.

Also, die Flugzeuge selbst werden ja immer irgendwie von Eis befreit (habe ich mal im Fernsehen gesehen), aber klappt das auch bei den Landebahnen? Oder fliegen die Piloten die Landebahn bei diesen Umständen "langsamer" oder in einem "anderen Winkel" an (nicht lachen, ist wirklich mein Ernst, da mir bis jetzt keiner eine richtige Antwort geben konnte)

Bin ganz ehrlich. Habe mich dann gleich hier an Euch gewandt, da Ihr immer schnell antwortet und ich nicht lange nach einer Antwort rumsuchen muss.

Da war ja vor kurzem ein Flugzeug, dass da irgendwie "weitergerutscht" (Eis und Schnee auf der Landebahn?) ist und an einer Ampel mitten auf der Straße stehenblieb :( Ich wollte da nicht weiter irgendwelche Horrorgeschichten lesen, sondern dachte mir, hier bekomme ich bestimmt Antwort, wie das dann mit dem Landen so abläuft.) Würde mich wirklich freuen, wenn ich auch das besser nachvollziehen könnte.
:-)

Allen ein frohes neues Jahr und viele Grüße
Sylvi

Antworten:

...tschuldigung.... "hinterherkommen" mit dem Räumen....meine ich natürlich ;-)

von Sylvi - am 04.01.2006 20:15
hallo sylvi,

mach dir mal keine grosse sorgen um schnee. ein flughafen ist mit so viel anti-schnee zeug gefüllt dass sie sogar ihr eignes abwasser system haben (rollweg, ladebahn, etc.) das keine chemicalien in die erde kommen. das unglück von midway, chicago passierte nur weil der flieger zu hart aufgesetzt hat. wegen dem gereuschpegel müssen die flieger ziemlich schnell in die luft bzw. auf die ladebahn landen. leider ist dabei das fahrwerk abgebrochen. tja das lässt es sich nicht schnell abbremsen. da die landebahn sehr kurz ist der flieger auf die strasse gerutscht.
die piloten fliegen die landebahn nur bei sehr starken "crosswind" von einem anderen winkel and.

gruss,
TL

von TL - am 04.01.2006 21:41
entschuldige meine grammatik, ich habe zu schnell geschrieben, und habe an ende nicht mehr gelesen was ich geschrieben habe :-)

-TL

von TL - am 05.01.2006 00:52
Hallo,

wenn wirklich nichts mehr geht, flieht man zum Alternate - safety first!

Übrigens, in der Flugwettermeldungen (METAR) gibt es eine eigene Sektion "Runway Report". In dieser wird dann der Zustand der Piste, die Bedeckung der Piste (z. B. mit Schnee) in %, die Dicke der Ablagerung und die Bermsverhältnisse (!) ausgegeben. So kann man sich rechtzeitig auf die Verhältnisse einstellen.



Grüße
Marc - B737

von Marc - am 05.01.2006 10:36
Sorry, muss natürlich "fliegt man zum Alternate" heißen ;-).


Marc - B737

von Marc - am 05.01.2006 10:39
Hallo,

uuuppps.... da haben wir hier ja alle kleine Schreibfehler reingehauen :D Na, macht ja nix. Ich habe die Antworten aber verstanden. Vielen Dank.

Frage an Marc. Die %-Zustände werden dann vor der Landung an die Piloten weitergegeben, richtig? Und Ihr wisst dann, wie Ihr dann reagieren müsst, richtig? (Ich glaube Du bist ja Pilot).
Also ist das so ähnlich, als wenn wir uns hier mit unserem Auto auf die Wintersituation auf den Straßen einstellen müssten (abends noch warm, morgens Glatteis oder Schnee). Natürlich ist fliegen schwerer. Ich meine nur so als ein kleiner Vergleich, wegen dem Rutschen! Das hört sich für mich ganz gut an. Denn das mit den Straßenverhältnissen bekomme ich ja auch irgendwie hin.
Und Ihr Piloten habt dann wohl das "Runway Report", womit Ihr dann was anzufangen wisst. Super :spos:

Als Passagier mit Angst im Flugzeug sieht man ja wohl nur Schnee und Eis (bin noch nie im Winter geflogen) und man weiss ja, wie schnell man auch mit dem Auto ins Rutschen kommt und nicht mehr bremsen kann. Ist schön zu hören, das die Piloten immer gut informiert sind, auch wegen den Landebahnverhältnissen mit Eis und Schnee.

Ok, dann fliege ich jetzt sogar auch im Winter. Ergibt sich vielleicht schon bald.

Danke und viele Grüße
Sylvi

P.S. Bin jeden Tag hier drin und schau mir alles an. Hilft mir sehr. Kann jedem Flugangsthasen empfehlen, das auch zu machen. Nochmal Kompliment an dieses Forum und den geduldigen Antwortschreibern mit und mit weniger Erfahrung im Fliegen. Jede Antwort hilft irgendwie.
:-)

von Sylvi - am 05.01.2006 17:43
Hallo Sylvi,

ja die METARs kann man sich über ein ACARS genanntes System (in der Art wie ein Fax für Piloten, kann aber noch mehr) ins Cockpit schicken lassen.

Da ich immer gerne Beispiele bringe, hier ein METAR mit Runway Report. Auf die schnelle habe ich nur eins vom Flughafen Innsbruck gefunden:

LOWI 051750Z VRB01KT 9999 FEW080 SCT300 M08/M08 Q1016 0819//95 NOSIG

Das fett geschriebene ist dabei der Runway Report, 08 steht für die Bahn, 1 für Feuchtigkeit, 9 für über 50 % auf der Piste, // dafür das die Dicke ist messbar ist und 95 das die Bremsverhältnisse gut sind.

Für uns ist hier am wichtigsten der sog. "Bremskoeffizient". Dieser muss mindestens so groß sein, wie in der entsprechenden Runway Chart. Aber das würde jetzt zu weit führen.


PS: Ich antworte hier natürlich gerne auf eure Fragen. Wenn man einen Einblick davon bekommt, wie "die beiden da vorne" so arbeiten, kann das eure Ängste etwas lindern.



MfG
Marc - B737

von Marc - am 05.01.2006 19:15
Hallo Sylvi,

auch wenn ich für diesen Beitrag unter Umständen gesteinigt werde... ...fliegen ist nicht so viel schwerer als Autofahren!

Oft wird einem sugeriert Piloten sind Übermenschen die geheimes Hexenwerk in der Abgeschiedenheit von den restlichen Menschen an Bord eines Flugzeuges in ihrem Cockpit vollbringen. Teufelskerle die weder Tod noch Teufel scheren und im Angesicht der Gefahr das wahre Wunder der sicheren Landung vollbringen.

Dem ist nicht so!!!

Ich behaupte jeder normal gesunde Mensch mit durchschnittlich motorischen Fähigkeiten ist in der Lage, nach fundierten, gründlichen Training einen Flug sicher durch zu führen, auch und erst recht mit einem Verkehrsflugzeug.

Auch Du könntest das, ganz sicher sogar!

Fangen wir mal an bei einem Segelflugzeug, die haben unter Umständen weniger Knöpfe und Hebel als dein Auto... ...trotzdem ist es ein vollwertiges Flugzeug, eines das vom Piloten verlangt sich in der Luft zu halten ohne Motor und Tricks, nur mit den vorherrschenden Luftströmungen und das geht unheimlich gut, sogar mehrere hundert Kilometer weit!
Es gibt (sogar Verkehrspiloten der Lufthansa) die sagen, Segelfliegen ist das wahre Fliegen und der Gesetzgeber hat festgelegt das ein Kind im zartem Alter von 14 Jahren bereits damit beginnen kann.

Weiter geht es dann mit Motormaschinen, die haben meist mehr Knöpfe und Hebel als ein Auto, schon deswegen weil sie eben einem Motor haben an dem jeder Mist an den die Elektronik deines Autos alleine denkt und sie regelt manuell einzustellen ist. Die haben auch schon einige Systeme doppelt, hättest Du zwei Radios im Auto... ....rechne mal nach wie viele Knopfe das mehr wären.
Trotzdem, Flugzeug bleibt Flugzeug und das Fliegen an sich ist nicht viel anders als bei einem einfachen Segelflieger.

Ja und dann die Verkehrsmaschinen... ...die die dir zumindest kribeln im Bauch machen wenn Du damit fliegen mußt.... .....Knöpfe und Hebel für einen ganzen Fuhrpark!
Ist ja auch kein Wunder, diese Sicherheitsfanatiker bauen alles doppelt un dreifach ein, haben nicht nur einen Motor, den sie meist Triebwerk nennen, sondern unangemessen viele davon (ich als Segelflieger finde ja einen schon zuviel) aber gut die wollen das eben so... ....und ich gebe auch zu, will man bei jedem Wetter von A nach B kann ein Motor schon ganz praktisch sein (deswegen fliege ich auch ab und zu einen Motorsegler). Trotzdem, Flugzeug bleibt Flugzeug und das manuelle fliegen ist nicht sehr viel anders als bei dem einfachen Segelflieger, links ist links, rechts ist rechts, runter ist nach vorne, rauf nach hinten, eben wie bei jedem Flugzeug.... .....auch Du kannst das, jeder normale Mensch kann das!

Trotzdem sind die Fluggesellschaften ziemlich kicky in der Auswahl ihrer (ich nenne sie böse Luftbusfahrer) Piloten, Die wollen nur die besten der Besten... ...oder das was sie eben dafür halten :) (oh Du solltest einige von den Jungs mal beim versaubeutelten Landeanflug im Segelflieger sehen, verzweifelt suchen sie manchmal nach einem ihrer vier Triebwerke um durchzustarten :) ) egal sei schaffen es dann schon... ...fliegen hat man Ihnen beigebracht. Die können nicht nur fliegen sondern nebenbei auch noch einen haufen Knöpfe und Hebel betätigen, die meiner Meinung nach nichts in einem richtigen Flugzeug zu suchen haben.

Auch Du könntest das alles!

Der langen Rede kurzer Sinn....
Du hast Angst vor dem Fliegen, wenn ich deine Beiträge aber richtig verstehe bist Du dem Fliegen nicht ganz abgeneigt und es fasziniert dich auch ein wenig?

Wenn dem so ist, ist es Zeit es mal selber zu versuchen!

Der billigste Verein den ich kenne nimmt dafür ¤ 69,00, Du kannst dann dort 12 Starts und Landungen als Pilotin eines Segelflugzeuges machen und Du kannst dabei nichts falsch machen, ein Lehrer der mindestens genauso am Leben hängt wie Du selbst wird eingreiffen wenn Du Mist machst.

Falls Du mir auf meinen Beitrag antwortest, spar dir bitte ein "ich kann das nicht" und "ich bin ein zu blöd dafür".... .....beides ist nicht wahr!

Ich könnte mir eben nur vorstellen, Du hättest viel, viel, weniger Angst vor dem Fliegen, wenn Du als Pilotin mal festgestellt hast wie leicht das Fliegen eigendlich ist!

Liebe Grüße

Amadeus

von Amadeus - am 06.01.2006 01:19
Ok, Amadeus, dann fang ich mal an Dich zu steinigen. ;-)

Mal im Ernst: Ich stimme Amadeus zu. Allerdings nicht so ganz in allem. Das ist allerdings eine Diskussion, die schon immer geführt wird (und immer mit ein wenig Witz und Augenzwinkern).

Fliegen ist tatsächlich nicht schwer. Fliegen kann wirlklich jeder. Ich würde behaupten man könnte fast jeden Laien in ein Cockpit setzen (mit Anleitung) und er könnte ein Flugzeug auf Anhieb ganz gut in der Luft halten. Vorausgesetzt der Flieger befindet sich bereits in der Luft und ist ordentlich konfiguriert.

Einen Flieger für den Flug vorbereiten, zur Runway rollen, starten, von A nach B fliegen und landen, das ist allerdings schwieriger.

Vor allem das Landen ist eine durchaus schwierige Angelegenheit. Hier braucht es Übung und auch einige "Fingerfertigkeit".

Man muss unterscheiden zwischen dem reinen Vorgang des Fliegens. Das lernt man durchaus recht schnell (vielleicht vergleichbar mit Fahrrad fahren). Das Landen ist schwieriger.
Auf der anderen Seite ist hier die Verkehrsluftfahrt: einen "dicken" Brummer zu landen, da würde ein Segelflugzeug-Pilot ebenso seine Schwierigkeiten haben wie umgekehrt. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen dem privaten Segelfliegen nach VFR (Sichtflug) und dem internationalen Verkehrsflug nach IFR (Instrumentenflug). Die vielen Knöpfe und Instrumente in einem Airliner sind sicherlich nicht notwendig für den Unmittelbaren Vorgang des Fliegens. Dafür würde der Steuerknüppel und der Gashebel reichen. Dennoch braucht man nahezu jeden Knopf mindestens einmal während des Fluges. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen einem Segelflieger und einem Airliner. So ein großer Brummer ist ein komplexes Netzwerk aus vielen verschiedenen und notwendigen Systemen. Ein Airliner ist auf IFR über weite Strecken unterwegs. Der Pilot muss sich mit so einem großen System aus Computer und Elektronik (Autopilot, Flight Management Systeme, Hydauliksysteme, Treibstoffmanagement, Luftdrucksystem in der Kabine, bis hin zur Klimanlage, etc.) auskennen. Er muss viele Regelwerke (internationaler Luftraum) kennen. Er muss sich mit der Navigation sehr gut auskennen. Er muss viele Dinge gleichzeitig beachten. Er muss also eine sehr hohe Multi-Tasking-Fähigkeit besitzen. Irgendwann habe ich mal gelernt, dass wenn eine Autfahrer innerhalb eines Zeitraums etwas 10 bis 20 Dinge beachten muss (Handgriffe tätigen), muss ein Airliner-Pilot zwischen 70 und 80 Dinge im selben Zeitraum beachten.

Dabei geht es heutzutage tatsächlich nicht mehr um "Teufelskerle" im Cockpit. Heutige Piloten müssen vor allem sehr vorsichtige und sorgfältige Menschen sein. Verkehrsluftfahrt ist - wenn man's genau betrachtet - eigentlich nichts anderes, als das ständige vergleichen von Ist- und Soll-Werten und das einhalten der Soll-Werte. Insofern stimmt auch der alte Satz von der "Freiheit des Fliegens" nicht mehr, zumindest was die Verkehrsluftfahrt angeht. Die Regelwerke sind sehr eng. Viel wichtiger als Freiheit ist hier das Einhalten dieser Regelwerke. Das mag Amadeus dann mit recht "Luftbusfahrer" nennen - ich finde gerade diese Tatsache aber dennoch sehr reizvoll und interessant.

Hinzu kommt, dass sich die Qualität eines Piloten vor allem in unvorhergesehen Situationen beweist. Ein Muster-Flug von A nach B ist kein Problem (wenn man's gelernt hat). Aber Airliner Piloten fliegen bei nahezu jedem Wetter und fast überall hin. Privatpiloten werden - um mal eine Retourkutsche für den "Luftbusfahrer" zu landen ;-) - von Verkehrspiloten gerne Schönwetterflieger genannt. Bei schönem Wetter zu landen ist kein Problem. Bei 25 Knoten Seitenwind (mit Böen), starkem Regen und mieser Sicht zu landen, ist was anderes. Das müssen Airliner-Piloten auch können - und das aus dem FF.

Abschließend muss gesagt werden, dass das Fliegen eines Airliners oder das Fliegen eines Segelflugzeugs einfach zwei verschiedene Dinge sind. Beides hat seine Herausforderungen. Wenn einer das eine perfekt kann, heißt das noch nicht dass er das andere auch auf Anhieb hinkriegt.

[Steine wieder einpack]



von www.erklaert.de - am 06.01.2006 14:12
Hallo an alle,

erst mal vielen Dank für die Antworten. Ich antworte jetzt hier mal auf alle. Muss ja bestimmt nicht alle einzelnd anklicken.

Marc:
Super erklärt, obwohl für mich als Laie kaum durchschaubar, aber super Gefühl zu wissen, das ihr mit so vielen Codes (Buchstaben/Zahlen) was anfangen könnt und dann auch danach handelt. Du hast recht, ins Detail gehen, bringt da irgendwie ja auch nix. Würde ich eh nicht verstehen.
Es hilft wirklich, wenn man weiss, was die "beiden da vorne" machen. Hatte ja das Glück, mal in einem Cockpit beim Flug reingucken zu dürfen (lang ist's her, so ca. 15 Jahre???). Da damals meine Freundin das angezettelt hat, war mir das echt etwas peinlich. Die beiden Piloten waren aber so was von nett, die haben mir alles erklärt. Absoluter Wahnsinn. Die saßen da so ruhig, wie ich im Auto. Schön fand ich auch damals, dass die beiden mich wirklich eingeladen haben, noch etwas Platz zu nehmen (auf so'n Klappsitz etwas weiter hinten) und mir das alles noch ein bisschen länger anzugucken. Allerdings stand meine Freundin auch geduckt im Cockpit und mir war das alles eh schon peinlich genug, mit meiner Angst. Heute bereue ich es, das Angebot nicht angenommen zu haben. Ein Wahnsinns-Ausblick :rp: Das habe ich nie vergessen. Dann bin ich zurück auf meinen Platz und es ging mir total super und war total ruhig den Rest des Fluges. Es hilft......ob nun beim Schreiben der Antworten.......oder auch sonst. Vielen Dank.

Amadeus:
Irgendwie hast Du mich jetzt ganz "ruschelig" gemacht mit Deiner Antwort. Ja, es stimmt, ich bin sehr faziniert, das ein Flugzeug fliegen kann. Es faziniert mich einfach alles an einem Flugzeug. Ich liebe es auf dem Flughafen zu sein und mir die landenden und aufsteigenden Flieger anzuschauen. Ich antworte auch nicht mit "ich kann das nicht" oder "ich bin zu blöd" ;-) Ich denke mit einem Piloten neben mir (beim Segelfliegen) ist das völlig ok. Nur bei mir kommt ja noch die unheimliche Platzangst vor. Schade. Reizen würde mich das schon, mal so in einem Flugzeug zu sitzen, nur ich habe mich mit den kleineren Flugzeugen noch gar nicht befasst, da es für mich ja vor kurzem noch unmöglich war in ein größeres reinzugehen und abzuheben. Muss aber sagen, Dein Vorschlag war nicht schlecht. Das wäre ja mal noch 'ne Herausforderung für mich. Fliegen in einem kleinen Flugzeug und dann noch Platzangst. Ich denke da wirklich drüber nach, im Guten wie im "Ist-zu-eng-Gefühl".

erklaert:
Ja, den stimme ich als Laie auch irgendwie zu. Ich denke, dass jeder (ob kleiner Flieger, großer Flieger, Segelflieger, Motorsegler) mit seinem Gefährt klarkommen muss und wird. Der eine kann dies, der andere das. Aber ich denke, dass Amadeus mir damit sagen wollte, dass ich das doch einfach mal in einem kleinen Flieger versuchen sollte, so als Anfang eben.....wie fliegt das Flugzeug.
Für mich muss ich sagen, dass ich die großen Flieger und die, die sie fliegen, echt super finde. Die haben ja keine (oder kaum) Angst, da sie die Flugzeuge ja selber fliegen. Gut Piloten sind keine Götter aber sie haben's eben gelernt! Respekt. Genauso, wie ich damals Stenographie gelernt habe und kein Mensch konnt' es lesen...grins.

Jetzt kurz an alle Antworter:
Ich bekomme immer mehr Vertrauen, ob Kleinflieger oder Großflieger. (Und Steine brauchen wir hier ja auch nicht) Denkt dran!!!! Ihr könnt so vielen helfen.....mit jeder Antwort.

Viele Grüße
von der "Ich-habe-immer-weniger-Angst"
Sylvi

von Sylvi - am 06.01.2006 17:58
...ach, noch kurz einen Tipp an alle Ängstlichen (wie ich, allerdings schon viel, viel weniger)

...sucht Euch Euren Flieger raus, mit dem ihr in den Urlaub fliegen werdet und geht auf die Seite www.flugzeugbilder.de. Dann könnt' Ihr schon mal von "außen" gucken, wo ihr einsteigen müsst (wollt). Super Bilder.

Habe ich täglich gemacht....und ich wusste so ungefähr in was ich da einsteige. Mir hat's was gebracht.

Hoffe, das war jetzt erlaubt, mit meinem Tipp.....

von Sylvi - am 06.01.2006 18:04
Hallo Sylvi,

keine Angst die Steinchen von fliegen erklärt habe ich schon verdient und ich kann sie auch ertragen... ...es ist wirklich eine uralte Diskussion die zwischen Berufsflugzeugführern und privaten Schönwetterpiloten und Sonntagsfliegern, wie ich einer bin geführt wird.. ...aber eben wirklich auch mit einem Augenzwinkern und nicht im Bösen.

fliegen erklärt hat schon recht dass das Fliegen einer Verkehrsmaschine eine hochkomplexe Angelegenheit ist und bei 25 Knoten Seitenwind und Regen würde ich keinen Gedanken daran verschwenden mein heiliges Flugzeug auch nur vor die Halle zu schieben... ....geschweige denn versuchen zu fliegen.

Du hast meinen Beitrag aber ganz richtig verstanden, ich wollte damit auf keinen Fall proffessionelle Piloten abwerten oder ihr Können in den Schatten stellen... ...ich wollte dich wirklich nur mal animieren es mal selber zu versuchen.

Die Pysik ist beim Fliegen im Grunde immer gleich und ich als Sontagsflugzeugführer der auch oft Passagiere mal um ihre Hütte fliegt habe eben die Erfahrung gemacht das wenn eine flugängstliche Person die mal ein bißchen "mitpilotieren" kann und aktiv in das Geschehen eingebunden wird,sie viel weniger ängstlich aussteigt als sie eingestiegen ist.

Versuch dich wirklich mal zu überwinden und probier es mal aus, such dir einen verständnißvollen Piloten der deine Ängste ernst nimmt, auf sie eingeht und dich nicht auslacht. Frage jede Frage die Du auf Lager hast und melde dich sofort bei allem was dir unangenehm oder seltsam vorkommt.

Wenn ich so über deine Antworten nachdenke, denke ich das vieleicht ein klassisches Segelflugzeug nicht so ein guter Anfang für dich ist, dort sitzt Du räumlich getrennt hinter dem Piloten und hast so nicht alles im Blick was er tut.
Ein Motorsegler oder eine Motormaschine wäre da bestimmt besser, da du rechts neben dem Piloten sitzt. Motorsegler wäre m.E. interessanter da günstiger im Mitflug und ich finde (das ist aber wieder eine total voreingenommene und persönliche Einschätzung nach klassischem Schubladendenken :) ) Segelflugpiloten einfach netter und meist weniger abgehoben... ....Als fliegende Mitelständler, Zahnärtzte oder Anwälte kurz und verächtlich Motorflieger... ....UPS sehe schon wieder Steine fliegen :)

Nun da ich keine Platzangst habe tu ich mich natürlich leicht deine nicht zu verstehen und zu sagen "der Blick aus dem Fenster eines Flugzeuges ist die grenzenlose Freiheit, wie kann man da blos Platzangst haben?" Nun ich habe Höhenangst... ...ein guter Freund von mir der Kletterer ist sagt "in einer Felswand das ist die absolute Freiheit wie kann man da nur Höhenangst haben?"
In so Fern versteh ich deine Platzangst ja ein bißchen, habe aber keinen guten Tipp wie Du das geregelt kriegen solltest... ...außer setz dich deinen Ängsten aus um sie zu besiegen.

Wenn Du einen Flugplatz gefunden hast wo nette Leute sind lassen sie dich bestimmt einmal in so einem Flugzeug Platz nehmen und es dich mal austesten wie es sich da anfühlt drin zu sitzen und zu entscheiden ob es mit deiner Platzangst erträglich ist... ....zumindest das solltest Du dir mal vornehmen, das wäre doch ein Anfang oder?

Falls die Leute auf einem Flugplatz nicht nett zu dir sind, oder du Bedenken gleich welcher Art gegen sie hast, oder sie deine Ängste nicht ernst nehmen, such dir einen anderen Flugplatz mit netteren Leuten, Flugplätze gibt es wie Sand am Meer.

Liebe Grüße

Amadeus

P.S ich muss mich nun in Deckung vor anfliegenden Steinen begeben bis denne, wenn die Luft wieder rein ist! :)

von Amadeus - am 07.01.2006 00:21
Hallo, bin wieder da ;-)

nein, im Ernst, war ja gar nicht lange weg.

Keine Angst. Die Steine rieseln bestimmt nicht.
Habe wirklich über den Vorschlag nachgedacht und tu's immer noch. Bin gestern zum Möbelgeschäft gefahren und an einem mir bekannten kleinen Flugplatz im Norden direkt an der Straße vorbeigekommen. Leider ist dort im Winter nicht so viel zu sehen( bin jedoch nur vorbeigefahren). Allerdings kann man dort fliegen und auch Fallschirmsprünge mieten usw.
Ich weiss nicht so genau, ob ich da nicht wirklich mal hinfahren sollte und ich mich einfach mal durchfragen sollte, ob ich mal in so einem Zwei-Sitzer (also kein Segelflugzeug, lieber nebeneinander) reinsetzen dürfte, um zu gucken, wie das ist, wenn die Türen dann zugehen, also ohne .....ich muss abheben, ich kann wieder raus......! Mir fehlt da wirklich ein bisschen Mut zu.
Meine beste Freundin weiss von diesem Forum, wie ihr rmir immer wieder weiterhelft und die würde auch mitkommen. Ich denke, ich trau' mich mal. Allerdings wohl erst im Frühjahr. Sie kommt dann mit und würde auf dem "Boden" warten. Sie merkt schon genau, dass ich da allein durchmuss und auch möchte.

Ich habe meinen "inneren Schweinehund" noch nicht wirklich im Griff. Aber wenn ich bedenke, daß ich neben Jemanden sitze, der ein Flugzeug fliegt und ich alles hautnah miterleben dürfte.....das wär' schon was.

Einige sagen zu mir:.....wünsch' Dir das zum Geburtstag......die kennen mich ja schon.....ich würd's nicht abschlagen.... dazu bin ich viel zu "flugpanisch" aber zu "neugierig"....die Sylvi geht da schon rein und wenn sie rauskommt, ist sie überglücklich :-)

Also, Du hast mich irgendwie auf die für mich vor kurzem überhaupt nicht denkbare Idee gebracht, so was mal zu machen. Und so weit muss ich nicht fahren, um den Flugplatz zu erreichen. Jetzt muss ich mir nur noch mal einen Tritt geben

:rolleyes: Allerdings habe ich ja evtl. noch meinen großen Flug im März (Schnee!!!) mit dem größeren Flugzeug vor mir, dem ich jetzt aber wirklich gelassener entgegensehen, dank hier.

P.S. Werde mir meinen ersten Bericht hier (vor September) ausdrucken, alle Eure Antworten auch, und dann in einen Schnellhefter heften und als Abend-Bett-Lektüre immer wiede lesen. Wie weit ich jetzt schon bin mit meiner Flugpanik. Sensationell. Hätte ich nie gedacht. Dank an alle.

Es grüßt alle,
die immer ruhiger werdende
Sylvi :-)

von Sylvi - am 08.01.2006 18:29
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